Assessment Center: Chance und Hürde

von Olga Kourova und Jennifer Kotte

Fragen zum Unternehmen, zu euch selbst, zu euren Stärken, euren Schwächen und warum genau ihr für genau diesen Job am besten geeignet seid: Typische Inhalte eines klassischen Vorstellungsgesprächs. Doch klassisch verläuft es bei vielen Unternehmen schon lange nicht mehr, wenn es um Bewerbungsverfahren geht.

Assessment Center

Mit der Bewerbungsmappe fängt alles an. Foto: pixelio

Assessment Center lösen das Vorstellungsgespräch zunehmend ab. Rollenspiele, Gruppenübungen, Diskussionen und Vorträge stehen auf dem Programm. Fachliche als auch soziale Kompetenzen werden unter die Lupe genommen. Dabei verbringen die Bewerber meist einen ganzen Tag im Unternehmen – manchmal auch mehr. Chance oder Hürde?

Was ist eigentlich ein Assessment Center (AC) genau? „Ein Verfahren, bei dem man mit verschiedenen Methoden erwartete Eigenschaften von Kandidaten überprüft und schaut, in wieweit das, was das Unternehmen von der Person erwartet auch von dieser Person geleistet werden kann“ lautet die Expertendefinition von Alper Elbasi. Kurzum: Kann der Bewerber dem Job gerecht werden?

Alper Elbasi ist der Mann auf der anderen Seite: Wo Kandidaten gegen Schweißflecken und hohen Puls kämpfen, bleibt er die Ruhe selbst. Seine Funktion: Der Beobachter. Seine Aufgabe: Den passenden Bewerber finden. Alper Elbasi ist Diplom-Psychologe. Seit Januar 2012 arbeitet er beim Dortmunder Unternehmen Wilo im Bereich Personalwesen und Aus- und Weiterbildung. Talentmanagement und Human Resources heißt der Firmenbereich. Schon vor seiner Zeit bei Wilo hat Elbasi Assessment Center vorbereitet und durchgeführt.

„Ein gutes Assessment Center kann man daran erkennen, dass möglichst viele verschiedene Methoden angewendet werden, damit die Firma ein ganzes breites Bild von den Kandidaten erhält“, so Elbasi. Für den Personalexperten sei es die Chance, einen Blick auf die Persönlichkeit des Bewerbers zu erhaschen, für das Unternehmen die Chance, den passenden Mitarbeiter zu finden.

Wo die Bewerber noch um einen Job kämpfen, macht sie ihren schon. Anna Müller* ist Assessment-Schauspielerin. Ihre Bühne: Tagungszentren und Konferenzräume. Ihre Rolle: Sie soll den Bewerber nervös machen, seine spontane Reaktion testen. „Ich kriege vorher genaue Anweisungen und Informationen mit Rollen- und Situationsbeschreibungen“, erzählt die Studentin. So spielt sie beispielsweise eine Verkäuferin, die einen Kunden nicht beraten hat. Der Kunde beschwert sich und als nächster kommt der Bewerber ins Spiel. Er muss als Chef diese Situation klären.

*Name geändert

Weiterlesen: Das AC als Chance für den Bewerber

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