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Das Studentenmagazin pflichtlektüre - hier als E-Paper lesen. Themen diesmal unter anderem:  Was ist noch Fan, was ist Fanatismus? Außerdem: Gespräche mit den Jesus Freaks aus Bochum und mit Kabarettist und VfL-Fan Frank Goosen. Alles im neuen pflichtlektüre-Magazin.

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Deine Fragen - unsere Antwort

Erfahre mehr darüber, wie die pflichtlektüre entsteht. Wer schreibt hier und wie oft kommt eine neue Ausgabe heraus? Das alles verrät das FAQ.

14 Kommentare zu “Print”

  1. Dennis Kretzschmar

    Liebe Redaktion,

    diese - vormals groß angekündigte - Antwort auf meinen offenen Brief ist ziemlich enttäuschend. Ich hoffe zumindest, dass es mir mit weiteren Aktionen gelingen wird, eine breite Diskussion über die Qualität des aktuellen Magazins auf dem Campus anzustoßen. Denn: So kann das mit der Printausgabe einfach nicht weitergehen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dennis Kretzschmar

  2. Johannes S.

    Sehr geehrte Redaktion,

    ich kann mich Herrn Kretzschmar bezüglich seiner Kommentare leider nur anschließen. Herr Kretzschmar hat meine Meinung zu dem neuen Format mitsamt Inhalten eigentlich recht gut getroffen. Umso bedauerlicher finde ich es, dass auf die Kritik nicht wirklich inhaltlich eingegangen ist. Diese Erfahrung musste ich leider auch schon bei der Kritisierung einzelner Artikel machen, welche selbst mit gutem Willen nicht mehr als Hochschulwürdig einzustufen waren. Auch wenn es sich hierbei um eine Lehrredaktion handelt erwarte ich doch ein besseres Ergebnis als das hier produzierte, ein Boulevardblatt für den Campus.
    Wobei ich hier auch einmal lobend den Artikel “TU: 8,5 Mio. Euro weniger” erwähnen möchte, der zumindest inhaltlich einmal ein wichtiges Thema der Uni bespricht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Johannes S.

  3. Steffen Meyer

    Lieber Johannes,

    ich bin der Autor des Artikels “TU: 8,5 Mio. Euro weniger” - ich frage mich, was du mit “zumindest [!] inhaltlich” meinst.

  4. Tobias Jochheim

    Lieber Johannes,

    vielleicht kannst du auch sonst etwas konkreter werden. Obwohl weil wir uns - wie es als Beschreibung vorgekommen sein soll - in einem schreibfaulen, seelenlosen, boulevardesken, anbiedernden und niveaulosen Haufen nicht recht wiedererkennen können, sind wir nämlich nach wie vor an Kritik interessiert. Also: Nur zu!

    mit freundlichen Grüßen
    Tobias Jochheim

  5. Dennis Kretzschmar

    Lieber Tobias Jochheim,

    die - zugegeben manchmal harte - Kritik trifft allein die Printausgabe, bei der ich mich schon frage, was sich die Print-Chefredakteurin dabei gedacht hat. Zu wenig Inhalte, über weite Strecken ein Layout wie Kraut und Rüben und definitiv zu viel Werbung. Als Beispiel zum Thema Chaoslayout sei der Artikel “Please hold the line!” genannt, wo speziell auf den Seiten 30 und 31 sogar die bloße Lesbarkeit der gedruckten Schrift arg in Mitleidenschaft gezogen wird. Insgesamt wird im Magazin zu viel Platz mit Dingen verschwendet, die ich vor äußerst verzichtbar halte. Insbesondere die seit der Umfirmierung in “pflichtlektüre” in unsere Studentenpublikation schwappende Anzeigenflut hat wohl keiner aus der Studierendenschaft bestellt.
    Jetzt mag man sagen, diese Werbung erlaube überhaupt erst die Unabhängigkeit von der Uni (Informationen zur Finanzierung von “InDoPendent” und der “pflichtlektüre” stehen ja noch aus). Ich persönlich habe auch zu “InDoPendent”-Zeiten keine augenscheinlichen Fälle von Hofberichterstattung erkennen können. Hier steht es euch als Redaktion ja frei, eventuelle vergangene Sündenfälle zu benennen. In Sachen Finanzierung kann ich es mir einfach nicht vorstellen, dass drei Universitäten (!) ein Magazin (!) nicht so finanzieren können, dass es (fast) ohne Werbung auskommt. Was mir zudem nicht klar wird: Wieso kommt nach der mehrfach beim Pro Campus-Presse-Award ausgezeichneten und dort im Aufwärtstrend befindlichen “InDoPendent” nicht mehr viel, seitdem wir die “pflichtlektüre” haben? Die macht da immerhin auch mit. Ich persönlich hielt schon die alte “pflichtlektüre” für einen deutlichen Qualitätsabfall, also scheint mir das logisch.

