Jeder dritte Deutsche vertritt populistische Ansichten

Knapp 30 Prozent aller Wahlberechtigten in Deutschland vertreten populistische Ansichten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie der Bertelsmann-Stiftung, die am Dienstag vorgestellt wurde.

Trotzdem lehnen rund 37 Prozent der Befragten populistische Ansichten weiter ab, weitere 34 Prozent stimmen solchen Thesen nur teilweise zu. Deshalb mache es für etablierte Parteien auch keinen Sinn, populistische Thesen zu vertreten, so Robert Verkam, einer der Autoren der Studie.

Viele Menschen vertreten einen vergleichsweise „moderaten“ Populismus, sie seien keine „Feinde der Demokratie“, sondern eher „enttäuschte Demokraten“. Deshalb wünschen sich diese Menschen mehr Einfluss für die Bürger – die Politiker seien zu weit weg von den wirklichen Problemen.

In Deutschland lässt sich der Populismus fast ausschließlich auf die AfD zurückführen. Gerade erst polarisierte deren Spitzenkandidatin Frauke Petry mit ihrem Baby auf einem Wahlplakat

Die Meinungen darüber gehen weit auseinander. Die Einen finden es verantwortungslos, das Kind für politische Werbezwecke zu verwenden, AfD-Anhänger glorifizieren das Plakat. Dabei lassen sich Politiker immer wieder mit Kindern ablichten, so auch schon Hannelore Kraft und Norbert Röttgen beim NRW-Wahlkampf vor vier Jahren.

Für die Studie wurden in drei Erhebungen zwischen 2015 und 2017 mehr als 1.600 wahlberechtigte Bundesbürger befragt.