NRW stellt Islamwissenschaftler für Gefängnisse ein

Wegen der immer höher werdenden Zahl an radikalen Islamisten will das Land NRW in seinen Gefängnissen nun Islamwissenschaftler einstellen. Das teilte Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) am Montag auf Anfrage der CDU-Fraktion im Landtag mit.

Die Islamwissenschaftler sollen „erste Radikalisierungstendenzen“ erkennen und die Mitarbeiter der Gefängnisse schulen, Verbindungen der Häftlinge zu islamistisch-terroristischen Kreisen zu erkennen. Schätzungsweise sind rund 18 Prozent der in Nordrhein-Westfalen einsitzenden Häftlinge Muslime, davon gelten 23 Insassen als gewaltbereit.

Durch die steigende Zahl an gewaltbereiten Muslimen in Gefängnissen steige das Risiko, dass neue Kämpfer in den Haftanstalten rekrutiert werden, so Kutschaty. Hier sollen die Islamwissenschaftler präventiv eingreifen. Insgesamt geht der Verfassungsschutz davon aus, dass es in NRW rund 1.900 Radikalislamisten in 40 verschiedenen Netzwerken gibt.