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	<title>pflichtlektüre &#187; Tobias Jochheim</title>
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	<description>Studierendenmagazin für Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg</description>
	<pubDate>Sat, 11 Feb 2012 08:59:18 +0000</pubDate>
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		<title>Warnung vor fieser Porno-Falle</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/04/02/2010/warnung-vor-fieser-porno-falle/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 18:22:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Jochheim</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[mitten im leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Internet und Sex - genauer: Pornos - geh&#246;ren zusammen. Eine neue Website sendet jedes schmutzige Geheimnis per Mail an deinen Partner oder deinen Chef. Eine Warnung.


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es gibt eine popul&auml;re Theorie, nach der sich neue Technologien vor allem dann durchsetzen, wenn sie ihren Nutzern einen leichteren, schnelleren und bequemeren Zugang zu einem sehr gefragten Gut verschaffen: Pornos. Neuerdings lockt eine besonders fiese Seite. Eine Warnung: </strong></p>
<p>Im 15. Jahrhundert erm&ouml;glichte der Buchdruck in Massen die flottere Verbreitung anz&uuml;glicher Texte und Bilder. In den 80er Jahren entschied die Porno-Industrie den &#8220;Krieg der Video-Formate&#8221;: Sie durfte nur das technisch minderwertige VHS-System nutzen - das sich <a title="Die Rache der Pornoindustrie oder: Die Geschichte von Video 2000" href="http://update2.blog.de/2008/12/05/wurde-eigentlich-video-5165901/" target="_blank">prompt gegen Video 2000 durchsetzte</a>. Fotografie, Kabelfernsehen, Pay-TV&#8230; die Liste ist lang, wie die <a title="SZ-Artikel: &quot;Vorsprung durch Porno&quot; " href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/815/301812/text/" target="_blank"><em>S&uuml;ddeutsche Zeitung </em>beweist</a>, oder <a title="Essay: &quot;Pornography Drives Technology&quot;" href="http://www.law.indiana.edu/fclj/pubs/v49/no1/johnson.html#N_1_" target="_blank">dieser rechtswissenschaftliche Aufsatz (Achtung, Englisch)</a>. Im Jahr 2010 kann private Lust auf Pornos mit einer Vorladung beim Chef oder gro&szlig;em Beziehungsstreit enden. Wie das funktioniert - und wie man sich sch&uuml;tzen kann.</p>
<div id="attachment_22531" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/02/did-you-watch-porn-screenshot.jpg"><img class="size-large wp-image-22531" title="did-you-watch-porn-screenshot" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/02/did-you-watch-porn-screenshot-600x354.jpg" alt="Kokettes L&auml;cheln, b&ouml;se Falle, brisante Info: Screenshot von DidYouWatchPorn.com" width="600" height="354" /></a><p class="wp-caption-text">Kokettes L&auml;cheln, brisante Info, b&ouml;se Falle: &quot;Did You Watch Porn? - Yes You Did!&quot; Macht nix? Tja, bald wei&szlig; vielleicht dein Chef Bescheid...   Screenshot von DidYouWatchPorn.com</p></div>
<p>Dass das Internet, unter anderem, ein <a title="Legend&auml;rer Musical-Ausschnitt bei Youtube: &quot;The internet is for Porn&quot;" href="http://www.youtube.com/watch?v=T-TA57L0kuc" target="_blank">gigantischer Umschlagplatz f&uuml;r Pornos</a> <a title="Unfassbare Zahlen im Youtube-Video: Internet und Porno" href="http://www.youtube.com/watch?v=QOFTQpNhsWE" target="_blank">ist</a>, d&uuml;rfte niemanden wundern. &#8220;Sex&#8221; geh&ouml;rt seit den Anf&auml;ngen des Netzes zu den meistgesuchten Begriffen - genau wie &#8220;nude&#8221; in Kombination mit den Namen von Pops&auml;ngerinnen oder Schauspielerinnen. Youtube-Klone mit pornographischem Inhalt aller Art schie&szlig;en schneller aus dem Boden, als selbst der <a title="&quot;Generation Porno&quot;? Eine Spurensuche der &quot;Zeit&quot;" href="http://www.zeit.de/online/2008/50/porno-hysterie?page=all" target="_blank">&auml;rmste Porno-Junkie</a> sie verfolgen kann - und auch Freunde der <a title="Die Fetisch-Hitparade der Frauenzeitschrift &quot;Jolie&quot;" href="http://www.jolie.de/galerien/fetisch_712994.html" target="_blank">absurdesten Fetische</a> finden Gleichgesinnte. Aus diesem Grund wird in Spam-Mails eben nicht nur f&uuml;r garantiert seri&ouml;se Investments geworben. Doch auch auf Links zu &#8220;extrem scharfen Videos&#8221; oder Viagra im Sonderangebot f&auml;llt kaum noch jemand herein.</p>
