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	<title>pflichtlektüre &#187; Themenwoche Glaube</title>
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	<description>Studierendenmagazin für Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg</description>
	<pubDate>Wed, 23 May 2012 17:50:58 +0000</pubDate>
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		<title>Glauben auf Rezept</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 10:18:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lisa Weitemeier</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Themenwoche Glaube]]></category>

		<category><![CDATA[aus dem labor]]></category>

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		<category><![CDATA[Selbstheilungskräfte]]></category>

		<category><![CDATA[Spontanheilung]]></category>

		<category><![CDATA[Wunderheilung]]></category>

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		<description><![CDATA[Glaube ist stark. Aber kann er auch helfen, Krankheiten zu heilen? Zwischen Placebo-Effekt und Kraftquellen – eine Suche nach dem, was wirklich hilft. 


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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_82347" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/banner_glaube.jpg"><img class="size-full wp-image-82347" title="banner_glaube" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/banner_glaube.jpg" alt="Fotos/Montage: Marc Patzwald" width="600" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Fotos/Montage: Marc Patzwald</p></div>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">Glaube kann Berge versetzen, sagt man so sch&ouml;n. Aber kann er auch helfen, Krankheiten zu heilen? Glauben als wirksames Medikament, sozusagen. Eine schwierige Frage. Doch ob es jetzt der Glauben an einen helfenden Gott ist, oder eine &Uuml;berzeugung, die so fest und stark ist, dass sie einen positiven Einfluss auf unseren K&ouml;rper hat – der Glaube an sich schafft Willenskraft.</span></strong></p>
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<p class="MsoNormal"><em><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">Diagnose: Krebs. Ein Schock. Verwirrung. Pl&ouml;tzlich ist all das, was immer ganz fern schien, so nahe. Und dann geht alles ganz schnell: F&uuml;r Gabi B. beginnt ein langer Aufenthalt in einer Spezialklinik – der Tumor soll entfernt werden.</span></em></p>
<p class="MsoNormal"><span class="MsoCommentReference"><span style="font-size: 8pt; line-height: 115%;"><span> </span></span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">Immer wieder ist von wundersamen Heilungen zu h&ouml;ren. In der Bibel oder von omin&ouml;sen selbsternannten Wunderheilern. Alles Schwachsinn, denkt manch einer wohl sofort. Und das ist sicher nicht ganz von der Hand zu weisen. Nur durch den Glauben an Heilung wird man sicherlich nicht gesund. Dennoch entscheidet unser Glaube an die Wirksamkeit einer Therapie oder eines Medikaments ma&szlig;geblich dar&uuml;ber, ob es hilft oder nicht – Stichwort Placebo-Effekt.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;"><strong>Einziger Wirkstoff: Der Glaube an Heilung</strong> </span></p>
<div id="attachment_82607" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-82607 " src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/535114_web_r_k_b_by_alexandra-h_pixeliode-300x200.jpg" alt="Echt oder Placebo? Die wirkstofffreien Placebo-Pillen enthalten meist nur Zucker oder St&auml;rke." width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Echt oder Placebo? Die wirkstofffreien Placebo-Pillen enthalten meist nur Zucker oder St&auml;rke. Alexandra H. / pixelio.de</p></div>
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<p class="MsoNormal"><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">So gingen Forscher der Frage nach: Wie viel Schmerz kann ein Mensch aushalten, wenn er glaubt, ein Schmerzmittel zu bekommen? &#8220;Diejenigen Probanden, die dachten sie bek&auml;men ein starkes Schmerzmittel, konnten ihre H&auml;nde wesentlich l&auml;nger in eiskaltem Wasser halten“, erkl&auml;rt der Psychologe R&uuml;diger Zwerenz von der Universit&auml;t Mainz. Doch statt eines Schmerzmittels hatten sie nur eine wirkungslose Substanz geschluckt – der einzige Wirkstoff in einem Placebo: der Glaube an Heilung. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">Anders herum kann man durch das Nicht-Glauben an eine Therapie auch die Wirkung eines guten Medikaments zunichtemachen. &#8220;Wenn der Arzt dem Patienten ein Schmerzmedikament verschreibt, und nebenbei anmerkt: &#8220;Ich wei&szlig; aber nicht, ob das bei Ihnen so gut wirkt“, wird der Patient weniger Schmerzen aushalten als ein Patient, der fest an die Wirkung des Medikamentes glaubt“, so Zwerenz.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;"><strong>Menschen mit Spiritualit&auml;t sind st&auml;rkere K&auml;mpfer</strong> </span></p>
<p class="MsoNormal"><em><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">Nach der Operation ist Gabi B. zwar schwach, aber guten Mutes. Trotz ihrer Schmerzen sch&auml;kert sie herum, und freut sich, den Tumor endlich los zu sein. Doch dann kommt die Nachricht: Der Krebs ist nicht vollst&auml;ndig entfernt. Und wieder geht es in den OP-Saal.</span></em></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;; color: black;">&#8220;Die Frage, ob der Glaube bei der Heilung von Krankheiten hilft, kann kein Mensch so einfach beantworten“, glaubt Gerhard Strittmatter, Leiter der Abteilung f&uuml;r Psychosoziale Onkologie an der Fachklinik Hornheide in der N&auml;he von M&uuml;nster. Doch w&uuml;rden Studien aus den USA und Israel zeigen, dass Hautkrebs-Patienten mit einem festen Glauben – egal ob religi&ouml;ser Art oder nicht <span> </span>– durchaus st&auml;rkere Bew&auml;ltigungsstrategien haben. &#8220;Der Glaube ist eine starke Kraftquelle“, so Strittmatter, &#8220;Menschen mit einer bestimmten Form von Spiritualit&auml;t k&ouml;nnen besser k&auml;mpfen“. Und werden sie dann selbst aktiv, bek&auml;men sie auch von ihrem Umfeld intensivere Unterst&uuml;tzung.</span></p>
<p class="MsoNormal"><em><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">W&auml;hrend des Klinikaufenthaltes bekommt Gabi B. immer wieder neue Zimmerpartnerinnen. Die eine ist optimistisch, sieht ihrem Schicksal tapfer entgegen. Frau Fr&ouml;hlich hei&szlig;t sie, sehr passend. Die n&auml;chste ist sehr niedergeschlagen, jammert viel und weint. Trotzdem glaubt Gabi B. auch weiterhin: Alles wird gut.</span></em></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">Was z&auml;hlt, ist die Lebensqualit&auml;t</span></strong><em><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;"> </span></em></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;; color: black;">Enorm wichtig zur Bew&auml;ltigung der Krankheit sei es, so glaubt Strittmatter, sich einerseits die Gef&auml;hrlichkeit etwa des Tumors vor Augen zu halten, andererseits aber auch seinen Optimismus nie zu verlieren. Es m&uuml;sse eine Balance gefunden werden zwischen der Auseinandersetzung mit dem Tod und einer optimistischen, hoffnungsvollen Einstellung.</span></p>
<div id="attachment_82608" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-82608" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/550151_web_r_k_b_by_daniel-stricker_pixeliode-300x225.jpg" alt="Nutze deine eigenen Kraftquellen - ob es die Natur ist oder der Glaube. Foto: Daniel Stricker / pixelio.de" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Nutze deine eigenen Kraftquellen - ob es die Natur ist oder der Glaube. Foto: Daniel Stricker / pixelio.de</p></div>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">Denn entscheidend sei bei der Bew&auml;ltigung einer Krankheit die Lebensqualit&auml;t. Und ein Mensch voller Optimismus lebt einfach besser. Auch ein Mensch, dem Glaube etwas bedeutet, der betet und Gottesdienste besucht, f&uuml;hlt sich dadurch besser. Und das sei entscheidend: &#8220;Wichtig ist es, seine Kraftquellen zu nutzen, ob es jetzt die Natur ist oder der Glaube“</span></p>
