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	<title>pflichtlektüre &#187; Melanie Bröcker</title>
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	<description>Studierendenmagazin für Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg</description>
	<pubDate>Wed, 23 May 2012 17:50:58 +0000</pubDate>
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		<title>Fliegen mit &#220;-Ei-Effekt</title>
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		<pubDate>Fri, 20 May 2011 16:43:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melanie Bröcker</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[aktuell]]></category>

		<category><![CDATA[im freizeitrausch]]></category>

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		<category><![CDATA[Blind Booking]]></category>

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		<description><![CDATA[Ihr habt noch keine Idee, wohin es in den n&#228;chsten Urlaub gehen soll? Dann bucht doch einfach und lasst euch &#252;berraschen, wo es hingeht. "Blind Booking" macht's m&#246;glich.


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer an grauen Tagen aus dem Fenster schaut, w&uuml;nscht sich wohl schnell mal an einen sonnigeren Ort. Doch wohin soll es gehen? An den Strand oder doch lieber in die Berge? Zum Shopping nach Mailand oder doch lieber romantisch nach Paris?! Diese qu&auml;lende Frage beantworten &#8220;Blind Booking&#8221; und </strong><strong> &#8220;Joker Fliegen&#8221;</strong><strong> im Alleingang.</strong></p>
<div id="attachment_61544" class="wp-caption alignleft" style="width: 207px"><img class="size-medium wp-image-61544" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/05/blind-booking-ii-197x300.jpg" alt="Wo soll der Flug hingehen? Foto: Melanie Br&ouml;cker" width="197" height="300" /><p class="wp-caption-text">Wo soll der Flug hingehen? Foto: Melanie Br&ouml;cker</p></div>
<p>Bei Uneinigkeiten ist man gut beraten die Entscheidung einem Unbeteiligten zu &uuml;berlassen. Das funktioniert nicht nur beim Nachbarschaftsstreit, sondern auch bei der Urlaubsplanung. Denn einige Fluggesellschaften bieten Fl&uuml;ge mit &Uuml;berraschungseffekt: Unter dem Namen „Blind Booking“ oder „Joker Fliegen“ kann man einen Flug buchen, ohne zu wissen, wo man letztendlich landen wird. Sozusagen nach dem „&Uuml;-Ei-Prinzip“. Das hat besonders f&uuml;r junge Leuten einen gro&szlig;en Reiz. So geht es auch der 20-j&auml;hrigen Studentin Julia Hoffmann. Sie ist schon drei Mal auf diese Weise verreist. „Blind Booking ist f&uuml;r mich witzig und was Neues. Man sieht neue St&auml;dte, kann spontan sein und es macht auf jeden Fall Spa&szlig;, egal wo man landet“, sagt die Studentin aus Essen. Momentan plant sie ihren vierten Flug per Blind Booking und ist sehr gespannt, wo es diesmal hingehen wird.</p>
<p><strong>Urlaubsmotto festlegen</strong></p>
<p>Blind Booking hei&szlig;t aber nicht, dass man erst am Flughafen erf&auml;hrt, wo der Flug hingehen wird. Um falsch gepackten Koffern vorzubeugen, kommt die Reiseziel-Info direkt mit der Buchungsbest&auml;tigung. Beim „blinden“ Buchen kann aus verschiedenen Kategorien ausgew&auml;hlt und somit schon einmal das Motto des Urlaubs im Groben festgelegt werden. Zur Auswahl stehen „Party“, „Kultur“, „Shopping“, „Metropole Osteuropa“, „Metropole Westeuropa“ oder „Wandern und Natur“. In jeder Kategorie gibt es bis zu zehn Reiseziele. Die Entscheidung dar&uuml;ber, welcher Ort es letztendlich wird, trifft die Fluggesellschaft. Sollte einem ein Ziel &uuml;berhaupt nicht zusagen, dann kann man es ausschlie&szlig;en. Das kostet allerdings extra.</p>
