Sex: Für den AStA ein Tabuthema

pflichtlektüre-Titel "Sex auf dem Campus" vom 27. Oktober 2009

pflichtlektüre-Titel "Sex auf dem Campus" vom 27. Oktober 2009

Es ist das, was wir als Reaktion erwartet haben: Der AStA Dortmund kritisiert unsere letzte Printausgabe mit dem Titel „Sex auf dem Campus“.

In einem offenen Brief fordert die Vorsitzende Nina Wolf,

„dass der Pflichtlektüre keine finanziellen Mittel mehr durch die Universitäten zur Verfügung gestellt werden.“

Diese Forderung ist bereits erfüllt. Die gedruckte pflichtlektüre ist ein Drittmittelprojekt in Kooperation mit unserem Verlag, der WAZ Mediengruppe. Für die Publikation erhalten wir keine Zuwendungen von den Unis. Wir dürfen freundlicherweise – und das ist alles – dort verteilen.

Das Heft refinanziert sich durch Anzeigen, weshalb sich darin einige finden:

„Eine Werbeanzeige von EON nimmt in der Mitte der Zeitung zwei Seiten ein.“

Weiter kritisiert Nina Wolf:

„Dass es sich hierbei um eine Anzeige handelt, ist erst beim genaueren Hinsehen durch das kleine Wörtchen Anzeige am oberen Rand der Zeitung zu erkennen.“

Die Anzeige unterscheidet sich in Aufbau und Typografie von unseren redaktionellen Seiten, enthält den Hinweis „Informationen von EON“ und ist mit der Standardkennzeichnung „Anzeige“ versehen. Wir trauen unserer akademischen Zielgruppe deshalb zu, die Anzeige als solche zu erkennen – und liegen damit offensichtlich richtig. Im Fall des AStA hat’s ja schonmal geklappt.

Zu den Inhalten der Ausgabe.

Die pflichtlektüre ist ein Studierendenmagazin, sie wird von Studenten gemacht. Wir schreiben über das, was wir selbst auf dem Campus erleben, was wir als berichtenswert wahrnehmen. Genauso, wie der AStA in seiner Zeitung über das schreibt, was er als berichtenswert erachtet. Schöne Sache, die Meinungsfreiheit.

„Sex auf dem Campus“ ist ein boulevardeskes Thema, keine Frage. Ist es deshalb gleich schlechter Journalismus, über Sex zu schreiben?

Aufgabe des Journalismus ist es, zur öffentlichen Meinungsbildung beizutragen. Anstatt also gleich für die Abschaffung einer Studentenzeitung einzutreten, würde ich mir vom AStA wünschen, über deren Inhalte zu diskutieren. Wie können wir die Integration ausländischer Studenten verbessern? Wie festgefahren sind wir heute noch in unseren Rollenbildern? Ist es okay, zur Samenspende zu gehen, um sein Studium zu finanzieren?