Wird das Wochenende zum Winter(alp)traum?

„Scheeflöckchen, Weißröckchen – wann kommst du geschneit…?“ Ausnahmsweise ist diese Frage leicht zu beantworten. Es wird schneien. Definitiv. Ab heute, das ganze Wochenende über und in der kommenden Woche. Sturmtief „Daisy“ hat es, trotz des niedlichen Namens, in sich.

Bis zu 10 Zentimeter Neuschnee wird es am Wochenende geben. Das sagt der Deutsche Wetterdienst in Essen und gibt eine Vorunwetterwarnung heraus. Das ist ein Hinweis darauf, dass es im Laufe des Tages noch eine Unwetterwarnung geben könnte. Denn der Schnee wird wahrscheinlich nicht rieseln, sondern stöbern. Windböen können sogar Sturmstärke erreichen und damit wird es an diesem Wochenende wohl weniger romantisch, als vielmehr richtig ungemütlich. Kalt bleibt es mit bis zu – 9 Grad auch.

Am Wochenende soll es bis zu 10 Zentimeter Neuschnee geben. Foto: gcardinal

Am Wochenende soll es bis zu 10 Zentimeter Neuschnee geben. Foto: gcardinal

Das Auto mal stehenlassen

Die Räumdienste stellen sich auf ein arbeitsreiches Wochenende ein. Mit 678 Fahrzeugen sind sie auf Nordrhein-Westfalens Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen unterwegs. Der Landesbetrieb Straßen.NRW hat nach eigenen Angaben aber alles im Griff. Allerdings sollte, wenn überhaupt, vorsichtig gefahren werden und Sprecher Bernd Loechter sagt mit Nachdruck: „Wer jetzt noch mit Sommerreifen unterwegs ist, dem ist nicht mehr zu helfen. Am besten sollte man das Auto stehenlassen.“ Wer es nicht vermeiden kann mit dem Wagen zu fahren sollte ein paar wichtige Hinweise beachten: Eine Decke dabei zu haben ist bei dieser Witterung nie verkehrt. Auch der Tank sollte voll sein. Wer vor sich ein Räumfahrzeug sieht, sollte es nicht überholen. Wer hinter sich ein Räumfahrzeug sieht, der sollte Platz machen. Und im Stau ist es sinnvoll, eine Gasse für die Räumer freizuhalten. Grundsätzlich wird versetzt geräumt. Das bedeutet: Die ganz linke Fahrbahn bei dreispurigen Straßen wird nicht frei gemacht, dafür die beiden rechten häufiger. Grundsätzlich ist es wichtig, vorsichtig zu fahren und in Kurven sowie im bergischen Land mit Glätte zu rechnen.

Der Winterdienst hat ein arbeitsreiches Wochenende vor sich. Foto: "Straßen.NRW"

Der Winterdienst hat ein arbeitsreiches Wochenende vor sich. Foto: "Straßen.NRW"

Ein Problem mit dem Wintereinbruch könnten die Städte bekommen. Weil der Landesbetrieb Straßen.NRW jetzt vorrangig mit Streusalz beliefert wird, gehen die Städte momentan leer aus. Die EDG in Dortmund geht zwar davon aus, dass es am Wochenende noch möglich sein wird, die Straßen freizuhalten, das Ganze ist aber davon abhängig, auf welche Weise „Daisy“ zuschlägt. Bei Schnee wird sowieso geräumt. Salz mit Taumittel wird erst bei Glätte eingesetzt. Wenn es schneit, dürfte es also keine Probleme geben. Kritisch könnte es werden, wenn es zu Blitzeis kommt. Doch auch dann hat die Stadt Dortmund einen „Plan B“. Vorrangig werden Hauptstraßen gestreut. Außerdem soll nicht auf ganzer Breite Taumittel eingesetzt werden, also nicht volle acht Meter, sondern genau soviel, dass die Straßen befahrbar bleiben.
Der Zugverkehr an diesem Wochenende ist nach jetzigen Angaben der Deutschen Bahn nicht beeinträchtigt. Solange es bei zehn bis zwanzig Zentimetern Neuschnee bliebe, werde man das schon schaffen, erklärt Sprecher Gerd Felser. Schwierig werde es erst bei den angekündigten Schneeverwehungen. Dann könnte es passieren, dass Gleise zugeschneit würden. Aber auch in diesem Fall stehe genug Personal zur Verfügung, die betroffenen Passagen wieder befahrbar zu machen.

