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	<title>pflichtlektüre &#187; Brühl</title>
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	<description>Studierendenmagazin für Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg</description>
	<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 14:01:47 +0000</pubDate>
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		<title>David Lynch - Dunkle Brillanz</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/02/03/2010/david-lynch-dunkle-brillanz/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 10:13:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Juettner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[aktuell]]></category>

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		<description><![CDATA["Twin Peaks" ist vielen Cineasten ein Begriff. Doch wer wei&#223; schon, dass Regisseur David Lynch &#252;ber die Kunst des Malens zur Kunst des Filmens gelangte? In Br&#252;hl lassen sich seine Werke nun betrachten, begehen und begreifen.


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Zugegeben, ich bin kein gro&szlig;er Kunst-Conaisseur. Als ich allerdings von der Ausstellung &#8220;David Lynch - Dark Splendor&#8221; erfuhr, musste ich Dortmund verlassen, um seiner Kunst zu fr&ouml;hnen. Dass der Meister des wohligen Gruselns ein genialer Regisseur ist, machte die Sache f&uuml;r mich doppelt interessant, denn zus&auml;tzlich sollten im Max-Ernst Museum zu Br&uuml;hl seine vier Kurzfilme und &#8220;Eraserhead&#8221; -Lynchs Deb&uuml;twerk- aufgef&uuml;hrt werden. Eine einmalige Chance f&uuml;r mich, da die Videothek meines Vertrauens bei allem argw&ouml;hnt, was die Grenze zu Anspruch tangiert: &#8220;Wie hei&szlig;t der? L&uuml;nch? Ne ham wa nich. Aber wollste nich den neuen Rambo mitnehmen? Tofter Streifen, Kollege!&#8221; Also: Kultur!</p>
<div id="attachment_23448" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-23448" title="David Lynch 1 + teaser" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/03/bild_14b-300x299.jpg" alt="&quot;Emily Scream #1&quot;, Fotografie von David Lynch, 2008" width="300" height="299" /><p class="wp-caption-text">&quot;Emily Scream #1&quot;, Fotografie von David Lynch, 2008</p></div>
<p>Die Ausstellung ist kleiner als erwartet, l&auml;dt aber durch eine Rauminstallation nach einer Zeichnung des K&uuml;nstlers sogleich zum Erforschen ein. Sie zeigt einen unwirklichen Raum mit einem Sofa im Vordergrund. Je weiter diese Szenerie gen Hintergrund betreten wird, desto kleiner und enger wird der Raum. Zudem werden diffuse Soundcollagen vom Band abgespielt, die in der trichterf&ouml;rmigen Beschaffenheit des Kunstwerks ein polterndes Echo ergeben. Ein Besucher murmelt: &#8220;Gleich hinter der n&auml;chsten Ecke wartet bestimmt jemand mit dem Messer&#8221;. Die Soundschnipsel, die den kompletten Ausstellungsraum mit ihrer Cacophonie in eine bizarre Atmosph&auml;re des st&auml;ndigen Unbehagens tauchen, lassen sich vom Besucher an Klangstationen ausl&ouml;sen. So entsteht eine immer neue Kombination aus Rauschen oder dumpfen Pochen.</p>
<div id="attachment_23450" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-23450" title="David Lynch 4" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/03/bild_12b-300x201.jpg" alt="Absurdit&auml;ten, Erotik, subtiler Horror, und dann wieder sch&ouml;ner Realismus - Die Vielf&auml;ltigkeit der Werke Lynchs." width="300" height="201" /><p class="wp-caption-text">Absurdit&auml;ten, Erotik, subtiler Horror, und dann wieder sch&ouml;ner Realismus - Die Vielf&auml;ltigkeit der Werke Lynchs.</p></div>
<p>Lynch spielt auf der gesamten Klaviatur des Kunsthandwerks. Neben der eindrucksvollen Rauminstallation sind vor allem viele Gem&auml;lde und Fotografien des Amerikaners aus Missoula zu sehen. &Uuml;ber 150 St&uuml;cke, teils extra angefertigt, h&auml;lt die Ausstellung bereit. Teils wird der Besucher gar erschlagen von Gewalt und Dimension der Exponate. Manche f&uuml;llen eine ganze Ausstellungswand. Eins davon zeigt eine &uuml;bergro&szlig;en, surreale M&auml;nnergestalt bewaffnet mit Pistole und Messer. In der Ferne l&auml;sst sich eine Frau mit zu einer Fratze verzerrtem Gesicht erkennen. Titel: Pete goes to his girlfriend´s house. Be&auml;ngstigend zwar, allerdings - es ist paradox - huscht einem ein Schmunzeln &uuml;ber die Lippen.</p>
