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	<title>pflichtlektüre &#187; Susann Eberlein</title>
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	<description>Studierendenmagazin für Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg</description>
	<pubDate>Wed, 23 May 2012 17:50:58 +0000</pubDate>
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		<title>Zur&#252;ck nach Deutschland? F&#252;r Konny Reimann fast ausgeschlossen</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/24/06/2010/nach-deutschland-zurueckkommen-fuer-konny-reimann-fast-ausgeschlossen/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 07:56:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susann Eberlein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[aktuell]]></category>

		<category><![CDATA[mitten im leben]]></category>

		<category><![CDATA[Auswanderer]]></category>

		<category><![CDATA[Konny Reimann]]></category>

		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Als er vor Jahren in die USA zog und kaum Englisch sprach, bel&#228;chelten ihn viele. Mittlerweile f&#252;llen seine Geschichten Fernsehformate.


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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit seiner Hamburger Schnauze und seiner unverwechselbar prolligen Art hat Konny Reimann nicht nur den Sprung &uuml;ber den gro&szlig;en Teich geschafft, sondern auch viele Fans gewonnen. Mittlerweile ziert sein Gesicht sowohl Buchcover als auch Barbecue- und Steak-Saucen. pflichtlekt&uuml;re hat mit Deutschlands bekanntem Auswanderer &uuml;ber sein neues Leben und seine Vorbildfunktion f&uuml;r potenzielle Auswanderer gesprochen. </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_34927" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><img class="size-medium wp-image-34927" title="Konny Reimann pr&auml;sentiert sein Buch" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/06/konny-reimann-03-fh-199x300.jpg" alt="Konny Reimann pr&auml;sentiert sein Buch (Foto: Florian H&uuml;ckelheim)" width="199" height="300" /><p class="wp-caption-text">Konny Reimann pr&auml;sentiert sein Buch Foto: Florian H&uuml;ckelheim</p></div>
<p><strong>Herr Reimann, warum sind Sie eigentlich in die USA ausgewandert?</strong></p>
<p><strong>Konny Reimann:</strong> Wir hatten in Deutschland ein wunderbares Leben. Unsere Auswanderung hat also nichts damit zu tun, dass wir Wirtschaftsfl&uuml;chtling gewesen sind. Im Gegenteil: Wir wollten einfach nur etwas anderes machen, etwas Neues erleben.</p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re: Sind Sie jetzt zufriedener mit Ihrem Leben? </strong></p>
<p><strong>Reimann:</strong> Wir sind nicht zufriedener. Wir hatten ein sehr sch&ouml;nes und sorgenfreies Leben in Hamburg - ohne finanzielle Sorgen. Und auch da hatten wir schon unsere amerikanischen Fahrzeuge und einen gro&szlig;en amerikanischen Wohnwagen. Wir hatten das Privileg, nicht f&uuml;nf Tage die Woche arbeiten zu m&uuml;ssen. Aber dann haben wir das Leben gegen ein anderes Leben eingetauscht. Im Moment arbeiten wir wesentlich mehr. Aber wir haben auch mehr Freude bei der Arbeit. Deswegen st&ouml;rt es mich auch nicht, so viel zu arbeiten. Ich w&uuml;rde sagen, wir erf&uuml;llen uns Kindheitstr&auml;ume.</p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re: Was gibt Ihnen die USA, was Ihnen Deutschland nicht bieten kann? </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Reimann:</strong> Meine Antwort m&ouml;chte ich mal lieber auf Texas begrenzen. Hier ist deutlich die Freundlichkeit der Menschen zu sp&uuml;ren und ihre Hilfsbereitschaft. Man kann sich in Texas freier bewegen und freier entfalten.</p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re: Zu Beginn Ihres neuen Lebens mussten Sie einige Zeit im Wohnwagen verbringen und haben kaum Englisch gesprochen. Muss man sehr leidensf&auml;hig sein k&ouml;nnen, wenn man auswandern will? </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Reimann:</strong> Ich glaube nicht, dass man leidensf&auml;hig sein muss. Aber wenn man diesen Schritt, den wir gegangen sind, wagen will, dann muss man sich im Klaren dar&uuml;ber sein, dass man ein komplett neues Leben anf&auml;ngt und man sich erst mal durchbei&szlig;en muss. Vor allem in &Uuml;bersee. Das ist schon ein gr&ouml;&szlig;erer Schritt. Jemand, der sehr zaghaft ist, sollte dann lieber innerhalb Europas auswandern.