„Hannelore hat Bodenständigkeit bewiesen“

Die ersten Prognosen des Meinungsforschungsinstituts „Infratest dimap“ sind eindeutig: Wahlsieger ist mit deutlichem Abstand die SPD mit 39 Prozent. Der Koalitions-Wunschpartner, die Grünen, bekamen 12 Prozent. Abgeschlagen ist die CDU mit gerade mal 26 Prozent, dem schlechtesten Ergebnis seit langem. Dafür hat sich die FDP auf 8,5 Prozent gesteigert. Neu in den Landtag ziehen wie erwartet die Piraten mit 7,5 Prozent. Die Linken fliegen raus, sie bilden mit 2,5 Prozent das Schlusslicht.

NRW-Innenminister Ralf Jäger jubelt über den Wahlsieg. Foto: Florian Hückelheim.

NRW-Innenminister Ralf Jäger jubelt über den Wahlsieg. Foto: Florian Hückelheim.

Diese Zwischenergebnisse werden schon jetzt und vor allem im SPD-Zelt gefeiert. Dort brutzeln die Würstchen und es fließt der Sekt. Innenminister Jäger zum CDU-Absturz: „Röttgen wirkt nicht bodenständig, Hannelore hat Bodenständigkeit bewiesen und sich zur Wiederwahl bekannt.“ Mit Blick nach Berlin sagt er: „Bundespolitisch wird die Luft für Frau Merkel dünner!“ Der Absturz der CDU sei desaströs.

Über die SPD sagt er dagegen: „Zwei Jahre Regierungsarbeit und der Kraft-Faktor der SPD haben die Wähler überzeugt.“ Mike Groschek, NRW-Generalsekretär der SPD, freut sich vor allem für seine Chefin Hannelore Kraft: „Jetzt haben wir klare Verhältnisse“:

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Norbert Röttgen will weiterhin Bundesumweltminister sein. Er hat schon angekündigt, den Landesvorsitz abgeben zu wollen. Experten im Landtag munkeln deshalb, Röttgen habe sich den Wahlkreis in Bonn extra ausgesucht, weil er dort höchstwahrscheinlich nicht gewählt würde. So bräuchte er sich nicht zwischen Landes- und Bundesregierung entscheiden, sondern könnte dank einer NRW-Niederlage bequem in Berlin bleiben.

Langsam trudeln die Spitzenpolitiker im Foyer des Landtags ein, unter ihnen Norbert Röttgen und Sylvia Löhrmann. Auch Cem Özdemir und SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach sind schon länger hier und freuen sich über die ersten Prognose.