    Kritik darf einem nicht nur dann gefallen, wenn sie durchweg höflich und formal korrekt vorgetragen wird. Bei so einer Erstausgabe, an der Monate geplant worden sein soll, darf es natürlich Kinderkrankheiten geben. Angesichts der vorliegenden Ausgabe kann ich mir allerdings kaum vorstellen, das gestandene Journalistik- und Design-Studenten sich hinstellen und behaupten würden, sie hätten für dieses Heft ihr Bestes gegeben. Boulevardesker Kram wie der “Special Operations”-Artikel ist ja schon früher moniert worden.
    Bisher habe ich immer nur voller Unverständnis den Kopf geschüttelt und zusammen mit anderen Mitstudierenden über die stetig sinkende Qualität gemotzt. Seit der Erstausgabe des “pflichtlektüre”-Magazins ist mir klar, dass die Studierendenschaft dringend etwas unternehmen muss. Hoffentlich zusammen mit euch!

    Mit freundlichen Grüßen
    Dennis Kretzschmar

  6. Tobias Jochheim

    Lieber Dennis Kretzschmar,

    dass wir uns auch mit Kritik beschäftigen, die nicht durchweg höflich und formal korrekt vorgetragen wird, dürfte hiermit bewiesen sein. Wobei du in diesem Kommentar ja auf Unterstellungen und Beleidigungen verzichtet hast - also: Weiter so!

    Nun lass mich noch einen Versuch unternehmen, auf deine Kritik zu antworten:

    Wir machen ein kostenloses Magazin, das sich an einen möglichst großen Teil der Studierenden im Ruhrgebiet richtet. Das kostet nicht nur Mühe und Zeit (die wir gerne auf uns nehmen), sondern eben auch Geld - vor allem für Druck und Vertrieb. Obwohl du es dir nicht vorstellen kannst: Die Unis haben sich in der Tat nicht darum gerissen, uns zu finanzieren. Deswegen gibt es Anzeigen. Wie in jedem anderen Printprodukt auch, das nicht subventioniert wird. Das ist in der Tat alternativlos (zu Gesprächen mit potenziellen Mäzenen sind wir allerdings jederzeit bereit)…

    Wir als Redaktion müssen uns damit abfinden - und die Trennung von redaktionellem Inhalt und Anzeigen so klar gestalten wie irgend möglich. Das tun wir auch. Allemal konsequenter übrigens als diverse andere kostenlose Magazine, bei denen Anzeigen teils wolkig als “Special” betitelt werden oder wo die Grenzen ohnehin fließend sind.

    Weitere Details oder Zahlen dazu können und dürfen wir aufgrund von allgemein üblichen Vertragsbedingungen nicht veröffentlichen. Wenn du trotzdem weiter auf deinem Standpunkt beharren möchtest, “Informationen zur Finanzierung” stünden aus, kann ich das leider nicht ändern.

    In Sachen ProPresse-Campus-Award stehen wir in Kontakt mit den Verantwortlichen. Dass wir dort zuletzt leer ausgegangen sind, liegt zum einen fraglos an der immer besser werdenden Konkurrenz: mit der Hamburger “Injektion” hast du ja bereits ein Beispiel genannt. Andererseits mag es auch so sein, dass wir aufgrund der Kooperation mit dem WAZ-Verlag “außer Konkurrenz laufen”. Dass die existiert, verraten das Impressum oder die FAQ. Dass die Redaktion nach wie vor komplett von Studenten gestemmt wird, ist genauso richtig. In den letzten Wochen und Monaten haben wir unsere Energie in das Heft (und die anderen Produkte wie Website, Facebook-Seite und Twitter-Account) gesteckt - und werden diese Prioritätensetzung auch beibehalten.

    Kurz: Die Jagd nach Preisen und Urkunden steht hintenan, aber wir haken da bald mal nach.

    Dass im Heft “zu viel Platz mit Dingen verschwendet wird” die du für verzichtbar hältst, ist schade. Da aber die Aufteilung der Ressorts und Platzierung der wiederkehrenden Rubriken das Ergebnis eines langen Abwägungs- und Diskussionsprozesses war - und auch das Feedback der Leser überwiegend positiv ist - werden wir vorerst nichts Grundsätzliches ändern. Vielleicht gefallen dir ja die Artikel in den nächsten Ausgaben besser, z.B. in der Serie “Special Operations”.

    Die von dir angesprochenen die Telefonschnüre auf den Seiten 30 und 31 hätten wir vielleicht in der Tat heller bzw. “transparenter” gestalten sollen. Darauf achten wir ab jetzt noch mehr.