</p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re: Sind  Sie jetzt ein waschechter Amerikaner oder im Herzen immer noch ein Hamburger? </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Reimann:</strong> Ich sage immer: Texas ist unser Zuhause und Hamburg die Heimat. Und egal, ob ich jetzt nach Amerika auswandere oder sonstwohin, ich werde immer Deutscher und Hamburger bleiben.</p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re: Ihre Familie ist f&uuml;r viele potenzielle Auswanderer ein Vorbild. Haben Sie Tipps, wie das Auswandern am besten klappt? </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Reimann: </strong>Ich denke, Auswandern ist eine Sache, die muss jeder selbst in die Hand nehmen. Wenn man sich auf Tipps von anderen verl&auml;sst, dann f&auml;llt man auf den Bauch. Denn jeder Mensch ist anders, jeder wandert anders aus. Erst einmal sollte man sich dreimal &uuml;berlegen, ob man aus Deutschland weggeht. Deutschland ist nach wie vor ein geiles Land und ich m&ouml;chte die Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, nicht missen. Es ist sozial abgesichert, was fast einmalig ist auf der ganzen Welt. Als Grundlegendes ist es nat&uuml;rlich ratsam, die Sprache zu sprechen. Wie man in meinem Fall gesehen hat, geht es aber auch ohne. Und damit man unabh&auml;ngig ist, sollte man einen Haufen Geld mitnehmen. Wenn man nicht &uuml;ber genug Geld verf&uuml;gt, ist das Auswandern schon fast zum Scheitern verurteilt.</p>
<div id="attachment_34928" class="wp-caption alignright" style="width: 214px"><img class="size-medium wp-image-34928" title="Konny Reimanns Familie (Foto: Florian H&uuml;ckelheim)" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/06/reimanns-01-fh-204x300.jpg" alt="Konny Reimanns Familie" width="204" height="300" /><p class="wp-caption-text">Konny Reimanns Familie Foto: Florian H&uuml;ckelheim</p></div>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re: Womit verdienen Sie heute Ihre Br&ouml;tchen? </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Reimann:</strong> Wir haben mehrere Standbeine: Zum einen die Vermietung der Ferienh&auml;user,  zum anderen Testimonial-Vertr&auml;ge mit Werbefirmen, f&uuml;r Schrauben und W&uuml;rstchen und so etwas. Und dann mache ich nebenbei noch meine Klimaanlagen. Manu arbeitet im Verkauf in einem Klamottenladen und die Kinder verdienen auch ihr eigenes Geld.</p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re: Werbevertr&auml;ge konnten Sie vor allem durch Ihre Ber&uuml;hmtheit einheimsen. Wie gehen Sie damit um?</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Reimann:</strong> Ich wollte nie ber&uuml;hmt werden und ich glaube, meine jetzige Ber&uuml;hmtheit ist mir in keinster Weise zu Kopf gestiegen. Ich bin ziemlich normal und auf dem Teppich geblieben. Und so lange ich in Deutschland bin, ist es vollkommen in Ordnung, wenn mich jemand um ein Autogramm bittet oder mir Fragen stellt. Wenn mich in Texas jemand aufsucht und mich &uuml;ber den Zaun bel&auml;stigt, dann werde ich sauer. Dann st&ouml;ren mich die dreisten Deutschen, die gucken wollen, ob es wirklich so ist wie im Fernsehen. Denn in Texas ist mein Zuhause und da m&ouml;chte ich gef&auml;lligst auch in Ruhe gelassen werden. Da werde ich dann manchmal auch unh&ouml;flich. Aber ich denke, dass kann jeder Prominente nachf&uuml;hlen.</p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re: Vermissen Sie Deutschland und wollen Sie irgendwann mal wieder zur&uuml;ckkommen?</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Reimann:</strong> Wenn ich etwas vermisse, dann ist es das Flair und die Menschen in Hamburg, den Kiez. Aber daf&uuml;r habe ich ja meine eigene Hafenkneipe. Dass ich f&uuml;r immer zur&uuml;ckkomme,  ist fast ausgeschlossen. Daf&uuml;r gibt es noch sch&ouml;nere Ecken als Deutschland, in denen man sich niederlassen kann.</p>


