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	<title>pflichtlektüre &#187; Simon Knop</title>
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	<description>Studierendenmagazin für Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg</description>
	<pubDate>Wed, 23 May 2012 17:50:58 +0000</pubDate>
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		<title>Humor ist keine Frage der Kultur</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jul 2011 14:47:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Knop</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Essen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wor&#252;ber lacht eigentlich Afrika? Oder Indien? Verschiedene Kulturen unterscheiden sich auch in ihrem Humor. So kommen Blondinen-Witze nicht &#252;berall gleicherma&#223;en gut an wie in Deutschland. 


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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_67218" class="wp-caption alignright" style="width: 610px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/06/humor-die-themenwoche.jpg"><img class="size-full wp-image-67218" title="Montage: Falk Steinborn, Foto: sxc.hu, emospada, BrightyG, mfb1982" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/06/humor-die-themenwoche.jpg" alt="humor-die-themenwoche" width="600" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Montage: Falk Steinborn, Foto: sxc.hu, emospada, BrightyG, mfb1982</p></div>
<p><strong>Man kann sich dem Thema &#8220;Lachen&#8221; </strong><strong>in der Wissenschaft </strong><strong>auf verschiedene Weise n&auml;hern. Aus psychologischer, aus physiologischer und sogar aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist unser Lachen ein hoch komplexer Vorgang. Aus kulturwissenschaftlicher Sicht ist das Thema jedoch bisher kaum beleuchtet worden. Eins ist jedoch klar: Unterschiedliche Formen von Humor haben nichts mit der kulturellen Herkunft eines Menschen zu tun.</strong></p>
<p>Im Allgemeinen kann man zwischen den verschiedenen Kulturen und ihrem Humor keine klare Grenzen ziehen. Eine Unterscheidung ergibt sich jedoch im Umfang des Humors, den eine Kultur aufweist. Das wei&szlig; auch Dr. Rainer Stollmann. Er lehrt am Institut f&uuml;r Kulturwissenschaften und Ethnlogie an der Universit&auml;t Bremen. &#8220;Die Inder zum Beispiel kann man als die Engl&auml;nder des vorderen Orients bezeichnen. Die Engl&auml;nder werden hier in Europa als besonders komisch wahrgenommen.&#8221; Ein gutes Beispiel f&uuml;r den englischen Humor ist die Komikervereinigung Monty Python. In deren Art von Humor sieht der Ethnolge eine Mischung aus Komik und Groteske. &#8220;&Auml;hnlich ist es beim indischen Humor&#8221;, sagt Stollmann. Den Unterschied zwischen Groteske und Witz sieht Rainer Stollmann in vielen Kulturen. &#8220;Das hat etwas mit der Aufgekl&auml;rtheit eines Menschen zu tun.&#8221;</p>
<p><strong>Humor hat was mit Kitzeln zu tun</strong></p>
<p>Den klassischen Ostfriesenwitz hat fast jeder schon einmal geh&ouml;rt. Der Grund, warum wir &uuml;ber solche Witze lachen, bringt den ein oder anderen wahrscheinlich selbst zum schmunzeln. Die meisten Menschen kennen das Gef&uuml;hl, lachen zu m&uuml;ssen, wenn sie gekitzelt werden. Hierbei staut sich durch das Kitzeln &#8220;nerv&ouml;se Energie&#8221; im K&ouml;rper an, die irgenwann in einem Lachen ausbricht. Beim Lachen &uuml;ber einen bestimmten Witz ist es &auml;hnlich. Nur werden beim Kitzeln der Haut die darunter liegenden Nervenzellen stimuliert. In der Komik werden wir aber &#8220;an unserer nationalen und kulturellen Haut gekitzelt&#8221;, erkl&auml;rt Rainer Stollman. Dieses Ph&auml;nomen findet sich aber auch in anderen Kulturen.</p>
<p><strong>Die kleinen feinen Unterschiede</strong></p>
<div id="attachment_67818" class="wp-caption alignright" style="width: 325px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/06/humorchina01.jpg"><img class="size-full wp-image-67818" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/06/humorchina01.jpg" alt="Dang Shijie sieht keine gro&szlig;en Unterschiede der Kulturen" width="315" height="352" /></a><p class="wp-caption-text">Dang Shijie glaubt, dass sich die Deutschen vor allem &uuml;ber sich selbst lustig machen. Foto: Simon Knop</p></div>
<p>Wirklich gro&szlig;e Unterschiede zwischen den Kulturen und ihrem Humor kann Dang Shijie nicht erkennen. Er kommt aus der Volksrepublik China und studiert derzeit Wirtschaftsingenieurwesen an der Uni Duisburg-Essen. &#8220;Bei uns sind es eher die regionalen Unterschiede, &uuml;ber die die Leute lachen&#8221;, sagt Shijie. In China g&auml;be es mehr als 150 verschiedene Dialekte, erkl&auml;rt er weiter. So seien es gerade die Menschen im S&uuml;den, die einen f&uuml;r den Rest der Bev&ouml;lkerung unverst&auml;ndlichen Dialekt sprechen. &#8220;Die Menschen im Norden und in der Mitte Chinas sprechen eine Art Einheitschinesisch. Sie glauben, dass sie viel kultivierter sind, als die Menschen im S&uuml;den&#8221;, erz&auml;hlt er. Deshalb w&uuml;rden die Leute aus dem S&uuml;den oft mit einem L&auml;cheln bedacht.</p>
