Schneeweiß ragt es über die Dächer der Nordstadt

Von einem Spielplatz zur Erlebniswelt – mit Hilfe der EU. Im Dortmunder Norden steht das „Big Tipi“, das größte Indianerzelt der Welt. Wo sonst ein Abenteuerspielplatz im Fredenbaumpark war, ist durch Fördermittel der EU eine Erlebniswelt für Kinder und Jugendliche enstanden. Im Mittelpunkt davon das Big Tipi.

Ralf Finke, Leiter der Erlebniswelt Fredenbaum, hat uns das Gelände rund um das Big Tipi gezeigt:

 

Eine Übersicht zum Gelände der Erlebniswelt. Karte: Erlebniswelt Fredenbaum "Big Tipi"

Eine Übersicht zum Gelände der Erlebniswelt. Karte: Erlebniswelt Fredenbaum „Big Tipi“

Knapp 67 000 Besucher hat das Big Tipi 2015 nach Dortmund gezogen. Die Erlebniswelt sei ein beliebtes Reiseziel für Familien aus Dortmund, aber auch für überregionale Gäste aus ganz NRW, erklärt Leiter Ralf Finke.

Und so sollte es auch sein: Aus dem Abenteuerspielplatz im Fredenbaumpark sollte ein neues Zentrum für Erlebnispädagogik in der Nordstadt entstehen. Die alte Feuerstelle und der Tierbereich sollten ergänzt werden – und zwar durch das Big Tipi, mit Hilfe der EU. Das Big Tipi habe die Strahlkraft, um Kinder und Jugendliche aus Dortmund und NRW in die Erlebniswelt zu ziehen. Das Ziel des Ganzen: das Fördergebiet Nordstadt aufzuwerten.

Harald Landskröner kümmerte sich um das Big-Tipi-Projekt. Foto: Tobias Wurzel

Harald Landskröner kümmerte sich um das Big-Tipi-Projekt. Foto: Tobias Wurzel

Die ersten Fördergelder für das Big Tipi

Im Jahr 2000 stand das Big Tipi auf der Expo in Hannover. Harald Landskröner, stellvertretener Fachbereichsleiter für Kinder- und Jugendförderung in Dortmund, erinnert sich, wie das Indianerzelt das Dortmunder Jugendamt auf eine Idee brachte: Denn im Mittelpunkt der neuen Einrichtung sollte das Tipi stehen – als Veranstaltungshalle und erlebnispädagogischer Klettergarten in der Nordstadt.

Um den Plan zu verwirklichen, fehlte jedoch das nötige Geld. Nach der Expo kämpfte die Stadt Dortmund um das Tipi: Das Jugendamt arbeitete an einem Konzept, um das Indianerzelt nach Dortmund zu holen. Und überzeugte.

Mit dem Tipi im Programm konnte die Stadt bei der EU einen Förderantrag für die Erlebniswelt durchsetzen: Durch Gelder aus der europäischen Regionalförderung, vom Bund, vom Land NRW und der Stadt wurde das Tipi bezahlt. Bis der Antrag bei der EU angenommen wurde, vergingen seit der anfänglichen Idee etwa zwei Jahre, erzählt Landskröner.

Mit der Bewilligung der EU stand dem Umzug des Tipis nach Dortmund jedoch nichts mehr im Wege. Harald Landskröner erklärt, wie das Tipi von der Expo nach Dortmund kam:

 

 

Die zweiten Fördergelder für die Gebäude um das Tipi

2001 konnte die Erlebniswelt eröffnet werden. Doch fehlten rundum das Tipi noch die nötigen Gebäude, um auch bei schlechtem Wetter oder zur Wintersaison weiterhin Anlaufziel für Kinder und Jugendliche aus der Nordstadt und ganz Dortmund zu bleiben. Dafür stellte die Stadt Dortmund zusammen mit den Jugendamt in einer nächsten Förderperiode einen zweiten Antrag für die Erlebniswelt: Eine Infrakstruktur rundum das Tipi sollte enstehen. Seit 2008 stehen fünf Gebäude um das Indianerzelt.

Wofür stehen die Gebäude?
  1. Treffbereich für Kinder und Jugendliche, Arbeitsräume für Verwaltung und Team
  2. Sanitärhaus
  3. Veranstaltungsgebäude mit großem Saal
  4. Bastelbereich und kleinere Gruppenräume
  5. Geräteausleihe des Jugendamtes Dortmund

Mehr als 3 Millionen Euro investierten die EU, der Bund, NRW und die Stadt Dortmund insgesamt in den Umbau des Abenteuerspielplatzes zur Erlebniswelt. Weitere 500.000 Euro steckten private Förderer in das Projekt.Alle Gelder stammten aus dem EU Fördertopf „Urban I“ und Urban II“ – zwei Förderprogramme der EU von 1994 bis 2006, um städtische Krisenviertel wirtschaftlich und sozial wiederzubeleben.

Wie zum Beispiel in der Dortmunder Nordstadt: Das Big Tipi wurde angeschafft, eine Infrakstruktur rund um das Indianerzelt wurde gebaut. In der Nordstadt enstand ein erlebnispädagogisches Zentrum. Mit Hilfe der EU.

Die Erlebniswelt als tägliches Ziel für Schulklassen und Kindergärten

Unter der Woche nutzen Dortmunder Schulklassen, Kindertageseinrichtungen oder Offene Ganztagschulen das Gelände und die Angebote der Erlebniswelt Fredenbaum – Big Tipi. Dienstags bis sonntags öffnet das erlebnispädagogische Zentrum immer von zehn bis 18 Uhr. Zu dieser Zeit können Familien, Kinder- und Jugendgruppen auf Eigenregie und kostenlos die Möglichkeiten des Geländes nutzen.

Geklettert wird im Big Tipi immer sonntags – von 13 Uhr bis 18 Uhr, zeitgleich vier Personen. Damit nichts passiert, wird das Klettern von einem geschulten Team der Erlebniswelt betreut. Das Ganze ist kostenlos.

Andere Angebote seitens des Teams gibt es immer dienstags bis sonntags von 13 Uhr bis 18 Uhr. Die Bandbreite reicht vom Jugendtreff, Stockbrot und anderen Kochangeboten an der Feuerstelle bis hin zum Fußballspielen. Die Angebote unter der Woche sind kostenfrei.

Teaserfoto: Tobias Wurzel

Ein Beitrag von Isabell Karras, Tobias Wurzel und Sophia Averesch

Bild 4 & Bild 7 aus der Audioslideshow: Stadt Dortmund, Stefanie Kleemann

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