Kino-Tipp: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Schon wieder eine Buchverfilmung? Ja. Und schon wieder ein Film über Krebs? Nicht ganz. pflichtlektüre-Autorin Louisa Förster erklärt euch, warum dieser „Krebsfilm“ eigentlich keiner ist und wieso ihr diese Buchverfilmung unbedingt sehen müsst. „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von John Green und kommt am 12. Juni, inszeniert von Josh Boone, mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ in die deutschen Kinos.

Am 12. Juni kommt "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" in die deutschen Kinos

Am 12. Juni kommt „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ in die deutschen Kinos. Fotos: 20th Century Fox

„Schmerz verlangt gespürt zu werden“, so heißt es im Buch und auch im Film. Ganz unverblümt und ehrlich fasst diese Aussage die traurige Seite der Geschichte um Hazel Grace (Shailene Woodley) und Augustus (Ansel Elgort) zusammen. Beide haben Krebs. Gus verlor sein rechtes Bein, gilt aber seit einiger Zeit als krebsfrei. Hazel ist dank der überraschenden Wirkung einer neuen Therapie in einem Stadium, in dem ihr Krebs nicht wächst, sie aber ohne ihre Sauerstoffflasche nicht atmen kann.

Sie verlieben sich und finden Halt, Geborgenheit und Verständnis bei dem jeweils anderen. Doch der Schmerz, die Bedrohung ist allgegenwärtig, sie brodelt unter der Oberfläche. Sei es in der Szene, in der Hazel in ihrem inneren Monolog feststellt: „Es gibt nur eins auf der Welt, das ätzender ist, als mit sechzehn an Krebs zu sterben, und das ist, ein Kind zu haben, das an Krebs stirbt“ oder in den Szenen, in denen sie kaum Luft bekommt und ihren Trolley mit der Sauerstoffflasche langsam hinter sich herzieht. Schmerz, psychisch und physisch, ist in dem Film immer spürbar. Er wirkt nicht dramatisiert oder so inszeniert, dass der Fokus auf diese unheilbare Krankheit rückt, sondern ist authentisch und ehrlich.

Ein Film über Krebs - gelacht wird trotzdem! Quelle: 20th Century Fox

Ein Film über Krebs – gelacht wird trotzdem!

Doch trotz all des Leidens, der Einschränkungen und der Ungerechtigkeiten lässt sich Hazel Grace nicht durch ihre Krankheit definieren. Und das macht den Film so besonders und zu einem untypischen „Krebsfilm“. Der Krebs wird gezeigt und nicht kaschiert, doch gleichzeitig ist er nicht die treibende Kraft des Films. Der Film feiert das Leben und das Lieben, ohne jedoch vor den harten Momenten zurückzuschrecken. In ihrer natürlichen Einfachheit wird die Liebesgeschichte zwischen Hazel und Gus zu einer realistischen und doch auch poetischen Auseinandersetzung mit der Herrlichkeit und der Ungerechtigkeit des Lebens.

Gus (Ansel Elgort) und Hazel (Shailene Woodley), Quelle: 20th Century Fox

Gus (Ansel Elgort) und Hazel (Shailene Woodley).

Besonders die glaubhafte Performance von Shailene Woodley und Ansel Elgort, die auf der Leinwand wunderbar harmonieren, zieht den Zuschauer hier in den Bann der Geschichte. Nicht oft fühlt sich Optimismus so natürlich an, er ist weder schnulzig noch beschönigend. Dass man als Zuschauer so manchmal eine Kitsch-Gänsehaut bekommt ist okay, denn auch das Leben kann kitschig sein, wie Gus uns erinnert „Das Leben ist schön, Hazel Grace“.

Mit einem Schulterzucken in Richtung konventioneller Erzählkunst, mit unwesentlichen, ja alltäglichen Dialogen zwischen zwei verliebten Teenagern und einigen unerwarteten Twists begeistert „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von der ersten bis zur letzten Minute. Er verspricht uns große Emotionen, Humor und eine ernstzunehmende Story mit Charakteren, denen man alles abkauft.

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