<p class="MsoNormal"><em><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">Die Familie kommt so oft es geht zu Besuch, doch die Klinik ist weit entfernt von zu Hause. In den langen, nicht enden wollenden einsamen Stunden hadert Gabi B. auch mit Gott. Wieso l&auml;sst er mich so allein? Wo ist seine Hilfe, wenn ich sie brauche?</span></em></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">Glaube macht den Kranken das Leben leichter, doch Religion hilft nicht immer – ein angstmachendes Gottesbild verschlimmert die Situation sogar. Das zeigen auch die Forschungsergebnisse des Religionspsychologen Sebastian Murken von der Universit&auml;t Trier. Er ging der Frage nach, wie der religi&ouml;se Glauben mit der Bew&auml;ltigung von Lebenskrisen zusammenh&auml;ngt. Anhand von Frageb&ouml;gen und Interviews untersuchte er hierzu 200 Frauen, bei denen kurz zuvor Brustkrebs diagnostiziert wurde. Etwa drei Viertel dieser Frauen versuchten, die Krankheit mithilfe ihres Glaubens zu bew&auml;ltigen – doch nicht alle hatten denselben Erfolg. Betrachteten die Patientinnen ihre Krankheit etwa als Strafe Gottes, hatten sie also ein negativ gepr&auml;gtes Gottesbild, erschwerte das mitunter den Umgang mit der Krankheit.<span> </span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;; color: black;">Beten hilft, glaubt auch der Theologe und Psychologe Gerhard Strittmatter– &#8220;bei Menschen, die einen Zugang zu Religion und Spiritualit&auml;t haben“. Die amerikanische Stressforscherin Esther Sternberg f&uuml;hrt eine positive Wirkung des Betens darauf zur&uuml;ck, dass der R&uuml;ckzug in die Kommunikation mit Gott die Aussch&uuml;ttung des Stresshormons Cortisol reduziere – und das st&auml;rke wiederum das Immunsystem.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;; color: black;"><strong>Wunder gibt es immer wieder</strong> </span></p>
<p class="MsoNormal"><em><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;; color: black;">Die Wunde ist nach den vielen Operationen sehr tief. Die &Auml;rzte glauben nicht, dass sie von alleine heilt. Eine Transplantation soll folgen. Doch Gabi B. str&auml;ubt sich – nach den f&uuml;nf Eingriffen nicht noch eine so komplizierte Operation. Sie will nach Hause, will ihren Geburtstag bei ihrer Familie feiern. Die &Auml;rzte wollen sie nicht gehen lassen. Aber der Chefarzt sagt: &#8220;Wenn die Patientin den Eingriff nicht will, bringt es nichts. Es wird nicht funktionieren.“ Er schickt sie nach Hause.</span></em></p>
<div id="attachment_82599" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-82599" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/548847_web_r_k_b_by_wilhelmine-wulff_pixeliode-300x205.jpg" alt="Die Unterst&uuml;tzung durch die Familie ist f&uuml;r einen Kranken enorm wichtig. Bild: Wilhelmine Wulff / pixelio.de" width="300" height="205" /><p class="wp-caption-text">Die Unterst&uuml;tzung durch die Familie ist f&uuml;r einen Kranken enorm wichtig. Bild: Wilhelmine Wulff / pixelio.de</p></div>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;; color: black;">Zur&uuml;ck zu den Wunderheilungen.<em> </em>Unter 60 000 Patienten gebe es ein Wunder, erz&auml;hlt Strittmatter. Auch er habe einmal einen Fall von Spontanheilung erlebt, die er nicht erkl&auml;ren konnte. Diese Frau war zutiefst davon &uuml;berzeugt, eine spirituelle Handlung habe sie vom Krebs geheilt. &#8220;Was es wirklich war, das wei&szlig; ich nicht. Aber sie war gesund, und hat vollkommen daran geglaubt.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;; color: black;">Prinzipiell glaubt der Psychologe: Was nicht von der Seele kommt, kann die Seele auch nicht heilen. Und ob der Glaube tats&auml;chlich einen Einfluss auf die &Uuml;berlebenszeit hat, das lasse sich einfach nicht beweisen. So zitiert er einen verstorbenen Kollegen: &#8220;</span><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">Das Gebet kann den Zerfall des Fleisches nicht aufhalten.“ </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;"><strong>Spontanheilungen durch Lebensver&auml;nderung</strong> </span></p>
<p class="MsoNormal"><em><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;; color: black;">Die ersten Wochen heilt die Wunde schlecht, wie von den &Auml;rzten prophezeit. Doch Gabi B. ist optimistisch. Ich schaffe das, sagt sie sich immer und immer und immer wieder. Und auch ihre Familie ist voller Hoffnung.</span></em></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">Die Psychologin Doris Wolf f&uuml;hrt solcherlei Spontanheilungen bei Krebskranken darauf zur&uuml;ck, dass die Patienten ihr Leben ver&auml;ndert haben, nachdem sie von ihrer Krankheit erfuhren. Sie schreibt auf ihrer Internetseite: &#8220;Sie ver&auml;nderten ihre Ern&auml;hrung, die Lebensgewohnheiten und die Lebensziele. Sie glaubten fest daran, die &#8220;Ausnahme der Regel&#8221; zu sein und beteiligten sich voller Hoffnung an der Therapie. Der Glaube, dass sie Einflussm&ouml;glichkeiten haben und die Bereitschaft, sich voll f&uuml;r ihre Gesundung einzusetzen, hilft ihnen, ihre Selbstheilungskr&auml;fte zu aktivieren.“</span></p>
<p class="MsoNormal"><em><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">Sechs Wochen, nachdem Gabi B. nach Hause kam, strahlt ihre Pflegerin nach dem Verbandswechsel. &#8220;Die Wunde heilt pl&ouml;tzlich in einem Affentempo“, sagt sie, &#8220;ich glaube, wir brauchen hier keinen weiteren Eingriff mehr“.</span></em></p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">Und was hilft f&uuml;r alle?</span></strong><em><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;"> </span></em></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">Die vermeintlichen Heilerfolge des Glaubens sind schwer nachzuweisen. Denn es sei schwierig, handfeste Kriterien zu entwickeln, an denen man diesen Effekt durch Studien verl&auml;sslich best&auml;tigen kann, so die <span>Psychologin Barbara Imruck. &#8220;Es gibt sicherlich individuelle positive Ph&auml;nomene. Aber die Frage muss ja sein: Was hilft f&uuml;r alle?“</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">Doch auch sie glaubt, dass eine positive, optimistische </span><span style="font-family: &quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">Lebensanschauung sehr wichtig ist zur Bew&auml;ltigung von Krisen, wie etwa einer Krebserkrankung. &#8220;Und der Patient muss wissen, dass er auf Unterst&uuml;tzung zur&uuml;ckgreifen kann“ – ob es nun die Familie ist, die einem Kraft gibt, der Glaube an Gott oder eine innere feste &Uuml;berzeugung.</span></p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>Mehr zum Thema</strong></p>
<p style="color: white;">web: <a href="http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin/placeboeffekt-kein-hirngespinst-11027602.html">Placebo-Effekt: Kein Hirngespinst</a></p>
<p style="color: white;">web: <a href="http://www.stern.de/wissen/mensch/studie-glaube-hoffnung-heilung-538101.html">Glaube, Hoffnung, Heilung</a></p>
<p style="color: white;"><strong>Themenwoche Glaube</strong></p>
<p style="color: white;">pflichtlektuere: <a href="../../02/01/2012/zwischen-wissenschaft-und-glauben/" target="_blank">Zwischen Wissenschaft und Glauben</a></p>
<p style="color: white;">pflichtlektuere: <a href="../../03/01/2012/geisterjagd-in-nrw/" target="_blank">Geisterjagd in NRW</a></p>
<p style="color: white;">pflichtlektuere: <a href="../../04/01/2012/feiern-ohne-gott/" target="_blank">Feiern ohne Gott</a></p>
<p style="color: white;">pflichtlektuere: <a href="../../05/01/2012/im-neuen-glauben-angekommen/">Im neuen Glauben angekommen</a></p>
</div>


