Ein Leck bei WikiLeaks

London. Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hat nun seinen eigenen Enthüllungsskandal: Die über 250.000 vor neun Monaten veröffentlichten geheimen Depeschen der US-Botschaften kursieren nun auch in unbearbeiteter Form im Internet. Eine große Gefahr für viele Informanten.

Obwohl WikiLeaks stets darauf geachtet hatte, die Namen der Informanten von teils sensiblen Informationen zu schwärzen, sind nun die Original-Dokumente im Internet zugänglich. Ohne es zu wissen, hatten WikiLeaks-Mitarbeiter die Datenpakete in verschlüsselter Form auf ihre Server geladen, als sie den gesamten Inhalt von WikiLeaks sichern wollten. Das dazugehörige Passwort veröffentlichte ein britischer Journalist in einem Buch über die Enthüllungsplattform und deren prominenten Gründer Julian Assange.

Durch Personen aus dem Umfeld von OpenLeaks, der von einem ehemaligen WikiLeaks-Mitarbeiter gegründeten Konkurrenzplattform, wurden dann Meldungen über die seit Monaten unentdeckt im Internet liegenden Depeschen laut. Im Anschluss daran wurde auf verschiedenen Plattformen die Verknüpfung des Buches mitsamt des Passwortes und der verschlüsselten Datei mit den unbearbeiteten Depeschen verbreitet und ist nun nicht mehr aufzuhalten. Viele Informanten aus totalitären Staaten könnten nun also in Lebensgefahr schweben.

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