<p>Shijie sieht aber auch eine verbindende Wirkung im Humor. &#8220;Humor kann helfen die Verst&auml;ndigung zwischen den Kulturen zu verbessern&#8221;, so der 26-J&auml;hrige. Als Beispiel f&uuml;hrt er die zahlreichen Jackie-Chan-Filme an. &#8220;Er nimmt zum Beispiel den Kung Fu und macht daraus etwas Lustiges. Wenn die Menschen in Europa oder in Amerika das sehen dann lachen sie dar&uuml;ber. Aber dann fragen sich sich vielleicht irgendwann, wieviel an der Sache wirklich dran ist und fangen an sich mehr f&uuml;r die chinesische Kultur zu interessieren&#8221;, sagt er. Doch bei den Deutschen sieht er da ein Problem. &#8220;Die sind immer sehr vorsichtig, wenn es darum geht, sich &uuml;ber andere Kulturen lustig zu machen. Also machen sie sich lieber &uuml;ber ihre eigene Kultur lustig.&#8221;</p>
<p><strong>Von der Groteske zum Humor</strong></p>
<p>Mit dem Humor ist es in unserem Kulturkreis eigentlich noch gar nicht so  lange her, wie man vielleicht denken w&uuml;rde. Bis zum Ende des 17.  Jahrhundert herrschte in Europa noch die Groteske als Form der  Unterhaltung vor. Ein Beispiel daf&uuml;r sind die Gaukler, die mit ihren  Jahrm&auml;rkten von Stadt zu Stadt zogen und die Menschen mit den  skurrilsten Attraktionen zum Lachen brachten. &#8220;Der Humor kam erst Anfang  des 19. Jahrhunderts allm&auml;hlich auf&#8221;, sagt Rainer Stollman. Ein  ungezwungenes Lachen &uuml;ber Witze war aber in der europ&auml;ischen Geschichte  auch dann nicht immer m&ouml;glich. So erz&auml;hlte man sich im Dritten Reich  Fl&uuml;sterwitze, die wie der Name schon sagt, nur mit vorgehaltener Hand  erz&auml;hlt wurden. In der DDR waren es dann die sogenannten &#8220;H&auml;schenwitze&#8221;.  Bei diesen Witzen ging es um die Politik des Staates. Jedoch wurden sie  so erz&auml;hlt, dass man den Bezug zur Politik nicht mehr direkt erkennen  konnte.</p>
<p><strong>Klassische Autos k&ouml;nnen auch lustig sein</strong></p>
<div id="attachment_67834" class="wp-caption alignleft" style="width: 225px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/06/humorwocheghana01.jpg"><img class="size-full wp-image-67834" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/06/humorwocheghana01.jpg" alt="Frank Tagoe kann auch &uuml;ber Klassiker lachen" width="215" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Frank Tagoe kann auch &uuml;ber Klassiker lachen</p></div>
<p>Andere Kulturen lachen manchmal &uuml;ber Dinge, bei denen man in unserem Kulturkreis gar nicht erst darauf kommen w&uuml;rde, &uuml;ber sie zu lachen. So sind es in Ghana zum Beispiel klassische Autos, die die Leute auf offener Stra&szlig;e zum Lachen bringen k&ouml;nnen. Frank Tagoe kennt das. Er kommt aus Ghana und studiert derzeit Maschinenbau an der Universit&auml;t Duisburg-Essen. &#8220;Das sind dann wirklich keine alten Klapperkisten, sondern richtig gute Autos. Aber die Leute finden es halt komisch&#8221;, sagt Frank. Aber auch sehr dicke und besonders gro&szlig;e Menschen g&auml;ben den Leuten in Ghana einen Grund zum Lachen. &#8220;Einmal habe ich in einem Gesch&auml;ft in Deutschland erlebt, dass eine dicke Frau hereinkam und der Mann an der Kasse hat angefangen, ihr Klamotten f&uuml;r ein Baby anzubieten. Die Frau war danach echt sauer. Sowas w&auml;re in Ghana &uuml;berhaupt gar kein Problem.&#8221;</p>
<p>Gelacht wird also auch anderswo und manchmal auch &uuml;ber Dinge, die wir so gar nicht lustig finden. Letzendlich kommt es weniger auf die Kultur aus der ein Mensch stammt an, sondern viel mehr auf seine Pers&ouml;nlichkeit.</p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>Mehr zum Thema:</strong></p>
<p style="color: white;">pflichtlektuere: <a href="http://www.pflichtlektuere.com/01/07/2011/humor-hat-viele-gesichter/" target="_blank">Humor hat viele Gesichter</a></p>
<p style="color: white;">eldoradio*: <a href="http://www.eldoradio.de/podcast/item.php?idx=2799&amp;sel=ressort&amp;selidx=17" target="_blank">Ein Clown in der Kulturfalle - das H&ouml;rspiel</a></p>
<p style="color: white;">web: <a href="http://german.irib.ir/radioislam/der-islam/item/147885-lachen-und-weinen-in-der-islamischen-kultur" target="_blank">Lachen und Weinen in der islamischen Kultur</a></p>
<p style="color: white;">web: <a href="http://www.mediaculture-online.de/fileadmin/bibliothek/bausinger_lachkultur/bausinger_lachkultur.html" target="_blank">Wissenschaftliche Arbeit &uuml;ber die Lachkultur</a></p>
</div>


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