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		<title>40 Tage ohne L&#252;gen - Buchautor J&#252;rgen Schmieder hat es versucht</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 17:40:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susann Eberlein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[aktuell]]></category>

		<category><![CDATA[mitten im leben]]></category>

		<category><![CDATA[40 Tage]]></category>

		<category><![CDATA[Jürgen Schmieder]]></category>

		<category><![CDATA[Lügen]]></category>

		<category><![CDATA[Wahrheit]]></category>

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		<description><![CDATA[L&#252;gen haben kurzen Beine. Oder eben lange Nasen. Wenn diese Sprichw&#246;rter wirklich stimmen w&#252;rden, w&#228;ren wir alle unter 1, 20 Meter, unsere Nasen mindestens doppelt so lang. Wissenschaftler haben n&#228;mlich herausgefunden, dass der Mensch bis zu 200 Mal am Tag l&#252;gt. J&#252;rgen Schmieder stellte sich dieser Zahl entgegen und sagte 40 Tage lang nichts als die Wahrheit. 


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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Du sollst nicht l&uuml;gen – Dieses biblische Gebot wird im Alltag kaum beachtet. Der Journalist und Buchautor J&uuml;rgen Schmieder stellte sich dieser Herausforderung. In einem Selbstversuch hat er 40 Tage lang nichts als die Wahrheit gesagt. pflichtlekt&uuml;re sprach mit ihm &uuml;ber geprellte Rippen, verlorene Freunde und die Einsicht, dass kein Mensch immer ehrlich ist. </strong></p>
<div id="attachment_31434" class="wp-caption alignleft" style="width: 202px"><img class="size-full wp-image-31434" title="jurgen-schmieder" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/05/jurgen-schmieder.jpeg" alt="Hat 40 Tage lang nur die Wahrheit gesagt: J&uuml;rgen Schmieder (Foto: C. Bertelsmann)" width="192" height="200" /><p class="wp-caption-text">Hat 40 Tage lang nur die Wahrheit gesagt: J&uuml;rgen Schmieder (Foto: C. Bertelsmann)</p></div>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re: Herr Schmieder, Sie haben sich dazu entschieden, 40 Tage lang nicht zu l&uuml;gen. Warum? Gab es einen bestimmten Ausl&ouml;ser daf&uuml;r?</strong></p>
<p><strong> J&uuml;rgen Schmieder:</strong> Der Ausl&ouml;ser war die Fastenzeit. Ich wollte auf Dinge verzichten, die nicht so langweilig sind wie Alkohol, Zigaretten und Schokolade. Und da ich in den Wochen davor ein paar schlechte Erfahrungen gemacht habe, weil mich Menschen angelogen haben, hatte ich mir zum Ziel gesetzt, selber einmal nicht mehr zu l&uuml;gen.</p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re: Und ist Ihnen das leicht gefallen oder wollten Sie nach ein paar Tagen schon aufgeben?<br />
</strong></p>
<p><strong>Schmieder:</strong> Ich wollte nach drei oder vier Tagen schon aufgeben. Am dritten Tag hat mich meine Frau auf die Couch verbannt und am vierten Tag musste ich meinem besten Freund gestehen, dass ich ihn verraten habe. Seine Freundin hat mich gefragt, was in ihrer Beziehung nicht stimmt und ich musste ehrlich antworten: Na ja, was nicht stimmt, ist, dass er mit anderen Frauen schl&auml;ft. Dabei war dieses Gespr&auml;ch nicht so schlimm wie das Gespr&auml;ch, das ich nachher mit meinem besten Freund f&uuml;hren musste. Als er mich so ganz entt&auml;uscht angesehen und mir dann einen Magenschwinger gegeben hat, das war der schlimmste Moment.</p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re: Sind Sie inzwischen wieder gute Freunde?</strong></p>
<p><strong>Schmieder:</strong> Ja, wieder. Ich habe am Anfang schon gemerkt, dass er sich distanzierte, mir viele Dinge nicht mehr erz&auml;hlt und sich selten mit mir getroffen hat. Doch dann haben wir uns ausgesprochen. Er hat zwar gesagt, dass es besser gewesen w&auml;re, wenn er es ihr selbst gesagt h&auml;tte, aber er hat auch eingesehen, dass es wahrscheinlich eh raus gekommen w&auml;re.</p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re: Wahrheiten k&ouml;nnen also oft auch verletzend oder beleidigend sein. Wie sind Sie damit umgegangen?</strong></p>