    Deine Empörung über den “verschwendeten Platz durch Fotos” dürfte inzwischen abgeklungen sein. Fotos (und immer mehr auch Grafiken) sind nicht nur optisch wichtige Elemente, sondern vermitteln eben auch Information (und Emotion). Deren Einsatz haben übrigens auch die Kollegen von der “Injektion” vorgemacht, die du ja als Positivbeispiel lobst. Ich denke an die drei Doppelseiten mit jeweils einer aussagekräftigen Zahl, plus vier Doppelseiten Herzchirurgen-Fotos, plus vier Einzelseiten Fotos von Jungen auf Sprungtürmen im Schwimmbad… und die sind gut so, meiner Meinung nach sogar hervorragend.

    Genauso verhält es sich mit der Mischung aus harten und weichen Themen: Wir finden uns in diesem Punkt ganz gut und auf Augenhöhe mit vergleichbaren Magazinen. Trotzdem diskutieren wir viel drüber, bei jeder Ausgabe neu. Weil es uns wichtig ist. Und deswegen stößt es uns auch so auf, wenn du uns in diesen Dingen (von Anspruch über Medienethik bis hin zum Layout) Desinteresse oder gleich Unwissen unterstellst.

    Das Ergebnis muss trotzdem nicht jedem gefallen (kann es ja auch nicht). Aber den Titel “pflichtlektüre” muss man ja nicht wörtlich nehmen. Wer uns ernsthaft mit dem Untergang des Abendlandes in Verbindung bringt, kann das Magazin auch einfach liegen lassen.

    mit freundlichen Grüßen
    Tobias Jochheim

  7. Johannes S.

    Hallo Steffen,

    das “zumindest inhaltlich” sollte hier nicht abwertend gemeint sein, ich hatte nur zu dem Zeitpunkt nicht die Zeit den Artikel intensiv zu lesen und habe ihn nur überflogen. Somit konnte ich mich nur dazu äußern, dass ich das Thema sehr gut finde, wie ich auch Deine anderen Artikel passend finde, ob der Artikel sprachlich und von den Details her gut ist wollte ich damals noch nicht beurteilen. Nachdem ich ihn jetzt jedoch in Ruhe gelesen habe muss ich sagen, dass er mir insgesamt gut gefällt, mach weiter so.

    Viele Grüße
    Johannes

  8. Johannes S.

    Hallo Tobias,

    da ich vor allem Artikel über die Universität Dortmund lese, möchte ich hier Beispielartikel bringen, über die ich mich geärgert habe. Ich bin kein Journalist, aber wenn ich dann einen Artikel lese und mir fällt diekt auf, was darin falsch ist, dann frage ich mich, was der Schreibende sich dabei gedacht hat. Schließlich sollte er/sie sich gerade damit auseinander gesetzt haben, und offensichtliche Fehler sollten dann nicht mehr auftreten.

    Fangen wir einmal bei der Stupa-Wahl an: http://www.pflichtlektuere.com.....tupa-wahl/
    Wie an dem Kommentar zu sehen ist, habe ich auch damals schon Anmerkungen gemacht, welche dann auch nett korrigiert worden sind. Allerdings ist mir nicht klar, wie jemand, der (wenn man sich die Aufnahmebedingungen für den Studiengang Journalistik anschaut) anscheinend doch einen recht guten Abitur-Schnitt hat (ok, oder einfach lange wartet), solche Fehler machen kann.

    Schauen wir weiter zur Uni-Bib: http://www.pflichtlektuere.com.....b-ausweis/
    Ein nettes Thema, etwas Einleitung und ein Pro- sowie Contra-Argument. Soweit alles nett, aber vielleicht sollte überlegt werden, ob die gebrachten Argumente (die hier nur Meinungen von Studentinnen sind) überhaupt schlüssig sind. So machte es doch sehr den Eindruck, dass ohne großes Nachdenken geschrieben wurde, formale Kriterien vielleicht erfüllt, aber inhaltlich dann leider etwas daneben geraten. Wurde aber ja dann auch geändert.

    Noch eine nette Kleinigkeit, ebenfalls zum Thema Bib: http://www.pflichtlektuere.com.....-gesperrt/
    Bei den Diebstählen “drängt sich der Verdacht der organisierten Kriminalität auf”. Wirklich sehr nett, aber vielleicht könnte aus dem Studium anderer Zeitungsartikel bemerkt werden, dass der Begriff der organisierten Kriminalität üblicherweise für andere Dinge verwendet wird, und nicht für solche Lappalie wie einige Diebstähle in einer Uni-Bib.