<p><strong>B&ouml;se Masche: Mail mit Daten zum Porno-Konsum an Mama oder den Chef</strong></p>
<p>Umso b&ouml;ser ist die Masche einer Seite namens DidYouWatchPorn.com - sie behauptet, herausfinden zu k&ouml;nnen, ob derjenige, der sie anklickt, k&uuml;rzlich Pornovideos im Internet gesehen hat. Wer neugierig ist, sich herausgefordert oder beleidigt f&uuml;hlt und draufklickt, wird vielleicht tats&auml;chlich &uuml;berrascht sein, was die Seite so alles wei&szlig;: Die Porno-Gucker-&Uuml;berf&uuml;hrer-Website nutzt dazu die so genannte Chronik des Browsers. Diese dient eigentlich dazu, dass der Browser erkennt, welche Links schon geklickt wurden. Eine gute Erkl&auml;rung der Technik dahinter mit weiteren angsteinfl&ouml;&szlig;enden Beispielen (Namentliche Identifizierung von praktisch jedem, der einen Account bei Facebook, StudiVZ und Co. besitzt!) gibt es <a title="&quot;Anonym surfen im Web? Das war einmal.&quot; Spiegel Online" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,675395,00.html" target="_blank">hier</a>. Fakt ist jedenfalls: Mit dieser Methode kann DidYouWatchPorn.com jedem gen&uuml;sslich unter die Nase reiben, ob und auf welchen schmutzigen Seiten er (oder sie) unterwegs war.</p>
<div id="attachment_22574" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/02/no-you-didnt.jpg"><img class="size-large wp-image-22574" title="no-you-didnt" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/02/no-you-didnt-600x317.jpg" alt="Wer das hier liest, ist brav gewesen - oder hat seinen Verlauf gel&ouml;scht." width="600" height="317" /></a><p class="wp-caption-text">Wer beim Besuch von DidYouWatchPorn.com diesen Bildschirm sieht, war brav oder nur auf unbekannten Pornoseiten unterwegs - oder hat den Verlauf der besuchten Websites gel&ouml;scht.</p></div>
<p>Der Haken an der Sache: Wer den Link per Mail oder Facebook bekommt - in der Regel verk&uuml;rzt und damit &#8220;verschleiert&#8221; - und darauf klickt, riskiert, dass das Ergebnis zeitgleich auch beim Absender landet. Beim besten Kumpel oder der besten Freundin mag das witzig sein, bei Mama peinlich - beim Chef oder dem Partner kann der unbedachte Klick zu richtigem &Auml;rger f&uuml;hren. Daher drei Tipps:</p>
<ol>
<li>Chronik / Verlauf regelm&auml;&szlig;ig aus dem Browser l&ouml;schen. Wie das geht, steht in aller Ausf&uuml;hrlichkeit <a title="Der richtige Umgang mit Verlauf, tempor&auml;ren Dateien und Cookies" href="http://www.joergkrusesweb.de/internet/sicherheit/verlauf.html" target="_blank">hier</a>. Das sch&uuml;tzt vor der einen oder anderen b&ouml;sen &Uuml;berraschung, geht aber auf Kosten des Komforts. Das richtige Verh&auml;ltnis zwischen <a href="http://whattheinternetknowsaboutyou.com/all" target="_blank">Privatsph&auml;re </a>und  Bequemlichkeit muss hier jeder f&uuml;r sich selbst finden.</li>
<li>Gehirn an- und Augen auflassen schadet nie, eine Firewall und Anti-Viren-Software auch nicht. Und verd&auml;chtige verk&uuml;rzte Links lassen sich fix <a title="TinyURL und Co. vorab entschl&uuml;sseln - so geht es mit Firefox" href="http://www.heise.de/ct/hotline/Tinyurl-Co-vorab-entschluesseln-326790.html" target="_blank">&#8220;entschl&uuml;sseln&#8221;</a>.</li>
<li>Diese Warnung an alle Bekannten weiterleiten. Oder auch <a title="Die Warnung vor dem Porno-Nepp bei &quot;Bloggezwitscher&quot;" href="http://www.bloggezwitscher.de/warnung-didyouwatchporn-com-schickt-besuchte-pornoseiten-an-bekannte-und-freunde/" target="_blank">diesen Bericht, der das ganze noch einmal ausf&uuml;hrlich erkl&auml;rt</a>.</li>
</ol>


