Wissenswert: Was kann die Google-Drohne?

Foto: flickr.com/Karen Roe, Rafael Robles L, Lars Kasper, NASA Goddard Photo and Video; Montage: Marc Patzwald, Teaserfoto: flickr.com/poniblog

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Drohnen sind für den Otto-Normal-Verbraucher erst einmal einigermaßen kleine, helikopterähnliche Spielzeuge. Für ein paar Stunden fliegen sie am Himmel, um dann wieder in den Armen ihrer Besitzer zu landen. Die Drohnen, an denen das Google-Unternehmen Titan Aerospace baut, haben ein etwas größeres Kaliber: Sie kommen an die Ausmaße einer Boeing 767 heran, sind also eigentlich Flugzeuge, nur ohne Piloten.

Eine Spielzeug-Drohne fliegt vor einem blauen Himmel.

Kleinere Drohnen eignen sich auch für den Heimgebrauch, sorgen aber nicht für Internet-Emfpang (Rechte: Flickr.com/Joachim S. Müller)

Bei all seinen Visionen – in die Flugbranche zieht es Google vorerst nicht. Anstatt Personen von A nach B zu bringen, möchte es stattdessen Informationen von einem Ort zum anderen schaffen, über das Internet. Eric Schmidt, Vorstandsvorsitzender des Konzerns, glaubt daran, dass bis zum Jahr 2020 jeder Mensch auf der Welt über einen Internetzugang verfügt. Ein ambitioniertes Ziel, immerhin waren 2013 nur etwa 37 % aller Menschen an das World Wide Web angeschlossen.

Einen Beitrag dazu, dass die 2020er-Marke erreichbar bleibt, möchte Google wohl mit den Drohnen von Titan Aerospace leisten. Läuft alles nach Plan, sorgen diese ab 2015 für Internetzugang in den Gebieten, über denen sie sich aufhalten. Tagsüber werden die Drohnen mit Solarstrom, nachts über spezielle Akkus betrieben. So können sie viele Jahre auf einer Stelle schweben und zur WLAN-Basisstation ganzer Landstriche werden.

Für den Datenempfang braucht es spezielle Technik

Eric E. Schmidt.

Eric Schmidt glaubt an eine rasante Verbreitung des Internets bis 2020 (Rechte: Flickr.com/Charles Haynes)

Mit den Drohnen gehen Chancen und Risiken einher. Kristian Kersting, Informatik-Professor an der TU Dortmund, weist im Gespräch darauf hin, wie wichtig der freie Zugang zu Wissen sei, den man über das Internet erhalte. Auch der Arabische Frühling sei maßgeblich durch soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter zustande gekommen, das Internet führe so im besten Fall zu mehr Selbstbestimmung und Demokratie.

Peter Marwedel, ebenfalls Professor an der Fakultät für Informatik, weist im Gegenzug darauf hin, dass die gesamte Kommunikation, die über eine von Googles Drohnen ablaufe, auch von Google aufgezeichnet und ausgewertet werden könnte. Zudem sei die Drohnen-Technik nach momentanem Stand in armen Weltregionen eher weniger einsetzbar. Das Internet-Signal der Drohnen könne nicht einfach von handelsüblichen Handys oder Smartphones gelesen werden – dafür brauche es vermutlich spezielle Antennen.

Entwicklung als Chance begreifen

Als Wissenschaftler sind aber beide Professoren interessiert an den Dingen, an denen Google forschen lässt. Kersting ist sich sicher, dass sich die Erforschung und Auswertung von Daten nicht mehr aufhalten lässt, und sieht das als Chance an. Man müsse allerdings darauf achten, dass man nicht ein Unternehmen alleine – das nicht Google sein müsse – ein Monopol – etwa auf dem Markt der Drohnen – ergattern lasse. Kersting schlägt hier einen Dialog zwischen verschiedenen Unternehmen und Regierungen vor, damit die Chancen einer vernetzten Welt gemeinsam bestmöglich genutzt und die vorhandenen Risiken effektiv minimiert werden können.

Aber ganz gleich, ob es diesen Dialog geben wird oder nicht: Google wird weiterforschen. Die nötigen Mittel hat es. Und den Willen sowieso.

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