Fußball-WM: Nach Spanien ist vor Uruguay

Trotz der Niederlage muss Deutschland nochmal ran. Im kleinen Finale geht es am Samstag wieder um Platz drei. Auch wenn die Enttäuschung groß ist, müssen sich die Spieler noch einmal zusammenraufen und alles geben. Denn: Nach Spanien ist vor Uruguay.

Auf die Frage, wie er dem Spiel um Platz drei gegenüber stehe, konnte Kapitän Philipp Lahm kurz nach Abpfiff des Spanien-Spiels nur noch eins sagen: „Im Moment: Gar keine Lust darauf.“

Ecke, Strafraum, Abseits - Wissen ist auch beim Fußball Macht. Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Ein letztes Mal muss das deutsche Team auf den Platz - für die Ehre. Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Verständlich. Hatte die Mannschaft doch alles daran gesetzt. eine Runde weiter zu kommen und muss nun auch noch im Spiel um die Goldene Ananas antreten. Wer ist also der weniger schlechte Nicht-Finalist? Deutschland? Oder Uruguay?

Sinn und Unsinn des kleinen Finales

Über die Sinnhaftigkeit des kleinen Finales wurde schon oft diskutiert. Warum müssen sich die geschundenen Spielerseelen nach einer Halbfinalniederlage noch einmal dem Druck eines WM-Spiels aussetzen? Es geht doch um nichts anderes als ein bisschen Ruhm, Ehre und ein rundes Stück Bronze.

„Es ist immer ein schöneres Gefühl mit einem Sieg nach Hause zu fahren“, sagte Kapitän Lahm heute in einem Interview. Also doch: Kampf- und Spielgeist der Fußballer sind noch nicht verflogen, die Mannschaft bereitet sich auf das letzte Spiel in Südafrika vor. Ähnlich wie bei der WM 2006 gegen Portugal, soll nun ein Sieg über Uruguay her.

Aber wie stehen die Chancen für einen deutschen Sieg? Sollte man noch mal Kraken-Orakel Paul befragen? Lieber nicht. Jannik Sorgatz bloggt über Fußball und ist einer der Autoren unseres WM-Specials – und offensichtlich ist er optimistischer als zuletzt der Krake Paul.

„Wir werden gewinnen. Zu Null“, sagt er. Immerhin hat Deutschland Uruguay schon einmal in einem Spiel um Platz drei bezwungen – 1970 mit 1:0. Damit gibt es zumindest einen empirischen Beweis für die „Zu-Null-These“.

Deutscher Sieg? Der Experte sagt „Ja“

Ein 4:0-Sieg sei jedoch eher unwahrscheinlich. „Die Spiele um den dritten Platz sind meist eher muntere Spiele“, sagt Jannik. Endlich darf Jogi Löw seinen blauen Vier-Tore-Kaschmir-Pulli waschen. Mal sehen mit welcher modischen Erscheinung er Samstag glänzt.

Trotz der Historie ist die Mannschaft Uruguays nicht zu unterschätzen. Grandios haben sie sich gegen Ghana im Viertelfinale durchgesetzt und beim Elfmeterschießen die Nerven behalten.

Soweit sollten es die Deutschen besser nicht kommen lassen, denn Torwart Muslera gilt als Elfer-Killer – zwei Stück hielt er gegen Ghana. Ob der Schalker Neuer da mithalten kann? Cool genug hat er sich bisher zumindest gezeigt.

Fußball-WM:Spiel um Platz drei

Die deutsche Mannschaft will mit einem Sieg nach Hause - die Fans fiebern nochmal mit. Foto: Melanie Meyer.

Dennoch glaubt auch Jannik nicht an ein so enges Spiel. „1986 war das einzige Mal, dass ein Spiel um den dritten Platz in die Verlängerung ging“, sagt er. Also muss der „Zu-Null-Sieg“ in den regulären 90 Minuten her. Wie knackt man den Weltmeister von 1930 und 1950?
Laut Jannik sind die „Urus“ hinten stark, jedoch nicht sehr passsicher. Hier könnten sich Lücken für das deutsche Spiel nach vorne auftun. „Außerdem spielt Müller wieder“, ergänzt er. Der könnte wieder mehr Impulse nach vorne geben.

Kloses Jagt auf Ronaldos Torquote

Doch die Tore, die soll jemand anderes machen: Miroslav Klose. Der wartet nämlich noch auf seine Treffer 15 und 16 bei einer Weltmeisterschaft. Damit hätte er Ronaldos legendäre Torquote übertroffen. Das wäre doch wirklich ein ehrenvoller Abgang.

Halten wir fest: Auch wenn der zuvor wegen einer roten Karte gesperrte Suarez (Hand-Spiel) wieder neben Forlan stürmen kann, Neuer hält den Kasten sauber, Klose trifft am besten zweimal, und der mutige Tipp lautet: 2:0 für Deutschland.

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