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		</item>
		<item>
		<title>Im neuen Glauben angekommen</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/05/01/2012/im-neuen-glauben-angekommen/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 10:52:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anne Wunsch</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Themenwoche Glaube]]></category>

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		<category><![CDATA[liberale jüdische Gemeinde Unna]]></category>

		<category><![CDATA[liberales Judentum]]></category>

		<category><![CDATA[Wendy Wagner]]></category>

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		<description><![CDATA["Ich bin j&#252;disch, ich wei&#223; das!" Das sagt die 19-j&#228;hrige Wendy Wagner. Deshalb m&#246;chte die junge Studentin zum j&#252;dischen Glauben konvertieren.


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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die liberale j&uuml;dische Gemeinde &#8220;haKochaw&#8221; (Stern) in Unna feiert Chanukka, das Lichterfest. Es wird gebetet, gesungen, getanzt und viel gelacht. Nat&uuml;rlich d&uuml;rfen auch gutes Essen und Wein nicht fehlen. Unter den rund vierzig Gl&auml;ubigen herrscht eine ausgelassene, freudige Stimmung. Auch bei Wendy Wagner. 19 Jahre, blonde lange Haare, strahlende Augen. Eigentlich eine ganz normale junge Frau, die da zwischen den anderen Gemeindemitgliedern sitzt. Aber die Geschichte, die Wendy mit der kleinen j&uuml;dischen Gemeinde verbindet, ist eine ganz Besondere. Auf dem Papier ist sie noch keine J&uuml;din, aber das soll sich in diesem Jahr &auml;ndern. Die 19-j&auml;hrige Studentin m&ouml;chte zum Judentum konvertieren. Warum? Diese Frage wurde ihr schon so oft gestellt. Wendys Antwort: &#8220;Weil ich hier angekommen bin.&#8221;</strong></p>
<div id="attachment_81892" class="wp-caption alignright" style="width: 186px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/unna-bild1.jpg"><img class="size-medium wp-image-81892  " src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/unna-bild1-176x300.jpg" alt="Seit &uuml;ber zwei Jahren kommt Wendy Wagner regelm&auml;&szlig;ig zu den Gottesdiensten der liberalen j&uuml;dischen Gemeinde in Unna." width="176" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Seit &uuml;ber zwei Jahren kommt Wendy Wagner regelm&auml;&szlig;ig zu den Gottesdiensten der j&uuml;dischen Gemeinde in Unna. Teaserfoto: Viktor Schwabenland/pixelio.de, Fotos: Anne Wunsch</p></div>
<p>Mit 13 Jahren erfuhr Wendy zum ersten Mal, dass sie j&uuml;dische Vorfahren hat. Ihr Gro&szlig;onkel hatte Ahnenforschung betrieben und herausgefunden, dass die Familie eine j&uuml;dische Vergangenheit hat. So ist Wendy zum ersten Mal mit dem Judentum in Kontakt gekommen. Sie fing an, viel zu lesen und war sofort fasziniert, neugierig. Sie wollte mehr &uuml;ber die j&uuml;dische Religion erfahren. &#8220;Nach und nach habe ich dann irgendwie gemerkt, dass die Ansichten, die das Judentum vertritt, auch genau meine Ansichten sind. Ich habe darin etwas gefunden, wonach ich erst mal gar nicht gesucht hatte&#8221;, sagt Wendy heute. Schritt f&uuml;r Schritt n&auml;herte sie sich dem j&uuml;dischen Glauben an. &#8220;Ich wollte nicht sofort meine alte Religion &uuml;ber Bord werfen. Ich war sehr aktiv in unserer evangelischen Gemeinde. Das war ein l&auml;ngerer Prozess.&#8221; Nach mehreren Gespr&auml;chen mit ihrem Pfarrer, war f&uuml;r Wendy aber irgendwann klar, dass die christliche Religion nicht die Antworten auf ihre Fragen geben kann. So wurde der Wunsch, zu konvertieren, immer gr&ouml;&szlig;er. Sie stellte ihre Ern&auml;hrung um, begann koscher zu essen. Mit 16 suchte Wendy dann den Kontakt zur j&uuml;dischen Gemeinde. <strong></strong></p>
<p><strong>&#8220;Jetzt habe ich ganz, ganz viele M&uuml;tter&#8221;</strong></p>
<div id="attachment_81893" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/unna-bild2.jpg"><img class="size-medium wp-image-81893 " src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/unna-bild2-300x228.jpg" alt="Die Gemeinde ist f&uuml;r Wendy wie eine Familie." width="300" height="228" /></a><p class="wp-caption-text">Die j&uuml;dische Gemeinde ist f&uuml;r Wendy wie eine Familie.</p></div>
<p>Nach einem gescheiterten Kontakt zur j&uuml;dischen Gemeinde in Dortmund, erkundigte sie sich bei der liberalen Gemeinde in Unna, die sich gerade erst neu gegr&uuml;ndet hatte. &#8220;Ich wurde sofort so herzlich empfangen und dann bin ich gleich in der n&auml;chsten Woche zum Gottesdienst gegangen. Da habe ich von Anfang bis Ende eigentlich nur geheult&#8221;, sagt Wendy mit gl&auml;nzenden Augen und einem L&auml;cheln. &#8220;Es war einfach so bewegend, wenn man so lange auf etwas hofft und dann pl&ouml;tzlich das Gef&uuml;hl hat, krass, ich bin jetzt hier.&#8221; Seit diesem Tag ist die Gemeinde ihre zweite Familie geworden.</p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>Hier reinh&ouml;ren:</strong> <a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/ich-habe-jetzt-ganz-viele-mutter.mp3">Wendy &uuml;ber die Gemeinde in Unna</a></p>
</div>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><strong>Wir feiern zu Hause &#8220;Weihnukka&#8221;</strong></p>
<div id="attachment_81907" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/unna-bild3.jpg"><img class="size-medium wp-image-81907" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/unna-bild3-300x233.jpg" alt="F&uuml;r das Chanukka-Fest haben die Gemeindemitglieder ein Buffet vorbereitet." width="300" height="233" /></a><p class="wp-caption-text">F&uuml;r das Chanukka-Fest haben die Gemeindemitglieder ein Buffet vorbereitet.</p></div>
<p>Wendys Eltern haben mittlerweile den Wunsch ihrer Tochter, J&uuml;din zu werden, vollkommen akzeptiert. &#8220;Die ersten zwei Jahre dachten meine Eltern, das w&auml;re eine Phase wie, ich bin jetzt mal Vegetarierin, und das geht dann wieder vorbei. Aber dann haben sie irgendwann eingesehen, dass es nicht mehr vorbei geht.&#8221; Eine besondere Umstellung f&uuml;r die ganze Familie war die Ern&auml;hrung. Seit Wendy sich koscher ern&auml;hrt, isst sie zum Beispiel Milchprodukte nicht zusammen mit Fleisch. Auch Schweinefleisch hat sie von ihrem Speiseplan gestrichen. Weil Wendy aber viel Unterst&uuml;tzung von ihrer Familie erhalten hat, war auch das kein Problem. &#8220;Ich werde nie vergessen, wie mein Vater von der Pommesbude f&uuml;r alle Currywurst mitgebracht hat. Nur f&uuml;r mich hatte er dann extra etwas anderes geholt. Da wusste ich, jetzt haben sie es akzeptiert.&#8221; Dar&uuml;ber ist Wendy sehr gl&uuml;cklich, weil sie wei&szlig;, dass das nicht selbstverst&auml;ndlich ist. Sie kennt auch Geschichten von Menschen, deren Familie und Freunde sich abgewandt haben, weil sie zum j&uuml;dischen Glauben &uuml;bergetreten sind. &#8220;Da habe ich wirklich Gl&uuml;ck gehabt.&#8221; Extra f&uuml;r die Weihnachtszeit, hat sich Wendys Familie etwas ganz Besonderes &uuml;berlegt, um j&uuml;dische und christliche Traditionen zu vereinen: Sie feiert &#8220;Weihnukka&#8221;.</p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>Hier reinh&ouml;ren:</strong> <a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/wir-feiern-weihnukka.mp3">Wendys Familie feiert &#8220;Weihnukka&#8221;</a></p>
