Prominente Plagiatoren

Das Guttenberg ist als Plagiator bekannt. Die Schummeleien von Albert Einstein, Bushido und Co. haben wir in der aktuellen Ausgabe der pflichtlektüre erwähnt. Hier sind noch mehr prominente Plagiatoren.

Junge Frau sitzt am Tisch bei Nacht. Vor ihr sind Bücher ausgebreitet. Foto: pflichtlektüre

Junge Frau sitzt am Tisch bei Nacht. Vor ihr sind Bücher ausgebreitet. Foto: pflichtlektüre

Urheberrecht gab es im 16. Jahrhundert noch nicht. Deshalb dachte sich William Shakespeare wahrscheinlich auch nichts dabei, als er Motive für viele seiner Stücke bei Kollegen auslieh. Denn dass sogar der große englische Dramatiker abgekupfert haben soll, darüber sind sich die meisten Kulturhistoriker einig.

Johann Wolfgang von Goethe schrieb: „Die sämtlichen Narrheiten von Plagiaten und Halbentwendungen erscheinen mir läppisch.“ Rechtlich gefährlich wurde es für ihn trotzdem nie – auch zu seinen Lebzeiten gab es ein Urheberrecht nach heutigen Maßstäben noch nicht.

Auch Thomas Mann bekannte sich offen dazu, abgeschrieben zu haben. In seinen „Buddenbrooks“ stirbt am Ende der junge Hanno an Typhus. Dafür bediente sich der Schriftsteller aus einem medizinischen Fachbuch. Dadurch, dass er die nüchterne Beschreibung des Krankheitsverlaufs im Kontext seines Romans wiedergibt, wirkt diese jedoch völlig anders – nämlich zutiefst schockierend.

Karl-Heinz Rummenigge hatte es gut gemeint. Er wollte 2009 Franz Beckenbauer mit einem Gedicht überraschen.  Das Gedicht hatte aber nicht Rummenigge selbst, sondern eine Dichterin aus Hessen verfasst. Diese hatte es auf ihre Internetseite hochgeladen. Diese Verletzung des Urheberrechts kostete den FC Bayern 1.000 Euro.

Bei der Kaffeekette Starbucks hatte man die schöne Idee, seine Tassen mit einem Azteken-Muster zu dekorieren. Die Verantwortlichen vergaßen allerdings, sich vorher die Rechte zu sichern. Diese hat das staatliche Institut für Anthropologie und Geschichte Mexiko.

Bei den Memoiren geschummelt? Der ehemalige US-Präsident George W. Bush hat in Erlebnisse beschrieben, bei denen er gar nicht dabei war.  Foto: White House/ Eric Draper.

Bei den Memoiren geschummelt? Der ehemalige US-Präsident George W. Bush hat in Erlebnisse beschrieben, bei denen er gar nicht dabei war. Foto: White House/ Eric Draper.

George W. Bush erfreute die Welt mit seinen Memoiren „Decision Points“. Doch angeblich hat auch er bei anderen Autoren abgeschrieben, ohne Quellen anzugeben. Außerdem hat er auch Erlebnisse als seine eigenen verkauft, bei denen er nicht dabei war. Während sein Verleger behauptet, die Ähnlichkeiten seien eine Bestätigung für Bushs Genauigkeit, hat der Journalist Ryan Grim eine andere Erklärung: „Er ist zu faul, um seine Memoiren selbst zu schreiben.“

Auch im Musikgeschäft wird viel geklaut. Ein Musikstück gilt dann als Plagiat, wenn es dem Original in mehr als vier aufeinander folgenden Takten gleicht. In den 60er Jahren verklagten die Beatles den französischen Sänger Antoine wegen eines Plagiats. Der aber wies den Beatles nach, dass diese sich selbst bei Mozart „bedient“ hatten – und gewann den Prozess.

Plagiatsvorwürfe gegen Bestseller-Autor Dan Brown („Sakrileg“) erhärteten sich hingegen nicht. Die Autoren Michael Baigent und Richard Leigh hatten ihn beschuldigt, sich für den unter dem Titel „The Da Vinci Code“ mit Tom Hanks verfilmten Roman aus ihrem Sachbuch „Der heilige Gral und seine Erben“ bedient zu haben. Sie verklagten Brown auf zehn Millionen Pfund Schadenersatz – und verloren.