EU will Atomkraft wieder fördern

Die EU will offenbar in Zukunft wieder verstärkt in die Atom-Industrie investieren, berichtet Spiegel Online. Dabei will die EU-Kommission nicht nur weitere Kraftwerke bauen, sondern auch einen völlig neuen Reaktor entwerfen, der die Energiegewinnung vereinfachen soll.

Dies geht aus einem Strategiepapier der Kommission hervor, das „Spiegel Online“ vorliegt. Demnach sollen die 28 Mitgliedstaaten der EU die Entwicklung, Forschung und auch Finanzierung der neuen Meiler unterstützen. Dies kommt überraschend, da unter anderem Deutschland bis 2022 alle Atomkraftwerke vom Netz nehmen will.

Die EU will für ihr Atom-Programm ausreichend Fördergelder aus dem Europäischen Fonds für strategische Investments und weiteren Forschungsprogrammen bereitstellen. Experten vermuten, dass das Staatenbündnis damit zum einen die Abhängigkeit von Russlands Gasindustrie senken will, zum anderen auch die eigenen Klimaschutzziele einhalten möchte. Atomkraftwerke haben den Vorteil, dass sie fast CO2-neutral funktionieren.

Neben dem Bau herkömmlicher Meiler will die EU auch ein neues Modell entwerfen: die Mini-Reaktoren. Diese sollen effizienter und umweltfreundlicher arbeiten und vor allem nicht mehr standortgebunden sein. In ihrem Strategiepapier erklärt die EU zudem, dass Sicherheit oberste Priorität habe. Wichtige Studien zur Langlebigkeit alter Reaktoren werden frühestens 2025 veröffentlicht.

Aktuell gibt es in 14 Mitgliedsstaaten insgesamt 131 Atomkraftwerke. In Deutschland sind noch sieben AKW in Betrieb, in Nordrhein-Westfalen sind mittlerweile alle drei Meiler in Jülich, Hamm-Uentrop und Würgassen stillgelegt.

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