Parov Stelar – Nicht nur die Spinne brennt!

Marcus Füreder ist ein österreichischer Musiker, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Parov Stelar. Allmählich kommt seine Musik im Mainstream an und das mit einem Genre, das er selbst mit erschaffen hat: Electro Swing. Mit The Burning Spider wird am 21. April 2017 schon sein zwölftes Album released. Wir haben es uns schon angehört und sagen euch, was ihr erwarten dürft.

30er-Jahre Swing, treibende Bässe und ausladende Instrumentalsoli, das war bis jetzt das Erfolgsrezept von Parov Stelar. Um es vorwegzunehmen, diesem Konzept bleibt er auch in seinem neuen Album treu. Warum auch nicht? Er hat eben einen Lauf mit seiner Musik. Electro Swing ist das Zauberwort. Diese Musik ist inzwischen sehr präsent, ob in der Werbung oder auf extra veranstalteten Electro-Swing Partys. Besonders der Song All Night dürfte vielen sofort bekannt sein. Die Rhythmen gehen ohne Umwege in die Beine und lassen die Finger schnippen, einfach Gute-Laune-Musik. Bei The Burning Spider ist das mehr denn je der Fall. Vor Veröffentlichung der Platte gab es Zweifel, ob dieses Konzept nach wie vor aufgehen würde. Und nun wippt auch der Autor beim Schreiben dieses Textes fröhlich mit den Füßen. Das Album hat zwölf Tracks und der Swing springt in fast allen über. Vor allem bei den Songs Mama Talking und State of the Union ist Stillsitzen eigentlich ausgeschlossen. 

Stichwort Sampling

Parov Stelars Musik ist stark vom Sampling geprägt. Das heißt, er mixt bestehende Aufnahmen (häufig verschiedene Swing-Elemente aus den 20er- und 30er-Jahren) mit modernen Beats, Instrumenten und Gesang. Dabei setzt er, wie schon im vorangegangenen Album, auf Features, also unterschiedliche SängerInnen, die den Stücken vielfältige Farben verleihen. So findet sich der Zuhörer wahlweise im Kuba der 30er-Jahre (wie im Song Cuba Libre), oder im heutigen Club wieder. Eine von Stelars großen Stärken ist die Instrumentation. Für den Swing typisch sind das hauptsächlich Blasinstrumente, bevorzugt Saxofon, Trompete oder Posaune. Ihnen wird erlaubt, sich in längeren Soli zu verlieren, die aber schlussendlich alle wieder vom Beat eingefangen werden. Das Einzigartige ist die Kombination dieser Instrumente mit den DJ-Elementen. Dabei geht es hauptsächlich um das richtige Timing. Und diese „Tightness“ hat Parov Stelar verinnerlicht, so hat fast jeder Song etwas Treibendes, das zugegebenermaßen schwer zu beschreiben ist. 

Das offizielle Video zur ersten veröffentlichten Single, die ebenfalls The Burning Spider heißt:

Gelungene Veränderung

Trotzdem verändert sich die Musik Stelars auf der neuen Platte im Vergleich zu den vorherigen. Er beginnt mit unterschiedlichen Jazz- und Blues-Samples zu spielen, die an die Seite der gewohnten Swing-Samples treten. Mit Erfolg. Die neuen Einflüsse entlocken den Instrumenten zusätzliche Klangfarben. Generell treten die Electro-Komponenten auf der gesamten EP mehr ins Scheinwerferlicht. Das am besten gelungene Beispiel dafür ist der Song Everything of my Heart. Synthesizer, Electric-Bass und Swing schließen einander nicht aus, sondern ergeben eine Einheit, erst recht, wenn daraus kein Remake, kein Crossover, sondern eine gute Laune machende Tanzmusik entsteht, die Lust auf den Sommer macht. 

Beitrags-/Teaserbild: flickr.com / PeterTea lizenziert nach Creative Commons

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.