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		</item>
		<item>
		<title>Ruhr.2010 - Die volle Ladung</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/20/01/2010/ruhr2010-die-volle-ladung/</link>
		<comments>http://www.pflichtlektuere.com/20/01/2010/ruhr2010-die-volle-ladung/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 19:04:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Jochheim</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[in aller Kürze]]></category>

		<category><![CDATA[2-3 Strassen]]></category>

		<category><![CDATA[Brieftauben]]></category>

		<category><![CDATA[burka]]></category>

		<category><![CDATA[Essen]]></category>

		<category><![CDATA[Kulturhauptstadt 2010]]></category>

		<category><![CDATA[Kulturhauptstadt-Projekte]]></category>

		<category><![CDATA[ruhr.2010]]></category>

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		<description><![CDATA[Ihr bekommt von der Kulturhauptstadt nur geschwollene Reden und Feuerwerk mit? Wir erkl&#228;ren, wie das Ruhrgebiet zum Titel kam, zeigen Euch drei spannende Projekte – und n&#228;hern uns dem Hype satirisch. 
Noch nie eine Burka gesehen, oder was? 
Projekt 1: In der Burka durch die Dortmunder City
Eine Frau mit Kopftuch regt im Ruhrgebiet keinen auf. [...]


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ihr bekommt von der Kulturhauptstadt nur geschwollene Reden und Feuerwerk mit? Wir erkl&auml;ren, wie das Ruhrgebiet zum Titel kam, zeigen Euch drei spannende Projekte – und n&auml;hern uns dem Hype satirisch.</strong> <strong></strong></p>
<div id="attachment_20963" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><strong></strong><strong><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/3.jpg"><img class="size-medium wp-image-20963" title="Burka-Projekt der FH Dortmund.2" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/3-300x200.jpg" alt="Noch nie eine Burka gesehen, oder was? " width="300" height="200" /></a></strong><p class="wp-caption-text">Noch nie eine Burka gesehen, oder was? </p></div>
<p><strong>Projekt 1: In der Burka durch die Dortmunder City</strong></p>
<p>Eine Frau mit Kopftuch regt im Ruhrgebiet keinen auf. Aber wie reagieren die Pottbewohner, wenn ihnen eine komplett verschleierte Studentin gegen&uuml;bersteht? H&ouml;rt die Toleranz bei der Burka auf? „Das Kopftuch ist zwar immer noch ein Thema, aber Burkas haben hier eine ganz andere Konfrontationsfl&auml;che,“ sagt Beate Schmuck vom Institut f&uuml;r Kunst und materielle Kultur in Dortmund. Sie organisiert f&uuml;r Ruhr.2010 ein Projekt, f&uuml;r das Studentinnen in der &Ouml;ffentlichkeit Burkas tragen und die Reaktionen der Passanten dokumentieren. Die Dozentin findet, dass man im Kulturhauptstadtjahr nicht nur auf die positiven Seiten des Ruhrgebiets schauen darf: „Man muss auch Dinge wie Fremdenfeindlichkeit und Unverst&auml;ndnis aufzeigen.“</p>
<p>Projektteilnehmerin Karin Pietruschka erz&auml;hlt: „Am Anfang haben mir schon etwas die Beine gezittert und ich hatte Angst, was passieren w&uuml;rde. Aber ich habe mich auch gesch&uuml;tzt gef&uuml;hlt, weil man ja mein Gesicht nicht erkennen konnte.“ Ihr Spaziergang mit der Burka sei gut verlaufen, sie sei nur einmal von einem Mann gefragt worden, ob er ein Foto von ihr machen d&uuml;rfe. Bei den anderen Studentinnen waren die Reaktionen zum Teil heftiger: Kommentare wie „So was sollte verboten werden!“ oder der Rauswurf aus Gesch&auml;ften waren die Folge. „Auf dem Weihnachtsmarkt war sogar ein Ehepaar so sauer, dass sie sagten, ihr ganzer Tag sei nun verdorben“, berichtet Initiatorin Beate Schmuck. Die Burka wirke auch deswegen so fremd, sagt sie, weil man das Gesicht der Tr&auml;gerin nicht sehen kann. </p>
<p>„Ich habe mich von Gespr&auml;chen ausgeschlossen gef&uuml;hlt“, sagt Studentin Anna Waschkau. Sie habe durch den Schleier so schlecht sehen k&ouml;nnen, dass sie kaum bemerkt habe, was um sie herum passiert sei. Die Kommentare der Passanten oder sogar Fotos von den Begegnungen wollen die Studentinnen auf wei&szlig;e Burkas drucken lassen - in denen wollen sie im Juli <a href="http://www.ruhr2010.still-leben-ruhrschnellweg.de/">das gro&szlig;e Ruhr.2010-Fr&uuml;hst&uuml;ck auf der A40</a> besuchen.  <strong></strong></p>
<div style="margin-top:35px">
<p><strong>Flaschenbier und Malerei: So ist Kunst im Ruhrgebiet</strong></p>
<p><object width="500" height="405" data="http://www.youtube.com/v/1-7mhiMZF-A&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999&amp;border=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/1-7mhiMZF-A&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x3a3a3a&amp;color2=0x999999&amp;border=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p><strong>Projekt 2: Bei &#8220;2-3 Stra&szlig;en&#8221; bist du selbst das Kunstwerk</strong></p>
<p>Wie f&uuml;hlt man sich als Teil eines Kunstobjektes? F&uuml;r Maike Plock, eine 26-j&auml;hrige Psychologiestudentin, f&uuml;hlt es sich an wie zu Hause. Im Flur stapeln sich die Umzugskartons, Handwerker geben sich die Klinke in die Hand. Eine normale Studentenbude – und gleichzeitig eine Installation. „2-3 Stra&szlig;en“ nennt sich das Projekt des K&uuml;nstlers <a href="http://www.gerz.fr/index.html">Jochen Gerz</a>.</p>
<p>In mehreren St&auml;dten des Ruhrgebiets hat er die Stadtverwaltung gebeten, einige Wohnungen kostenfrei zur Verf&uuml;gung zu stellen. Nach und nach ziehen Freiwillige ein, die zwar keine Miete bezahlen, aber &uuml;ber ihr Leben Tagebuch f&uuml;hren sollen. „Ich war vor allem extrem gespannt auf die anderen Mieter und darauf, wie sich die Dynamik entwickelt,“ sagt Maike Plock, die vorher in Bochum gelebt hat. Sie zog schon Mitte Dezember ein, die anderen Mieter kommen nach. Die meisten von ihnen sind jung, Studenten oder gerade fertig gewordene Absolventen. Insgesamt sollen 26 Projektteilnehmer in die Dortmunder Nordstadt ziehen, direkt an den <a href="http://maps.google.de/maps?oe=utf-8&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;q=dortmund+borsigplatz&amp;fb=1&amp;gl=de&amp;hq=dortmund+borsigplatz&amp;hnear=dortmund+borsigplatz&amp;ei=zN5US-G5MYvWmwPk4oHYDw&amp;sa=X&amp;oi=local_group&amp;ct=image&amp;resnum=4&amp;ved=0CBgQtgMwAw">Borsigplatz</a>.<br />