    Weiter das Heft 12/2009 (http://www.scribd.com/doc/23658250/Pflichtlektuere-Dortmund-12-2009) mit dem Hauptthema “Arm an der Uni” mit dem immerhin 2,5 seitigen Artikel “Wenn selbst die Mensa zu teuer ist”. Auf den ersten Blick ein wichtiges Thema, da Studenten üblicherweise eher knapp bei Kasse sind.Vorgeführt wird das ganze am Beispiel von Maria*, welche mit 200 Euro im Monat auskommen muss. Ein Artikel, der das schwere Studentenleben zeigt und Änderungen anmahnt? Leider nein, was man hier geboten bekommt ist eine Langzeitstudentin, die lange Zeit genug Geld zur Verfügung hatte, aber jetzt (deutlich über Regelstudienzeit) dann doch Geldprobleme bekommt. Welch ein Wunder, studieren bis zur Rente ist tatsächlich nicht die finanzielle Lösung fürs Leben. Den Artikel halte ich für eine verlorene Chance, wirkliche Probleme aufzugreifen, aber er ist ja auch nur ein Einblick in die Lebenssituation einer (beliebigen) Studentin. Wenn ich so etwas hören/lesen möchte, kann ich mir selbst Leute dafür suchen. Für eine Zeitung, die (hoffentlich) eine Intention hat (und nicht nur Lebensgeschichte von #random) halte ich das Beispiel für extrem schlecht gewählt.

    Zum Schluss jetzt noch etwas zur neuen Zeitschrift: “Special Operations”, eine angehende Zahnarzthelferin, die als erotisches Buffet und Gogo-Girl arbeitet. Das ist wahrhaftig ein Thema, was die Studierendenschaft braucht. Mit “Sex auf dem Campus” (Titelthema Pflichtlektüre 09/2009) und “Nach der Uni zum Sex mit dem Freier” (http://www.pflichtlektuere.com/03/06/2009/ich-habe-die-prostitution-finanziell-nicht-noetig/) also wieder mal ein entsprechendes Thema, leider dieses Mal noch nicht einmal mit Bezug zur Universität. Falls Ihr meint, Eure Leserschaft würde so etwas gerne lesen, wie wäre es mit einer nackten Studentin auf dem Titelblatt? Die BILD hat mit so etwas ja schon einigen Erfolg.

    Wenn ich ein Studierendenmagazin lese, dann wünsche ich mir vor allem etwas, was ich nicht wo anders finden kann. Somit also am liebsten Dinge, die mit den Unis in Dortmund, Bochum und Duisburg-Essen zu tun haben. Oder wenigstens sonst relevant sind für das Studentenleben. Allgemeinen Klatsch und Tratsch sowie einfache Unterhaltung bekomme ich auch an anderer Stelle.

    Viele Grüße
    Johannes

  9. Dennis Kretzschmar

    Lieber Tobias Jochheim,

    meine Empörung über das grottenschlechte Magazin und die von mir angebrachten Kritikpunkte klingt noch lange nicht ab. Ihr seid mit der Printausgabe nicht gut aufgestellt und konkurrenzfähig ist das, was ihr da abgeliefert habt, schon lange nicht. Die Arroganz und Selbstgefälligkeit, mit der ich als Teil eurer Zielgruppe (gut, vielleicht auch gerade nicht) hier abgebürstet werde, spricht meiner Meinung nach Bände. Man kann ja mit Kritik überfordert sein, was du offenkundig bist, aber “Alles super. Alles richtig. Wir ändern nichts. Lass das Heft doch einfach liegen.” kann man sich dann auch sparen.
    Dass wir Studierende zur Finanzierung unseres Studentenmagazins keine Auskunft bekommen können, ist doch hoffentlich ein Witz! Wie soll man denn da überprüfen, ob alles mit rechten Dingen zugeht? Wie soll man da alternative Finanzierungsvorschläge unterbreiten und nach Finanzierungsmöglichkeiten suchen, die bisher noch nicht ausgeschöpft sind? Hier geht wohl eher die Angst davor um, dass die Studierendenschaft hinsichtlich ihres Studentenmagazins vielleicht mal ein Wörtchen mitreden will, was manchem Bewohner des journalistischen Elfenbeinturms wohl nicht so ganz behagen dürfte. Prof. Dr. Meier oder die Printchefin Vanessa Giese haben sich - für mich überaus erstaunlich - noch gar nicht zu Wort gemeldet.
    Am drängendsten scheint es mir, dass die Redaktion zunächst die Leserwünsche, Diskussionsergebnisse, Abwägungen und Entscheidungen, die zum vorliegenden Heft geführt haben, offenlegt. Zumindest die Leserwünsche müssen ja mal irgendwann und irgendwie erhoben worden sein. Ach, und zum Thema Pro Campus-Presse-Award: Darum müsst ihr euch mit dem “pflichtlektüre”-Magazin “nach Art des Hauses” nun wirklich die wenigsten Sorgen machen.

