Facebook lässt Journalisten erstmals in Berliner Löschzentrum

Zutritt zum Löschzentrum von Facebook in Berlin zu bekommen, in dem Angestellte des sozialen Netzwerks unerwünschte Inhalte wie Kinderpornografie und Gewaltvideos aus dem Sozialen Netzwerk löschen, war bisher unmöglich. Nach starkem öffentlichen Druck in den letzten anderthalb Jahren ließ Facebook jetzt Politiker in die Berliner Büros. Am vergangenen Montag, 10. Juli 2017, durften auch erstmals Journalisten in das abgeschirmte Löschzentrum. 

Nachdem Behörden und Bundespolitikern der Zutritt erlaubt wurde, bekamen erstmals auch Journalisten von WDR, Spiegel Online, ZEIT und der dpa die Möglichkeit, Einblicke in das Löschzentrum von Facebook zu bekommen. In dem Zentrum entscheiden die Mitarbeiter der Bertelsmann-Tochter Arvato, die das Löschzentrum im Auftrag des sozialen Netzwerks betreibt, ob die von Nutzern gemeldeten Facebook-Inhalte wie Hasskommentare, sexuelle Gewalt an Kindern oder Tierquälerei gelöscht werden müssen. Zuletzt stand das Löschzentrum wegen schlechter Arbeitsbedingungen heftig in der Kritik. Die Süddeutsche Zeitung kritisierte unter anderem die psychische Belastung für die Mitarbeiter.

Der nun genehmigte Besuch der Journalisten im Löschzentrum bestand laut der ARD aus einem Vortrag von Facebook und dem Dienstleister Arvato sowie aus einem Gespräch mit drei ausgewählten Mitarbeitern. Für den Termin gab es im Vorhinein klare Vorgaben von Facebook. Aus dem Mitarbeitergespräch durften die Journalisten zwar zitieren, jedoch keine Tonaufnahmen anfertigen. Im Anschluss war es der ARD gestattet, eine Viertelstunde die Arbeitsplätze im Löschzentrum zu filmen. Die Gesichter der Mitarbeiter sollten zu deren Schutz nicht gezeigt werden.

Mehr zum Thema auf pflichtlektuere.com: Digitale Müllabfuhr: Wer löscht Kinderpornos auf Facebook? 

WDR Blog: Das sagen Mitarbeiter des Facebook-Löschzentrum über ihre Arbeit 

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