Weltnudeltag:
Nudel ist nicht gleich Nudel

nudeltag

 

Nudeln, Nudeln, Nudeln. Wenn man in den Supermarkt geht, kommt man an der riesigen Auswahl an Nudeln kaum vorbei. Regale über Regale mit verschiedensten Arten werden uns angeboten. Und in verschiedenen Preiskategorien. Worin genau der Unterschied zwischen den ganzen Variationen besteht, wissen die wenigsten. Deshalb habe ich in einem Nudelgeschäft in Herdecke nachgefragt. 

„Der Großteil der Nudeln wird nicht mehr wirklich handwerklich, sondern maschinell in großen Fabriken hergestellt”, erklärt Sabine Preuten. Die Inhaberin des kleinen Nudelladens „Pasta Passion”  in Herdecke stellt seit über 20 Jahren frische Nudeln selbst her und verkauft über 50 Produkte in ihrem Laden. Gelernt hat sie ihr Handwerk nicht. Die Betreiber der deutschen Manufakturen hätten sich ihr Wissen fast alle selbst angeeignet, denn in Deutschland gibt es keine adäquate Ausbildung zum „Pasta-Profi”, anders als zum Beispiel in Italien.

pasta3Für die Preisunterschiede hat Sabine Preuten eine einfach Erklärung: „Qualität und Geschmack haben eben ihren Preis.” So bestehen die meisten handelsüblichen Nudeln fast immer nur aus Hartweizengrieß und Wasser. Für den Geschmack sind aber vor allem die Eier verantwortlich. Allerdings sind gerade die in den letzten Jahren deutlich teurer geworden.

Der Unterschied zu industriell hergestellten Nudeln besteht in dem kleinen Laden neben der Rezeptur vor allem in der Weiterverarbeitung und Lagerung. Die Nudeln werden nicht getrocknet und damit haltbar gemacht, sondern bei -20 Grad schockgefrostet, danach eingeschweißt und eingefroren. Dadurch bleiben sie auch ungefähr ein Jahr lang haltbar, schmecken aber viel frischer − so, als hätte man sie gerade erst gemacht. Nudeln aus dem Kaufhaus dagegen werden solange getrocknet, bis sie kein Wasser mehr enthalten. Dadurch können sich keine Keime mehr vermehren und sie sind viel länger haltbar, allerdings leiden darunter Qualität und Geschmack. Das Schockfrosten ist aber viel aufwendiger und teurer als das Trocknen, daher kommen weitere Preisunterschiede.

Tipps für Studierende vom Pasta-Profi

pastaFür Studierende, die wenig Geld zur Verfügung haben, empfiehlt Sabine Preuten vor allem an den richtigen Stellen zu sparen. Ihr Tipp: Gefüllte Nudeln kaufen, für die man keine Soßen mehr braucht. Ansonsten bietet es sich an, Nudeln einfach zu Hause selber herzustellen. „Mit Freunden Nudeln machen ist einfach super lustig und selbstgemacht schmeckt sowieso alles besser”, erinnert sich die Inhaberin an viele gesellige Abende zu Hause. Aber Vorsicht mit dem Hartweizengrieß, rät die Expertin − stattdessen lieber zur Hälfte Mehl verwenden. 

Gekocht werden sollten die Nudeln nach Packungsanweisung. Dafür gibt es kein Patentrezept, denn jede Nudel ist anders. Alternativ geht der Geschmackstest natürlich auch immer. 

Nudeln müssen nicht langweilig sein

Ob Ravioli mit Ochsenschwanzfüllung oder mit Schokoladenteig ummantelte Mandarinen-Ricotta-Füllung − für die 50 Nudelsorten im „Pasta Passion” stehen die Pasta-Fans in der Mittagszeit sogar manchmal Schlange. 
Nudeln werden wohl nie aus der Mode kommen. Ich habe schon viele Nudeln gegessen und durfte auch in der Manufaktur von Sabine Preuten probieren. Mein Fazit: Obwohl Nudeln eigentlich immer gehen, ist Nudel trotzdem nicht gleich Nudel. Gute Zutaten schmeckt man tatsächlich raus. 

 

 

