Jobben neben der Uni: Was muss man beachten?

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Geld in der Tasche? Jetzt beginnt der Ärger mit dem Nebenjob. Foto: pixelio/tommyS

Am Anfang klingt alles super: Du hast einen Job gefunden, mit dem du deinen verhungernden Kühlschrank füllen, die Miete und vielleicht sogar Bücher und Studiengebühren finanzieren kannst. Vielleicht macht er sogar Spaß. Am Ende des Monats bekommst du dein erstes Gehalt. Doch dann, wenn die erste Begeisterung vorüber ist, fällt dir plötzlich auf, dass du zum einen viel zu wenig in der Uni warst, weil du nur noch die Geldmünzen vor deinen Augen gesehen hast. Und du zum anderen noch gar nicht mit dem Bafög-Amt sowie der Krankenkasse telefoniert hast und denen deine neuen Einkünfte mitgeteilt hast. Und du zum dritten ja eigentlich auch mal bald ein Praktikum machen müsstest. Und jetzt?

Wer wegen der Arbeit nicht zur Vorlesung kommt, verpasst schnell den Anschluss. Foto: Stefanie Müller.

Wer wegen der Arbeit nicht zur Vorlesung kommt, verpasst schnell den Anschluss. Foto: Stefanie Müller.

Problem Nr. 1: Der Uni-Besuch wird zweitrangig

Bei den meisten Nebenjobs muss (oder darf) der Student mehrmals die Woche arbeiten. Viele Arbeitgeber haben ihre freien Stellen extra für Studenten ausgerichtet und wissen, dass sie sich mit deren Semesterplänen abfinden müssen. Hast du feste Schichten, dürften eigentlich kaum Probleme entstehen, da du deine Zeit einteilen kannst. Meistens allerdings erwarten die Arbeitgeber von den Studenten Flexibilität, was dann schon problematischer werden kann. Viele kennen das: Kaum hat man es geschafft, seine komplette Woche durchzuorganisieren, da klingelt plötzlich das Telefon: „Ach, könntest du bitte heute die Schicht übernehmen?“ Eigentlich hast du gleich eine Vorlesung, aber auf der anderen Seite … das Geld könntest du gut gebrauchen, und wer absagt, ist bekanntlich sowieso der Doofe. Also gehst du nicht zur Vorlesung, sondern arbeiten. Wenn sich so etwas häuft, verpasst du in Null Komma nichts den Anschluss.

Problem Nr. 2: Gegenspieler Bafög-Amt geht in die Offensive

Aus Problem Nummer eins folgt Problem Nummer zwei. Nicht nur, dass du wichtigen Stoff in der Uni verpasst und eventuell in der Prüfungsphase in ziemliche Bedrängnis gerätst und nicht die nötigen Scheine zusammen bekommst. Das Bafög-Amt möchte zudem regelmäßig einen Leistungsnachweis vorgelegt bekommen, und bist du nicht so weit in

Verdienst du zuviel, gibt's kein Bafög mehr. Da kannst du lange warten. Foto: Stefanie Müller.

Verdienst du zuviel, gibt's kein Bafög mehr. Da kannst du lange warten. Foto: Stefanie Müller.

deinem Studium, wie du eigentlich sein solltest, kann es sein, dass dir das Bafög gestrichen wird. Das große Problem ist hierbei, dass damit ein Teufelskreis in Gange kommt. Denn bekommt der Student keine zusätzliche Unterstützung vom Bafög-Amt mehr, auf die er aber angewiesen ist, muss er noch mehr arbeiten, um sich über Wasser zu halten. Was wiederum dazu führt, dass er die Uni eventuell noch mehr vernachlässigt. „Es ist ein Kreislauf. Man dreht sich im Kreis aber findet nie heraus aus diesem Kreis. Das ist das Problem. Und das erleben mittlerweile viele Studenten“, sagt Michael Gelfuss, Mitarbeiter der Job- und Studentenvermittlung der Agentur für Arbeit in Dortmund.

Doch selbst, wenn du es irgendwie schaffst, die Arbeit so mit der Uni zu vereinbaren, dass du nicht wesentlich deinem Studienverlaufsplan hinterher hinkst, kann das Bafög-Amt zum Gegenspieler werden. Denn es gibt einen Grenzwert, den du mit deinem Gehalt nicht überschreiten darfst, ansonsten wird dir ebenfalls das Bafög gekürzt oder sogar gestrichen. Er liegt bei gerade mal 400 Euro monatlich. Bekommst du recht viel Bafög, könnte das Geld für den Monat über reichen. Doch was ist, wenn dein Bafög zum Beispiel nicht mal die Hundertermarke überschreitet und du auch sonst kaum private Unterstützung bekommst? Wie soll man da mit gerade mal 500 Euro im Monat auskommen, um Miete, Essen, Bücher und so weiter zu bezahlen? „Da sind sehr viele Gesetze, die widersprechen sich ja schon selbst, sind einfach nicht nachvollziehbar. Und auf Deutsch gesagt ist es der größte Blödsinn, der da verabschiedet wurde“, sagt Gelfuss.

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Mit der Krankenversicherung ist nicht zu spaßen. Foto: pixelio/Claudia Hautumm

Problem Nr. 3: Gegenspieler Krankenkasse zieht nach

Ein ähnliches Problem stellt sich auch im Hinblick auf die Krankenkasse heraus. Die meisten Studenten sind über ihre Eltern familienversichert. Das ist eine angenehme Sache und verursacht keine zusätzlichen Kosten. Doch leider geht das nur so lange, wie du nicht zuviel verdienst. Er liegt bei 360 Euro im Monat. Überschreitest du diesen Betrag, musst du dich selber über die Studentenversicherung krankenversichern. Womit dann noch mal knappe 60 Euro an monatlichen Kosten auf dich zukommen.

Und was ist mit dem unbezahlten Praktikum? Weiterlesen auf der nächsten Seite

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