<p>Studentin Julia Hofmann hat es beim &#8220;blinden&#8221; buchen bisher noch nicht besonders weit verschlagen: Berlin, M&uuml;nchen und Wien waren ihre &Uuml;berraschungs-Ziele. Damit war sie aber allemal zufrieden. Gerade die anf&auml;ngliche Ungewissheit mache Blind Booking aus, sagt sie. Die Kurztrips hat sie immer gemeinsam mit Freunden geplant.</p>
<div id="attachment_61545" class="wp-caption alignright" style="width: 225px"><img class="size-medium wp-image-61545" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/05/img_3178-215x300.jpg" alt="Das blinde Buchen sorgt f&uuml;r &Uuml;berraschung. Foto: Melanie Br&ouml;cker" width="215" height="300" /><p class="wp-caption-text">Das blinde Buchen sorgt f&uuml;r &Uuml;berraschung. Foto: Melanie Br&ouml;cker</p></div>
<p>Nat&uuml;rlich ist Blind Booking vor allem eine Marketingstrategie. Eine der Fluggesellschaften, die das Buchen mit &Uuml;berraschungseffekt anbietet, ist German Wings. Heinz Joachim Sch&ouml;ttes, Pressesprecher des Unternehmens, erkl&auml;rt, worauf die Idee hinter dem „blinden Buchen“ abzielt: „Wir wollen interessanter f&uuml;r unsere Kunden werden und sie auf unsere Homepage ziehen. Viele Leute wollen sich gerne &uuml;berraschen lassen“, sagt Sch&ouml;ttes. F&uuml;r die Fluggesellschaften ist die Idee durchaus lohnend, denn die Blind Booker werden auf Fl&uuml;ge verteilt, auf denen noch Pl&auml;tze frei sind. So gehen sie sicher, dass sie ihre Fl&uuml;ge m&ouml;glichst voll bekommen.</p>
<p><strong>Jung und flippig</strong></p>
<p>Da die Blind Booking-Fl&uuml;ge sozusagen „Restposten“ sind, k&ouml;nnen sie zu geringeren Preisen angeboten werden, was sie besonders f&uuml;r junge Leute - die nichts gegen etwas Spannung haben - interessant macht. Doch offenbar sind nicht alle gegen&uuml;ber dem &Uuml;berraschungsfliegen so aufgeschlossen. Heinz Joachim Sch&ouml;ttes hat in den letzten Jahren ganz eigene Beobachtungen gemacht. „Man kann feststellen, dass es in verschiedenen Regionen unterschiedlich angenommen wird. Die K&ouml;lner und Rheinl&auml;nder sind zum Beispiel sehr offen. Aber im Schwabenland ist die Akzeptanz nicht ganz so hoch. Die K&ouml;lner sind da einfach flippiger“, sagt Sch&ouml;ttes.</p>
<p>Der Name „Blind Booking“ wurde &uuml;brigens in Anlehnung an das Wort „Blind Date“ erdacht. Wer also mal Lust auf ein Blind Date mit einem Flug hat, f&uuml;r den ist diese Art zu buchen eine &Uuml;berlegung wert. Bei aller Spontaneit&auml;t sollte man allerdings nicht zu kurzfristig planen, weil die meisten Fl&uuml;ge kurz vor knapp doch schon voll sind.</p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>Mehr zum Thema:<br />
</strong>
</p>
<p style="color: white;">pflichtlekt&uuml;re: <a href="http://www.pflichtlektuere.com/17/07/2009/welcher-urlaubstyp-bist-du/" target="_blank">Welcher Urlaubs-Typ bist du?</a></p>
<p style="color: white;">pflichtlekt&uuml;re: <a href="http://www.pflichtlektuere.com/08/03/2011/weg-mit-dem-speck/" target="_blank">Weg mit dem Speck - Tipps f&uuml;r die Bikini-Figur</a></p>
</div>


