Sag mal, Doc…: Gibt es ein Mathe-Gen?

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Erst in der Schule, dann im Studium und später im beruflichen Alltag: Die Mathematik begleitet uns ein Leben lang. Warum jeder Mathe lernen kann und wie sich Studenten bestmöglich auf die anstehenden Klausuren vorbereiten, sagt Dr. Daniela Götze.

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Dr. Daniela Götze arbeitet am Institut für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts der TU Dortmund. Foto: Richard Brandt

Seit 2007 arbeitet Götze am Institut für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts (IEEM) der TU Dortmund. „Mathe hat mir schon in der Schule wahnsinnig Spaß gemacht“, sagt sie. Umso mehr freut es sie, dass sie heute am IEEM tätig ist. „Wir arbeiten hier mit Kindern in Schulen und Projekten zusammen, um herauszufinden, wie sie den Mathematikunterricht empfinden.“ Mithilfe der Ergebnisse wird unter anderem die Ausbildung der zukünftigen Lehrkräfte an der TU gestaltet.

Und die sollen vieles anders machen – besonders, was die Fehlertoleranz im Unterricht angeht. „Fehler gehören zum Lernen dazu“, sagt Götze. Viele gingen davon aus, in Mathe dürfe man keine Fehler machen. Das sei aber falsch. Gerade Fehler wären beim Erlernen der Mathematik sehr wichtig. Schüler sollten daher schon früh eigene Erfahrungen mit mathematischen Problemen machen, anstatt sofort die Lösung präsentiert zu bekommen.

Das Mathe-Gen existiert

In der Schule würden nämlich die Grundsteine für den späteren mathematischen Erfolg gelegt. „Das Grundproblem vieler Studenten mit der Mathematik ist, dass sie nie einen individuellen Zugang zu Mathe an sich bekommen haben oder durften“, so Götze. „Das wollen und müssen wir ändern.“

Denn jeder könne Mathe lernen. Natürlich hätten manche Menschen eine besondere Affinität zu Zahlen und Mustern. Andere bräuchten länger oder hätten mehr Schwierigkeiten. „Grundsätzlich verfügt aber jeder über die nötigen Anlagen, Mathe zu lernen.“ Schließlich könne auch jeder Sprachen oder logisches Denken erlernen.

Gibt es etwa doch das sagenumwobene Mathe-Gen? Ja, ist Götze überzeugt. „Das Gen ist nur individuell unterschiedlich ausgeprägt.“ Jeder Mensch habe seine ganz eigene Nische in der Mathematik. Und wenn es das Auswendiglernen sämtlicher Fußballtabellen der letzten fünf Jahre betreffe. Auch das sei eine mathematische Leistung.

Hinterfragen statt Auswendiglernen

Leider bringen Fußballtabellen Studenten in Klausuren keine Punkte. Für die, die sich beim Lernen schwer mit dem Fach tun, hat Götze deshalb ein paar Tipps. „Zunächst sollte man bei seiner Einstellung ansetzen und sich auf die Mathematik einlassen.“ Schlichtes Auswendiglernen von Formeln oder Lösungen sei hingegen nicht zielführend. Studenten sollten sich stattdessen beim Lernen immer wieder selbst überprüfen und hinterfragen. Was verstehe ich an der Formel, was nicht? Kann ich mir die Formel eigenständig herleiten? Mit den richtigen Ergebnissen käme auch die Motivation zurück. Dann sollte in den Klausuren nichts mehr schiefgehen.

Beitragsfoto: Flickr.com/João Trindade  

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