fake news & fact checking

Mobile Reporting bei der #nr17

9. - 10. Juni 2017


Fake News in Breaking News

Posts, Tweets, Videos – Julia Bayer verifiziert Social-Media-Content für die Deutsche Welle. Im Interview erklärt sie, wie Journalisten Fake News erkennen und von echten Inhalten trennen können.

Von Saskia Wöhler, Maik Haubrich, Cedrik Pelka, TU Dortmund


Fake News und Factchecking im Netz : Kurze Geschichte der digitalen Desinformation

Seit es soziale Netzwerke gibt, kann jeder Mensch Falschmeldungen und Gerüchte um die Welt schicken. US-Präsident Donald Trump setzt Fake News sogar als Waffe gegen Journalisten ein. Wie konnte es so weit kommen?

Von Johanna Mack, TU Dortmund


Faktenchecker Patrick Gensing über seine Arbeit beim ARD-Faktenfinder

Patrick Gensing ist für die Tagesschau auf der Suche nach Fake News. Sein Ziel: Falschmeldungen entlarven und richtigstellen. Aber wie macht er das und was sagt das Publikum dazu?

Von Cedrik Pelka und Maik Haubrich, TU Dortmund



Bilder verifizieren in 5 Schritten – Tipsheet

Original oder Fälschung? Im Workshop „Fake News enttarnen“ haben Julia Bayer und Boris Kartheuser erklärt, wie man verschiedene Medienformen überprüft.

Von Anna Bremer, TU Dortmund

Schritt 1: Prüfe, ob schon jemand das Bild verifiziert hat

- Hoax-Überwachungsseite „Snopes“ öffnen
- Stichworte eingeben und nach dem Bild suchen
- alternativ: mit Stichworten in Google Groups suchen, ob schon jemand anderes dieses Bild verifiziert hat

Schritt 2: Metadaten checken

- Exif-Daten mit Hilfe von Jeffrey’s Image Metadata Viewer anzeigen lassen
- dazu URL in die Suchmaske eingeben oder Foto hochladen
- Das Programm gibt z.B. den Namen des Fotografen, Aufnahmedatum und -ort aus.
- Stimmen diese Angaben mit den Vermutungen über das Bild überein?

Schritt 3: Auffälligkeiten im Bild suchen

- Auf Kleidung achten: Passt sie zum landestypischen Stil?
- Kann ich etwas aus dem Kontext erkennen, etwa Gestaltung der Straßenschilder,
- Kann jemand die Sprache auf den Bildern - Wie fällt der Schatten im Bild? -> Hinweis auf Uhrzeit
- Gibt es auffällige Bodenbeläge z.B besondere Steine? -> möglicher Hinweis auf Ort

Schritt 4: Nach ähnlichen Bildern suchen

- URL in Google Bildersuche einfügen und schauen, ob es ähnliche Bilder gibt, die mehr Details enthalten.

Schritt 5: Plausibilitätscheck

- Wenn bereits Details bekannt sind, diese auf Richtigkeit prüfen:
- War z.B. das Wetter zum Aufnahmezeitpunkt an diesem Ort wirklich so, wie es auf dem Bild scheint?
- Wetterdaten mit WolframAlpha; Ort und Datum auf Englisch eingeben) abgleichen


Was Journalisten bei der Verwendung von Youtube-Videos beachten müssen

Youtube-Videos sind ein beliebtes Mittel, um journalistische Beiträge anschaulich zu machen. Unter welchen Bedingungen Journalisten sie einsetzen dürfen, hat Dr. Kirsten von Hutten, Justiziarin bei Gruner + Jahr, bei #nr17 erklärt. Wir haben die wichtigsten Tipps zusammengefasst.

Von Patricia Friedek, TU Dortmund

Das Wichtigste vorweg: Auch Youtube-Videos sind urheberrechtlich geschützt. Deshalb gilt der Grundsatz: Bevor man ein Video verwendet, muss man den Urheber um Einwilligung bitten. Es gibt aber einige Ausnahmen, die Journalisten den Redaktionsalltag erleichtern.

Muss ich immer um Erlaubnis fragen?

