RUB: Hilfe für afrikanische Landwirtschaft

Bochum. Mit dem Projekt „UrbanFoodPlus“ wollen Bochumer Wissenschaftler die urbane Landwirtschaft in Afrika aus der Illegalität holen, effizienter machen und die Qualität der Produkte steigern. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstütz das Vorhaben, das im Juni beginnt, mit insgesamt 4,3 Millionen Euro.

Unfruchtbare Böden und wenig Wasser auf dem Land zwingen die Menschen in Westafrika dazu, den Großteil aller lokal benötigten Lebensmittel in den Städten zu produzieren. Die Stadtbewohner nutzen für den Anbau Brachland zwischen Wohnblocks und trockene Flussbetten, wofür sie meist keine Genehmigung haben. Das führt häufig zu Konflikten mit den örtlichen Behörden. „Politik und Wissenschaft haben die urbane Landwirtschaft jahrzehntelang vernachlässigt. Inzwischen haben sich wirksame Produktionssysteme entwickelt, die Ressourcen könnten allerdings noch effizienter genutzt werden“, sagt Professor Bernd Marschner vom Geographischen Institut der RUB.

Um die Ernährung westafrikanischer Städten zu sichern, wird ein Team aus Natur-, Ingenieur- und Geisteswissenschaftlern Feldversuche, Befragungen von Kleinbauern, Händlern und Vertretern der Behörden sowie umfangreiche Schulungsmaßnahmen zu einfachen technologischen Innovationen durchführen. Die Bochumer Forscher kooperieren mit Kollegen aus Kassel, Göttingen und Freiburg sowie 14 afrikanischen Partnerinstitutionen und zwei internationalen Agrarforschungsinstituten. Die Feldforschungsphase beginnt in Ghana sowie Burkina Faso und soll später weiter ausgedehnt werden. Innerhalb des Projekts koordiniert Professor Maschner eine internationale Graduiertenschule für Nachwuchswissenschaftler aus Deutschland, Europa und Afrika, an der neun Promotionsstipendien und sieben Promotionsstellen angesiedelt sind.

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