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		</item>
		<item>
		<title>Lange Nacht gegen &#8220;Aufschieberitis&#8221;</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/12/03/2011/lange-nacht-fuer-lange-hausarbeiten/</link>
		<comments>http://www.pflichtlektuere.com/12/03/2011/lange-nacht-fuer-lange-hausarbeiten/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 12 Mar 2011 12:35:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melanie Bröcker</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bochum]]></category>

		<category><![CDATA[aktuell]]></category>

		<category><![CDATA[im hörsaal]]></category>

		<category><![CDATA[Aktion]]></category>

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		<category><![CDATA[RUB]]></category>

		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

		<category><![CDATA[Schreibnacht]]></category>

		<category><![CDATA[Schreibzentrum]]></category>

		<category><![CDATA[wissenschaftliches Arbeiten]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist vorlesungsfreie Zeit, doch Hausarbeiten machen Stress. Bei der Schreibnacht der RUB wurde die Schreibblockade gemeinsam mit Leidensgenossen bek&#228;mpft. Und Enter...


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Student m&uuml;sste man sein&#8221;. Wie oft h&ouml;rt man diesen Satz aus neidvollen M&uuml;ndern. Doch vor allem die vorlesungsfreie Zeit ist f&uuml;r die meisten Studenten eben nicht gleichbedeutend mit Urlaub oder durchzechten N&auml;chten. Die vermeintlichen Semesterferien sind vor allem die Zeit f&uuml;r Hausarbeiten. Und da sich so mancher Student schwer damit tut, in seiner eigentlich freien Zeit wissenschaftliche Texte zu schreiben, fand am Donnerstag die &#8220;Lange Nacht des Schreibens&#8221; statt. Auch die Ruhr-Universit&auml;t Bochum (RUB) beteiligte sich.</strong></p>
<div id="attachment_53455" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-53455 " src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/03/stille-300x201.jpg" alt="Absolute Ruhe f&uuml;r die durchschriebene Nacht. Foto: Melanie Br&ouml;cker" width="300" height="201" /><p class="wp-caption-text">Absolute Ruhe f&uuml;r die durchschriebene Nacht. Foto: Melanie Br&ouml;cker, Teaserfoto: pixelio.de / Rainer Sturm</p></div>
<p>Es ist dunkel. Der Bochumer Campus wirkt wie leergefegt an diesem windigen Donnerstagabend. Nur vereinzelt sind ein paar Studenten zwischen den Wohnheimen unterwegs. Zwei junge Frauen betreten mit Schlafs&auml;cken bepackt das kleine &#8220;Euro-Eck&#8221; hinter dem Hallenbad. Direkt hinter der T&uuml;r werden sie von einer l&auml;chelnden Frau im orangen T-Shirt begr&uuml;&szlig;t.</p>
<p>Mit den Worten &#8220;Herzlich Willkommen bei der langen Nacht des Schreibens&#8221; dr&uuml;ckt sie ihnen ein Namensschild und einen kleinen Button in die Hand. Katinka Netzer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bochumer Schreibzentrum.</p>
<p>Heute Abend ist sie mit ihren beiden Kolleginnen f&uuml;r die 40 schreibw&uuml;tigen Studenten zust&auml;ndig. Gemeinsam betreuen sie die &#8220;Lange Nacht des Schreibens&#8221;, die auch gern  als &#8220;Lange Nacht gegen aufgeschobene Hausarbeiten&#8221; bezeichnet wird.</p>
<p><strong>Bundesweite Aktion gegen Prokrastination - &#8220;Aufschieberitis&#8221;</strong></p>
<p>Die Aktion fand im vergangenen Jahr zum ersten Mal in Deutschland statt. War es 2010 nur die Uni Viandra in Frankfurt/Oder, die die Schreibnacht anbot, so konnten Studenten in diesem Jahr an immerhin sechs Universit&auml;ten gemeinsam &uuml;ber Nacht an ihren Hausarbeiten arbeiten. &Uuml;ber eine Live-Schalte im Aufenthaltsraum konnten die Studenten in Bochum zu jeder Zeit verfolgen, wie produktiv die Studenten in Darmstadt, Frankfurt/Oder, G&ouml;ttingen, Bielefeld und Hildesheim waren.</p>
<p>W&auml;hrend im Nebenraum auf der wei&szlig;en Leinwand die Bilder der Webcams flackern, betreten mehr und mehr Studenten das kleine &#8220;Euro-Eck&#8221; im Bochumer Wohnheim. &#8220;Wir haben auch einen Ruheraum mit Kissen und Decken&#8221;, erz&auml;hlt Katinka Netzer der n&auml;chsten Studentin, die den Flur betritt. &#8220;Oh gut. Da fange ich dann gleich mal an&#8221;, sagt die junge Frau und l&auml;chelt.</p>
<p><strong>Gro&szlig;e mediale Aufmerksamkeit</strong></p>
<p>Etwas verunsichert sieht sie sich im Raum um, offensichtlich &uuml;berrascht von den Kamerateams. Der WDR ist da und auch RTL. &#8220;Wir haben mehr mediale Aufmerksamkeit, als wir erwartet hatten&#8221;, sagt Netzer, der der verdutzte Gesichtsausdruck der Studentin nicht entgangen ist. Und tats&auml;chlich sind um 20.30 Uhr (eine halbe Stunde nach offiziellem Beginn) noch mehr Journalisten als Studenten vor Ort. Doch das &auml;ndert sich im Laufe des Abends.</p>