    Grundsätzlich tut es mir natürlich furchtbar leid, falls ich euch in der (Print-)Redaktion mit meinem Aufbegehren aus dem ersehnten Winterschlaf geweckt haben sollte. Wenn man allerdings so bockig, dünnhäutig und gleichwohl geradezu nach Gutsherrenart auf studentische Kritik reagiert, sollte man sich schon mal selbst die Frage stellen, ob die Eingangsworte der Printausgabe nicht doch eher leeres Gewäsch sind.
    Ich jedenfalls lasse das nächste Heft nicht liegen. Falls da die Qualität wieder nicht stimmt, werde ich das abermals anprangern. In der Zwischenzeit arbeite ich fleißig daran, Gleichgesinnte an der Uni zu finden und zu mobilisieren. Ohne Druck scheint an dieser Uni - von Redaktion bis Rektorat - nichts in Bewegung zu kommen. Ich bin ganz ehrlich: Es tut mir im Herzen weh, den Niedergang der ehemaligen “InDoPendent” seit Semestern live mitverfolgen zu müssen. Irgendwie schon traurig, dass ihr als Redaktion damit so wenig Probleme zu haben scheint.

    Es sind übrigens noch gestellte Fragen offen, deren Beantwortung nicht unter die Geheimhaltung fallen dürfte. Ich zähle mindestens dreizehn. Darunter sind besonders wichtig:

    “Inwiefern hat die andere finanzielle Basis der “InDoPendent” unabhängige Berichterstattung beeinflusst und inwieweit stellt die Veränderung hin zur “pflichtlektüre” diesbezüglich eine messbare Verbesserung dar?”

    “Woher kam der Anstoß zur Kooperation mit der WAZ? Gab es überhaupt eine konkrete Notwendigkeit dazu?”

    “Welchen Grund gab es, den schlüpfrigen “Special Operations“-Beitrag ins Magazin zu heben, wenn es nicht mal um eine Studentin geht?”

    “Wie soll die Attraktivität der Publikation steigen, indem möglichst viel konkreter Bezug zu ihrer Leserschaft aus ihr entfernt wird?”

    “Wer bezahlt den Gewinn eures Party-Gewinnspiels und wer profitiert von der geschalteten Bezahl-Teilnahme-Hotline? Ist eine ausführliche (Foto-)Berichterstattung in einer künftigen Ausgabe des “pflichtlektüre“-Magazins geplant?”

    “Gibt es Mitglieder eurer Redaktion, die die Neuausrichtung der Printausgabe kritisch sehen? Wenn ja: Wie sieht ihre Kritik am Magazin aus?”

    Mit freundlichen Grüßen
    Dennis Kretzschmar

  10. Tobias Jochheim

    Hallo Johannes,

    Menschen machen Fehler. Selbst solche mit gutem Abiturschnitt. Oder solche, die einfach lange warten. Das ist kein Zynismus (oder Arroganz), sondern Realität.

    Deshalb freuen wir uns auch über Leser wie dich, die uns auf Fehler hinweisen, damit wir sie verbessern können. Weil es der Qualität dient. Auch, wenn es uns manchmal unangenehm ist… Stell dir mal vor, deine Hausarbeiten oder die ersten Gehversuche in einem neuen Job oder Hobby stünden im Internet - und jeder könnte sie öffentlich auseinandernehmen: Schön ist das nicht. Aber bei manchen unserer Texte sieht es so ähnlich aus, denn wir sind eine Lehrredaktion. Und Journalisten werden nicht als Profis geboren, genausowenig wie Bäcker. Der Unterschied? Die ersten verbrannten Brötchen des Bäckers landen diskret im Müll, mancher Artikel dagegen gelangt auch mit Schwächen oder Fehlern durch die Qualitätskontrolle und an die Öffentlichkeit. Das ist unser Berufsrisiko - und glaub mir, es ärgert uns mindestens so sehr wie dich…

    Zum Artikel “Arm an der Uni” (Titelgeschichte 12/2009) haben uns (neben Lob) auch mehrere Kommentare mit dem Tenor “Unglücklich gewähltes Beispiel” erreicht. Die Kritik ist angekommen; früher oder später greifen wir das Thema sicher noch einmal auf.

    Die Diskussion um jeden einzelnen Artikel, der das Wort “Sex” enthält, finde ich, ehrlich gesagt, müßig. Wobei: “Unsere Leserschaft”, die “so etwas” gerne liest, gibt es in der Tat nicht. Falls du damit meinst, dass mindestens 66,6% (oder 75% oder 100%) unserer Leser diesen Artikel eidesstattlicher Versicherung zufolge unter Garantie gelesen (und womöglich auch noch für gut befunden) haben. Das gibt es aber - Überraschung - nie.

