Dortmunder Wahrzeichen feiert Eröffnung

Schon vor dem Eingang herrscht dichtes Gedränge, als die Abendsonne das Außengelände des Dortmunder U in warme Gelb- und Orangetöne taucht. Bessere Umstände hätte sich Dortmunds Wahrzeichen zu seiner Eröffnung gar nicht wünschen können.

Als Letzter trifft NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ein und wirkt etwas gehetzt auf seinem Weg durch Fotografen und geladenen Gästen. Kurz vor ihm betrat Oberbürgermeister Ullrich Sierau die Szenerie. Im ehemaligen Kellereihochhaus der Union Brauerei wirkt noch vieles improvisiert. Teils stolpert man über Kabel, nicht verfugte Türschwellen, oder herumliegende Zigarettenschachteln. „Es handelt sich hier um einen veredelten Rohbau“, sagte Ullrich Sierau mit einem Augenzwinkern. Bodyguards schützen die Prominenten, Feuerwehrmänner die weniger bekannten Gesichter an diesem Abend, da noch nicht alle Bereiche des siebenstöckigen Gebäudes begehbar sind. Nach der Teil-Eröffnung soll es Anfang Oktober endlich die Gesamt-Eröffnung geben.

Noch wirkt vieles improvisiert im „veredelten Rohbau“

Um Punkt 20 Uhr erscheint auf mehreren Leinwänden im Erdgeschoss dann eine der vielen Film-Installationen des Dortmunder Filmkünstlers Adolf Winkelmann. Sie zeigt Szenen mehrerer voll automatisierter Arbeitsprozesse, eine Abfüllanlage für Bierflaschen und Landschaftsaufnahmen Dortmunds und kreiert dabei ihren eigenen Sound, die den Charme dieses rohen Backsteingebäudes betont.

Filminstallation von Adolf Winkelmann. Foto: Jens Jüttner

Filminstallation von Adolf Winkelmann. Foto: Jens Jüttner

Der Aufstieg ist nichts für Leute mit Höhenangst

Dann ist es endlich soweit, die übrigen Etagen können zum ersten Mal betreten werden. Unfreiwillig komisch wird es, als der Besucherstrom zu den Klängen von: „Glück auf, der Steiger kommt“ über die noch nicht in Betrieb genommene Rolltreppe die erste Etage entert. OB Sierau klopft einem der behelmten Sicherheitsmitarbeiter am Fuß der Rolltreppe noch einmal medienwirksam auf die Schulter: „Auf geht´s“. Das freie Treppenhaus ist nichts für Besucher mit Höhenangst. 56 Meter geht der Bau (ohne U) in die Höhe. Dafür wird der Aufstieg mit einer wunderschönen Aussicht über das ehemalige Brauereigelände und Dortmunds Innenstadt belohnt.

In den restlichen Räumen der ersten bis dritten Etage haben sich mehrere Ausstellungen angesiedelt. Unter anderem erwarten der Hartware MedienKunstVerein mit seinen Ausstellungen:Building Memory und Agents&Provocateurs, sowie die TU Dortmund (tu/kultur) und die Fachhochschule (The Market) zahlreiche Besucher. In einem waren sich jedenfalls alle einig: Was in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt wurde grenzt an ein Wunder, oder wie es der Intendant der Kulturhauptstadt 2010 Fritz Pleitgen sagte: „Dieses Gebäude verdient eigentlich zwei Eröffnungen“.

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