CREATIVA: Hör mal, wer da hämmert

Dortmund. Ab Mittwoch, 14. März, toben sich in den Westfalenhallen die Kreativen aus. Für fünf Tage lädt die Creativa, Europas größte Messe für kreatives Gestalten, ein zum Dialog zwischen Hobbyheimwerkern und Profis. An ihren Ständen werden Künstler und Handwerker nicht nur ihre neusten Arbeiten präsentieren, sondern auch vor Publikum weben, hämmern und basteln. Viele von ihnen binden die Besucher dabei ein oder geben Workshops zu Werkzeugen, Materialien und Techniken. Doch: Kreativität auf Knopfdruck – geht das überhaupt?

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Wer nicht wie Matthias Körsgen weben kann, der kann es am Stand von 'weben plus' erlernen. Bilder: Alexander Greven

„Naja, so kreativ muss man bei uns gar nicht sein“, sagt Matthias Körsgen. Er kann weben – und das will er den Besuchern der Messe in den nächsten Tagen zeigen. Mehrere kleine Webstühle stehen am Stand des Vereins ‚weben plus‘ in Halle 6 bereit. Die Tische sind bereits bespannt und eingestellt. „Wer das mal versuchen möchte, kann sich dann ganz auf die Webtechnik konzentrieren.“ Immer mehr junge Menschen spreche das traditionelle Handwerk an, sagt der Experte. „Der Trend geht zurück zur Handarbeit, auch bei jungen Leuten.“

Auf Facebook ein Erfolg

Das sehen die 662 anderen Aussteller auf der Messe wohl genauso. Über 2.500 Fans hat die Facebook-Seite der Messe bereits gesammelt. „Die Creativa ist außerdem noch internationaler geworden“, sagt Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin der Westfalenhallen. Aussteller aus 22 verschiedenen Ländern sind dieses Jahr dabei, der Auslandsanteil liegt bei 12 Prozent. Hauptrolle spielt Gastnation Finnland – nicht zuletzt, weil Helsinki in diesem Jahr zur Welt-Design-Hauptstadt auserkoren wurde.

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Design zum Spielen: Die Espressotassen aus der Porzellan-Reihe "Opto" von Päivi Rintaniemi kann man in der Untertasse hin und her drehen.

Finnische Espressotassen

Zu den Stargästen gehört die finnische Designerin Päivi Rintaniemi. Porzellan zählt zu ihren Spezialgebieten, auf die Messe mitgebracht hat sie ihre neuen schwarz-weißen Espressotassen. Kein Henkel an der Tasse, keine Ablagemöglichkeit für Löffel auf der Untertasse. Skandinavisches Design: schlicht, einfach und funktional. Dafür kann man das unten rund geformte Gefäß im tiefen Unterteller drehen, wenn man im Café mal gerade Langeweile hat. „Wir spielen alle immer mit den Dingen in unseren Händen“, sagt Rintaniemi. Ihre Espressotasse ist eine Alternative zum Kugelschreiber mit abgebrochener Klemme oder zur auseinander gebogenen Büroklammer. Mitnichten sei ihr Design nur etwas für Kaffeetrinker: „Man kann ja auch Cognac reintun“, schlägt sie vor.

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Wer's tragen kann: Die Modejournalistin Luisa Verfürth hat eine Mode-Kollektion entworfen, die aus Kunsthaaren besteht. Sie heißt "Skulp Fiction" und wird auf der Creativa präsentiert.

Die Brille ist eine haarige Angelegenheit, dahinter versteckt sich Modejournalistin Luisa Verfürth.

Die Brille ist eine haarige Angelegenheit, dahinter versteckt sich Modejournalistin Luisa Verfürth.

Luisa Verfürth hat ihre Abschlussarbeit der Hamburger Akademie Mode und Design mit nach Dortmund gebracht. Jetzt läuft die Abschlussarbeit der Modejournalistin in der Halle über den Catwalk. „Heutzutage rasieren wir jedes Härchen weg“, sagt Verfürth. Darum hat sie den Spieß umgedreht. Sie kleidet Menschen in Kunsthaar. Aus den Resten eines Unternehmens, das Kunsthaare produziert, hat sie eine Modekollektion hergestellt, die nun auf dem Laufsteg der Creativa präsentiert wird.

Inspiration ist die eine Motivation, die Messe zu besuchen. Doch Karolin Heinrigs, Pressesprecherin der Westfalenhallen, stellt fest: Zahlreiche Besucher wollen vor allem mitmachen. „Die kommen morgens um neun Uhr und sitzen gleich bei einem Künstler und malen mit“, sagt sie. Kreativ auf Knopfdruck? „Wer hier hinkommt, ist doch rund um die Uhr kreativ.“

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