Jobben neben der Uni: Was muss man beachten?

Problem Nr. 4: Und was ist mit Praktikum?

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Unbezahltes Praktikum - und jetzt? Foto: pixelio/bbroianigo

Die Semesterferien sollte man, wenn es geht, unbedingt für Praktika nutzen. So oder so ähnlich klingen manchmal die gut gemeinten Ratschläge von Seiten der Dozenten. Klingt logisch. Bloß gibt es da ein kleines, aber entscheidendes Problem: deinen Job! Wer sein Studium und das ganze Drumherum mehr oder weniger selbst finanziert, ist auf das Geld angewiesen und kann es sich kaum erlauben, mal eben sechs Wochen auf der Arbeit zu fehlen. Zum einen machen da die Arbeitgeber nur äußerst ungern mit (wenn überhaupt), zum anderen sind die meisten Praktika unbezahlt, du hättest also sechs Wochen lang keinerlei Einkünfte. Und viele müssen gerade die Semesterferien nutzen, noch mehr als sonst zu arbeiten, um am Ende des Semesters schließlich für die Überweisung der Studiengebühren gewappnet zu sein. Nur blöd, dass man für sein Studium und seine Zukunft beides braucht: Geld und Praxis!

Rechnen ist ratsam

Eine wunderbare Lösung gibt es für all diese Probleme leider nicht. Doch um Ärger zu vermeiden, solltest du dir bereits vor Vertragsabschluss darüber im Klaren sein, wie viel du in der Woche arbeiten kannst, ohne die Uni zu stark zu vernachlässigen. Das muss unbedingt vorher mit deinem Arbeitgeber abgeklärt werden, damit es im Nachhinein nicht zu Missverständnissen kommt und du in der Uni kein schlechtes Gewissen haben musst.

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Nebeneinkünfte: Trau dich an den Taschenrechner. Foto: pixelio/tommyS

Ebenso musst du dir bereits im Voraus bewusst machen, welche Auswirkungen dein Gehalt auf das Bafög und die Krankenkasse hat. An diesen Regelungen gibt es leider nichts zu rütteln. Verdienst du wesentlich mehr im Monat als die Grenzwerte es vorschreiben, wird es sich vielleicht lohnen, dafür dann auf die Familienversicherung zu verzichten. Bekommst du aber auch noch etwas private Unterstützung, zum Beispiel von deinen Eltern, ist eben die Frage, ob dir knapp 400 Euro im Monat Gehalt nicht auch reichen und du dich dann dafür weiterhin über deine Familie krankenversicherst.

Was das Problem mit den Praktika angeht, gilt ebenfalls, solche Fälle frühzeitig mit deinem Arbeitgeber abzuklären. So kannst du vielleicht eine Vereinbarung treffen, die für beide Seiten in Ordnung ist, zum Beispiel dass du – solltest du einen Vertrag mit bezahltem Urlaub haben – in der Zeit, in der du das Praktikum machen möchtest, deinen Urlaub nimmst. Somit würdest du, obwohl du in der Zeit nicht auf der Arbeit erscheinst, etwas Geld bekommen. Und zur Not gibt es ja auch immer noch die Bildungskredite, zum Beispiel von der NRW-Bank, durch die zumindest deine Studiengebühren jedes Semester überwiesen werden.

Text: Stefanie Müller

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