<div id="attachment_23447" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-23447" title="David Lynch2" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/03/bild_08b-300x224.jpg" alt="Der Regisseur als K&uuml;nstler. Das Max-Ernst-Museum in Br&uuml;hl zeigt 150 Kunstwerke von David Lynch." width="300" height="224" /><p class="wp-caption-text">Der Regisseur als K&uuml;nstler. Das Max-Ernst-Museum in Br&uuml;hl zeigt 150 Kunstwerke von David Lynch.</p></div>
<p>Besonders erw&auml;hnenswert sind Fotografien aus der Serie &#8220;Industrial Motives&#8221; mit Industriebrachen, oder teils alten, v&ouml;llig verwahrlosten Maschinen. Erneut: Ein eisiger Schauer des Unbehagens. Ich frage mich, ob sich das Werk gut &uuml;ber meinem Schreibtisch als zuk&uuml;nftiger Chefredakteur machen w&uuml;rde. Ex-Kanzler Schr&ouml;der h&auml;ngte sich schlie&szlig;lich Georg Baselitz Gem&auml;lde eines abst&uuml;rzenden Adlers ins Kanzleramt. Da d&uuml;rfte mein pers&ouml;nliches Lynch-Lieblingswerk sogar weit weniger befremdlich wirken. In der n&auml;chsten Ecke der Ausstellung wartet die Verst&ouml;rung: Aus der Serie &#8220;Distorted Nudes&#8221; erstreckt sich eine Serie von eben&#8230;tja Nacktfotografien. Nun erschlie&szlig;t sich mir auch die Warnung an der Kasse, dass einige Werke das Moralempfinden mancher Besucher ber&uuml;hren k&ouml;nnten. Beim Anblick eines Bildes, das zwei sich penetrierende Frauen zeigt, von denen eine nur noch zwei blutende Armst&uuml;mpfe hat, muss ich schlucken. Entdecke gleichzeitig aber den Voyeur in mir und schaue mir die volle Serie an. Ach deswegen befindet sich dieser Schaffenszyklus wohl im hinteren Teil des Museums, denke ich mir, als ich ins angeschlossene Kino r&uuml;berschlendere.</p>
<div id="attachment_23449" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-23449" title="David Lynch 3" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/03/bild_15b-300x201.jpg" alt="Ein Selbstportr&auml;t, aus dem Besitz des K&uuml;nstlers." width="300" height="201" /><p class="wp-caption-text">Ein Selbstportr&auml;t, aus dem Besitz des K&uuml;nstlers.</p></div>
<p>Leider habe ich den Start von &#8220;Eraserhead&#8221; gerade verpasst, so dass es mir schwer f&auml;llt, dem Film zu folgen. Interessant zu erw&auml;hnen ist allerdings, das Lynch den Film schuf, als er in einem seiner Bilder begann Bewegungen zu entdecken. Die &uuml;ber 30 Jahre l&auml;sst sich der Schwarz-Wei&szlig;-Film nicht anmerken. Er erz&auml;hlt eine fantastische Geschichte aus D&uuml;sternis und Traumwelt: Ein Ehepaar versucht Schlaf zu finden, doch andauernd schreit das Baby. Bei n&auml;herem Betrachten ist dieses v&ouml;llig entstellt, hat weder Arme noch Beine und h&auml;lt den jungen Vater Henry auf Trab. Die Szenerie wird oft durch Tr&auml;ume Henry´s unterbrochen. So versucht er unter anderem Kontakt mit einer blonden T&auml;nzerin aufzunehmen, die scheinbar hinter seinem Heizk&ouml;rper lebt. Als dies misslingt, f&auml;llt ihm der Kopf von den Schultern. Damit allerdings nicht genug, denn der Film endet in einem furiosen Finale, welches nicht weniger verst&ouml;rend wirkt und viele Deutungsm&ouml;glichkeiten bietet. So wie es David Lynch immer dem Betrachter &uuml;berl&auml;sst, was er in seinen Werken sieht.</p>
<p><strong>Ort</strong>: Comesstra&szlig;e 42 / Max-Ernst-Allee 1, 50321 Br&uuml;hl<br />
<strong>Zeit</strong>: Die Ausstellung l&auml;uft noch bis zum 21. M&auml;rz; Di-So von 11 bis 18 Uhr sowie jeden ersten Donnerstag im Monat von 11 bis 21 Uhr<br />
<strong>Geld</strong>: f&uuml;r Studierende 3 Euro<br />
<strong>Hinweis</strong>: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten die Ausstellung nur in Begleitung Erwachsener besichtigen.</p>


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