Bildungsgerechtigkeit in Deutschland steigt nur langsam

Die Chancengerechtigkeit in den deutschen Schulsystemen macht stetige, aber nur langsame Fortschritte. Dies geht aus einer Studie hervor, die die Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit der TU Dortmund und der Friedrich-Schiller-Universität Jena heute veröffentlicht hat. Demnach verlassen weniger Jugendliche die Schule ohne Abschluss, der Anteil der Hochschulzugangsberechtigten steigt.

Allerdings sei der Bildungserfolg nach wie vor stark von der sozialen Herkunft abhängig. Neuntklässler aus höheren Sozialschichten hätten beispielsweise in Mathematik zwei Jahre Vorsprung gegenüber ihren Mitschülern aus bildungsfernen Familien. 

Geringe Fortschritte stellt die Untersuchung bei schulischen Ganztagsangeboten fest, die dafür prädestiniert seien, alle Schülerinnen und Schüler optimal zu fördern und am ehesten die Nachteile der Kinder auszugleichen. Der insgesamt langsame Ausbau decke bei weitem nicht die Nachfrage der Eltern. 

Auch stellt der so genannte „Chancenspiegel“ fest, dass zwischen den verschiedenen Bundesländern weiterhin große Unterschiede bestehen. Eine neue Erkenntnis ist laut der Studie, dass Bildungschancen auch innerhalb der einzelnen Bundesländer regional höchst ungleich verteilt sind.

Der Chancenspiegel analysiert seit Juni 2010 jährlich, wie gerecht und leistungsstark das Schulsystem in den einzelnen Bundesländern ist. Dazu vergleichen die Bildungsforscher die Durchlässigkeit der Schulsysteme sowie die Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler, sich gut ins Bildungssystem zu integrieren, fachliche Kompetenzen zu entwickeln und gute Abschlüsse zu erhalten. Von der TU Dortmund ist das Institut für Schulentwicklungsforschung an der Studie beteiligt.

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