<p><strong>Schmieder:</strong> Ganz am Anfang habe ich mir keine Gedanken gemacht. Ich habe einfach die Wahrheit gesagt, ob es jemand h&ouml;ren wollte oder nicht. Aber wenn die Leute dann beleidigt sind, weil man ihnen die Wahrheit ins Gesicht gesagt hat, dann denkt man abends schon dr&uuml;ber nach. Da kommt das schlechte Gewissen.</p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re: Und wie konnten Sie Ihr Experiment mit Ihrem Beruf als Journalist vereinbaren?</strong></p>
<p><strong>Schmieder:</strong> Das war ziemlich hart. Nach ein paar Tagen bin ich zum Beispiel aus einer Redaktionskonferenz geflogen. Oder nach einem Fu&szlig;ballspiel wollte ich Mark van Bommel (Anmerkung der Redaktion: Kapit&auml;n des FC Bayern M&uuml;nchen) sagen, dass er schlecht gespielt hat. Das war im Weserstadion und Bayern hat gerade 0-0 gegen Bremen gespielt, obwohl sie h&auml;tten gewinnen m&uuml;ssen. Ich hatte damit gerechnet, dass mich van Bommel verpr&uuml;gelt. Aber er hat ganz cool reagiert und ist einfach weitergegangen. Das Interview war dann nat&uuml;rlich vorbei.</p>
<div id="attachment_31438" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><img class="size-full wp-image-31438" title="du-sollst-nicht-lugen1" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/05/du-sollst-nicht-lugen1.jpg" alt="Seine Erfahrungen hat Schmieder in dem Buch &quot;Du sollst nicht l&uuml;gen&quot; niedergeschrieben. (Foto: C. Bertelsmann) " width="160" height="261" /><p class="wp-caption-text">Seine Erfahrungen hat Schmieder in dem Buch &quot;Du sollst nicht l&uuml;gen&quot; niedergeschrieben. (Foto: C. Bertelsmann) </p></div>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re: K&ouml;nnen Sie L&uuml;gner durch Ihre eigenen Erfahrungen jetzt besser entlarven?</strong></p>
<p><strong>Schmieder:</strong> Ich habe schon so eine Art Radar f&uuml;r L&uuml;gner entwickelt. Was vor allem daran liegt, dass ich selbst gemerkt habe, in welchen Situationen ich nerv&ouml;s wurde oder wo ich gelogen  und wie ich das getan habe. Deshalb merke ich jetzt schon, wenn mir Leute mit einem falschen L&auml;cheln im Gesicht entgegen treten oder wenn sie Dinge sagen, von denen ich wei&szlig;, dass sie nicht stimmen k&ouml;nnen. Da bin ich schon sensibler geworden.</p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re: Bringt Ihnen das auch Vorteile? </strong></p>
<p><strong>Schmieder:</strong> Beim Pokern auf jeden Fall. Aber auch im t&auml;glichen Leben. Bei Kollegen, wenn man Leute kennen lernt, auch am Telefon. Man merkt, ob es jemand ehrlich meint oder nicht. Und ich glaube, das ist schon eine F&auml;higkeit, die einem im Endeffekt weiterbringt.</p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re: Und l&uuml;gen Sie jetzt, nach dem Experiment, wieder? </strong></p>
<p><strong>Schmieder:</strong> Ich bin ehrlicher als vorher, aber ich l&uuml;ge auch wieder. Von den 200 L&uuml;gen, die die Wissenschaft so vorrechnet, verwende ich noch 150 - was noch schlimm genug ist. Ich w&uuml;rde mir schon w&uuml;nschen, dass die Menschen ehrlicher zueinander sind. Vielleicht nicht so radikal wie ich in den 40 Tagen. Es soll ja nicht jeder auf der Couch schlafen. Aber ich glaube, so ein bisschen ehrlicher k&ouml;nnte so jeder Mensch sein.</p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re: Und w&uuml;rden Sie Ihr Experiment wiederholen wollen? </strong></p>
<p><strong>Schmieder</strong>: Wiederholen nicht unbedingt. Ich glaube, eine eingedellte Rippe und ein paar N&auml;chte auf der Couch reichen. Aber ich w&uuml;rde gerne ein anderes Projekt machen. Fast jeden Tag kommt jemand zu mir, der mir vorschl&auml;gt, was ich noch machen k&ouml;nnte. Die Leute sind neugierig und seit dem Buch bin ich ein bisschen das Versuchskaninchen geworden. Ich habe mich noch nicht entschieden, aber es wird auf jeden Fall krasser werden als das Nichtl&uuml;gen.</p>


