Neubeginn für Roxy Kino

Vor 60 Jahren, am 1. Dezember 1950, feierte das, 1932 erbaute und 1943 von Bomben zerstörte,  Roxy Kino in der Münsterstraße seine Eröffnung nach dem Wiederaufbau. Seitdem verkörpert der Name „Roxy“ für mehrere Generationen von Dortmundern die Faszination der großen Leinwand wie kaum ein anderes Kino in der Region. Am Samstag fiel der Startschuss für eine radikale Umgestaltung des Kinos.

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Vom Angestellten zum Kinobetreiber. Diese drei wagen es. Foto: Tino Perlick

Diese wurde nötig nachdem die Betreiberin des Roxy im April diesen Jahres bekannt gab, den Mietvertrag nach über 31 Jahren nicht verlängern zu wollen. Ein spürbarer Schock erfasste die Dortmunder Kulturszene. Im Oktober fiel dann auch tatsächlich erstmal der letzte Vorhang. Dem Idealismus dreier ehemaliger Mitarbeiter ist es zu verdanken, dass es auf der Münsterstraße auch in Zukunft wieder Filmkunst zu bestaunen geben wird. In enger Zusammenarbeit mit dem Besitzer der Immobilie habe man sich geeinigt, das Roxy zu retten. „Niemand wollte, dass aus dem Kino eine KiK- oder Tedi-Filiale wird“, so Sascha Kirchhoff. Er und seine Kollegen, Holga Rosen und Michael Marefka, stellten einen Finanzplan auf und gründeten einen Förderverein, den Studenten mit 30 Euro Jahresbeitrag unterstützen können. Als Gegenleistung erhielten Mitglieder die Möglichkeit an Sonderveranstaltungen teilzunehmen, stellt sich Rosen vor.

Chance zum Neubeginn

Gähnende Leere, da wo einst die Kasse stand. Foto: Holga Rosen

Gähnende Leere, da wo einst die Kasse stand. Foto: Holga Rosen

Bevor es soweit sein wird, muss noch viel geschehen. Die ehemalige Betreiberin schlachtete das Kino vor der Schlüsselübergabe komplett aus. Von Bestuhlung bis zur Technik muss nun alles neu angeschafft werden. „Hier sind wir auf Spenden angewiesen“, so Kirchhoff. „Einen neuen Projektor haben wir schon und die Stühle kommen nächste Woche.“ Generell sehen alle drei die aufgezwungene Umgestaltung als Chance. „Die alten Sitze waren ja eh durch“ sagt Rosen gelassen.

Der Start der Umbaumaßnahmen wurde vergangenen Samstag standesgemäß im komplett leeren Roxy-Kino gefeiert. Bei Freibier und Schnittchen konnten sich Neugierige ein eigenes Bild über den Zustand des Traditionskinos machen. Der kahle Anblick war für viele Besucher erstmal ein Schock. In der Tat braucht es einige Fantasie sich das Roxy im jetzigen Zustand als das gemütliche, altehrwürdige Kino vorzustellen, das es war und wieder sein soll. Holga Rosen besitzt Fantasie und sagt, man sei bester Dinge vielleicht noch in diesem Jahr „das schönste Roxy aller Zeiten eröffnen zu können.“

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