<div id="attachment_21596" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/matthias_lempart.jpg"><img src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/matthias_lempart-200x300.jpg" alt="Zog der Kultur wegen her: Der Karlsruher Matthias Lempart" title="Zog der Kultur wegen her: Der Karlsruher Matthias Lempart" width="200" height="300" class="size-medium wp-image-21596" /></a><p class="wp-caption-text">Zog der Kultur wegen her: Der Karlsruher Matthias Lempart</p></div><br />
Doch es geht nicht nur um kostenloses Wohnen: Die Mieter sollen durch ihre Anwesenheit die Stra&szlig;e ver&auml;ndern, in der sie leben. Deshalb fiel die Wahl auf einen Stadtteil mit hohem Migrantenanteil und Problemen wie Prostitution und Drogenhandel: „Es ist auch ein soziologisches Projekt – Was passiert mit den Stra&szlig;en durch neue Bewohner, die anders sind?“ erkl&auml;rt Studentin Maike. Um das herauszufinden, m&uuml;ssen die Bewohner Tagebuch schreiben. Auch Matthias Lempart (19), der direkt gegen&uuml;ber wohnt, entdeckt durch das Schreiben vieles neu: „Jeder von uns hier nimmt die Dinge anders wahr, und so wird man auch auf Sachen aufmerksam, die sonst unter den Tisch gefallen w&auml;ren.“</p>
<p>So wie der alte Mann im Erdgeschoss, der scheinbar immer an seinem Fenster sitzt und raucht. Dass die Wohnungen der meisten Teilnehmer zu einem offenen Hof hinausgehen, verst&auml;rkt den Effekt: „Der Platz ist wie eine B&uuml;hne, alle beobachten, was da passiert.“  Da er eigentlich aus Karlsruhe kommt, war es f&uuml;r Matthias ein gro&szlig;er Schritt, an dem Projekt teilzunehmen. Aber das urbane Leben im Ruhrpott gef&auml;llt dem 19-J&auml;hrigen. Er mag das Chaotische. &#8220;Hier muss nicht immer alles perfekt sein.“ Die Ruhr.2010 h&auml;lt Lempart f&uuml;r eine gute Chance, das Ruhrgebiet n&auml;her zusammenr&uuml;cken zu lassen. Obwohl die St&auml;dte so nah beieinander seien, gebe es viel Konkurrenz und Revierdenken. Das mache sich auch bei der Kultur bemerkbar: „Hier bleibt irgendwie alles innerhalb der Stadtmauern: die Kulturen, die Geschichte und die Kunst.“  Am Ende des Jahres sollen die Tagebucheintr&auml;ge der Teilnehmer zu einem Buch zusammengef&uuml;gt werden. Dann wird offenbar, ob die neuen Mieter die Stra&szlig;e ver&auml;ndert haben. F&uuml;r Matthias Lempart geht es noch um viel mehr – n&auml;mlich um ihn selbst. „Mich interessiert nat&uuml;rlich auch, wie das Projekt mich ver&auml;ndert!&#8221;</p>
<div style="margin-top:35px"></div>
<p><strong>Alle Infos auf die Ohren: Der lange Weg zur Kulturhauptstadt 2010</strong></p>
<div class="additionallinks"><a href='http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/podcast_ruhr2010.mp3'>Wie das Ruhrgebiet zur &#8220;Ruhr.2010&#8243; mutierte</a></div>
<div style="margin-top:35px"></div>
<p><strong>Projekt 3: Der Mann mit den Tauben</strong></p>
<p>Kohle und Stahl, Wasserdampf und schmutziger Qualm – das war der Pott fr&uuml;her. Heute ist er Hauptstadt. Kulturhauptstadt. Doch was bedeutet das f&uuml;r die Menschen im Ruhrgebiet und was passiert da, im Kulturhauptstadtjahr? Tauben werden fliegen – und die gro&szlig;e weite Welt mit, nun ja, Castrop-Rauxel verbinden. Das zumindest ist der Plan eines Schmuckdesigners aus Castrop-Rauxel. Matthias Grosches Version f&uuml;r Ruhr.2010: 20 K&uuml;nstler aus dem Ruhrgebiet sollen mit zehn K&uuml;nstlern aus Polen, den Niederlanden und &Ouml;sterreich vernetzt werden - &uuml;ber Brieftauben.</p>
<div id="attachment_20969" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/taube.jpg"><img class="size-medium wp-image-20969" title="Schmuckdesigner Matthias Grosche" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/taube-300x226.jpg" alt="No animals were harmed... - Tauben als Kulturbotschafter. " width="300" height="226" /></a><p class="wp-caption-text">No animals were harmed... - Tauben als Kulturbotschafter. </p></div>
<p>Funktionieren soll das so: Die K&uuml;nstler fotografieren ihre Werke, die dann auf Speicherchips gesichert werden. Die Tauben transportieren die gespeicherten Kunstwerke dann in kleinen Rucks&auml;cken - eine pottspezifische Form der Vernetzung, wie Schmuckdesigner Grosche versichert: „Tauben geh&ouml;ren ganz stark zum Ruhrgebiet.&#8221;  Taubenzucht, ehemals ein Hobby der Bergarbeiter, ist im Ruhrgebiet immer noch weit verbreitet.  Nicht nur Maler und Bildhauer konnte Grosche f&uuml;r sein Projekt gewinnen, auch K&ouml;che, Comiczeichner und Musiker machen mit. Grosche stellt sich als Produkt vor allem Arbeiten aus der Zeit vor und nach der Kohlef&ouml;rderung vor. „Im Fluge vergangen&#8230;“ hei&szlig;t sein Projekt. „Schlie&szlig;lich ist der Zeitraum der Kohle nur ein Wimpernschlag in der Geschichte des Ruhrgebiets.“</p>
<div style="margin-top:35px"></div>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>Ist das Ruhrgebiet Kulturgebiet? Entscheidet selbst&#8230; </strong></p>
<p style="color: white;"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/19/01/2010/hat-das-ruhrgebiet-den-titel-kulturhauptstadt-verdient/">Wieso ein Rheinl&auml;nder in &#8220;ausgedienten Blechhaufen&#8221; keine Kultur erkennt&#8230;</a></p>
<p style="color: white;"><a href="http://www.flickr.com/photos/46574513@N03/sets/72157623113933711/">Die besten &#8220;pflichtlekt&uuml;re&#8221;-Fotos der Er&ouml;ffnungsfeier</a></p>
<p style="color: white;"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/19/01/2010/sagen-aus-dem-ruhrgebiet-ewige-studenten-und-zerhackte-zwerge/">Das Ruhrgebiet ist reich an Sagen </a></p>
<p style="color: white;"><a href="http://www.do1-tv.de/2010/01/14/ortstermin-spezialruhr-2010/">15 Minuten Videos zur Ruhr.2010 vom Campus-TV &#8220;do1&#8243;</a></p>
</div>
<div style="margin-top:35px"></div>
</div>