    Wenn ich hier ironisch klinge, liegt es daran, dass ich nicht mehr weiß, wie ich diese doch eigentlich simplen Tatsachen nüchtern präsentieren soll. Die Information im Absatz über diesem kann dir ja nicht ernsthaft neu sein.

    Deswegen noch einmal in aller Deutlichkeit: Wir sehen deine Kritik (sowie die von Dennis Kretzschmar und allen anderen) als das, was sie ist: persönliche Meinung. Darum haben wir ausdrücklich gebeten und deshalb die Kommentierung so einfach wie möglich gemacht. Das ist uns wichtig und darum setzen wir uns auch damit auseinander.

    Was mich dabei ärgert ist der mal mehr, mal weniger deutliche Unterton: “… und (fast) alle anderen sehen das genauso.” Das ist nach allem, was wir wissen und hören, schlicht udn einfach nicht der Fall.

    WAS wir wissen, ist:

    Wir alle gehen zur Uni, und die meisten von uns jobben nebenbei. Und haben mehr oder weniger viel Sex. Und sorgen sich, dass sie später nicht auf der Straße landen oder ihre Talente verschwenden. Und gehen ab und zu raus. Und lesen nicht nur “harte” Geschichten, sondern wollen auch mal entspannen oder etwas zu lachen haben. Und vielleicht ein Bilderrätsel machen. Und von denen, die das wollen, halten es manche vielleicht für einen guten Deal, 50 Cent in einen Anruf zu investieren, der ihnen eine WG-Party im Wert von 1.000 Euro einbringen könnte. Und andere nicht. Die rufen dann einfach nicht an. Oder beschweren sich bei uns.

    Wir beschäftigen uns damit und überlegen, ob wir mit dem, was wir nach langen Debatten für das nächste Heft und die nächsten Online-Artikel planen, wohl den Geschmack den Mehrheit treffen. Und solange wir dieses Gefühl haben, das Feedback überwiegend positiv bleibt und wir Lesern bei Facebook gefallen, machen wir weiter.

    mit freundlichen Grüßen
    Tobias Jochheim

    PS: Aufgrund der Veränderungen beim Druck sind die Lokalteile für die einzelnen Unis weggefallen, was wir zugunsten der Verbesserung bei Format, Druck usw. in Kauf genommen haben. Damit wir nun eben nicht von vornherein davon ausgehen müssen, dass etwa zwei Drittel der Leser bestimmte Artikel überblättern, kommen nur Geschichten ins gedruckte Magazin, die die Studierenden an allen Unis interessieren könnten (”Uni-Card”, aber eben auch “Fern-Freundschaften” oder “Grüne Jobs”). “Lokale” Artikel gibt es trotzdem noch - online eben, und damit auch aktueller.

  11. Tobias Jochheim

    Lieber Dennis Kretzschmar,

    dass du mit Arroganz abgebürstet wirst, ist schlicht nicht wahr. Meine andauernden Antwortversuche sind existent - und erscheinen vor allem deswegen nicht so schnell wie von uns allen gewünscht, weil ich zunächst (er-)klärenswerte Punkte von Dramatik, Polemik und absurden Fragenkatalogen trennen muss. Ein Beispiel für letzteres?

    “Wie sind – Stück für Stück, Seite für Seite – eure Gründe dafür, dass etwas so im Heft ist, wie ich es dort vorfinde? (Detailfragen folgen, die vielleicht in diesem Rahmen beantwortet werden können.)” … Ist dir wirklich nicht klar, dass diese Entscheidungen in Redaktionskonferenzen getroffen werden, in denen wiederum nach dem Nachrichtenwert entschieden wird? Für mehr Infos dazu vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Nachrichtenwert

    Verzögernd wirkt ebenfalls dein Hang dazu, dir selbst zu widersprechen: Bringen andere Magazine wie etwa die “Injektion” große Fotos, ist das klasse. Machen wir es, ist es Platzverschwendung. Und erkläre ich das Ausbleiben von Preisen, befindest du spöttisch, dass wir uns darüber nicht sorgen sollten — was exakt der Punkt meiner Antwort war, der uns auch selbstverständlich schien, bis du ihn empört ansprachst.

    Die Beschäftigung damit möchte ich Prof. Meier und Vanessa Giese ehrlich gesagt ersparen; die Klärung der Sachfragen in den FAQ haben sie hingegen gern übernommen.

