Kino-Tipp: Maze Runner

„Maze Runner“ – Die Auserwählten im Labyrinth“ kommt am 16. Oktober in die deutschen Kinos und ist mehr als nur die nächste Fantasyroman-Verfilmung aus Hollywood.

„Maze Runner“ ist die Verfilmung von James Dashners gleichnamigen Roman, welcher der Auftakt zu einer Trilogie ist. Wie so viele Buchverfilmungen derzeit, versucht auch diese Verfilmung an den Erfolg von „Die Tribute von Panem“ anzuknüpfen. Regisseur Wes Ball feiert mit dem Streifen sein Regiedebüt – und das gelingt. Es ist faszinierend, wie er die beklemmende Atmosphäre des Buches auf die Kinoleinwand transportiert.

Maze Runner

Ankunft im Labyrinth. Bilder: 20th Century Fox

Der Inhalt: Umgeben von Betonwänden

Thomas‘ neues Leben beginnt im Dunklen. Er erwacht in Schwärze, der Zuschauer an seiner Seite. Thomas befindet sich – wie er später herausfinden wird – in einem Fahrstuhl, der jeden Monat Verpflegung und einen neuen Jungen auf die Lichtung bringt. Hier leben ein paar Dutzend Jugendliche; allesamt Jungs, umgeben von einer meterhohen Betonwand. Das mühsam aufgebaute Leben dort ist hart und funktioniert mit klaren Regeln, Einteilungen und gegenseitigem Vertrauen. Keiner der Jungs erinnert sich an mehr als seinen Namen.

Thomas versucht sich an diese seltsamen Umstände zu gewöhnen. Nach und nach wird sein Bild von seiner Umgebung schärfer. Die Betonwand hat ein sich öffnendes Tor, welches in ein Labyrinth aus verwitterten Betonwänden führt. Er fasst den Entschluss, einen Ausweg für alle zu finden. Doch seine Neugier eckt an, denn manche fürchten, seine Erkundungen könnten böse Folgen haben.

Das Labyrinth ist gefährlich, denn es verändert sich in jeder Nacht, in der auch die Griever auf Jagd gehen. Bild: 20th Century Fox.

Das Labyrinth ist gefährlich, denn es verändert sich in jeder Nacht, in der auch die Griever auf Jagd gehen. Bild: 20th Century Fox.

Die Ereignisse spitzen sich zu

Als der Fahrstuhl dann viel früher als erwartet zurückkehrt und ein Mädchen bringt, das Thomas offenbar kennt, beginnen einige Thomas zu misstrauen. Der Zuschauer, ebenso ahnungslos wie die Hauptfigur, schlittert an ihrer Seite auf die Lichtung – fassungslos und erschrocken zugleich. Was steckt hinter dieser scheinbar von Menschenhand geschaffenen Konstruktion aus Lichtung und Labyrinth? Wer kontrolliert den Fahrstuhl? Und zu welchem Zweck befinden sich die Jugendlichen eingeschlossen im Labyrinth?

Der Höhepunkt: Bedrohung für Thomas

Dass das Ganze nicht nur ein harmloses psychologisches Experiment ist, wird deutlich, als die Griever auftauchen. Diese spinnenartigen Lebewesen aus Insekt und Maschine leben nachts im Labyrinth und haben zahlreiche Leben auf dem Gewissen. Für Thomas und seine Mitstreiter sind sie somit eine ernste Bedrohung.

Der Zuschauer erkundet zusammen mit Thomas dessen neuen Lebensraum. Schnell wird klar, dass er offenbar eine wichtige Rolle spielt. Thomas ist der einzige, der sich bereits nach wenigen Stunden an seinen Namen erinnert und nicht erst nach einigen Tagen. Zudem scheint sich ein erkrankter Junge im Fieberwahn an Thomas zu erinnern und beschuldigt ihn, einer jener Anderen zu sein, die das Ganze zu kontrollieren.

Die weibliche Hauptfigur:  Ein Störfaktor

Thomas ritzt seinen Namen zu den zahlreichen anderen. Er gehört nun dazu. Bild: 20th Century Fox

Thomas ritzt seinen Namen zu den zahlreichen anderen. Er gehört nun dazu. Bild: 20th Century Fox

Schauspieler Dylan O’Brien legt eine authentische Performance hin. Er erschafft einen Charakter, der um jeden Preis die Wahrheit herausfinden und seine Freiheit zurückerlangen will. Diese Sehnsucht nach Selbstbestimmung wird besonders deutlich, wenn die Neuankömmlinge auf der Lichtung ihre Namen zu den Namen der anderen Jungs in eine Betonwand ritzen.  Ein Versuch, einen Abdruck in der neuen, lebensfeindlichen und von außen kontrollierten Welt zu hinterlassen.

Schauspielerin Kaya Scodelario, die als Teresa das einzige Mädchen auf der Lichtung in Verbindung mit Thomas zu stehen scheint, bleibt jedoch ein Störfaktor in der Storyline. Vielleicht auch weil sie erst später auftaucht, bleibt sie oberflächlich und undurchsichtig für den Zuschauer. Wes Ball hätte ihr definitv einen längeren Auftritt – und vor allem mehr Dialoge – im Film einräumen sollen.

„Maze Runner“ ist ein dystopischer Film und gleitet mit dem Fortschreiten der Geschichte immer mehr in die Schiene, die im Moment mit Verfilmungen wie „Divergent“ oder „Die Tribute von Panem“ so populär ist. Sieht man diese Verfilmung für sich, ist sie eine gelungene und sie kann – vor allem – auch problemlos für sich allein als Fantasy-Film stehen. Die packende Idee der Story, die Action und der Fokus auf den Figuren und ihren Auseinandersetzungen überzeugen auf ganzer Linie und sorgen für einen gefesselten Zuschauer.

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