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		<title>Sex and Crime und ernste Grundsatzfragen</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/19/01/2010/sex-crime-und-ernste-grundsatzfragen/</link>
		<comments>http://www.pflichtlektuere.com/19/01/2010/sex-crime-und-ernste-grundsatzfragen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 05:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Jochheim</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bochum]]></category>

		<category><![CDATA[aktuell]]></category>

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		<category><![CDATA[Sex and Crime]]></category>

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		<category><![CDATA[Toto und Harry]]></category>

		<category><![CDATA[TV-Polizisten als Jura-Dozenten]]></category>

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		<description><![CDATA[Toto und Harry als Jura-Dozenten: Das vielleicht bekannteste Polizisten-Duo Deutschlands unterhielt in Bochum 500 Zuschauer mit Zoten und Anekdoten. Doch es gab auch viele ernste Momente - und leider ein ganz reales Verbrechen am Schluss.


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Toto und Harry als Jura-Dozenten in Bochum</strong><br />
&#8220;Schwarze Schafe und Idioten gibt es &uuml;berall.&#8221; Das war einer dieser so flapsigen und so wahren S&auml;tze von Torsten &#8220;Toto&#8221; Heim, die nicht oft genug gesagt werden k&ouml;nnen. Gemeinsam mit seinem Partner und Freund, Polizeioberkommissar Thomas Weinkauf alias &#8220;Harry&#8221;, hatte er am Donnerstag mehr als 500 Studenten in einen der gr&ouml;&szlig;eren Bochumer H&ouml;rs&auml;le gelockt. Auf den St&uuml;hlen und auf den Treppen sa&szlig;en sie, ganz hinten an der Wand standen die letzten paar, die sich reindr&auml;ngeln konnten. Unten, rund um das Dozentenpult, hatten sich derweil fast zwei Dutzend Reporter versammelt, um den Zusammenprall zweier Kulturen mitzuerleben.</p>
<div id="attachment_20878" class="wp-caption alignleft" style="width: 410px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/haertel_ruhepol.jpg"><img class="size-medium wp-image-20878 " title="Die Vorlesung l&auml;uft gut an." src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/haertel_ruhepol-300x232.jpg" alt="Je eifriger die G&auml;ste, desto ruhiger die Gastgeberin." width="400" height="306" /></a><p class="wp-caption-text">Je eifriger die G&auml;ste, desto ruhiger wurde die Gastgeberin. Doch der Nachmittag endete mit der Demolierung des Streifenwagens.</p></div>
<p>&#8220;Die Unterschiede zwischen Theorie und Praxis im Polizei- und Ordnungsrecht aufzeigen&#8221; wolle sie, erkl&auml;rte Jura-Professorin Dr. Ines H&auml;rtel. Die Mehrheit im H&ouml;rsaal HMA-10 nahm es interessiert bis achselzuckend hin und freute sich schlicht mit gez&uuml;ckter Handykamera auf den Auftritt der augenscheinlich so simpel gestrickten, spr&uuml;cheklopfenden &#8220;Ruhrpott-Bullen&#8221; Toto und Harry, die in der gleichnamigen Sat.1-Serie sich selber spielen. H&auml;tten die beiden Mittvierziger schon w&auml;hrend der Vorlesung gewusst, dass Chaoten auf dem Uni-Parkplatz ihren Streifenwagen demolieren w&uuml;rden – es h&auml;tte wohl von beidem noch mehr gegeben: Mehr kernige Spr&uuml;che und mehr Appelle an die Vernunft und zur Vermeidung von Gewalt.</p>
<p><strong>Attacke auf Streifenwagen nach der Vorlesung</strong><br />
Beschweren konnte sich jedoch auch so keiner der Zuh&ouml;rer, denn Toto und Harry waren bei ihrem &#8220;Heimspiel&#8221; – sonst fahren sie Streife in der Bochumer Innenstadt – gl&auml;nzend aufgelegt. Bis, ja bis der Nachmittag so unn&ouml;tig und sinnlos ein Ende fand. Zwei M&auml;nner und ein Frau zerschlugen mit Steinen die Heckscheibe und ein Seitenfenster des Streifenwagens von Toto und Harry, erkl&auml;rte die Bochumer Polizei. Danach warfen die T&auml;ter mit Farbe gef&uuml;llte Marmeladengl&auml;ser in den Wagen. Die T&auml;ter konnten fl&uuml;chten. &#8220;Wir kamen ein paar Minuten zu sp&auml;t&#8221;, sagte Toto SPIEGEL ONLINE, und dass die T&auml;ter &#8220;nicht alle Latten am Zaun&#8221; h&auml;tten. Der VW-Bus der bekanntesten Bochumer nach Herbert Gr&ouml;nemeyer hatte nur noch Schrottwert, sodass ein Kollege Toto und Harry vom Campus der Ruhr-Universit&auml;t abholen muss.</p>
<div id="attachment_20983" class="wp-caption aligncenter" style="width: 640px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/toto_harry_wagen.jpg"><img class="size-full wp-image-20983   " title="Ende einer Dienstfahrt: &quot;Nicht alle Latten am Zaun&quot; h&auml;tten die T&auml;ter, fluchte Toto." src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/toto_harry_wagen.jpg" alt="Frontscheibe beschmiert, Heckscheibe eingeschlagen: So richteten Vandalen den Streifenwagen zu." width="630" height="344" /></a><p class="wp-caption-text">Frontscheibe beschmiert, Heckscheibe eingeschlagen: Diese Fotos der Polizei Bochum zeigen, wie Vandalen den an der RUB geparkten Streifenwagen von Toto und Harry zurichteten.</p></div>
