Jingle Bells in der Küche: Weihnachtsmarktessen selbst gemacht!

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Dicke Bücher belasten den Rücken, im Kino zahlt man für Überlänge drauf. Zeit ist Geld – im wahrsten Sinne. Wofür also die knappe Freizeit verwenden? Wir lesen, spielen und schauen für euch – nach zwei Stunden hören wir auf. Entweder, weil wir fertig sind oder weil die Zeit um ist. Heute testen wir, ob man das leckere Essen vom Weihnachtsmarkt eigentlich auch zu Hause nachkochen kann − in gerade mal zwei Stunden.

Wenn man über den Dortmunder Weihnachtsmarkt schlendert, wird man schnell von den appetitlichen Gerüchen verführt. Ein paar Reibekuchen da, ein Crêpe hier und ein paar gebrannte Mandeln zum Glühwein − da ist man schnell sein Geld los. Aber geht das Ganze nicht vielleicht auch viel günstiger, wenn man es zu Hause nachkocht?

Schnelldurchlauf

Ich habe mich auf dem Weihnachtsmarkt umgeschaut und nach Vorbildern für mein heutiges Experiment gesucht. Die Wahl ist schnell getroffen, es soll echte Klassiker geben: eine Portion Reibekuchen, einen Crêpe und gebrannte Mandeln. Auf dem Weihnachtsmarkt sieht das schon mal lecker aus.

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Die Rezepte suche ich mir im Internet zusammen, die Zutaten gibt es in jedem Supermarkt und das ist auch gar nicht viel. Für alle drei Rezepte brauche ich nur Kartoffeln, Mehl, Eier, Zwiebeln, Zucker, Mandeln, Öl und Milch. Das kann ja nur leicht werden, denke ich mir voller Zuversicht. Da wusste ich aber noch nicht, in was für einem Chaos ich mich nachher wiederfinden würde …

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Stressig

Erst einmal Kartoffeln raspeln, sich dabei nicht die Finger absäbeln, nebenher schon mal das Öl heiß werden lassen und die Zwiebeln schneiden. Dann die Eier im Kühlschrank finden, das Mehl in die Kartoffeln – aber wie viel eigentlich? Gerade als ich Angst habe, dass das Öl zu heiß wird, bin ich mit dem Puffer-Teig fertig. Keine Ahnung, ob der so eine Konsistenz haben sollte, aber ich löffele hoffnungsvoll die Teigklopse in ihr Ölbad und widme mich schon mal dem Crêpe-Teig.

Blöd nur, dass man keinen 7Platz mehr hat, wenn man zwischen heißem Öl und Kartoffelresten versucht, Ei mit Milch und Mehl zu einem Teig zu verrühren. Hektisch spiele ich Tetris in der Spüle, versuche mich irgendwie in meiner kleinen Küche mit dem ganzen Geschirr zu arrangieren, ohne das meine Puffer anbrennen. Nebenher messe ich Mandeln und Zucker ab − wenn die Waage schon einmal hier steht. Von Langeweile kann jedenfalls keine Rede sein, das ist Stress!

Langatmig

Jetzt stehe ich hier, die Küche ist ein einziges Chaos, aber ich kann trotzdem nur warten: In der einen Pfanne, die auf dem vollgestellten Herd noch Platz hat, brutzeln Kartoffelpuffer. Mein Crêpe-Teig ist fertig und die Mandeln stehen bereit, aber ich hab keinen Platz mehr für noch eine Pfanne. Und die Puffer brauchen länger als man denkt, wenn man sieht, wie sie am Weihnachtsmarkt-Stand zubereitet werden.11

Als ich die Puffer endlich fertig habe, erlebe ich das Gleiche mit den Mandeln: Um sie zu „brennen“, sollen sie mit Zucker und Wasser in einer Pfanne gerührt werden − und das dauert ganz schön lange. Ich frage mich langsam, ob ich vom ewigen Rühren Muskelkater bekommen werde, da fangen sie langsam an zu karamellisieren.

Momentaufnahme

8Meine Reibekuchen liegen zum Abtropfen auf einem Stück Küchenrolle, die Mandeln kühlen aus. Jetzt heißt es: volle Konzentration für die Crêpes! Vorsichtig gieße ich eine dünne Schicht in die Pfanne, warte eine Minute, versuche das Ganze zu wenden − und wie sollte es anders sein: Der erste Crêpe reißt. Und der Zweite wird zu hell. Doch mit der Zeit kriege ich es raus. Crêpes sind eben doch kein Kunststück!

…Zeit um!

Etwa 20 Minuten vor Ende der Zeit steht mein ganzes Essen bereit. Doch wenn ich mich in der Küche umsehe, ahne ich schon, dass das Aufräumen noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. In der Spüle stapeln sich Schüsseln und Teller, Löffel kleben in den verschiedensten Substanzen und Mehl und Zucker dekorieren meine Arbeitsfläche. Jetzt heißt es Gas geben! Schnell räume ich alles in die Spülmaschine ein (mehr oder weniger ordentlich), wische die Küche sauber und schaffe es gerade noch, in der Zeit fertig zu werden. Aber entspannt war das nicht!

Geschmacklich sind meine Experimente mehr als gelungen, und auch vom Preisvergleich kann man nicht meckern: drei Reibekuchen kosten auf dem Weihnachtsmarkt 3 Euro, ich bezahle gerade mal 34 Cent. Ähnlich sieht es bei den Crêpes aus: Auf dem Weihnachtsmarkt kostet ein Crêpe mit Nutella 3 Euro, bei mir 44 Cent. Die Mandeln kosten in der Home-Made-Variante immerhin nur noch die Hälfte, also etwa 1,50 statt 3 Euro.

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Aber Hand aufs Herz: Ich kann mir das Essen zwar günstig zu Hause selber machen, aber so ganz das Gleiche ist das nicht: Ich bezahle gerne auch mal etwas mehr für die Weihnachtsmarktatmosphäre und dafür, dass ich meine Küche nicht aufräumen muss.

Rezepte

Fotos: Marina Weidenhaupt
Beitragsbild: pflichtlektuere.de

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