Das Duell: Wo schmeckt’s denn besser?

 

DAS-DUELL-Melanie-Sine

Hier streiten sich Sine Neuchs Thomsen und Melanie Volland über die beliebte, bekannte und überall hoch respektierte französische Küche und die traditionsreiche aber kaum bekannte dänische Küche. Jedes Land hat ganz besondere Spezialitäten – aber welche schmecken besser?

Ohne Wein geht gar nichts

sagt Mélanie Volland

Traditionelle Essen

Die “Gastronomie Française” ist weltweit berühmt. Die ganze Welt weiß, dass unsere Küche raffiniert und schmackhaft ist. Viele Ausländer kommen nach Frankreich, um kochen zu lernen. Man muss wissen, dass unsere Küche sehr lokal ist. Das heißt, dass jede Region ihre Spezialitäten hat. In Südfrankreich kocht man viel mit Fisch und Olivenöl. In Nordfrankreich kocht man gern mit Käse. Typisch französisch ist Fleisch mit Soße und Gemüse, zum Beispiel haben wir “Boeuf Bourguignon” (aus Bourgogne) – das ist Rindfleisch, das mit einer Rotweinsoße, Zwiebeln und Karotten gekocht wurde. Man muss auch “Coq au Vin” probieren, ein mit Wein gekochter Hahn. Ganz lecker ist auch “Canard à l’orange”, Ente mit Orangen. In Toulouse, wo ich studiere, gibt es “Cassoulet”, ein Ragout mit Würsten und weißen Bohnen. Wir kochen gerne Ratatouille und “Gratins”, das ist Gemüse mit Sahne und Käse überbacken.

 
Gebäck

In Frankreich haben wir viele Sorten Kuchen. Diese Vielfalt ist abhängig von den Regionen. In der Normandie, wo ich geboren bin, gibt es “Tarte Tatin”, einen leckeren Apfelkuchen mit karamellisierten Äpfeln. Wir haben auch “Crème Brûlée” aus Vanille, Sahne und Karamellkruste. Man kann überall in Frankreich “Crêpes” und “Mousse au Chocolat” essen. Das ist eine klassische Nachspeise aus dunkler Schokolade, Ei, Zucker und Sahne oder Butter. Und natürlich essen wir zum Frühstück viele “Viennoiserie”, das sind Croissants. “Pains au Chocolats” (Croissants mit Schockolade) und “Pains aux Raisins” (mit Trauben) sind auch sehr bekannt und beliebt. Das traditionelle Baguette mit Butter und Konfitüre ist das Beste zum Frühstuck.
 
Besonderheiten

Zu besonderen Gelegenheiten wie Weihnachten essen wir “Foie Gras”(Leber von gestopften Gänsen), das ist in Frankreich sehr beliebt. Es schmeckt gut mit Feige. Es ist übrigens wahr, dass wir Frösche und Schnecken essen. Das ist zwar etwas ganz Besonderes, aber sehr lecker. Es ist außergewöhnlich.
 
Getränke

Franzosen sind große Wein-Fans. Wir verbinden die Farbe des Weins mit den Gerichten. Zu besonderen Anlässen trinken wir Champagner. Wir trinken auch gerne Bier, obwohl wir kein gutes Bier produzieren. Das Bier aus Belgien ist viel besser.

 

In Dänemark gibt es Luxusbratwurst

sagt Sine Neuchs

Traditionelle Lebensmittel

Mit einer langen Tradition in der Landwirtschaft haben die Dänen historisch gesehen immer schon einen direkten Zugang zu frischen Molkereiprodukten, Körnern und Fleisch, besonders Schweinefleisch, gehabt. Weil Dänemark über so eine lange Küste verfügt, ist immer auch frischer Fisch eine bedeutende Zutat in der Küche gewesen. Obwohl die dänische Küche damit der deutschen Küche ähnlich ist, ist die dänische für mich viel raffinierter.

Der dänische Hotdog ist die Bratwurst in Luxusversion – mit zwei verschiedenen Typen von Zwiebeln, Gurken und drei Soßen. Unser Bacon ist so bekannt, dass er in England als “Dänischer Bacon” verkauft wird. Und unseren Schweinebraten, den viele Dänen gerne an Weihnachten essen, gibt es immer gleich ohne Knochen. Vor kurzem haben die Dänen übringens ein Nationalgericht gewählt. Es wurde das einfache und von vielen Menschen heiß geliebte Gericht „Speck mit Kartoffeln und Petersiliensoße“, das gewonnen hat.
 
Gebäck

Mit vielen Milchproduzenten im Land ist die Versorgung mit Sahne und Butter noch nie ein Problem gewesen. Die Butter Luprak wird in der ganzen Welt verkauft und mit Butter macht man vor allem den guten Butterteig, der für eine Vielzahl von leckeren Backwaren verwendet wird. Namen wie Spandauer, Kanelsnegl und Kringle sagen Nicht-Dänen wahrscheinlich eher wenig. Aber fragt man im Ausland nach einer ”Dänisch”, bekommt man mit viel Glück ein zuckrig süßes Stück Gebäck wie etwa eine Zimtschnecke.
Die hier produzierte Sahne wird für zahlreiche Arten von Sahnekuchen benutzt, für ”Flødeskumskager”, und an Geburtstagen essen die Dänen gerne ”Lagkage”,  eine riesengroße Version von Sahnekuchen mit übereinandergelegten Schichten von köstlicher, cremiger Füllung.
 
Besonderheiten

”Smørrebrød” ist das kunstvoll belegte „Butterbrot“, das mit verschiedenen Zusammenstellungen von Fleisch und Gemüse immer auf Schwarzbrot serviert wird. Es gibt die bekanntesten Versionen, wie etwa die Sternschnuppe mit zwei Typen von Scholle und Krabben, oder den ”Nachtimbiss des Tierarztes”, mit Pökelfleisch, Leberpastete, Gallert und Zwiebeln. Man isst das Smørrebrød auch besonders an Weihnachten und Osten. Es gibt sogar eine bekannte Smørrebrød-Köchin, die ihre Versionen des Butterbrots nach prominenten Persönlichkeiten in Dänemark benennt.
 
Getränke

Wir haben eine lange Tradition in der Bier-Produktion. Carlsberg und Tuborg sind weltweit bekannte Pils-Marken, die in die ganze Welt transportiert werden.
 
Erneuerung

In den letzten Jahren hat die dänische Küche in der ganzen Welt mit der experimentierenden “Neu-Nordischen Küche” an Aufmerksamkeit gewonnen, in der die Natur als Vorratskammer ungewöhnliche Sachen auf den Teller bringt. Das beste Restaurant der Welt, das NOMA, liegt in Kopenhagen. Der Name steht für ”NOrdisk MAd”, was soviel heißt wie ”nordisches Essen”. Hier fokussiert man sich auf regional produzierte Produkte und experimentiert mit Lebensmitteln aus der Natur, die auf den ersten Blick nicht unbedingt als Zutaten taugen. 

das-duell-feederTeaserfoto: Bernd Bast  / pixelio.de