Zwischen Nebenjob und Nähmaschine

Ängste und Zweifel 

Immer wieder gibt es Momente, in denen Meike keine Lust mehr auf ihren Traum hat und ans Scheitern und sogar ans Aufhören denkt. Besonders wenn die Doppelbelastung mit den Nebenjobs zu groß wird und der Schlafmangel seine Spuren hinterlässt, würde Meike am liebsten im Bett liegen bleiben. Wenn sie dann aber darüber nachdenkt was die Alternative ist, kann sie sich doch wieder aufrappeln. „Arbeitslosigkeit kommt für mich nicht in Frage. Mir bleibt nichts anderes übrig als mich durch diese harte Branche zu kämpfen. Ich habe mein Ziel vor Augen und mit liegen bleiben erreiche ich das nicht“, erzählt sie und schaut entschlossen in Richtung ihrer Kollektion, die auf einem Kleiderständer in dem Atelier der alten Zeche ausgestellt ist. 

Mit Blick auf die eigene Kollektion in Richtung Zukunft.

Mit Blick auf die eigene Kollektion in Richtung Zukunft. Foto: Anna-Christin Kunz

Dass das aber nicht leicht ist, weiß die junge Designerin. „Die Modebranche ist ein sehr hartes Brot, oft unfair und man muss stark aufpassen nicht ausgenutzt oder übers Ohr gehauen zu werden.“ Das ist Meike schon passiert. In einem von ihr designtem Brautkleid wurde geheiratet, doch das Geld dafür hat sie nicht bekommen. Ein Fall der nun vor Gericht ausgehandelt wird. „Das sind typische Anfängerfehler“, gesteht die 26-Jährige. „Ich habe den Auftrag nicht schriftlich festgehalten.“ Ein Fehler, der Meike kein zweites Mal passieren wird.

Entschlossen in die Zukunft

Aktuell entwirft Meike eine Sommerkollektion. Sollte diese großen Anklang finden plant sie Investitionen um ihr Label aktiv am Markt platzieren zu können. Dazu gehören vor allem eine Homepage, die sich Meike bisher nicht leisten konnte und ein eigenes Atelier. Bisher wurden Kunden nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda auf Meikes Mode und den Stylisten-Beruf aufmerksam. Ihr Label konnte so noch keine Stammkunden gewinnen. Das Atelier sei, so Meike, besonders wichtig, da der mögliche Kunde auf den Designer trifft. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das nicht möglich, da sie in ihrer kleinen Wohnung in Düsseldorf designt. „Ich wohne quasi in meinem Atelier. Die Kunden müssten auf meinem Bett Platz nehmen“, erzählt Meike und lacht.

Nach der Saison ist vor der Saison. Maike entwirft aktuell ihre Sommerkollektion.

Nach der Saison ist vor der Saison. Maike entwirft aktuell ihre Sommerkollektion. Foto: Anna-Christin Kunz

Sollte die neue Kollektion jedoch nicht erfolgreich werden, wird Meike zu ihrem Plan B übergreifen. Sie will sich dann bei Modefirmen um eine Festanstellung als Junior Designerin bewerben. Und der Traum vom eigenen Label ist dann geplatzt? „Dieses Ziel werde ich niemals aufgeben. Ich würde dann nebenbei meine eigene Mode designen. Der Traum eines jeden Designers ist sein eigenes Label. Das wird auch bei mir immer so sein.“

 

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