</div>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>Auch ihre Freunde haben Wendys neue Religion relativ schnell akzeptiert. &#8220;Klar kommt dann mal ein Spruch, aber das macht mir nichts aus. Das nehme ich mit Humor. Ansonsten sprechen wir da eigentlich kaum dr&uuml;ber.&#8221; Die junge Studentin hat kein Problem damit, ihr modernes Leben mit ihrem Glauben zu vereinen. &#8220;Ich bin noch dabei, den richtigen Lebensstil im Judentum f&uuml;r mich zu finden, vor allem bei den Speisegesetzen. Es gibt verschiedene Formen, wie streng man diese Regeln einh&auml;lt. Aber ich glaube, ich werde da fast konservativer sein, als viele andere in unserer Gemeinde.&#8221; Das habe damit zu tun, dass sie die j&uuml;dische Religion f&uuml;r sich selbst st&auml;rker im Alltag sp&uuml;ren m&ouml;chte. Auch f&uuml;r das Beten hat Wendy einen eigenen Weg gefunden, um es mit ihrem  Studentenleben zu verbinden. &#8220;Ich bete nicht dreimal t&auml;glich, sondern ich sage Singspr&uuml;che. Da gibt es zum Beispiel den Segen zum H&auml;ndewaschen oder den Segen &uuml;ber das Brot. Das begleitet mich meistens den ganzen Tag.&#8221;</p>
<p><strong>Davidstern als Erkennungsmerkmal</strong></p>
<div id="attachment_81922" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/unna-bild4.jpg"><img class="size-medium wp-image-81922" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/unna-bild4-300x269.jpg" alt="Wendy tr&auml;gt den Davidstern jeden Tag bei sich." width="300" height="269" /></a><p class="wp-caption-text">Wendy tr&auml;gt den Davidstern jeden Tag bei sich.</p></div>
<p>Wendy selbst geht mit ihrer Religion sehr offen um. Wer sie nach ihrem Glauben fragt, bekommt Antworten. Und wer sich auskennt, kann sofort erkennen, dass sie dem j&uuml;dischen Glauben sehr nahe steht. Sie tr&auml;gt eine Halskette mit einem Davidstern als Anh&auml;nger. Manchmal erlebt sie, dass Leute befremdlich darauf reagieren. Meistens kn&uuml;pft sie dar&uuml;ber jedoch neue Kontakte, wie in ihrem Studium an der Uni in M&uuml;nster. Da wurde sie von anderen j&uuml;dischen Studenten angesprochen, jetzt wollen sie gemeinsam eine j&uuml;dische Hochschulgruppe gr&uuml;nden. <strong></strong></p>
<p><strong>&#8220;Ich habe hier noch etwas zu erledigen&#8221;</strong></p>
<div id="attachment_81950" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/unna-bild5.jpg"><img class="size-medium wp-image-81950" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/unna-bild5-300x207.jpg" alt="Beim Chanukka-Fest spielt Wendy mit den Kindern Dreidel, ein typisch j&uuml;disches Spiel." width="300" height="207" /></a><p class="wp-caption-text">Beim Chanukka-Fest spielt Wendy mit den Kindern Dreidel, ein typisch j&uuml;disches Spiel.</p></div>
<p>Genauso engagiert ist Wendy auch in der Gemeinde, vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit. Ihr neuestes Projekt: Ein Austausch mit einer j&uuml;dischen Gemeinde aus den USA. Mit etwas leiserer Stimme verr&auml;t Wendy dann noch, dass sie bald ein h&ouml;heres Amt in der Gemeinde bekommen soll. &#8220;Ich habe schon geh&ouml;rt, dass ich nach meinem &Uuml;bertritt der Vorleser werden soll. Bei Gottesdiensten lese ich dann den Text auf hebr&auml;isch aus der Tora vor. Das macht mich sehr stolz.&#8221; Um ihr Hebr&auml;isch noch weiter zu verbessern, macht sie zur Zeit einen Kurs an der Universit&auml;t. Au&szlig;erdem nimmt sie seit &uuml;ber einem Jahr Religionsunterricht bei einem Rabbiner aus Berlin, der regelm&auml;&szlig;ig die kleine Gemeinde in Unna besucht. Er bereitet Wendy auf den &Uuml;bertritt und die damit verbundene Pr&uuml;fung vor. Die ehrgeizige Studentin hofft, dass sie in diesem Jahr auch offiziell J&uuml;din wird. &#8220;Ich m&ouml;chte die Geschichte meiner Familie weiterleben, weil das f&uuml;r mich nicht abgeschlossen ist. Ich wei&szlig; nicht, ob das was mit Mystik oder so zu tun hat, damit kenne ich mich nicht aus. Aber ich habe das Gef&uuml;hl, dass ich hier noch etwas zu erledigen habe. Ich bin j&uuml;disch, ich wei&szlig; das.&#8221;</p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>Die liberale j&uuml;dische Gemeinde &#8220;haKochaw&#8221; </strong></p>
<p style="color: white;">Die liberale j&uuml;dische Gemeinde &#8220;haKochaw&#8221; (Stern) wurde im Jahr 2007 in Unna gegr&uuml;ndet. Mittlerweile hat sie rund 70 Mitglieder, viele sind Fl&uuml;chtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion. Dort durften sie ihre Religion lange Zeit nicht aus&uuml;ben. In Unna haben sie einen Platz, an dem sie gemeinsam ihren Glauben wieder finden konnten. Seit zwei Jahren ist das evangelische Gemeindehaus die Heimat der Unnaer Juden. Hier werden in einem Gebetsraum regelm&auml;&szlig;ig Gottesdienste und j&uuml;dische Feste gefeiert.</p>
<p style="color: white;">Die j&uuml;dische Gemeinde Unna geh&ouml;rt zur Union progressiver Juden in Deutschland. Im liberalen Judentum wird die Offenbarung Gottes an das Volk Israel nicht als abgeschlossener Akt angesehen, sondern als fortschreitender (progressiver) Prozess.</p>
<div id="attachment_81967" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/unna-bild7.jpg"><img class="size-medium wp-image-81967" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/unna-bild7-300x210.jpg" alt="unna-bild7" width="300" height="210" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Wir sind kein Judentum-light&quot;, sagt Didi Podszus, Kantor der j&uuml;dischen Gemeinde Unna.</p></div>
<p style="color: white;">&#8220;Das bedeutet nicht, dass wir unsere Religion nicht so ernst nehmen wie die orthodoxen Juden. &Uuml;berhaupt nicht&#8221;, sagt Didi Podszus, Kantor (Vors&auml;nger) der Gemeinde in Unna. &#8220;Aber wir sind der Meinung, dass sich ein Glaube auch weiterentwickeln muss. Warum sollte eine Frau zum Beispiel den Schwager heiraten, wenn ihr Mann stirbt. Das ist wirklich nicht mehr zeitgem&auml;&szlig;. Wir wollen uns weltoffen pr&auml;sentieren und suchen deshalb das Zusammenspiel zwischen Tradition und Moderne.&#8221;</p>
</div>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>Chanukka - das Lichterfest</strong></p>
<p style="color: white;"><strong>Hier reinh&ouml;ren: </strong><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/chanukka2.mp3">Kantor Didi Podszus &uuml;ber das Chanukka-Wunder</a><strong></strong></p>
</div>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>Mehr zum Thema</strong></p>
<p style="color: white;">web:<strong> </strong><a href="http://www.juedische-gemeinde-unna.de/?c=JuedischeGemeinde" target="_blank">J&uuml;dische Gemeinde &#8220;haKochaw&#8221;</a></p>
<p style="color: white;"><strong>Themenwoche Glaube</strong></p>
<p style="color: white;">pflichtlektuere: <a href="http://www.pflichtlektuere.com/02/01/2012/zwischen-wissenschaft-und-glauben/" target="_blank">Zwischen Wissenschaft und Glauben</a></p>
<p style="color: white;">pflichtlektuere: <a href="http://www.pflichtlektuere.com/03/01/2012/geisterjagd-in-nrw/" target="_blank">Geisterjagd in NRW</a></p>
<p style="color: white;">pflichtlektuere: <a href="http://www.pflichtlektuere.com/04/01/2012/feiern-ohne-gott/" target="_blank">Feiern ohne Gott</a></p>
</div>