Wenn der Urheber angegeben hat, dass er auf das Urheberrecht verzichtet, darf das Video auch ohne Nachfrage verwendet werden. Das tut der Nutzer, indem er bei seinem Video die Creative-Commons-Lizenz des Typs BY angibt. Achtung: Allein die Tatsache, dass der Nutzer das Video bei Youtube hochgeladen hat und frei zugänglich macht, bedeutet nicht, dass er auf seine Rechte verzichtet.

Was ist der Unterschied zwischen dem Einbetten und Zitieren von Youtube-Videos?

Seit Neustem gibt es die Möglichkeit des sogenannten „Embedding“, also des Einbettens von Internetvideos auf der eigenen Website. Das bedeutet: Das Video wird auf der Seite eingebettet und existiert als eine Art Verweis. Wenn der Nutzer es anklickt, landet er auf der Internetseite des Originalbeitrags. In diesem Fall wird das Video nicht direkt kopiert.

Beim Zitieren geht es nur darum, gewisse Passagen oder Ausschnitte aus dem Video zu verwenden, und nicht das ganze Video in den Beitrag einzufügen.

Was deckt das Zitatrecht ab?

Wenn das Video dazu dient, ein eigenes Werk zu belegen, darf es verwendet bzw. zitiert werden. Allerdings muss es ein gesundes Verhältnis geben zwischen dem Anteil des eigenen Beitrags und dem des zitierten Videos. Ist das Video zehn Minuten lang und der Text dazu besteht aus ein paar Zeilen, greift das Zitatrecht nicht. Zudem gilt: Der Beitrag muss sich inhaltlich mit dem Video auseinandersetzen. Das gilt auch für Bilder von Instagram und Co.

Wie zitiere ich ein Youtube-Video?

Es reicht nicht aus, nur Youtube als Quelle anzugeben. Der Name des Nutzers ist unbedingt zu nennen. Also zum Beispiel: Quelle: Youtube/LeFloid.

Darf ich unter bestimmten Bedingungen auch das ganze Video zitieren?

In der Regel nicht ohne die Einwilligung des Urhebers. Um das ganze Video zu verwenden, sollte lieber auf das Embedding zurückgegriffen werden.

Kann ich jedes beliebige Video einbetten?

Auch beim Einbetten des Videos ist es wichtig, darauf zu achten, ob das Video rechtswidrige Inhalte enthält. Wurde das Video nicht ordnungsmäßig gedreht und veröffentlicht (z.B. Konzertmitschnitte) oder enthält Verleumdungen oder Beleidigungen, darf man es auch nicht einbetten.

Fazit: Wichtig ist immer zu beachten, dass das Video nicht nur zum „Aufhübschen“ des Beitrags dient, sondern dass der Beitrag sich damit auseinandersetzt und das Video im Verhältnis nur ein kleiner Teil des kompletten Beitrags ist. Ansonsten lieber das Embedding verwenden oder den Urheber fragen.


Wie der Bayerische Rundfunk News verifiziert

Soziale Medien liefern viele Informationen – wahre genauso wie falsche. Seit Mai gibt es deshalb beim BR ein Verifikationsteam. Wir haben mit Leiter Stefan Primbs über seine Arbeit gesprochen.

Von Saskia Wöhler, Maik Haubrich, Dominik Rosing


Auf Entenjagd bei der #nr17

Es gibt Dutzende verschiedene Entenarten. Die Zeitungsente fällt nicht darunter. Dieser haben wir zusammen mit Recherche-Trainer Albrecht Udo eine Instagram-Story gewidmet. Dominik Rosing war auf Entenjagd bei der #nr17.




Social Bots: Programmierte Stimmungsmacher

Immer öfter werden in sozialen Netzwerken sogenannte Social Bots genutzt, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Bei der #nr17 erklären Experten, wie man diese Fake-Accounts erkennt und was dagegen unternommen wird.

Von Sina Böger und Johanna Mack, TU Dortmund

Was sind Social Bots?