<p>Aber der Reihe nach: Um viertel nach zwei betreten die beiden in voller Uniform erschienenen Polizeioberkomissare Toto und Harry den Raum und legen los wie Standup-Comedians. Die Zuh&ouml;rer sind erwartungsfroh; schon das kurze Vorwort von Jura-Dozentin H&auml;rtel (&#8221;Stellen Sie sich doch bitte kurz vor&#8221;) sorgt f&uuml;r Erheiterung im Halbrund. Die Promi-Polizisten lassen zun&auml;chst dar&uuml;ber abstimmen, ob die sprichw&ouml;rtliche &#8220;eheliche Pflicht&#8221; zum Sex wohl eine Gesetzesgrundlage hat. Zum Ergebnis halten sie fest: &#8220;Aha, ein paar glauben, das gibt es&#8230; und ein paar denken also, das ist Quatsch&#8230; Und der Rest? Ihr alle, die sich enthalten haben, wisst nicht, was Sex ist!?&#8221; Toto kl&auml;rt auf: Es gibt sie tats&auml;chlich, im B&uuml;rgerlichen Gesetzbuch (BGB). &#8220;Paragraph 300-Schlagmichtot&#8221;, f&uuml;gt er hinzu, und dass er nun mal kein wandelndes Gesetzbuch sei. Eine launige Anekdote aus einem der inzwischen drei Toto-und-Harry-B&uuml;cher &uuml;ber Nadja, die reh&auml;ugige Polizeisch&uuml;lerin und ihren ersten Einsatz am &#8220;Eierberg&#8221; (Harry: &#8220;Gott wei&szlig;, warum das Rotlichtviertel so hei&szlig;t&#8221;) f&uuml;hrt zum ultimativen Vergleich zwischen Theorie und Praxis.</p>
<div id="attachment_20871" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/grosser_spass.jpg"><img class="size-medium wp-image-20871    " title="Toto und Harry mit Gastgeberin Dr. Ines H&auml;rtel." src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/grosser_spass-300x214.jpg" alt="Gleich am Anfang viel zu lachen: Toto und Harry mit Gastgeberin Dr. Ines H&auml;rtel" width="300" height="214" /></a><p class="wp-caption-text">Hatten zun&auml;chst viel zu lachen: Toto und Harry mit Gastgeberin Dr. Ines H&auml;rtel im H&ouml;rsaal. </p></div>
<p><strong>Bei transsexuellen Verd&auml;chtigen ist Vorstellungsverm&ouml;gen gefragt</strong><br />
Kostprobe? In der Theorie d&uuml;rfen M&auml;nner nur von M&auml;nnern durchsucht werden und Frauen nur von Frauen. Ausnahmen von der Regel seien jedoch erlaubt, wenn akute Gefahr drohe, erl&auml;utert Toto: &#8220;Bei mir hatte mal eine Lady eine Pistole dabei – da war mir das schei&szlig;egal.&#8221; Gemeinsam hatten Toto und Harry auch einen Grenzfall der anderen Art erlebt, der nicht gesetzlich geregelt ist: &#8220;Unsere Kolleginnen haben ganz sch&ouml;n geschrien und sich die Augen zugehalten, als eine der Damen des horizontalen Gewerbes sich untenrum als Herr entpuppte&#8230;&#8221; Gejohle im H&ouml;rsaal. &#8220;Ich m&ouml;chte ja nicht, dass das hier ins Schmuddelige abdriftet&#8221;, legt Harry nach. &#8220;Aber es passt doch gerade so sch&ouml;n!&#8221;</p>
<p>Mindestens genauso passend – und so geradeheraus, wie man sie aus dem Fernsehen kennt – beantworteten beiden Gesetzesh&uuml;ter die oft kritischen Fragen der Zuh&ouml;rer. &Uuml;berschreitet die Sendung &#8220;Toto und Harry&#8221; nicht allzu oft die Grenze zum Voyeurismus? Toto gibt zu bedenken: &#8220;Nicht nur wenn einer vom Dach springen wollte, wurde die Kamera ausgemacht. &Uuml;ber das komplette Material haben zehn Kollegen dr&uuml;ber geguckt: Der Polizeipr&auml;sident, Datensch&uuml;tzer, alle m&ouml;glichen Leute. Die haben dem Sender gesagt: Da wird geschnitten, hier wird das Gesicht verfremdet&#8230; Die Sendung ist manchmal grenzwertig, aber wir haben alles versucht, um den Pers&ouml;nlichkeitsschutz des Einzelnen zu gew&auml;hrleisten.&#8221;  Harry erg&auml;nzt: &#8220;Es gibt &uuml;brigens auch Leute, die einfach ihre f&uuml;nf Minuten Ruhm wollen. Und andere, die nach der Ausstrahlung beim Sender anrufen und sagen: Wir haben arge psychische Probleme, seit wir zu sehen waren. Aber f&uuml;r 3000 Euro vergessen wir das Ganze&#8230;&#8221;</p>
<div id="attachment_20870" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/zuhoerer.jpg"><img class="size-large wp-image-20870 " title="&Uuml;berraschend tiefgr&uuml;ndig entwickelten sich Teile der Debatte." src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/zuhoerer-450x600.jpg" alt="Gut 500 Zuh&ouml;rer erlebten Toto und Harry als Jura-Dozenten." width="300" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Gut 500 Zuh&ouml;rer sa&szlig;en dicht an dicht, um Toto und Harry als Jura-Dozenten zu erleben.</p></div>
<p><strong>Ernste Debatten nach Klamauk</strong><br />
Als ein Student fragt, ob die beiden &#8220;Fernseh-Stars&#8221; &uuml;berhaupt noch normal ihrer Arbeit nachgehen k&ouml;nnen, verkn&uuml;pft Toto einmal mehr ernsten Inhalt mit rustikaler Sprache und einer trockenen Pointe: &#8220;Mir ist schei&szlig;egal, ob ich im Fernsehen bin. Ich bin gern Polizist, ich will Freund und Helfer sein. Und wie normal ich arbeiten kann, w&uuml;rdest du schnell merken, wenn du mir nachher in der Stadt auff&auml;llst&#8230;&#8221;</p>