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		<item>
		<title>&#8220;Ich finde es gut, f&#252;r Bildung auf die Stra&#223;e zu gehen!&#8221;</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/05/01/2010/ich-finde-es-gut-fuer-bildung-auf-die-strasze-zu-gehen/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 11:48:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susann Eberlein</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Dortmund]]></category>

		<category><![CDATA[aktuell]]></category>

		<category><![CDATA[mitten im leben]]></category>

		<category><![CDATA[Bildung]]></category>

		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerade einmal 25 Jahre alt und schon Bundestagskandidat der CDU: Ein Interview mit dem Dortmunder Politiker Steffen Kanitz.


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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Er hat sein Studium der Betriebswirtschaftslehre in M&uuml;nster vorzeitig abgeschlossen, wurde dieses Jahr zum Bundestagskandidaten im Wahlkreis 143 aufgestellt und k&uuml;rzlich zum Kreisparteivorsitzender der Dortmunder CDU gew&auml;hlt. Mit gerade mal 25 Jahren hat Steffen Kanitz einen beachtlichen Lebenslauf. Susann Eberlein sprach mit dem Diplom-Kaufmann &uuml;ber Verantwortung, Studentenproteste und Politikverdrossenheit. </strong></p>
<p><strong><em>Herr Kanitz, warum sind Sie Politiker geworden?</em></strong></p>
<p>Politiker bin ich noch nicht so ganz. Als Politiker bezeichne ich Menschen, die damit ihr Geld verdienen. Ich mache aber alles noch ehrenamtlich. Aber es ist schon so, dass ich die Verpflichtung, die Demokratie zu verteidigen, empfinde. Die Demokratie ist nicht nur das Recht auf Beteiligung, sondern eben auch die Pflicht. Wenn wir uns nicht verpflichten, uns zu beteiligen, dann d&uuml;rfen wir uns auch nicht beschweren, wenn andere die Meinungsf&uuml;hrerschaft &uuml;bernehmen, die m&ouml;glicherweise nicht Demokraten sind.</p>
<p><em><strong>Auf wie viele Stunden bekommen Sie denn pro Woche?</strong></em></p>
<p>Im Moment ist es sehr zeitintensiv. Ich arbeite im B&uuml;ro neun bis zehn Stunden am Tag und bin dann oft noch bis Mitternacht hier im B&uuml;ro (Anmerkung: in der Parteigesch&auml;ftsstelle) oder bei den B&uuml;rgern drau&szlig;en. Und das auch samstags und sonntags. Das klingt jetzt, als w&auml;re das alles unmachbar. Nat&uuml;rlich ist es gerade am Anfang sehr viel, wenn man die Organisation noch n&auml;her kennen lernen, Arbeit verteilen und strukturieren muss. Doch das geh&ouml;rt dazu, wenn man den Anspruch hat, die Arbeit richtig machen zu wollen.</p>
<p><em><strong>In einem Interview haben Sie einmal gesagt, es sei toll, dass wir einen Sozialstaat haben. Was finden Sie an Deutschland denn noch gut?</strong></em></p>
