Kino-Tipp: Gravity

Schon die Rockband Amplitheater besang sie: die Schwerelosigkeit. Ein Gefühl von absoluter Freiheit. Doch was ist, wenn die Schwerelosigkeit dein größter Gegner wird? Ab dem 3. Oktober zeigt der Film Gravity den Kampf ums Überleben zweier Astronauten, die nach einem Unfall in die unendliche Weite des Weltalls hinausgeschleudert wurden.

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Dr. Ryan Stone (Sandra Bullock) und Matt Kowalsky (George Clooney) kämpfen schwerelos im All ums Überleben. Teaserbild/Foto: Warner Bros.

Die beiden Astronauten Dr. Ryan Stone (Sandra Bullock) und Matt Kowalsky (George Clooney) werden für Reparaturarbeiten am Weltraumteleskop Hubble ins All geschickt. Während ihrer Außenmission am Teleskop geschieht das Unglück: Durch eine Kette von unglücklichen Ereignissen zerstören Trümmerteile eines veralteten Satelliten ihr Shuttle. Beide überleben, doch von nun an sind sie komplett auf sich alleine gestellt, denn der Kontakt zur Erde ist abgebrochen.

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Nur noch ein dünnes Kabel verbindet die Astronauten.Quelle: Warner Bros.

Durch das Unglück sind sie in die Weite des Weltraums geschleudert worden und nur noch durch ein dünnes Kabel miteinander verbunden. Ab jetzt gibt es nur noch ein Ziel: die in Sichtweite liegende Raumstation ISS irgendwie zu erreichen, denn der Sauerstoff wird knapp. Doch das ist erst der Anfang einer wahren Weltraum-Tortur.

3D-Effekte und herausragende Technik

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Den Film zeichnen beeindruckende Bilder aus. Foto: Warner Bros.

Ein 90 minütiger Kampf ums Überleben im Weltall beginnt. Der Regisseur Alfonso Cuarón hat hier ein visuelles Meisterwerk geschaffen: atemberaubende Aufnahmen von der Weite des Weltalls und der Erde aus der Ferne. Schon zu Beginn des Films wird unser Planet eindrucksvoll in seiner ganzen Pracht gezeigt und das ist nur ein Vorgeschmack auf die folgenden Bilder.

Der 3D-Film ist mit seinen technischen Effekten ein wahres Kino-Erlebnis: Schrotteile von Space-Müll fliegen einem nur so um die Ohren – nicht selten zur Belustigung des Sitznachbarns, denn oft versucht man sich vor den fliegenden Trümmerteilen mit aller Mühe zu schützen.

Von Anfang an bekommt man einen Drehwurm – das Bild ist in ständiger Bewegung. Ein leichtes Schwindelgefühl ist für manch einen Zuschauer vorprogrammiert.

Die Stille als zentrales Element

Auch schauspielerisch ist der Film gelungen. Sandra Bullock verdeutlicht eindrucksvoll den Drang zu Überleben in einer schier ausweglosen Situation. Bullock spielt mitreißend und zeigt, mit welchen Ängsten, aber auch Katastrophen sie zu kämpfen hat. Zwar spielt die Stille eine wichtige Rolle im Film. Doch der Schein trügt, denn ganz still ist es kaum: Das Atmen der Astronautin Ryan Stone etwa ist zum Teil ohrenbetäubend und gleichzeitig sehr beklemmend. Eine enorme Spannung baut sich auf: In ständiger Erwartung einer weiteren Katastrophe traut man sich kaum, selbst zu atmen.

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Die Angst ist Dr. Ryan Stone deutlich anzusehen. Foto: Warner Bros.

Für alle Clooney-Fans könnte der Film hingegen eine kleine Enttäuschung werden. Die Rolle von Sandra Bullock dominiert eindeutig in der Geschichte. Clooney spielt eher einen „coolen“ und abgeklärten Astronauten, der lediglich hin und wieder einen witzigen Spruch ablässt. Er spielt bloß den weisen Mentor von Dr. Stone – es ist ihr erster Flug ins All. Kowalsky hingegen sollte nach dieser Mission in den Ruhestand gehen. Der alte Profi Kowalsky bleibt entspannt, wo jeder andere wahnsinnig werden würde. Allerdings wirkt der Charakter des alten Hasen Kowalsky etwas überzogen und letztendlich sogar langweilig. Eine eher untypische Rolle für den ehemaligen „Sexiest Man Alive“.

Einfache Story

Anders als in anderen Kinofilmen sticht in Gravity  nicht die Story heraus, denn die handelt schlichtweg von zwei Astronauten, die im Weltall zu verschollen drohen. Streng gesagt könnte die Geschichte in fünf Minuten erzählt sein. Auch emotionale Momente sind eher selten zu sehen. Hin und wieder bemüht sich der Regisseur Alfonso Cuarón zwar, solche Momente einzubauen, aber tief berührend sind diese nicht. Eindeutig dominiert in diesem Film der Thrill-Faktor, der durch eine außergewöhnlichen Effekte entsteht.

Für Adrenalinjunkies genau das Richtige

Mit nur zwei Schauspielern und nahezu ohne Geräuschkulisse ist Gravity ein großartiger und außergewöhnlicher Space-Survival-Thriller und deswegen ein unvergleichlicher Film. Wer als Zuschauer einen Achterbahn-Thrill mit reichlich Adrenalinkicks und fantastischen Bildern sucht, der sollte diesen Film nicht verpassen.

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