Schneeräumen ist Pflicht

Nicht nur das Land, Städte und Kommunen sind verpflichtet, den Schnee zu räumen. Das gehört auch zu den Aufgaben von Hauseigentümern oder Mietern. Bürgersteige und Gehwege müssen schneefrei gemacht werden. In manchen Häusern macht das ein Hausmeister oder ein extra dafür engagiertes Unternehmen. Häufig gibt es aber auch eine Klausel im Mietvertrag, die besagt, dass jeder Wohnungsbesitzer dafür sorgen muss, dass der Schnee vor der eigenen Tür beseitigt wird. Das ist kein Recht, sondern eine Pflicht. Wer die nicht ernst nimmt, kann in Schwierigkeiten geraten, wenn ein Fußgänger ausrutscht und sich verletzt. Das hat Schadensersatzansprüche und Schmerzensgeldansprüche zur Folge. Nach dem Prinzip „Jeder ist mal dran“, geht die Schüppe rundum. Aichard Hoffmann vom Mieterverein Bochum weiß, wie und wann genau geräumt werden sollte. Zunächst sei es nicht damit getan, einmal am Tag rauszugehen und das Gröbste zu beseitigen. Morgens gegen sieben sollte angefangen werden und bei anhaltendem Schneefall, sollte zwischendurch nachgeräumt werden. Das Ganze geht dann bis um acht Uhr abends. Dabei muss eine Schneise von mindestens einem Meter freigehalten werden. Richtwert ist der „Begegnungsverkehr“. Das heißt, es müssen zwei Fußgänger bequem aneinander vorbeikommen. Zudem sollte bei Glätte mit Granulat oder Sand nachgestreut werden. Salz ist nur in Ausnahmefällen erlaubt. Wer nicht da ist, der muss eine Vertretung einrichten. Das gilt auch, wenn man krank ist. Und die Ausrede: „Ich hab das mit dem Schnee nicht mitbekommen.“, zählt nicht. Es lohnt sich also einen Blick in den eigenen Mietvertrag oder in die Hausordnung zu werfen, damit es gar nicht erst zu Problemen kommt.

So zeigt sich Sturmtief "Daisy" auf dem Satellitenbild. Foto: DWD

So zeigt sich Sturmtief "Daisy" auf dem Satellitenbild. Foto: DWD

Was sonst noch wichtig ist

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt auf seiner Internetseite, privat vorzusorgen. So sollte jeder überprüfen, ob er noch genug Lebensmittel und Medikamente im Schrank hat. Außerdem sei es wichtig, genug Bargeld im Haus zu haben, damit im Falle von Stromausfällen keiner ohne Zahlungsmittel dasteht.

Wer nach draußen geht, sollte darauf achten, dass er richtig angezogen ist. Das Zwiebelprinzip scheint hier am sinnvollsten. Mehrere Schichten Kleidung übereinander, Thermo-Unterwäsche und vor allem festes Schuhwerk nicht vergessen. Außerdem gehören noch ein Schal, eine Mütze und Handschuhe zum perfekten Winteroutfit.

Am besten wäre es allerdings, und da sind sich alle einig, einfach mal ein Wochenende zu Hause zu verbringen. Und mal ehrlich: In der warmen Wohnung zu sitzen, mit Kerzen und Kaminfeuer ist doch auch erst richtig gemütlich, wenn es draußen stürmt und schneit.