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		<title>Feiern ohne Gott</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 11:22:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Jochimsen</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Dortmund]]></category>

		<category><![CDATA[Themenwoche Glaube]]></category>

		<category><![CDATA[aus dem labor]]></category>

		<category><![CDATA[Atheisten]]></category>

		<category><![CDATA[Humanistischer Verband Deutschlands]]></category>

		<category><![CDATA[HVD]]></category>

		<category><![CDATA[Jens Hebebrand]]></category>

		<category><![CDATA[Jugendfeier]]></category>

		<category><![CDATA[konfessionslos]]></category>

		<category><![CDATA[Namensgebungsfeier]]></category>

		<category><![CDATA[nichtreligiös]]></category>

		<category><![CDATA[Trauerfeier]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele wichtige Momente unseres Lebens sind christlich gepr&#228;gt: Ob Taufe, Hochzeit oder Beerdigung. F&#252;r Menschen, die nicht an Gott glauben, gibt es jedoch Alternativen.


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_82347" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/banner_glaube.jpg"><img class="size-full wp-image-82347" title="banner_glaube" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/banner_glaube.jpg" alt="Fotos/Montage: Marc Patzwald" width="600" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Fotos/Montage: Marc Patzwald</p></div>
<p><strong>Nach einem Todesfall k&uuml;mmert sich meist ein Geistlicher um die Hinterbliebenen und leistet ihnen Beistand. Auch auf der Beerdigung selbst h&auml;lt der Geistliche noch eine Predigt, erinnert an das Leben des Verstorbenen und die Tatsache, dass er nun bei Gott ist. Doch es gibt Menschen, die aus verschiedenen Gr&uuml;nden keine religi&ouml;se Beerdigung w&uuml;nschen. In diesem Fall k&ouml;nnen sich die Angeh&ouml;rigen an den Humanistischen Verband Deutschlands (HVD) wenden. Dieser veranstaltet neben Trauerfeiern auch &#8220;weltliche Trauungen&#8221; oder Namensgebungsfeiern.</strong></p>
<p>Jens Hebebrand ist Leiter des HVD in Nordrhein-Westfalen, der seinen Sitz in Dortmund hat. Er selber war fr&uuml;her sehr gl&auml;ubig und habe dann jedoch angefangen, &#8220;alles in Frage zu stellen&#8221;. Je mehr er sich mit dem Christentum und der Religion generell auseinandergesetzt hatte, desto mehr distanzierte er sich davon. Deshalb ist er auch Mitglied im HVD, der 1993 durch einen Zusammenschluss von freidenkerischen, freireligi&ouml;sen und humanistischen Vereinigungen gegr&uuml;ndet wurde.</p>
<p><strong></strong></p>
<p><strong></strong></p>
<p><strong></strong></p>
<p><strong></strong></p>
<div id="attachment_81033" class="wp-caption alignleft" style="width: 208px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/jens_hebebrand.jpg"><img class="size-full wp-image-81033" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/jens_hebebrand.jpg" alt="Jens Hebebrand, Leiter Foto: HVD" width="198" height="307" /></a><p class="wp-caption-text">Jens Hebebrand ist Leiter des HVD in Nordrhein-Westfalen und auch einer der wenigen ausgebildeten Redner. Foto: HVD</p></div>
<p><strong></strong></p>
<p><strong></strong></p>
<p><strong></strong></p>
<p><strong>Humanismus ist eine Weltanschauung</strong></p>
<p>&#8220;Beim Humanismus steht der Mensch im Vordergrund, es geht um das friedliche, gerechte und solidarische Zusammenleben der Menschen&#8221;, sagt Hebebrand. Dabei wird viel Wert auf die Verantwortung des Einzelnen gelegt. &#8220;Ein Unterschied zum Christentum ist, dass der Mensch alles mit sich selber ausmacht, es gibt niemand &uuml;ber ihm, der ihm verzeiht&#8221;, betont der 44-J&auml;hrige. Der HVD bietet vier sogenannte &#8220;Lebensfeiern&#8221; an: Namensfeiern, Jugendfeiern, Hochzeiten und Trauerfeiern. Diese halten Redner, die eine dreimonatige Ausbildung durchlaufen haben. Jens Hebebrand selber ist einer von ca. 20 in NRW.</p>
<p><strong>Bei Trauerfeiern ist die Erinnerung an den Verstorbenen wichtig</strong><br />
Vor einer Trauerfeier trifft sich zum Beispiel der jeweilige Redner dann mit den Angeh&ouml;rigen, um etwas &uuml;ber das Leben des Verstorbenen zu erfahren. Bei der Trauerfeier sei es wichtig, dass der Verstorbene zwar gew&uuml;rdigt, dass die Feier selbst aber vor allem f&uuml;r die Hinterbliebenen gehalten wird. Sich an jemanden zu erinnern, sei enorm wichtig, so Hebebrand: &#8220;Der Mensch h&ouml;rt erst auf zu existieren, wenn niemand mehr an ihn denkt.&#8221; Der L&uuml;nener versucht bei seinen Reden immer auch etwas Positives mit hereinzubringen: &#8220;Wenn die Angeh&ouml;rigen gelacht haben, war die Feier gut&#8221;. Ein Unterschied zu christlichen Beerdigungen sei der Verzicht auf Hinweise zu einem m&ouml;glichen Jenseits. &#8220;Im Diesseits gibt es kein Jenseits&#8221;, meint Hebebrand dazu.</p>
<div id="attachment_81036" class="wp-caption alignright" style="width: 433px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/feierjugendfeier.jpg"><img class="size-full wp-image-81036" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/feierjugendfeier.jpg" alt="Die Jugendfeier des HVD steht in einer &uuml;ber 150-j&auml;hrigen Tradition. Die Jugendlichen sollen so auf das Leben als Erwachsener vorbereitet werden. Foto: HVD" width="423" height="307" /></a><p class="wp-caption-text">Die Jugendfeier des HVD steht in einer &uuml;ber 150-j&auml;hrigen Tradition. Die Jugendlichen sollen so auf das Leben als Erwachsener vorbereitet werden. Foto: HVD</p></div>
<p>Bei der Jugendfeier, die Jugendliche mit 14 Jahren feiern, geht es vor allem darum, ein Gef&uuml;hl der Verantwortung zu vermitteln. &#8220;Mit 14 ist man religionsm&uuml;ndig, bedingt gesch&auml;ftsf&auml;hig und strafm&uuml;ndig&#8221;, erkl&auml;rt Hebebrand. In einigen vorbereiteten Treffen werden sie dabei auch &uuml;ber das Christentum &#8220;aufgekl&auml;rt&#8221;. Zum Beispiel geh&ouml;re dazu, dass Weihnachten mittlerweile kein sonderlich christliches Fest sei. So sei beispielsweise das Datum willk&uuml;rlich gew&auml;hlt und der Weihnachtsbaum kein christliches Symbol. &#8220;Weihnachten ist so unchristlich, das feier ich auch&#8221;, sagt Hebebrand mit einem Augenzwinkern. &#8220;Wir Humanisten sind ja lebensfroh und es ist doch einfach sch&ouml;n, mit der Familie ein paar sch&ouml;ne Tage zu verbringen&#8221;.</p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>Mehr zum Thema</strong></p>
<p style="color: white;">web: <a href="http://www.humanismus.de/" target="_blank">Der Humanistische Verband Deutschlands</a></p>
<p style="color: white;">web:<a href="http://www.hvd-nrw.de/" target="_blank">Der Humanistische Verband NRW</a></p>
<p style="color: white;"><strong>Themenwoche Glaube</strong></p>
<p style="color: white;">pflichtlektuere: <a href="http://www.pflichtlektuere.com/02/01/2012/zwischen-wissenschaft-und-glauben/" target="_blank">Zwischen Wissenschaft und Glauben</a></p>
<p style="color: white;">pflichtlektuere: <a href="http://www.pflichtlektuere.com/03/01/2012/geisterjagd-in-nrw/" target="_blank">Geisterjagd in NRW</a></p>
</div>


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		</item>
		<item>
		<title>Geisterjagd in NRW</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/03/01/2012/geisterjagd-in-nrw/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 11:25:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janna Cornelissen</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Themenwoche Glaube]]></category>

		<category><![CDATA[aus dem labor]]></category>

		<category><![CDATA[Burgen]]></category>

		<category><![CDATA[EVP]]></category>

		<category><![CDATA[Geister]]></category>

		<category><![CDATA[Geisterjäger]]></category>

		<category><![CDATA[Ghosthunter-NRW]]></category>

		<category><![CDATA[Optische Täuschung]]></category>

		<category><![CDATA[Orbs]]></category>

		<category><![CDATA[Paranormale Aktivitäten]]></category>

		<category><![CDATA[Paranormale Betatungsstellen]]></category>

		<category><![CDATA[Schlösser]]></category>

		<category><![CDATA[Spuk]]></category>

		<category><![CDATA[Untersuchung]]></category>

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		<description><![CDATA[Gibt es sie oder gibt es sie nicht. An der Existenzfrage von paranormalen Wesen scheiden sich die Geister. Die "Ghosthunter-NRW" k&#246;nnen Indizien sammeln - Beweise gibt es nicht.