    Weil inhaltliche Arbeit wartet (auch deine konkreten Vorschläge werden diskutiert - ebenso übrigens wie jeder einzelne Themenvorschlag, den uns Leser schicken), antworte ich auf deine Fragen von oben nur kurz:

    1) zur Finanzierung siehe meine Erklärung unter dem Artikel über das tu-Logo
    2) unabhängig berichtet haben “Indopendent” wie “pflichtlektüre” zu jeder Zeit. Aber…
    3) … wir wollten eine modernere, magazinähnlichere Zeitung machen - für alle Studenten im Ruhrgebiet, und so dem Zusammenwachsen von Ruhrgebiet und Unis gerecht werden
    4) Jenny hat einen ungewöhnlichen Nebenjob, deren Vorstellung die Grundidee der Serie ist. Weil Studenten und Studentinnen Nebenjobs kennen, haben und suchen.
    5) Hierzu siehe das PS unter meiner obigen Antwort an Johannes
    6) Den Gewinn stiftet die WAZ Mediengruppe, der auch die Einnahmen aus der Hotline zugutekommen. Entgegen einer frühen Unterstellung deinerseits wird dort jeder Anruf registriert. Über die Form der Berichterstattung ist noch nicht entschieden.
    7) Die Redaktion hat das neue Konzept gemeinsam entwickelt. Kritik wurde daher vor allem während der Konzeptionsphase geäußert und nach dem Mehrheitsprinzip umgesetzt: Auf diesem Wege ist etwa eine als wiederkehrende Rubrik geplante Mode-Fotostrecke aus dem Heft geflogen.
    Nach dem Erscheinen der ersten Ausgabe ist die Zufriedenheit in der Redaktion relativ groß, zumal wir auch viel Leserzuspruch erhalten. Generell kann aber in jeder wöchentlichen Redaktionssitzung Kritik geübt werden. Wenn sie von der Mehrheit der Redaktionsmitglieder geteilt wird, justieren wir entsprechend nach. Aus diesem Grund wird es wohl darauf hinauslaufen, dass die Lesbarkeit der Autorenzeilen durch eine andere Schriftgröße verbessert wird. Wenn die Mehrheit der Redaktionsmitglieder eine Kritik nicht teilt, bleibt alles beim alten, und der Kritiker trägt es mit Fassung.

    mit freundlichen Grüßen
    Tobias Jochheim

  12. Dennis Kretzschmar

    Lieber Tobias Jochheim,

    ich würde nie behaupten wollen, dass alle meine Meinungsäußerungen lebenslang inhaltlich stringent und ohne jeden Widerspruch sein könnten. Wenn es viel zu kritisieren gibt, fällt es mir mithin einfach etwas schwer, die Inhalte gut zu sortieren. Der Hinweis, aus meinen Äußerungen müsste man erst diejenigen Anteile herausfiltern, die einer Antwort würdig seien, ist für sich genommen schon lustig. Das wirkt fast so wie die bei mir kritisierte Unterscheidung zwischen journalistisch wertvollen und wertlosen Inhalten. Weiterhin habe ich nicht den Eindruck, dass ich “absurde Fragenkataloge” vorlegen würde, denn manche Antworten hier sind doch recht aufschlussreich. So wissen wir mittlerweile, dass die Publikation durch die andere Finanzierungsbasis journalistisch eben nicht messbar unabhängiger geworden ist. Auch die erhobenen Leserwünsche, nach denen die neue Publikation ja eigentlich gestaltet sein soll, konnten bisher nicht vorgelegt werden. Stattdessen scheint der Umbau seit der “InDoPendent” also einfach eine redaktionelle Entscheidung gewesen zu sein. Ist für sich ja nicht schlimm, aber das kann man doch einfach gleich so sagen.
    Grundsätzlich würde ich es schon als unfair empfinden, falls nur du hier meine Kritik ausbaden musst. Immerhin gibt es ja wohl eine Print-Chefin, die für die Erstausgabe grünes Licht gegeben hat. Da die Frau auch angibt, einige journalistische Erfahrung zu haben, sehe ich da schon einen guten Teil an Verantwortung. Zumindest der aktuelle Artikel zum neuen Magazin hier auf der Website macht ja deutlich, dass es gemischtes Feedback zur aktuellen Ausgabe gibt. Ich fände es jedenfalls gut, falls sich mehr kritische Leser engagieren und zusammen mit euch an einer stetigen Verbesserung der “pflichtlektüre” arbeiten würden. Ich habe auf meinem Blog heute schon mal eine erste Layoutstudie eingestellt, bei der ich Editorial, Inhaltsverzeichnis und “Campuskopf” auf einer Seite versammelt habe. Neben den Vorschlägen für das nächste Heft werde ich damit doch immer konkreter.

