Shaktar Donetsk? Eintracht Frankfurt!

Nach über 15-jähriger Abstinenz hat sich der BVB am Mittwoch auf Europas größter Bühne, der Champions-League, wieder in einem K.O.-Spiel beweisen müssen – mit (Teil)erfolg. Denn das 2:2 bei den neureichen Ukrainern aus Donezk ist gut, aber eben nur eine Teilleistung auf dem Weg in die nächste Runde. Bis dahin haben die Gegner aber keine osteuropäischen Namen mehr, sondern vielmehr deutsche. Eintracht Frankfurt ist so ein Name.

Wieder zuhause - der BVB trifft auf Eintracht Frankfurt. Foto: Jannik Sorgatz

Wieder zuhause - der BVB trifft auf Eintracht Frankfurt. Foto: Jannik Sorgatz

So heißt der nächste Gegner des BVB – im „Alltagsgeschäft“ Bundesliga. Genau dieses Geschäft ist es, das den Dortmundern erst den Tanz auf Europas größter Bühne ermöglicht hat. Und damit in der nächsten Saison weitergetanzt werden kann, bedarf es voller Konzentration in eben dieser Bundesliga. „Volle Konzentration“ ist dort allerdings nicht die Stärke der Borussen – die Abwehr um Mats Hummels wackelte im letzten Ligaspiel gegen den Hamburger SV (1:4) bedenklich.

Alles kein Problem, findet BVB-Coach Jürgen Klopp: „Die Gegentore haben mit den Defensivproblemen ja nichts zu tun. Sowas passiert einfach – das war unkonzentriert“. Mit Eintracht Frankfurt wartet aber jetzt ein Gegner, der diese „Unkonzentriertheiten“  wohlmöglich noch konsequenter ausnutzt als der HSV. Der Aufsteiger steht nicht zufällig auf dem vierten Platz und hat genauso wenig zufällig den besten Saisonstart seit 20 Jahren hingelegt. Rode, Jung, Schwegler, Meier – all diese Eintracht-Profis bezeichnete Klopp mit „stark“. Dazu kommt, dass die Eintracht das BVB-Spiel imitiert, also schnelles Umschaltspiel und hohes Tempo. Neuverpflichtung Lakic aus Wolfsburg traf dazu direkt in seiner ersten Partie doppelt, und Mittelfeld-Wirbler Alexander Meier „erlebt seinen 47. Frühling“ (Klopp).

Die Borussia ist also gewarnt und muss „eigene Angriffe absichern“, um gegen Frankfurt nicht  so wie im Hinspiel (3:3) drei Gegentore zu kassieren. Zumindest kann „Ur-Borusse“ Kevin Großkreutz wieder mitmischen – genauso wie Hummels Abwehrpartner Neven Subotic. Klopp will hier allerdings kein Risiko eingehen und wird wohl zu Beginn erneut Felipe Santana spielen lassen. Einzig der Einsatz von Spielantreiber und Ideengeber Ilkay Gündogan ist noch unklar – gleich drei Probleme machen ihm zu schaffen: Zeh, Oberschenkel und eine Erkältung. Ob Gündogan spielen kann, klärt sich erst kurz vor Spielbeginn.

Nicht verletzt, aber gesperrt, ist Torjäger Robert Lewandowski. Wer soll dann „torjagen“? „Es wird eine Lösung geben und auf der Position wird auch jemand spielen…der unser volles Vertrauen genießt“, so Klopp.

Für die Schwarz-Gelben heißt es am Samstagabend ab 18.30h also: Keine Konzentrationsfehler mehr…auch als Übung für die nächsten Gegner Mönchengladbach und Hannover…und natürlich auch mit Blick auf den nächsten Tanz auf großer Bühne, dem Rückspiel gegen Donezk.