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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_82347" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/banner_glaube.jpg"><img class="size-full wp-image-82347" title="banner_glaube" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/banner_glaube.jpg" alt="Fotos/Montage: Marc Patzwald" width="600" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Fotos/Montage: Marc Patzwald; Teaser: Liane/Pixelio</p></div>
<p><span style="font-weight: bold;"><em>Es ist dunkel und still, zu still. Nur die eigenen Schritte hallen in den Ohren wider. Mein Atem geht laut und schnell. Dann &uuml;berkommt mich dieser kalte Schauer am ganzen K&ouml;rper. Schritte hinter mir, ich drehe langsam meinen Kopf nach hinten. Was wird mich erwarten? Ich sehe nichts- aber das Gef&uuml;hl, es bleibt.</em></span></p>
<p>So, oder so &auml;hnlich ist es garantiert schon vielen ergangen, die nachts durch einsame Stra&szlig;en laufen. Im Nacken h&auml;ufig dieses Gef&uuml;hl, als ob man beobachtet wird. Kommt man dann sicher Zuhause an, ist alles wieder gut.</p>
<p>Es gibt aber Menschen, die auch in ihren vier W&auml;nden nicht vor Begegnungen der dritten Art verschont bleiben. Ein kalter Luftzug wenn man auf der Couch sitzt, das st&auml;ndige Gef&uuml;hl beobachtet zu werden oder sogar Ger&auml;usche, Ger&uuml;che und optische Wahrnehmungen, die man sich nicht erkl&auml;ren kann, kurz: Paranormale Aktivit&auml;ten.</p>
<div id="attachment_82234" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/dsc_0845.jpg"><img class="size-full wp-image-82234" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/dsc_0845.jpg" alt="Ghosthunter NRW" width="600" height="402" /></a><p class="wp-caption-text">Wenn die Ghosthunter nicht gerade in privaten Wohnungen nach Spukgestalten suchen, untersuchen sie alte  Burgen oder Schl&ouml;sser. (v.l.: Melanie Schindler)    Foto: Privat. </p></div>
<p>Die &#8220;Ghosthunter-NRW&#8221; sind bei diesen Problemen zur Stelle. Die Geisterj&auml;ger sind ein Team aus acht Mitgliedern, die ihr Hobby an den Wochenenden mittlerweile zu ihrem zweiten Beruf machen. Allerdings ohne Bezahlung. Melanie Schindler ist die Team-Leaderin. Sie hat zusammen mit Ihrer langj&auml;hrigen Freundin Dunja die Gruppe gegr&uuml;ndet.</p>
<p>Wie sie darauf gekommen ist Geisterj&auml;gerin zu werden, kann Melanie ohne gro&szlig;es Z&ouml;gern beantworten. Seit ihrer Jugend interessiert sie sich f&uuml;r alles was mit Geistern zu tun hat und als es dann in ihrer Familie zwei Todesf&auml;lle gab, stellte sie sich immer wieder die Frage: Was passiert jetzt mit den Toten? Ihre Seele muss doch irgendwo bleiben, dass was man war kann doch nicht einfach mitsterben.</p>
<p><strong>Skepsis ist das erste Gebot </strong></p>
<p>Die Idee, genau das zu erforschen, war damit geboren. Mit verschiedenen Ger&auml;ten die zum Beispiel die elektromagnetischen Werte messen, Infrarot- Thermometer, Kameras und Aufnahmeger&auml;ten machen sich die Teammitglieder auf den Weg zu Menschen, die in ihrer Umgebung merkw&uuml;rdige Dinge wahrnehmen. &#8220;Wir gehen erst mal  mit Skepsis an alle Untersuchungen, nat&uuml;rliche Ursachen sollen ausgeschlossen werden&#8221;, erkl&auml;rt Melanie Schindler. Es geht los mit den Grundmessungen. Wie stark strahlen die elektronischen Ger&auml;te wie der Fernseher oder schlecht isolierte Kabel aus. Schl&auml;gt das Messger&auml;t gerade dort extrem aus, k&ouml;nnen &#8220;unwirkliche&#8221; Wahrnehmungen ganz nat&uuml;rlich erkl&auml;rt werden.</p>
<p>&#8220;Manchmal sind es so banale Dinge, die unseren Klienten gar nicht auffallen. Eine Dame sp&uuml;rte immer wenn sie auf dem Sofa sa&szlig; an ihrem Arm etwas Kaltes. Sie dachte etwas w&uuml;rde sie dort immer streifen&#8221;, so Melanie. Die Erkl&auml;rung: Durch einen undichten Treppenabsatz neben der Couch kam es zu einem Luftzug.</p>
<div id="attachment_82282" class="wp-caption alignright" style="width: 370px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/558916_original_r_by_me_pixeliode.jpg"><img class="size-full wp-image-82282 " src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/558916_original_r_by_me_pixeliode.jpg" alt="Parapsychologie" width="360" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Parapsychologische Beratungsstellen mehren sich in Deutschland. Verhaltensweisen und Erlebnisse des Menschen, die nicht mit den Naturwissenschaften zu erkl&auml;ren sind,werden hier erforscht. Foto: M.E/pixelio</p></div>
<p>Das Geisterjagen w&uuml;rde aber nat&uuml;rlich allen nur halb so viel Spa&szlig; bereiten, wenn die Ghosthunter nicht auch mal wirkliches unheimliches Treiben beobachten k&ouml;nnten. Beweisen k&ouml;nnen sie es nicht, aber Indizien sammeln, die f&uuml;r sie in diese Richtung deuten schon. &#8220;F&uuml;r uns sind die meisten Untersuchungen vor Ort erst mal nicht so spannend, erst zuhause beginnt dann die richtige Arbeit&#8221;, erz&auml;hlt die Team- Leaderin. Pro Abend werden dann bis zu 300 Bilder und Stundenlange Videosequenzen ausgewertet. Audiosysteme zeigen an, ob es auff&auml;llige Ger&auml;usche gibt, Stimmen, die nicht von anwesenden Personen stammen.</p>
<p><strong>&#8220;Alle &Auml;ngste der Klienten werden ernst genommen&#8221; </strong></p>
<p>Das &#8220;Electronic Voice Ph&auml;nomenon&#8221; (unerkl&auml;rliche Stimmen auf dem Tonbandger&auml;t), kommt bei den Untersuchungen der Ghosthunter recht h&auml;ufig vor. Direkte Antworten aus dem Geisterreich sind dabei zwar sehr selten aber auch das sei schon vorgekommen. &#8220;An eine Untersuchung erinnere ich mich, da hatten wir auf dem Aufnahmeger&auml;t tats&auml;chlich ein &#8216;Hallo Melanie&#8217;.&#8221;</p>
<p>Im privaten Umfeld wurde Melanie Schindler anfangs von vielen bel&auml;chelt. &#8220;Man muss aber dar&uuml;ber stehen, es ist nun mal mein Hobby, was ich auch sehr ernst nehme und es geht ja auch darum, die Klienten ernst zu nehmen, die sich mit ihren Problemen an uns wenden.&#8221;<br />
In manchen F&auml;llen kommen aber auch die Ghosthunter nicht weiter und m&uuml;ssen einige Klienten auch dezent darauf hinweisen, dass sie vielleicht doch lieber einen Psychologen oder Arzt aufsuchen sollten.</p>
<div id="attachment_82294" class="wp-caption alignleft" style="width: 318px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/obs.jpg"><img class="size-full wp-image-82294  " src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/obs.jpg" alt="orbs" width="308" height="231" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Beispiel f&uuml;r &quot;Orbs&quot;. Kreisrunde wei&szlig;e Flecken, die auf Fotos zu sehen sind. Von manchen Menschen als Geisterflecke gedeutet- von anderen als ganz normale Lichtreflexionen und Beugungen. Foto: Flickr</p></div>
<p>Was Wissenschaftlich zu erkl&auml;ren ist und was nicht, wird wohl noch lange nicht endg&uuml;ltig gekl&auml;rt werden. Man kann weder beweisen, dass es Geister gibt, noch, dass es sie nicht gibt. Optische T&auml;uschungen gibt es jedoch zuhauf und Spiegelungen und Unsch&auml;rfen auf Fotoaufnahmen, die als Spukgeschichten um den ganzen Planeten kursieren sowieso. Deswegen machen die Geisterj&auml;ger auch in manchen F&auml;llen Umwandlungen der Aufnahmen ins Negativ. Erst wenn dann dieselbe Erscheinung bleibt, sind sie sich ziemlich sicher, dass es keine T&auml;uschung ist.</p>
<p>Melanie Schindler glaubt an die Existenz von Geistern. F&uuml;r sie sind die Spukwesen eine Form der Energie, eben das was von der Seele &uuml;brig bleibt.</p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>Mehr zum Thema</strong></p>
<p style="color: white;">web: <a href="http://www.ghosthunter-nrw.de/" target="_blank">Ghosthunter-NRW</a></p>
<p style="color: white;">web:<a href="http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2011/08/29/lokalzeit-ruhr-aussem-leben.xml" target="_blank"> WDR Beitrag &uuml;ber die Ghosthunter- NRW</a></p>
<p style="color: white;">web: <a href="http://www.parapsychologische-beratungsstelle.de/" target="_blank">Parapsychologische Beratungsstelle </a></p>
<p style="color: white;"><strong>Themenwoche Glaube</strong></p>
<p style="color: white;">pflichtlektuere: <a href="http://www.pflichtlektuere.com/02/01/2012/zwischen-wissenschaft-und-glauben/" target="_blank">Zwischen Wissenschaft und Glauben</a></p>
<p style="color: white;">
</div>


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		<title>Zwischen Wissenschaft und Glauben</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 11:02:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Borgboehmer</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Themenwoche Glaube]]></category>

		<category><![CDATA[aus dem labor]]></category>

		<category><![CDATA[Biologie]]></category>

		<category><![CDATA[Die Zeit]]></category>

		<category><![CDATA[Evolution]]></category>

		<category><![CDATA[Gott]]></category>

		<category><![CDATA[Isaac Newton]]></category>

		<category><![CDATA[Kirche]]></category>

		<category><![CDATA[Martin Luther King]]></category>

		<category><![CDATA[Natur]]></category>

		<category><![CDATA[Physiker]]></category>

		<category><![CDATA[Placebo-Effekt]]></category>

		<category><![CDATA[Redakteur]]></category>

		<category><![CDATA[Thomas Bernhard]]></category>

		<category><![CDATA[Ulrich Schnabel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.pflichtlektuere.com/?p=81772</guid>
		<description><![CDATA[Was passiert im Gehirn, wenn ein Mensch tiefreligi&#246;s ist? Was hat Glauben mit Fu&#223;ball zu tun? Die pflichtlekt&#252;re hat mit dem Glaubensexperten Ulrich Schnabel gesprochen. 