    Was die Preise angeht, habe ich übrigens nie die Losung ausgeben wollen, diese seien der bestimmende Faktor, nach dem alle Redaktionsarbeit auszurichten sei. Mir ist eben nur aufgefallen, dass da plötzlich nichts mehr kam. Natürlich gibt es starke Konkurrenz, doch die gab es für die “InDoPendent” vorher auch schon. Irritierend war für mich nur der Hinweis, der Verlust des vorherigen Aufwärtstrends sei eigentlich völlig egal, denn: So ein plötzliches Verschwinden aus den Wertungsrängen hätte mich als Redakteur doch ein wenig gewurmt.

    Vielleicht gibt es im nächsten Heft ja schon viele Verbesserungen. Langfristige Ziele kann man ja auch mittels kleiner Trippelschritte erreichen.
    Wünsche eine fruchtbare Redaktionsarbeit!

    Mit freundlichen Grüßen
    Dennis Kretzschmar

  13. Tweets that mention die neue in Dortmund, Bochum und Essen-Duisburg. und natürlich online: -- Topsy.com

    [...] This post was mentioned on Twitter by Maxi Gödel and Pflichtlektüre, Anne-K. Gerstlauer. Anne-K. Gerstlauer said: die neue @pflichtlektuere. in Dortmund, Bochum und Essen-Duisburg. und natürlich online: http://www.pflichtlektuere.com/print/ [...]

  14. JoS

    Leider ist auch euer Beitrag zur Lage im StuPa an der Universität Duisburg-Essen recht schlecht recherchiert. Der Haushaltsentwurf Nummer 1 hätte im Oktober vorliegen müssen, nicht im September. Auch lasst ihr einige Aussagen bedenklich frei stehen. Vor allem erstaunt es mich, dass eine Aussage des AStA-Vorsitzenden, dass er die Lage doch auch recht unangenehm stehen gelassen wird, wenn ihr doch selbst auf einer Sitzung gewesen seid, auf welcher ParlamentarierInnen von nur drei Listen (Juso-HSG, LinkeListe.SDS und GHG) anwesend waren. Zur Wahl hättet ihr auch über WAZ-Artikel mehr Informationen bekommen können. So ist es Schade, dass z.B. der Umstand, das Wahlzettel in offenen Pappkartons, auf welche nur Jürgen Reitter Zugriff hatte, gelagert wurden.

    Auch der Anmerkung zu “Copy+Paste” Artikeln im Berichtsheft hätte man eine kurze Anmerkung machen können. Die Berichtsherfte stehen online und wären somit zur Recherche einsehbar gewesen.

    Es sind entsprechend generell einige Kleinigkeiten, die mir etwas sauer aufstoßen. Auch das stehen gelassen wird, dass der Haushalt festhinge, weil er nicht durch das Parlament ginge. Dieses weigert sich nämlich den Haushalt in die zweite Lesung zu nehmen, solange er gegen Landesrecht, in dem Falle die HWVO des Landes NRW, verstößt. Dass die ParlamentarierInnen (zumindest der Opposition) nicht wissentlich Landesrecht brechen wollen kann man Ihnen wohl kaum vorwerfen.

    Ansonsten finde ich es schön, dass meine Aussage euren Artikel ziert. War übrigens eine Erwiderung auf einen Faschismusvorwurf seitens des RCDS gegen den SDS. *schmunzel*

Abitur 2013

Zum Wintersemester 2013/14 werden laut Schätzungen der Kultusministerkonferenz rund 123.000 angehende Akademiker an die Hochschulen in NRW strömen. So viele wie nie zuvor. Doch wie haben sich die drei Ruhr-Universitäten darauf vorbereitet? In unserer Serie "Abitur 2013" beantworten wir zahlreiche offene Fragen.

Frauenfilmfestival 2013

Sex, Drogen, dramatische Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Umwelt: Unter dem Motto "Exzess" laufen aktuell beim Internationalen Frauenfilmfestival in Dortmund mehr als 100 Filme aus 24 Ländern. Wir sind dabei. (Teaserbild: Eat Sleep Die, Gabriela Pichler)

Special Jobs

Während ihre Kommilitonen im Park liegen oder sich auf ein Bier in der Kneipe treffen, verbringen sie viele Stunden im Proberaum, auf der Bühne oder vor dem Bildschirm: Für unsere Themenwoche "Special Jobs" haben wir fünf Studierende getroffen, die ganz besondere Jobs oder Hobbys haben. (Teaserbild: Judith Schmitz)

im magazin: Fankultur

Das Studentenmagazin pflichtlektüre - hier als E-Paper lesen. Themen diesmal unter anderem: Was ist noch Fan, was ist Fanatismus? Außerdem: Gespräche mit den Jesus Freaks aus Bochum und mit Kabarettist und VfL-Fan Frank Goosen. Alles im neuen pflichtlektüre-Magazin.

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