Seminarplatz als Lottogewinn

Für Germanistikstudenten war es ein frustrierender Start  ins Wintersemester: Überfüllte Seminarflure ließen Böses ahnen und so hieß es für viele Studenten dann auch: “Leider keine Zulassung zum Seminar.” Angesichts der pro Semester gezahlten 500 Euro war das nicht nur ärgerlich sondern auch inakzeptabel. Nun hat Prorektor Grünzweig eingelenkt und sich für eine Lösung des Problems eingesetzt.

Wir haben uns diesem Problem angenommen und bieten für Studierende, die keinen Platz in ihren Pflichtveranstaltungen bekommen haben, weitere Blockseminare an“, erklärt Prorektor Grünzweig, gesteht aber rückblickend ein: „Fakt ist, dass unser Anmeldesystem nicht adäquat funktioniert.“ Nun sollen erst einmal sechs zusätzliche Seminare Abhilfe schaffen.

Ungewöhnlich großer Uni-Ansturm

Ein Grund für die überlaufenen Pflichtseminare in diesem Semester war der ungewohnt große Ansturm auf die NRW-Unis. Laut NRW- Innovationsministerium bekamen die Hochschulen zu Beginn dieses Wintersemesters 78.000 neue Erstis – Das war neuer Rekord. „An der TU Dortmund haben sich allein 530 Studierende für das Fach Germanistik entschieden“, berichtet Petra Meurer, Studienfachkoordinatorin der Germanistik. Prorektor Grünzweig sieht die Probleme aber auch in der Größe der Fakultät für Germanistik. So wählen viele Studenten dieses Fach als Zweit- oder Nebenfach. „Diese Studierenden müssen wir ebenfalls unterbringen. Zudem hat die Germanistik keinen NC und wir haben jedes Jahr einen unüberschaubaren Ansturm, den wir im Vorfeld nicht genau abschätzen können“, erklärt Prorektor Grünzweig.

Ein spezifisches Problem der Germanistik?

In anderen Fakultäten, wie der Amerikanistik läuft es anders. Hier können die jeweiligen Studienkoordinatoren, die benötigten Seminarplätze im Vorfeld genauer abschätzen. Denn Erstis müssen im Vorfeld einen Englischtest bestehen oder eine ausreichende Qualifikation vorweisen. Die älteren Semester melden sich ebenfalls im Vorfeld für bestimmte Pflichtseminare an.

Anna ist Germanistikstudentin im fünften Semester und kennt das Problem in Pflichtseminare zu kommen nur zu gut. „Am Anfang meines Studiums bin ich nicht in Kurse gekommen, weil es immer hieß: Höhere Semester haben Vorrang.“ Grundsätzlich sei das gut aber mittlerweile ist sie selbst im höheren Semester. Leichter ist die Teilnahme an Seminaren für sie aber noch immer nicht. „Mir ist aufgefallen, dass jeder Prof. seine eigenen Kriterien hat. Da gibt es zum Beispiel die Methode: ‚Wer zu erst kommt, malt zu erst’, oder man muss Lose ziehen. Oder nur die ersten 50 auf der Liste kommen rein.“ Genau wie Anna waren viele Studenten genervt.

Eine Lösung ist gefunden

Der Ansturm auf die nun zusätzlich stattfindenden Seminare hält sich jedoch noch in Grenzen. Bis jetzt haben sich lediglich 30 Germanistikstudenten gemeldet. Betroffene Germanistikstudenten können sich hier für eines der zusätzlichen Seminare anmelden. Doch auch langfristig sollen überfüllte Hörsäle vermieden werden. Daher haben die Verantwortlichen nun vorgesorgt:Fortan soll eine globale Uni-Informationsplattform ein besseres Voranmeldesystem ermöglichen.

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