<p>Die Tradition und die Geschichte. Wir sind ein sehr alte Nation mit H&ouml;hen und Tiefen in der Geschichte. All das hat Deutschland gepr&auml;gt. Wir sind ein zivilisiertes Land, das es zu sehr viel Wohlstand in dieser Welt gebracht hat. Das in der Lage ist, Menschen Freir&auml;ume zu verschaffen. Das in der Lage ist, die Demokratie tats&auml;chlich zu leben und das in der Lage ist Menschen, die es aus eigener Kraft nicht schaffen, zu unterst&uuml;tzen. Also im Prinzip ein Staat, der Freiheit und Verantwortung verbindet.</p>
<p><em><strong>Was w&uuml;rden Sie ver&auml;ndern wollen?</strong></em></p>
<p>Was mich &auml;rgert ist die Debatte darum, dass man jungen Menschen nicht zutraut, Verantwortung zu &uuml;bernehmen. Ich glaube, das ist eine falsch, weil es dadurch zu dem ber&uuml;hmten Kampf der Generationen kommt. Dann geht es letztlich nur noch darum, welche Generation wieviel bekommt und welche Generation wieviel zahlt. Das sehen wir bei dem Thema Rente. Dabei hat jede Generation das Recht, in dieser Gesellschaft vertreten zu sein.</p>
<p><em><strong>Mit 25 geh&ouml;ren Sie zur jungen Generation. Wie schafft man es in diesem Alter schon Kreisparteivorsitzender zu sein?</strong></em></p>
<p>Ohne viel zu arbeiten, ohne sich einzusetzen und ohne das zu tun woran man Spa&szlig; hat, geht das nicht. Man braucht aber auch die n&ouml;tigen Unterst&uuml;tzer in der Partei. Bei mir war es ein gl&uuml;cklicher Zufall, das der damalige Parteivorsitzende Erich Fritz relativ fr&uuml;h erkannt hat, dass wir junge Menschen in der Politik brauchen, dass uns in der gesamten Partei der Mittelbau v&ouml;llig fehlt und dass wir sehr &uuml;beraltert sind.</p>
<p><em><strong>Und wie gehen Sie mit der gro&szlig;en Verantwortung um? </strong></em></p>
<p>Ich sage ganz bewusst, dass ich alles im Team erledigen will. Mit 25 hat man eine Menge neuer Ideen, aber man ist auch auf die Erfahrung anderer angewiesen. Das hei&szlig;t nicht, das man blind auf das vertraut, was andere sagen. Das hei&szlig;t aber schon, dass man sich in einem Abw&auml;gungsprozess begibt. Was k&ouml;nnen mir die anderen f&uuml;r Tipps geben? Wie k&ouml;nnen wir unsere neuen Ideen mt dem vereinbaren, was in der Vergangenheit auch schon gut funktioniert hat? Den Vertrauensvorschuss muss ich aber auch durch viel Arbeit rechtfertigen.</p>
<div id="attachment_20179" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-20179" title="Steffen Kanitz" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2009/12/dsc063671-300x168.jpg" alt="Mit 25 Jahren bereits CDU-Kreisparteivorsitzender" width="300" height="207" /><p class="wp-caption-text">Steffen Kanitz ist  bereits mit 25 Jahren CDU-Kreisparteivorsitzender. Foto: Marylen Reschop</p></div>
<p><strong><em>Die Attraktivit&auml;t der Partei zu st&auml;rken ist ein Ziel. Gibt es noch andere?</em></strong></p>
