Fünf Ringe, fünf Fragen

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Am Schluss blicken wir in unserer Olympia-Woche noch einmal auf drei TU-Studierende, die in Rio de Janeiro dabei sein werden. Wir haben Lisa Schmidla, Maximilian Planer und Richard Schmidt jeweils fünf Fragen gestellt. Alle drei Athleten*innen werden Deutschland im Ruderboot vertreten.

pflichtlektüre: Auf was freut ihr euch am meisten bei Olympia?

Lisa Schmidla: Auf die Atmosphäre im Olympischen Dorf und die vielen verschiedenen Sportler. Natürlich aber auch auf unsere Wettkämpfe. Vor allem auf das Ruderrevier.

Maximilian Planer: Ich freue mich vor allem auf das Ereignis insgesamt. Es sind so viele Kleinigkeiten, die da zusammenkommen, wo ich mich total drauf freue, dass ich da gar nichts hervorheben kann. Die Anreise, die Eindrücke im Olympischen Dorf, Kontakt zu anderen Sportlern und der Wettkampf sind da zu nennen. Dadurch, dass wir in der ersten Woche schon dran sind, können wir uns dann natürlich auch noch andere Wettkämpfe anschauen.

Richard Schmidt: Erstmal freue ich mich auf unser Rennen. Ein anderer Punkt ist natürlich das Olympische Dorf und die ganzen anderen Athleten zu sehen.

Was sind eure Ziele für die Wettkämpfe?

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Im Doppel-Vierer erfüllt sich Lisa Schmidla ihren Traum. Foto: Detlev Seyb.

Schmidla: Ich möchte gerne im Finale mit meinen drei Mädels im Vierer das beste Rennen abliefern und dann hoffentlich auf dem Treppchen stehen.

Planer: Das ist schwer zu sagen, weil wir im Vierer in dieser Saison schon auch Probleme hatten. Wir sind aber in den letzten Wochen ganz gut durchgekommen und das Ziel ist, in Rio ins Finale zu kommen, also unter die besten sechs Boote zu fahren. Es wird sehr eng, aber wenn man mal im Finale drin ist, dann ist schon auch alles möglich.

Schmidt: Das Ziel ist ziemlich klar, den Olympiasieg von 2012 zu verteidigen. Wir gehen offensiv an die Sache rann und mal schauen, was daraus wird. In den letzten drei Jahren sind wir immer knapp geschlagen worden, jetzt wird es mal wieder Zeit, dass wir gewinnen.

Wie seit ihr zu eurer Sportart gekommen?

Schmidla: Es gab an meiner Schule eine Ruder-AG . Da muss ich so zehn oder elf Jahre alt gewesen sein.

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Für Max Planer sind es die ersten Olympischen Spiele. Foto: Nelly Dreidt.

Planer: Ich habe als Kind Fußball gespielt, wie ungefähr jeder Junge. Meine Eltern waren beide Ruderer und mein Vater war Kinder- und Juniorentrainer im Verein bei mir zu Hause. Er hat mich nie gezwungen, da zu trainieren, aber ich war als kleiner Knirps schon auf Wettkämpfen mit dabei und fand das immer faszinierend. Irgendwann habe ich dann auch mit dem Rudern angefangen und es lief ganz gut. Die Wettkämpfe dort sind dann aber oft mit Fußballspielen kollidiert, deshalb musste ich mich entscheiden. Beim Fußball hätte es wohl nie für mehr als die Kreisklasse gereicht und dann dachte ich mir, ich probiere das mal mit dem Rudern. Ich glaube, es war nicht die schlechteste Entscheidung.

Schmidt: Bei mir war es über Freunde in der Grundschule. Das war erst mal Kinderrudern und die Gruppe war ziemlich cool. Da bin ich dann hängen geblieben.

Ab wann habt ihr gemerkt, dass der Traum von Olympia wahr werden kann?

Schmidla: Nachdem ich seit 2009 durchgehenden Erfolg im Nachwuchsbereich hatte, kam der Gedanke, dass ich es eventuell eines Tages zu den Olympischen Spielen schaffen kann.

Planer: Mit 14 Jahren bin ich dann auf ein Sportinternat in Magdeburg gegangen. Da habe ich dann gelernt, zu kämpfen und mich reinzuhängen. Dann kamen auch schnell größere Erfolge. Da denkt man aber noch nicht an Olympia, weil die Leistungssprünge zwischen U19, U23 und dem A-Kader sehr groß sind. Erst als wir letztes Jahr WM-fünfter geworden sind und uns damit für Olympia qualifiziert haben, war mir klar, dass ich wahrscheinlich dabei bin.

Schmidt: Als 16-Jähriger kam die erste Teilnahme an der Jugend-WM und dann will man natürlich mehr. Mit 21 war ich dann schon bei den olympischen Spielen in Peking mit dabei. Da hatte sich dann also mein Traum schon ziemlich schnell erfüllt.

Welche Opfer müsst ihr bringen, um im Leistungssport erfolgreich zu sein?

Schmidla: Als Ruderer braucht man eine sehr gute Ausdauerfähigkeit. Das bedeutet viel Training, sieben Tage die Woche. Außerdem muss man als Sportler seinem Körper auch Ruhe gönnen. All das kostet viel Zeit. Dementsprechend muss man Abstriche bei Uni, Freizeit, Familie und Freunden machen.

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Richard Schmidt will wieder Olympiasieger werden. Foto: Martin Steffen.

Planer: Meine Familie wohnt 400 Kilometer weg von Dortmund, die sehe ich also sehr selten und das ist ein großes Opfer für mich. Ich sehe meine Freundin selten, schlafe nicht oft im eigenen Bett, weil oft Trainingslager und Wettkämpfe anstehen. Zusätzlich dazu musste ich mein Studium für ein Jahr auf Eis legen. Nervliche Belastungen kommen auch dazu, wenn man mehrere Wochen mit den ganzen Ruderern aufeinander hängt, die ganze Zeit nur mit Männern und immer im Doppelzimmer ohne große Privatsphäre. 

Schmidt: Man verzichtet vor allem auf das normale Studentenleben. Es bleibt wenig Zeit für die Familie, Freunde oder eine Freundin. Im Studium hinkt man den anderen hinterher und schafft es normalerweise nicht in der Regelzeit. Anfangs war das schon ein Problem für mich, denn ich wollte immer mit meinen Komilitonen mithalten. Inzwischen geht es aber und ich weiß, dass ich meinen eigenen Weg machen muss, um weiterhin auch Leistungssport auf hohem Niveau betreiben zu können.

Die aktuellsten News rund um alle Olympiateilnehmer*innen der Ruhrunis erfahrt ihr hier im Olympia-Ticker.

Teaserfoto: flickr.com/thomasknoll

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