<p>Bald recken sich immer mehr Finger in Richtung H&ouml;rsaal-Decke und es wird munter diskutiert. Geht das allgemeine Bestreben deutscher Politiker nach gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glicher Sicherheit zu sehr zulasten individueller Freiheiten? Nun, um den Schutz seiner Daten sorgt sich auch Toto. Harry wirft ein: &#8220;Wer nix zu verbergen hat, hat auch nix zu bef&uuml;rchten&#8221;. Protest-Gemurmel. Auf den Punkt bringt es schlie&szlig;lich Toto: &#8220;Der eine ist nun mal ein Korinthenkacker, der nur in Paragraphen denkt. Der andere hat das n&ouml;tige zwischenmenschliche Feeling. Wenn wir alle gegenseitig auf uns aufpassen, erreichen wir sowieso viel mehr als mit jeder Technik – und ob wir Nacktscanner brauchen, wei&szlig; ich echt nicht.&#8221;</p>
<p>Ganz still wird es, als das Duo die Frustration und das Gef&uuml;hl von Hilflosigkeit beschreibt, das sie manchmal &uuml;berkommt. Etwa im Umgang mit einem hundertfach straff&auml;llig gewordenen Seriendieb (&#8221;drogens&uuml;chtig - und vor allem hilfsbed&uuml;rftig!&#8221;) oder wenn mal wieder eine misshandelte Frau die Anzeige gegen ihren Freund oder Ehemann zur&uuml;ckzieht. Oder wenn der Papierkram &uuml;berhand nimmt oder die Funkger&auml;te nicht funktionieren. Auch dass die Gewaltt&auml;tigen nicht immer nur die anderen sind, betont Toto: &#8220;Wenn einer bei McDonald&#8217;s einem anderen in die Fresse haut, weil der angeblich seine Freundin doof angeguckt hat&#8230; - Da kriege ich zu viel!&#8221;</p>
<p><strong>Vorw&uuml;rfe wegen H&ouml;rsaal-R&auml;umung und ein Trauma</strong><br />
Und dann kommen sie, die Fragen zur Besetzung der H&ouml;rs&auml;le w&auml;hrend des Bildungsstreiks. Mal Jurastudenten-neutral, mal vorwurfsvoll mit bitterem Unterton: Wie verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig ist denn das, wenn zumindest gef&uuml;hlte Hundertschaften der Polizei die H&ouml;rs&auml;le r&auml;umen? Toto und Harry weichen nicht aus, pochen auf (Haus-)Recht und Gesetz und appellieren an die Vernunft der Gegner von Studiengeb&uuml;hren und Bologna-Prozess. &#8220;Demonstrieren ist ein tolles B&uuml;rgerrecht&#8221;, sagt Toto laut. &#8220;Und ihr habt tolle Ziele. Aber auf jeder Demonstration sind ein paar Spinner dabei, die nur auf Streit aus sind. Demonstriert weiter, aber gewaltfrei!&#8221; Die n&auml;chsten S&auml;tze sagt er leise, doch jeder im Saal versteht sie: &#8220;Ich war 1987 bei den Protesten gegen die Startbahn West in Frankfurt dabei. Da wurden zwei Kollegen erschossen. Ist das Irrsinn? Das ist Irrsinn.&#8221;</p>
<div id="attachment_20879" class="wp-caption aligncenter" style="width: 710px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/alle_augen.jpg"><img class="size-full wp-image-20879 " title="Auch kritischen Fragen stellten sich die Besucher." src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/alle_augen.jpg" alt="Alle Augen auf Harry." width="700" height="258" /></a><p class="wp-caption-text">Als er mit dem Mikrofon ins Publikum kletterte, richteten sich alle Augen auf Harry.</p></div>
<p>Das betroffene Schweigen weicht langsam Gemurmel. Bald wird es wieder unterhaltsamer, schnell ist es viertel vor vier und die Vorlesung ist zuende. Toto und Harry geben Autogramme - hier aufs Strafgesetzbuch, dort auf eines der Taschenb&uuml;cher mit ihren Anekdoten. Letzte Fotos werden gemacht und verglichen, man verspricht sich, die Aktion zu wiederholen. Schnell ist der Trubel vorbei, statt mehr als 500 sitzen jetzt nur noch acht Studenten im H&ouml;rsaal HMA-10. Wirtschaftswissenschaftler, die Klausur schreiben: &#8220;Quantitative decision making&#8221;. Es ist vier Uhr, auf dem Parkplatz untersuchen Toto und Harry gerade, was ein Haufen Chaoten von ihrem Dienstwagen &uuml;brig gelassen hat. Sie fluchen etwas, dann steigen sie in einen Ersatzwagen und fahren auf Streife.</p>
<p>Was hatte Toto den Studenten im H&ouml;rsaal noch zugerufen? &#8220;Sie werden zu wenig ernst- und wahrgenommen, dabei sind Sie unsere Zukunft! Verkaufen Sie sich nicht unter Wert, seien Sie selbstbewusst und kritisch, aber vern&uuml;nftig.&#8221; Er meinte es ehrlich, das konnte man ihm ansehen. Doch wie war das noch, was hatte er hinzugef&uuml;gt, in einer seltsamen Mischung aus Resignation, Pragmatismus und Trotz? &#8220;Schwarze Schafe und Idioten gibt es &uuml;berall.&#8221;</p>
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<p style="color: white;"><strong>Weiter lesen - Links zum Thema</strong></p>
<p style="color: white;"><a href="http://www.totoundharryhomepage.de.vu/" target="_blank">Fan-Seite mit dem pers&ouml;nlichen Segen von Toto und Harry </a></p>
<p style="color: white;"><a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,672173,00.html" target="_blank">Das schreibt SPIEGEL ONLINE &uuml;ber den Auftritt von Toto und Harry</a></p>
<p style="color: white;"><a href="http://www.sat1.de/ratgeber_magazine/24stunden/totoundharry/" target="_blank">Die offizielle Seite der Sendung &#8220;Toto und Harry&#8221; mit Videos</a></p>
</div>
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		<title>Bootsfrau: Auf Umwegen zum Traumjob</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/23/11/2009/bootsfrau-auf-umwegen-zum-traumjob/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 20:27:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Jochheim</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Dortmund]]></category>