10 Fakten über Nudeln
  1. Nudeln machen glücklich, denn sie regen in unserem Körper die Produktion des Glückshormons Serotonin an.
  2. Nudeln werden nicht mit künstlichen Farbstoffen gefärbt, sondern mit natürlichen Zutaten wie Spinat, Möhren oder der Farbe von Tintenfischen.
  3. Nudelsorten, die auf „ini” oder „ine” enden, sind dünn. „Oni” steht dagegen für dicke Nudeln. „Ette” bedeutet schmal, „elle” breit und „rigatte” geriffelt.
  4. Auf Platz 1 der Lieblingsspeisen der Deutschen stehen ganz klar die Spaghetti Bolognese, dicht gefolgt von Spaghetti mit Tomatensoße.
  5. Der durchschnittliche Deutsche isst jährlich ungefähr acht Kilo Nudeln.
  6. Ursprünglich kommen die Nudeln aus China. In Asien symbolisieren lange Nudeln ein langes Leben. 
  7. Öl im Nudelwasser ist für Nudelliebhaber ein Todesurteil. Das verschließt die Poren und verhindert, dass die Nudeln den Geschmack der Soße annehmen können. 
  8. Cremige Soßen werden am besten mit dünnen Nudeln serviert. Dickere, größere Nudeln lieben stückige und würzige Soßen wie Bolognese.
  9. Nudeln machen nicht dick, denn die Kalorienbombe versteckt sich in deftigen und fettigen Sahne- oder Käsesoßen. 
  10. Die längste maschinell hergestellte Nudel der Welt war 3333 Meter lang. Der Weltrekord für Hochgeschwindigkeits-Pasta-Essen liegt bei 41 Sekunden für eine ganze Schüssel.

Vier günstige und einfach Rezeptideen für Studierende

Alle Rezepte sind für vier Personen ausgelegt.

Nudelsalat

nudelsalat

Zum Rezept

auflaufFür das Pesto:

40 Gramm Pinienkerne

1 Knoblauchzehe 

ca. 50 Gramm Basilikum

120 ml Olivenöl

40 Gramm Parmesan

Für den Salat:

50 Gramm Rucola 

250 Gramm Nudeln (wahlweise Vollkornnudeln)

30 Gramm Pinienkerne

100 Gramm Tomaten (kleine)

 

Die Nudeln nach Packungsanweisung kochen.

Währenddessen die Pinienkerne kurz ohne Öl in einer Pfanne anrösten, dann mit dem Knoblauch und dem Basilikum mit einem Mörser zerkleinern (kleiner Tipp für faule Studierende: Ich habe einfach alles zusammengekippt und mit dem Smoothie-Maker vermixt). Gut umrühren.

Den Rucola und die Tomaten zerkleinern und in eine große Schüssel geben. Die abgekühlten Nudeln und die Linienkerne dazugeben. Zum Schluss mit dem Pesto zusammen gut umrühren. 

Alternativ zum selbstgemachten Pesto kann man auch welches kaufen.

Kosten mit selbstgemachtem Pesto: 7 Euro

Kosten mit gekauftem Pesto: 4 Euro

Zeitaufwand: 25 Minuten

Nudelauflauf

auflauf3

Zum Rezept

auflauf1400 Gramm Nudeln

1,5 Becher Frischkäse

200 Gramm Schinken

100 ml Milch

3 Eier

1 Knoblauchzehe

1 Zwiebel

150 Gramm Käse, gerieben

Salz

Pfeffer

Paprikapulver

 

Die Nudeln nach Packungsanweisung kochen. Knoblauch, Zwiebeln und Schinken klein schneiden.

Frischkäse mit Schinken, Nudeln, Eiern, Zwiebeln, Milch und Knoblauch vermischen und nach belieben würzen. In einer Auflaufform mit Käse garnieren und bei 220 Grad 20-25 Minuten backen.

Für Vegetarier kann der Schinken durch Champignons ersetzt werden.

Kosten: 7 Euro

Zeitaufwand: 45 Minuten (durch die Koch- und Backzeit. Die Zubereitung geht schneller)

Nudeln mit Tomatensoße

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Zum Rezept

tomate400 Gramm Spaghetti

1 Dose Tomaten, geschält

1 Zwiebel

3 Knoblauchzehen

2 TL Tomatenmark

1 Becher Sahne

Mozzarella oder Schafskäse

Basilikum

Salz 

Pfeffer

Parmesan

 

Nudeln nach Packungsanweisung kochen.

Zwiebel und Knoblauch zerkleinern und in Olivenöl glasig dünsten. Tomaten mit Saft hinzufügen. Einige Minuten köcheln lassen, dann nach Belieben würzen. Tomatenmark hinzugeben und nochmal aufkochen lassen. Zum Schluss die Sahne hinzufügen. Basilikum und Mozzarella oder Schafskäse hinzufügen und auf die Nudeln geben. Mit Parmesan servieren.

Kosten: 3,50 Euro

Zeitaufwand: 25 Minuten

Spaghetti mit Avocado-Soße

avocado1

Zum Rezept

avocado400 Gramm Nudeln

1 Avocado

Etwas Olivenöl

40 Gramm Pinienkerne oder Walnüsse

Salz 

Pfeffer

 

Spaghetti nach Packungsanweisung kochen.

Avocado aushöhlen und mit Olivenöl vermengen, bis die Konsistenz etwas flüssig wird. Ordentlich würzen. Pinienkerne rösten. Alles in eine Schüssel geben und gut umrühren.

Kosten3 Euro

Zeitaufwand: 15 Minuten

Beitragsbilder: Leonie Rottmann 

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