Social Bots sind Programme, die in sozialen Netzwerken als Account auftreten und eine menschliche Präsenz vortäuschen. Sie sind so programmiert, dass sie selbstständig Daten auswerten und Inhalte generieren. Sie treten sehr häufig auf Twitter auf, da Tweets kurz und somit einfach zu simulieren sind. Aber auch in anderen Netzwerken, wie Facebook, sind diese Roboter-Accounts aktiv.

Stellen Social Bots aktuell eine Gefahr da?

„Social Bots werden auf jeden Fall zur Stimmungsmache eingesetzt“, sagt Julia Bayer, Social-Media Journalistin bei der Deutschen Welle, auf der Jahreskonferenz 2017 des netzwerk recherche. Das sei vor allem seit dem jüngsten US-Wahlkampf deutlich geworden. Besonders schwierig wird es bei sogenannten Trendthemen. In dem Social Bots einen bestimmtem Hashtag sehr häufig teilen, können sie gezielt Themen bei Twitter zum Trend machen und damit den User blenden.

Wie erkennt man Social Bots?

„Social Bots sind eine immer größer werdende Herausforderung weil sie immer menschlicher erscheinen“, erklärt Julia Bayer. Noch kann man sie jedoch mit wenigen Checks von echten Accounts unterscheiden. „Auch bei Bots gilt: reine Quellenverifizierung. Man muss hinterfragen – Wie lange gibt es den Account schon?“, erläutert Bayer das Vorgehen. „Bots folgen wenigen Usern, haben aber sehr viele Follower. Außerdem posten sie innerhalb sehr kurzer Zeit viele Tweets.“ Weiter erläutert sie, dass die Programme oft auf einen Hashtag immer mit dem gleichen Tweet reagieren. All das deute daraufhin, dass es sich um einen programmierten Account handelt.

Gibt es bereits Tools, die vor Social Bots schützen?

An der Entwicklung von Tools zur Erkennung von Social Bots wird gearbeitet. Ein solches Programm ist „Bot or Not“, das falsche Twitter-Accounts enttarnen soll. „Viele dieser Tools sind leider noch sehr fehlerhaft und nicht ausgereift“, betont jedoch Patrick Gensing vom Faktenfinder der ARD.


Produziert die Regenbogenpresse Fake News?

Die Verschlossene Auster, der Negativpreis von netzwerk recherche, geht 2017 an drei Verlage der Regenbogenpresse. Wir haben Mats Schönauer und Moritz Tschermak von „Topfvollgold“ zum Thema Fake News in der Yellow Press befragt.

Von Patricia Friedek und Anna Brember, TU Dortmund




Haben wir ein Problem mit Fake News, Herr Gauland?

Als Parteivize der AfD muss Alexander Gauland immer auf dem aktuellen Nachrichtenstand sein. Dafür liest er jeden Morgen drei Zeitungen, verrät er im Interview. Aber vertraut er ihnen auch?

Von Cedrik Pelka und Dominik Rosing, TU Dortmund


Wohin mit dem ganzen Hass?

Täglich müssen sich Social-Media-Redakteure mit einer Flut von Hasskommentaren auseinandersetzen. Wie die Spiegel-Online-Redaktion damit umgeht und wie Journalisten das verkraften, hat uns Carline Mohr, CvD Audience Development bei Spiegel Online, im Interview erzählt.

Von Patricia Averesch und Lena Meerkötter, TU Dortmund


Was tun gegen Fake News aus der Wissenschaft?

Vielen Redaktionen fehlt es an Ressourcen und Expertise, um Nachrichten aus der Wissenschaft zu überprüfen. Das Science Media Center Germany bereitet Informationen aus der Forschung und Expertenmeinungen auf und stellt sie unter anderem Journalisten zur Verfügung. Redaktionsleiter und Geschäftsführer Volker Stollorz erklärt, wie das vor Fake News schützt.

Von Sina Böger und Johanna Mack, TU Dortmund


Fake News enttarnen: Sechs Tipps vom Profi

Fake News - Nicht nur drüber reden, sondern dagegen vorgehen: Wir haben uns sechs Tipps von Faktchecker Fiete Stegers geholt, wie ihr Fake News bei Facebook und Twitter enttarnen könnt.

Von Saskia Wöhler, TU Dortmund



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