Lifestyle-Magazin „sPOTTlight“ fürs Revier: Berlin war gestern

Mareike und Andrea von sPOTTlight

Mareike und Andrea haben das neue Lifestyle-Magazin „sPOTTlight“ für das Revier auf den Markt gebracht – und wollen dem Pott damit eine echte Liebeserklärung machen. Warum es nur das Revier sein darf.

Eigentlich kommt Mareike aus Ostfriesland. „Aber da ist alles ziemlich spießig. Und es gibt nur Kühe und Felder.“ Für das Journalistik-Studium an der TU Dortmund kam die 24-Jährige ins Ruhrgebiet – und verliebte sich in den Revier-Charme. „Das Projekt ist eigentlich aus meiner Bachelor-Arbeit heraus geboren“, sagt Mareike. Die Idee: Ein Lifestyle-Magazin für den Ruhrpott, das zuvor durch einen Blog beworben wird. „Wir haben gesehen: Da gibt es eine Nische. Und die wollten wir mit jungen, frischen Ideen füllen.“ Andrea, die im Ruhrgebiet aufgewachsen ist, stieg später mit ein. Beide teilen sie die Liebe zum Pott. Das Ruhrgebiet sei charmant, lässig und vor allem: authentisch. Denn: „Man kauft dem Pott ab, was er ist. Er ist nicht gewollt lässig und charmant – er ist es einfach“, sagt Mareike.

„In Berlin muss jeder individuell sein“

Ein Lifestyle-Magazin – mitten aus dem Revier. Passt das „sPOTTlight Magazin“ nicht eher ins hippe Berlin? Kopfschütteln bei den beiden Dortmunderinnen. „Dem Ruhrgebiet nimmt man das Ganze eher ab, eben weil es so authentisch ist“, sagt Mareike. Berlin – das sei manchmal doch etwas aufgesetzt. „In Berlin muss jeder irgendwie individuell sein, jeder anders als die anderen“, sagt Andrea, „und das kann gewollt hip wirken.“ Außerdem habe der Pott ja bereits sichtbare Szene-Ecken, „zum Beispiel im Dortmunder Kreuzviertel.“

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Das „sPOTTlight Magazin“ liegt in Geschäften in Dortmund, Oberhausen und Essen aus und kostet 5 Euro. Foto: Silas Schefers

Dem entsprechend bunt auch die Themenwahl – vor allem um die schönen Dinge des Revier-Lebens soll es im Magazin gehen. „Es dreht sich zum Beispiel um Mode, Lifestyle, Kultur und Events“, sagt Mareike. Politisch hingegen wollen sie nicht werden. „Viele Modeblogs haben sich dem Thema Flucht angenommen. Wir wollen das lieber lassen“, sagt Mareike. „Wenn wir uns an solch ein Thema machen, können wir nur verlieren.“

Tiefgründige Themen seien deshalb aber nicht verboten. Vor allem am Wochenende gebe es häufig Blog-Einträge passend zum Sonntags-Blues – zum Beispiel zu Selbstzweifeln. „Und für das Magazin planen wir auch Reportagen oder Portraits interessanter Persönlichkeiten ein.“ Die Zielgruppe sind Frauen und Männer von 18 bis 45 Jahren.

Ermutigen, anders zu sein

Mehr als 140 Seiten ist die erste Ausgabe dick, das zweite „sPOTTlight Magazin“ ist für den Sommer geplant. Viel Arbeit – wenig Personal. Beide arbeiten am Magazin, Mareike seit ihrem Bachelor-Abschluss hauptberuflich, Andrea neben ihrem Studium der Angewandten Literatur- und Kulturwissenschaften an der TU. „Wir haben außer uns nur freie Mitarbeiter“, sagt Mareike, die vor allem die Texte schreibt und sich um das Layout kümmert. Andrea sei eher für die Organisation verantwortlich.

„Unser Verdienst ist o.k.“, sagt Mareike. Ein allzu großes finanzielles Risiko habe man für das Magazin nicht auf sich nehmen müssen. „Uns ist klar: Sowas kann immer auch schief gehen. Deshalb wollten wir das Projekt aus eigenen Mitteln stemmen und keinen Kredit aufnehmen“, sagt Andrea. Vieles sei durch Anzeigenpartner zustande gekommen, „ein bisschen haben wir aber auch selbst reingesteckt, weil das Magazin unser Baby ist“, sagt Mareike.

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Lange vor der ersten Magazin-Ausgabe gab es den „sPOTTlight Blog“ – auch, um das Magazin zu bewerben. Foto: Silas Schefers

Angst, durch Kooperationen mit Unternehmen zu werbend und zu wenig journalistisch zu wirken, haben die beiden Dortmunderinnen nicht. „Das Magazin ist klar ein journalistisches Produkt“, sagt Mareike, „man sieht ja auch, dass nur wenig Werbung drin ist.“ Der Rest sei Recherche, Tipps, eigenes Interesse, aber keine PR. „Wir sind einfach Service-orientiert.“ Das erklärte Ziel: Dauerhaft von „sPOTTlight“ leben zu können. „Und andere zu ermutigen, anders zu sein und Neues auszuprobieren“, sagt Andrea.

Kritische Stimmen kommen vor allem aus dem Elternhaus. „Unsere Eltern haben uns von der Selbstständigkeit abgeraten. Das entmutigt natürlich erst mal“, sagt Andrea. Bei Zweifeln müsse man sich dann gegenseitig wieder aufbauen. Aber es komme auch viel Positives zurück, vor allem von Lesern oder Kooperationspartnern. Dann ist man sich wieder sicher: „Es kann nicht schlecht sein“, meint Andrea.

Du hast Interesse an sPOTTlight?
Du bekommst die erste Ausgabe des „sPOTTlight Magazins“ in ausgewählten Stores im Ruhrgebiet, zum Beispiel im „Kleidzeit Concept Store“ (Kleppingstraße 3-5, Dortmund), in der „Wohngemeinschaft“ (Hedwigstraße 7, Essen), in der „Ludwiggalerie“ (Konrad-Adenauer-Allee 46, Oberhausen) oder online für 5 Euro (online zzgl. Versand).

Teaser- und Beitragsbild: Silas Schefers