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_82347" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/banner_glaube.jpg"><img class="size-full wp-image-82347" title="banner_glaube" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2012/01/banner_glaube.jpg" alt="Fotos/Montage: Marc Patzwald" width="600" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Fotos/Montage: Marc Patzwald</p></div>
<p><strong>Der Wissenschaftsredakteur Ulrich Schnabel</strong><strong> interessiert sich besonders f&uuml;r Glaubens- und Bewusstseinsforschung. Er ist unter anderem Autor von &#8220;Die Vermessung des Glaubens&#8221;, in dem er sich auf dem schmalen Grat zwischen Wissenschaft und Religion bewegt. Die pflichtlekt&uuml;re</strong> <strong>hat mit dem Physiker &uuml;ber die Gefahren des Glaubens gesprochen, woran er &uuml;berhaupt glaubt und</strong> <strong>&uuml;ber</strong> <strong>die vermeintliche Unvereinbarkeit von Religion und Wissenschaft</strong>.</p>
<p><strong></strong></p>
<p><strong></strong></p>
<div id="attachment_81773" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/schnabel.jpg"><img class="size-medium wp-image-81773" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/schnabel-300x200.jpg" alt="Ulrich Schnabel ist Physiker und schreibt f&uuml;r die Wochenzeitung &quot;Die Zeit&quot;. Sein Themenfeld ist breit und reicht von der Astrophysik bis zur Geisteswissenschaft. Foto: Ulrich Schnabel " width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Ulrich Schnabel ist Physiker und schreibt f&uuml;r die Wochenzeitung &quot;Die Zeit&quot;. Sein Themenfeld ist breit und reicht von der Astrophysik bis zur Geisteswissenschaft. Foto: Ulrich Schnabel </p></div>
<p><strong></strong></p>
<p><strong></strong></p>
<p><strong></strong></p>
<p><strong>Herr Schnabel, wie definieren Sie denn den einen Glauben oder einen Glauben? </strong></p>
<p><strong>Schnabel: </strong>Ich w&uuml;rde sagen: Glauben ist eine unumst&ouml;&szlig;liche &Uuml;berzeugung von etwas, das entweder nicht existiert oder dessen Existenz nicht beweisbar ist. Es gibt den religi&ouml;sen Glauben an Gott, Allah oder die Erleuchtung Buddhas. Also Dinge die naturwissenschaftlich nicht nachweisbar sind. Aber es gibt auch den Glauben an etwas wie die Existenz der gro&szlig;en Liebe oder auch daran, dass &#8220;St.Pauli der coolste Verein der Welt ist&#8221; ─ dass allein Geld gl&uuml;cklich macht. Auch das sind nicht-beweisbare &Uuml;berzeugungen, die zu so etwas wie einem Glaubensgeb&auml;ude werden k&ouml;nnen. Der Witz ist nat&uuml;rlich, dass wir andauernd mit irgendwelchen Glaubensvorstellungen durch die Welt laufen, die nicht beweisbar sind.</p>
<p><strong>Wenn wir schon bei Beweisen sind. Gibt es denn aktuelle Studien und Ergebnisse in der Glaubens-und Bewusstseinsforschung?</strong></p>
<p><strong>Schnabel: </strong>Es gibt seit 20 bis 30 Jahren einen Boom an Studien, die sich mit dem Thema Glauben besch&auml;ftigen und zwar aus allen m&ouml;glichen Disziplinen. Mediziner untersuchen, ob ein religi&ouml;ser Glauben bei der Bew&auml;ltigung von Krankheiten helfen kann; Evolutionsbiologen fragen sich, warum der religi&ouml;se Glauben aus evolutionsbiologischer Sicht nicht ausgestorben ist. Denn laut Darwin sollte jede F&auml;higkeit, die in einer Spezies weitergegeben wird, einen Nutzen haben – sonst w&auml;re sie im Laufe der nat&uuml;rlichen Selektion schon verschwunden.</p>
<p><strong>Bleiben wir mal bei der Religion. Welchen Nutzen hat die Religion? Gibt es Auswirkungen im Gehirn oder ist das Ganze nur ein Placebo-Effekt?</strong></p>
<p><strong>Schnabel: </strong>Das ist einer der interessantesten Aspekte: Gerade der Placebo-Effekt zeigt, dass starke geistige &Uuml;berzeugungen ganz konkrete biologischen Wirkungen haben k&ouml;nnen. Stellen Sie sich vor: Sie gehen zum Arzt wegen R&uuml;ckenschmerzen, der verschreibt ihnen eine Pille und sagt: &#8220;Ein wunderbares Medikament. Das hilft bestimmt.&#8221; Dann wird bereits diese Information Ihr Gehirn entsprechend beeinflussen. Dann bauen Sie eine Erwartungshaltung auf, entspannen sich, sch&uuml;tten entsprechende Botenstoffe im Gehirn aus, deren Informationen &uuml;ber die Nervenbahnen an den K&ouml;rper weitergeleitet werden und dort das Immunsystem beeinflussen. Und das ist kein Hokuspokus; diese Wirkung wurde in vielen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen.</p>
<div id="attachment_81775" class="wp-caption alignleft" style="width: 227px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/king.jpg"><img class="size-medium wp-image-81775" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/king-217x300.jpg" alt="Er z&auml;hlt in der Welt&ouml;ffentlichtkeit als einer der wichtigster K&auml;mpfer gegen Rassismus. Seine wohl ber&uuml;hmteste Rede beginnt mit dem legend&auml;ren Satz: &quot;I have a dream...&quot;. Foto: flickr.com/Mike Licht" width="217" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Er z&auml;hlt in der Welt&ouml;ffentlichtkeit als einer der wichtigsten K&auml;mpfer gegen Rassismus. Seine wohl ber&uuml;hmteste Rede endet mit dem legend&auml;ren Satz: &quot;I have a dream...&quot;. Foto: flickr.com/Mike Licht</p></div>
<p><strong>Und wenn Sie das jetzt auf den religi&ouml;sen Glauben &uuml;bertragen. Ist es da &auml;hnlich? </strong></p>
<p><strong>Schnabel: </strong>Ich denke schon. Denn was im Placeboeffekt wirkt, ist vor allem Ihre Erwartungshaltung. Und welche Erwartung k&ouml;nnte gr&ouml;&szlig;er sein als die religi&ouml;se? Mal angenommen, jemand ist von der Existenz einer liebevollen, positiven Macht &uuml;berzeugt – dann, wird das sein Verhalten beeinflussen und ver&auml;ndern. Und das ist f&uuml;r mich eigentlich die grundlegende Erkenntnis der Glaubensforschung: &Uuml;berzeugungen und Einstellungen haben eine direkte biologische und gesellschaftliche Auswirkung.</p>
<p><strong>In einem Ihrer B&uuml;chertitel hei&szlig;t es auch, dass der &#8220;Glauben Berge versetzen kann&#8221;. Das Unm&ouml;gliche wird f&uuml;r jedermann m&ouml;glich? </strong></p>
<p><strong>Schnabel: </strong>Nat&uuml;rlich nicht immer und auch nicht unbedingt f&uuml;r jedermann. Aber eine starke &Uuml;berzeugung kann uns tats&auml;chlich zu Dingen motivieren, die unm&ouml;glich erscheinen. Daf&uuml;r gibt es historisch immer wieder gute Beispiele: Martin Luther King zum Beispiel glaubte an die Gleichheit von schwarzen und wei&szlig;en Menschen in einer Zeit, in der das politisch noch &uuml;berhaupt nicht spruchreif war. Aber von dieser &Uuml;berzeugung beseelt, hat er eine Entwicklung angesto&szlig;en, die genau darauf hinaus lief, diese Gleichheit herzustellen. Und wenn &Uuml;berzeugungen in Gruppen auftreten, k&ouml;nnen dadurch gesellschaftliche Bewegungen ausgel&ouml;st werden, die Dinge m&ouml;glich machen, die zuvor unm&ouml;glich schienen.</p>
<p><strong>Das h&ouml;rt sich nun sehr positiv an. Aber es gibt ja gen&uuml;gend Beispiele in denen der Glauben oder die Religion ins Extreme ausarten. Wo liegt genau die Gefahr?</strong></p>
