Hänschen Klein: Wie wir (nie) erwachsen werden

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Der Kater wird schlimmer, die Sorgen drehen sich um Falten, man wird ernst und weiß immer, was richtig ist – man ist erwachsen. Aber was heißt das wirklich? Brauche ich das, oder bedeutet es nur Langeweile? Verwandle ich mich von selbst in ein Wesen mit Vorliebe für Kinderwunsch, Kulturradio und Karriere, oder werde ich das in Schritten?

Als Schülerin war ich mir sicher, dass die Läuterung von der Jugendlichen zur vernünftigen, weisen Erwachsenen mit 18 Jahren vollendet sein würde. Als ich diese 18 Jahre hinter mir hatte, fühlte ich mich so unreif, wie man sich mit jungen 18 nur fühlen kann. Dieses perfekte Wesen, das ich erwartet hatte, ließ auf sich warten. Mein Zimmer war noch immer unordentlich, meine Aufschieberitis ungebrochen und ein Plan von meiner Zukunft kaum vorhanden.

Ich wartete noch immer auf meine Verwandlung in einen Menschen, der in der 40-Stunden-Woche, dem Gartenzwerg vor der Doppelhaushälfte und Worten wie “Verpflichtungen” seine Erfüllung oder zumindest Zufriedenheit findet.

18 schien also nicht das Alter zu sein, in dem Hänschen Klein als großer Hans vernünftig und zielstrebig wird. Und auch jetzt, wo ich mit 21 Jahren sogar vor Gericht als Erwachsene gelten würde, kann ich mich mit Erwachsensein nicht wirklich identifizieren.

Ich habe also auf dem Campus nach Erwachsenen gesucht und nach welchen, die es noch werden wollen.

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Niemand scheint wirklich Angst vor dem Leben als Erwachsener zu haben. Wenn man tatsächlich nicht durch einzelne Taten erwachsen wird, sondern in einem jahrelangen Prozess, bemerkt man es vielleicht auch erst im Nachhinein. Und komplett auf eigenen Füßen zu stehen, ist ja nicht ausschließlich grau und fade. Schließlich ist Erwachsensein Definitionssache, da kann ich sicherlich auf den Gartenzwerg verzichten.

 

Beitragsbild: https://www.flickr.com/photos/jennyonthespot/

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