<p>Ein ganz wesentliches Ziel ist es, dass wir in dieser Stadt mitregieren wollen. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Mitgliederaktivierung. Auch die Mitglieder, die wir haben, m&uuml;ssen Interesse an der Partei entwickeln. Heutzutage konkurrieren wir nicht nur mit den anderen Parteien, sondern auch mit der knappen Freizeit der Menschen. Die Leute haben nicht mehr viel Zeit und fragen, was die Partei &uuml;berhaupt f&uuml;r sie bringt. Das Ziel muss es also sein, zu den Menschen zu gehen und mit ihnen &uuml;ber ganz konkrete Probleme zu sprechen.</p>
<p><em><strong></strong></em></p>
<p><em><strong>Mit welchen Problemen kommen die Menschen auf sie zu?</strong></em></p>
<p>Das Haushaltsloch in Dortmund regt die Leute auf. Viele reden von Wahlbetrug. Und in Zeiten der Wirtschaftskrise sind sicherlich auch existenzielle &Auml;ngste ein ganz bewegendes Thema. Da gibt es immer schwierige Diskussionsprozesse, die aber auch helfen, nicht nur im Abstrakten zu diskutieren, sondern eben ganz konkret vor Ort. Dann wird Politik interessant und f&uuml;r die Menschen erfahrbar.</p>
<p><em><strong>Sie sind Deutschland j&uuml;ngster Kreisparteivorsitzender. Macht Sie das stolz?</strong></em></p>
<p>Ich denke, es ist nichts worauf man stolz sein kann. Jedenfalls sollte man das nicht. Ich versuche, ein vollwertiger Parteivorsitzender zu sein. Und um diesen Anspruch zu erheben h&ouml;rt es auf, das am Alter festzumachen. Man muss sich an Leistung messen lassen. Wer die guten Konzepte hat, wird letztlich gew&auml;hlt und muss das Konzept umsetzen.</p>
<p><em><strong>Sie sind bei Twitter, Facebook und anderen sozialen Netzwerken. Ist das der Weg, den man gehen muss, um die Jugend f&uuml;r Politik zu interessieren?</strong></em></p>
<p>Es ist auf jeden Fall ein Weg. Ziel muss es sein, die Hemmschwelle abzubauen und zu zeigen, das Politiker auch Menschen sind. Wir m&uuml;ssen dahin gehen, wo die Menschen sind. Und gerade junge Menschen sind nat&uuml;rlich sehr viel im Internet unterwegs. Ich habe im Wahlkampf gemerkt, dass man &uuml;ber die neuen Medien und &uuml;ber soziale Netzwerke Fragen gestellt bekommt, die man vorher nicht gestellt bekommen hat. Es ist jedenfalls ein guten Medium um die Hemmschwelle und Barrieren abzubauen.</p>
<p><em><strong>Woran liegt es dann, dass die Jugend anscheinend so politikverdrossen ist? </strong></em></p>
<p>Ich glaube, dass viele junge Leute sehr politikafin sind oder sich f&uuml;r einzelne Themen begeistern lassen. An den Studentenprotesten sieht man, dass man eine ganze Menge junger Menschen mobilisieren kann. Aber das Motto &#8220;Frag nicht, was das Land f&uuml;r dich tun kann, sondern was du f&uuml;r das Land tun kannst&#8221; gibt es so nicht mehr. Junge Leute sind bereit, sich f&uuml;r einzelne Dinge zu engagieren, ohne dabei gleich in eine Partei einzutreten. Partei klingt immer so festgefahren, so alt, im negativen Sinne konservativ. Das ist ein gro&szlig;es Problem, mit dem die Parteien zu k&auml;mpfen haben.</p>
<p><em><strong>Bis vor kurzen fanden deutschlandweit Studentenproteste statt. Was halten sie davon? </strong></em></p>