<p><strong>Schnabel: </strong>Jede Religion birgt das Risiko des Missbrauchs in sich. Das ist wie bei einem starken Medikament, das auch immer Nebenwirkungen hat. Und bei Religionen sind die Nebenwirkungen zum Beispiel die hierarchische Struktur, die Macht und der Selbstschutzmechanismus der entsprechenden religi&ouml;sen Organisationen. Das konnte man sehr gut bei den Missbrauchsf&auml;llen erkennen: Da ging es den Bisch&ouml;fen teilweise mehr darum, die eigene Kirche zu sch&uuml;tzen, als den Opfern und Betroffenen zu helfen. Religion hat immer viele Facetten: Es gibt den individuellen Glauben, das Streben nach Transzendenz und es gibt den Gruppenaspekt, die Organisation in Sekten und Kirchen und das Bem&uuml;hen, diese Organisationen zu sch&uuml;tzen. Die Frage, ob die „Religion an sich“ nun schlecht oder gut sei, ist daher pauschal nicht zu beantworten. Man kann sich nur bewusst machen, dass jeder Glaube Nebenwirkungen hat und versuchen, diese so gut wie m&ouml;glich im Blick zu behalten.</p>
<div id="attachment_81778" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/meditation.jpg"><img class="size-medium wp-image-81778" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/meditation-225x300.jpg" alt="Ulrich Schnabel meditiert selbst seit &uuml;ber 20 Jahren. F&uuml;r ihn ist es es eine Art sich selbst und seine Geist zu beobachten. Foto:flickr.com/ oddsock" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Ulrich Schnabel meditiert selbst seit &uuml;ber 20 Jahren. F&uuml;r ihn ist es eine Art sich selbst und seinen Geist zu beobachten. Foto:flickr.com/ oddsock</p></div>
<p><strong>Nun sind Sie ja studierter Physiker, also eindeutig Wissenschaftler. Woran glauben Sie denn &uuml;berhaupt?</strong></p>
<p><strong>Schnabel: </strong>Es gibt einen sch&ouml;nen Satz des &ouml;sterreichischen Dramatikers Thomas Bernhard. Er sagte: &#8220;Ich bin sehr religi&ouml;s, aber ohne jeden Glauben.&#8221; Und das ist auch ein passendes Motto f&uuml;r mich. Mit konkreten Gottesvorstellungen habe ich enorme Probleme. Ein pers&ouml;nlicher an einen Gott etwa, der sich um mein eigenes Leben oder speziell das Wohlbefinden jener Leute k&uuml;mmert, die zu ihm beten – das ist f&uuml;r mich schlicht und einfach Aberglaube. Andererseits sehe ich die extreme Beschr&auml;nktheit der menschlichen Vernunft. Dass wir also niemals alles wissen k&ouml;nnen und immer nur in Abh&auml;ngigkeit von unserer Umwelt, der Natur und unseren Mitmenschen existieren. Wenn einem klar wird, dass man selbst nur ein kleines, unbedeutendes R&auml;dchen ist und niemals erfasst, wozu das gro&szlig;e Ganze da ist und sich aber zu diesem gro&szlig;en Ganzen zugeh&ouml;rig f&uuml;hlt – dann ist das durchaus eine transzendente Erfahrung, die ich auch in meiner Meditationspraxis erfahren habe. Aber diese Erfahrung ist f&uuml;r mich nicht an den Glauben an einen bestimmten Gott gebunden.</p>
<p><strong>Warum haben Sie mit diesen konkreten Gottesvorstellungen so gro&szlig;e Probleme? </strong></p>
<p><strong>Schnabel: </strong>Nehmen Sie zum Beispiel den Glauben daran, dass die Bibel im wortw&ouml;rtlichen Sinn recht habe. Davon sind die sogenannten Kreationisten &uuml;berzeugt. F&uuml;r sie ist die Erde gerade mal 6000 Jahre alt, der Mensch ist die Krone der Sch&ouml;pfung und so etwas wie Evolution gibt es nicht. Das ist aus naturwissenschaftlicher Sicht nicht haltbar. F&uuml;r mich sind die biblischen Schilderungen eher Metaphern f&uuml;r die tiefenpsychologische Dimension des Menschen<strong>.</strong></p>
<p><strong>Eine der bekanntesten Geschichten der Bibel: Die Vertreibung aus dem Paradies. Was sagt uns diese Metapher?<br />
</strong></p>
<p><strong>Schnabel: </strong>Die Geschichte ist f&uuml;r mich eine wunderbare Metapher f&uuml;r die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins. Der Mensch entwickelt seinen Geist und erkennt dabei, dass er von anderen Menschen, von Gott und der Natur getrennt ist. Diese Erkenntnis hilft ihm einerseits, seine eigenen Interessen zu verfolgen und zugleich wird ihm auch die eigene Sterblichkeit bewusst. Die Erkenntnis vertreibt ihn so gesehen aus dem Paradies der Unschuld.<strong> </strong>Daher ist f&uuml;r mich die biblische Erz&auml;hlung eine sehr elegante und bildreiche Beschreibung, die die evolutionsbiologische Entwicklung, die sich &uuml;ber Jahrmillionen Jahre hinzog, auf einen dramaturgischen Moment verk&uuml;rzt. <strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Es gibt abseits der Religionen auch den Glauben an den Fu&szlig;ballverein zum Beispiel an Borussia Dortmund. Ist das auch ein tiefgreifender Glaube oder eher eine Leidenschaft?</strong></p>
<p><strong>Schnabel: </strong>Das kann durchaus religi&ouml;se Z&uuml;ge annehmen. Man bildet mit gleichgesinnten Glaubensbr&uuml;dern eine Gemeinschaft oder im christlichen Sprachgebrauch eine Gemeinde. Der Gedanke &#8220;WIR gegen die anderen&#8221; ist bei Fu&szlig;ballfans extrem ausgepr&auml;gt. Allerdings gibt es auch Unterschiede, da sich ja ein Gott der menschlichen Verf&uuml;gbarkeit entzieht ─ im Gegensatz zum Fu&szlig;ballverein, den man im Stadion besuchen und anfeuern kann, den man aber auch durch R&uuml;ckgabe seiner Dauerkarte „bestrafen“ kann.</p>
<div id="attachment_81808" class="wp-caption alignleft" style="width: 222px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/puzzle-gehirn.jpg"><img class="size-medium wp-image-81808 " src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/12/puzzle-gehirn-235x300.jpg" alt="So etwas wie ein Gottesmodul im Gehirn gibt es nicht. Gerade bei einer komplexen Sache wie dem Glauben, arbeitet das Gehirn wie ein Netzwerk. Foto:pixelio.de/Gerd Altmann" width="212" height="270" /></a><p class="wp-caption-text">So etwas wie ein Gottesmodul im Gehirn gibt es nicht. Gerade bei einer komplexen Sache wie dem Glauben, arbeitet das Gehirn wie ein Netzwerk. Foto:pixelio.de/Gerd Altmann</p></div>
<p><strong>Oft wird das ja so gesehen: Religion auf der einen und Wissenschaft auf der anderen Seite ─ also als Kontrahenten. Kann man die beiden auch zusammen bringen? </strong></p>
<p><strong>Schnabel: </strong>F&uuml;r mich sind beide Dinge durchaus kompatibel und man muss sie nicht zwingend gegeneinander stellen. Es ist auch historisch falsch, denn die Wissenschaft ist aus religi&ouml;sen Strukturen heraus entstanden. Aus den Kl&ouml;stern, den ersten Klosterschulen wurden dann die ersten Universit&auml;ten. Die Wissenschaft hat ihre Wurzeln in der Theologie und der christlichen Kultur. Es ist &uuml;brigens auch interessant zu sehen, dass viele ber&uuml;hmte Wissenschaftler aus dem 17. und 18. Jahrhundert zutiefst religi&ouml;s waren. Zum Beispiel Isaac Newton: Der Begr&uuml;nder der Physik war &uuml;berzeugt, dass er auf Erden nur das enth&uuml;llt, was Gott ihm gestattet zu enth&uuml;llen. F&uuml;r diese Forscher war das &uuml;berhaupt kein Gegensatz. Heute hat sich die Wissenschaft nat&uuml;rlich weiter entwickelt. Aber bei richtiger Betrachtung  k&ouml;nnen religi&ouml;se und wissenschaftliche Betrachtungsweise noch immer kompatibel sein.</p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>Mehr zum Thema: </strong></p>
<p style="color: white;">web: <a href="http://www.ulrichschnabel.de/" target="_blank">Homepage von Ulrich Schnabel</a></p>
<p style="color: white;">pflichtlekt&uuml;re: <a href="http://www.pflichtlektuere.com/15/12/2011/weihnachtsvorlesung-mit-margot-kaeszmann/" target="_blank">Weihnachtsvorlesung mit Margot K&auml;&szlig;mann</a></p>
<p style="color: white;">pflichtlekt&uuml;re: <a href="http://www.pflichtlektuere.com/31/10/2011/allerahnungslosen/" target="_blank">Allerahnungslosen</a></p>
</div>


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