		<category><![CDATA[aktuell]]></category>

		<category><![CDATA[mitten im leben]]></category>

		<category><![CDATA[Entspannung]]></category>

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		<category><![CDATA[Karriere]]></category>

		<category><![CDATA[Lebenslauf]]></category>

		<category><![CDATA[Optimismus]]></category>

		<category><![CDATA[Plan B]]></category>

		<category><![CDATA[Studienabbrecher]]></category>

		<category><![CDATA[Zufriedenheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Wo landet jemand, der gleich mehrmals sein Studium schmei&#223;t? Kommt drauf an. Zum Beispiel an Bord eines Segelschiffs.  So erging es der Dortmunderin Sabrina Kohlpoth (27).


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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sechs Grad und Nieselregen am grauen Dortmunder Hafen. Sabrina Kohlpoth (27) sitzt im gem&uuml;tlichen Aufenthaltsraum der &#8220;de Albertha&#8221; und w&auml;rmt die kalten H&auml;nde an einem Kaffee. Sie k&ouml;nnte davon tr&auml;umen, wie es im Sommer war, und wie es im n&auml;chsten Sommer wieder sein wird: 23 Grad und Sonnenschein am Arbeitsplatz in der Ostsee, mit ihr setzt ein Trupp gut gelaunter Kinder die Segel der &#8220;de Albertha&#8221;. Doch obwohl Sabrina das Segeln liebt, &auml;rgert sie sich nicht dar&uuml;ber, dass &#8220;ihr&#8221; Schiff bis M&auml;rz keine Seemeile fahren wird. Winterpause, vor ein paar Tagen musste die Mannschaft die Leinen legen. </strong></p>
<p>Sabrina ist gl&uuml;cklich. Nicht obwohl, sondern gerade weil sie nicht im B&uuml;ro oder in einer Schule arbeitet. Weil ihr Lebenslauf von einem Zickzack-Kurs erz&auml;hlt, gegen den Wind. Weil ihr Masterplan anders aussah als der vieler Studenten. Weil er funktionierte.</p>
<div id="attachment_16836" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2009/11/sabrina-segelt.jpg"><img class="size-medium wp-image-16836" title="Sabrina segelt" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2009/11/sabrina-segelt-199x300.jpg" alt="Sabrina hat keine Angst vor Gegenwind, sie genie&szlig;t ihn." width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Sabrina f&uuml;rchtet Gegenwind nicht, sie genie&szlig;t ihn. Foto: privat</p></div>
<p>2002: Nach ihrem Abitur studiert Sabrina Chemie und Mathe auf Lehramt. Mathe schmei&szlig;t sie bald hin und schreibt sich stattdessen f&uuml;r Sport und Philosophie ein. Nicht, dass ihr sonst langweilig w&auml;re: Im Nebenjob kellnert sie nicht nur, sondern verkauft auch Schuhe. Als ihr Chef der Dortmunderin eine duale Ausbildung mit Filialleiter-Position anbietet, schl&auml;gt sie zu und verliert keine Zeit: Statt nach zweieinhalb Jahren darf sie sich schon nach 18 Monaten Einzelhandelskauffrau nennen, das BWL-Studium ist auf der Zielgeraden. Quasi nebenbei organisiert sie zur WM 2006 gemeinsam mit ihrem Freund in Dortmund das gr&ouml;&szlig;te Fan-Camp Deutschlands. Es klappt perfekt und sie will mehr. Mehr Herausforderung, weniger Schema F; mehr Natur, weniger Kommerz. Wanderer durch die Alpen f&uuml;hren zum Beispiel oder Touristen in Kanada.</p>
<p>Dann stellt ihr ein Bekannter die &#8220;de Albertha&#8221; vor. Baujahr 1891, fast 35 Meter lang, tief und flach mit vielen Rundungen: Ein Traum von einem Schiff. Das war 2007. Seitdem betreut sie dort Gruppen, die das Schiff chartern, Sch&uuml;ler etwa oder Firmen auf Betriebsausflug. Auf hoher See oder im Netz der Kan&auml;le frischt sie so seit gut zwei Jahren ihre Segel-Erfahrungen aus der Kindheit auf. Nur noch ein Pr&uuml;fungsmarathon in den Niederlanden – 20 Klausuren auf Holl&auml;ndisch in zwei Wochen – steht ihrer weltweiten Anerkennung als Bootsfrau im Weg.</p>
<p><strong>&Uuml;berall etwas gelernt</strong></p>
<p>Bei G&auml;stebetreuung, Personalwesen und Buchhaltung wei&szlig; die 27-J&auml;hrige schon jetzt, wovon sie spricht – oder besser, was sie wie anpackt. Kein Abschnitt ihres Lebens war umsonst, betont Sabrina, &uuml;berall habe sie etwas gelernt. Kurz: Sie ist der lebendige Beweis daf&uuml;r, dass die oft beschworene Einhaltung der Regelstudienzeit allgemein &uuml;berbewertet wird. Sabrina punktet mit Kreativit&auml;t: W&auml;hrend die &#8220;de Albertha&#8221; im Dortmunder Hafen liegt, dient sie nun als Vereinsheim f&uuml;r &#8220;Engelsblume e.V.&#8221;, der sich um die Integration behinderter Menschen k&uuml;mmert. Und donnerstags bis sonntags lockt das Schiff als schwimmende Kneipe.</p>
<p>Was Sabrinas eigene Pl&auml;ne sind? Sie wird weitersegeln, ob mit R&uuml;cken- oder Gegenwind. N&auml;chster Stopp? Vielleicht ein Nautik-Studium. Oder sie w&auml;hlt einen anderen Kurs zu dem Ziel, das sie sich vornimmt – &#8220;bis man selbst Chef ist&#8221;. Mit der Gelassenheit, die man lernt, wenn man dem Wetter ausgeliefert ist. Und dem Humor, den man lernt, wenn man in Dortmund liegt. &#8220;Wat is dat denn f&uuml;r’n Pin?&#8221; murrte einmal ein Angler und deutete auf den Mast. &#8220;Ein Mast&#8221;, erkl&auml;rte Sabrina, leicht irritiert &uuml;ber die Frage. &#8220;Aha&#8221;, brummte der Mann. &#8220;Und wof&uuml;r braucht man den? Habt Ihr keinen Motor?&#8221; Doch, haben sie, einen Schiffsdiesel mit 186 PS. Aber damit zu fahren, sagt Sabrina fast entschuldigend, sei irgendwie langweilig.</p>
<p>Mitarbeit von Sandra Bobersky.</p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>Links: Ein Schiff, viele M&ouml;glichkeiten</strong></p>
<div class="additionallinks"><a href="http://www.dealbertha.de" target="_blank">Sabrinas Arbeitsplatz im Sommer: Das Segelschiff &#8220;de Albertha&#8221;</a></div>
<div class="additionallinks"><a href="http://www.kneipenschiff-dortmund.de" target="_blank">Sabrinas Arbeitsplatz im Winter: Das Kneipenschiff &#8220;de Albertha&#8221;</a></div>
<div class="additionallinks"><a href="http://www.engelsblume.de" target="_blank">Dauerg&auml;ste im schwimmenden Vereinsheim: &#8220;Engelsblume e.V.&#8221;</a></div>
</div>


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