<p>Ich finde es gut, f&uuml;r Bildung auf die Stra&szlig;e zu gehen. Das ist ein st&uuml;ckweit auch lebendige Demokratie. Das Problem ist aber, dass es von Leuten organisiert wird, die nicht das Interesse der Studenten vertreten, sondern ihre eigenen. Zu meiner Studienzeit kamen dann immer 35-J&auml;hrige auf mich zu. Diejenigen, die auf meine Kosten 25 oder 30 Semester studieren und daf&uuml;r sorgen, dass wir knappe Studienpl&auml;tze haben. Aber ich wollte mich nicht vor den Karren spannen lassen. Da werden Studenten instrumentalisiert, ohne es zu merken.</p>
<p><em><strong>K&ouml;nnen Sie verstehen, dass man gegen die Studiengeb&uuml;hren protestiert? </strong></em></p>
<p>Aus M&uuml;nster kann ich berichten, dass sich die Studienbedingungen nach Einf&uuml;hren der Studienbeitr&auml;ge verbessert haben. Wir waren kleinere Lehrgruppen, hatten eine gr&ouml;&szlig;ere Anzahl an Tutoren und die Bibliothek war l&auml;nger ge&ouml;ffnet. Ich gebe zu, das ist nicht &uuml;berall passiert. Und da wo es Missbrauch gibt, muss man klar darauf hinweisen. Auf der anderen Seite versuchen die Absolventen schneler fertig zu werden. Und wenn jemand nur noch 13 statt 15 Semestern braucht, weil das Finanzielle ein wesentliches Kriterium ist, dann ist das gut. Es wird Druck aufgebaut, aber Druck ist nicht immer etwas Negatives.</p>
<p><em><strong>Und wie stehen Sie zur Diskussion, Bachelor und Master wieder abzuschaffen?</strong></em></p>
<p>Mit dem Bolognaprozess wollte man urspr&uuml;nglich eine Internationalisierung der Studienbedingungen und eine Vergleichbarkeit schaffen. Ohne eine Semester zu Hause zu verlieren, sollten Studenten internationale Erfahrungen sammeln k&ouml;nnen und Sprachen lernen. Den Anspruch finde ich erst einmal gut. Jedoch ist es falsch, das Diplom einfach auf Bachelor und Master umzustellen, ohne die Strukturen zu ver&auml;ndern. In den Bachelorstudieng&auml;ngen bleibt so kaum noch Zeit, um ins Ausland zu gehen. Das eigentlich Ziel wurde verfehlt. Dar&uuml;ber m&uuml;ssen wir uns unterhalten. Dazu werden die Proteste beitragen.</p>
<p><em><strong>Sie sind Diplom-Kaufmann. K&ouml;nnen Sie sich vorstellen, ihren Beruf an den Nagel zu h&auml;ngen und sich ganz der Politik zu verschreiben, vielleicht auch als Bundeskanzler? </strong></em></p>
<p>Das ist ein bisschen hoch gegriffen. Der Job, den ich weiterhin habe, schafft gewisse Unabh&auml;ngigkeiten, die ich mir so lange es geht erhalten will. Ich will Leuten nicht nach den Mund reden, weil man Angst haben muss, dass man sonst nicht aufgestellt wird. Die Dinge, die man neu machen will, sollte man neu machen. Nicht ohne R&uuml;cksicht auf Verluste. Aber man sollte auch nicht darauf angewiesen sein, von der Partei einen Job zu bekommen. Politik macht mir sehr viel Spa&szlig;. Was daraus wird, m&uuml;ssen andere beurteilen. Und bevor sie beurteilen k&ouml;nnen, muss man erstmal ein paar Jahre arbeiten.</p>


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