<p>Schon eine halbe Stunde sp&auml;ter bei der offiziellen Begr&uuml;&szlig;ung ist der Aufenthaltsraum gut gef&uuml;llt. So gut, dass sich die Journalisten gegenseitig ins Bild rennen. Von Arbeitsvorbereitung kann dort f&uuml;r die Studenten noch keine Rede sein. Es wird gefilmt, fotografiert und um Interviews gebuhlt, was das Zeug h&auml;lt.</p>
<p><strong>Anspannung und Entspannung</strong></p>
<div id="attachment_53456" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-53456" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/03/arbeitsraum-300x225.jpg" alt="Auch nachts kann man hoch konzentriert arbeiten. Foto: Melanie Br&ouml;cker" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Auch nachts wird noch hoch konzentriert gearbeitet. Foto: Melanie Br&ouml;cker</p></div>
<p>Doch die 40 Studenten wollen heute Nacht noch mit ihren Hausarbeiten  vorankommen. Deshalb machen sich die meisten schnell auf in die obere  Etage. Dort ist der offizielle Arbeitsraum. Anspannung und Entspannung  sind dadurch auch r&auml;umlich klar getrennt. Im Erdgeschoss sind die K&uuml;che, der Aufenthaltsraum und der Ruheraum untergebracht. &Uuml;ber den Eingangsflur f&uuml;hrt eine Treppe hinauf zum Schreibraum.</p>
<p>Sprechen ist hier absolut verboten. Die Atmosph&auml;re in dem Raum unter dem Dach erinnert stark an die in einem Lesesaal. Tische und St&uuml;hle sind die einzigen M&ouml;bel hier. Daran sitzen die Studenten mit ihren Laptops und B&uuml;chern. In diesem Raum sind sie gesch&uuml;tzt vor Ablenkung und vor der Presse. Die einzige potenzielle Quelle der Ablenkung ist der Internetzugang, der f&uuml;r viele zum Arbeiten aber unabdingbar ist.</p>
<p><strong>Gem&uuml;tliche Atmosph&auml;re</strong></p>
<p>&#8220;Die Schreibnacht ist ein ziemlicher Gewaltakt&#8221;, sagt Ulrike Lange, ebenfalls wissenschaftliche Mitarbeiterin im Schreibzentrum. Anders als die Schreibwoche, die vor kurzem an der RUB stattfand, sei diese Nacht mehr ein Event. &#8220;Aber es kann ein guter Start sein oder helfen, tote Punkte beim Schreiben zu &uuml;berwinden&#8221;, sagt Lange. Vor allem gefalle ihr die gem&uuml;tliche Atmosph&auml;re im Haus. &#8220;Gut, dass wir nicht im Unigeb&auml;ude sind, da h&auml;tte ich Angst heute Nacht in dem h&auml;sslichen Betonklotz&#8221;, sagt sie und lacht. Denn genau darum gehe es: Schreiben angenehm machen.</p>
<p>F&uuml;r alle die Startschwierigkeiten dabei haben, gibt es eine Anfangs&uuml;bung. Doch bevor es damit losgehen kann, besorgt Katinka Netzer erst einmal ein paar Stifte. Denn der &uuml;berwiegende Teil der Studierenden hat nur einen Laptop dabei. &#8220;Beim ,free writing&#8217; geht es darum, dass ihr einfach f&uuml;nf Minuten lang schreibt. Egal was. Wenn euch nichts einf&auml;llt, dann schreibt ihr genau das auf&#8221;, erkl&auml;rt Netzer die &Uuml;bung. Damit soll jeder in einen nat&uuml;rlichen Schreibfluss kommen.</p>
<p>Anschlie&szlig;end bittet sie Studenten, eine Zielvereinbarung f&uuml;r den Abend festzulegen. Auf der aufgemalten Zielscheibe an der Pinnwand sollen die Karteikarten mit den gesteckten Zielen festgemacht werden. &#8220;Jedes Mal wenn ihr eine Etappe auf dem Weg zu diesem Ziel geschafft habt, macht ihr eine Pause und h&auml;ngt eure Karte n&auml;her in die Mitte der Scheibe.&#8221;</p>
<p><strong>Realistische Ziele setzen</strong></p>
<div id="attachment_53454" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-53454" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/03/schreibubung-300x225.jpg" alt="Mit dem &quot;free writing&quot; sollen Anfangsh&uuml;rden &uuml;berwunden werden. Foto: Melanie Br&ouml;cker" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Mit dem &quot;free writing&quot; sollen Anfangsh&uuml;rden &uuml;berwunden werden. Foto: Melanie Br&ouml;cker</p></div>
<p>Nachdem sie ihre Ziele festgesteckt haben, machen sich die meisten Studenten auf in den Arbeitsraum. Ein junger Mann bleibt zur&uuml;ck und bl&auml;ttert durch seine Notizen und B&uuml;cher. Tim studiert Sozialwissenschaften in Bochum und muss in einem Monat eine 15-seitige Hausarbeit abgeben. &#8220;Ich werde heute Abend nichts schreiben k&ouml;nnen. Mir fehlt einfach eine Struktur. Aber ich hoffe einen Ansto&szlig; zu finden.&#8221;</p>
<p>Ein paar Meter neben ihm sitzt Anglistikstudentin Stefanie. Doch sie hat die Nase nicht in B&uuml;cher vergraben. Mit geschlossenen Augen genie&szlig;t sie eine Massage. Mit einer Hand am Nacken und der anderen an Stefanies Stirn lockert Birte Viermann fachm&auml;nnisch die am Schreibtisch entstandenen Verspannungen.</p>
<p><strong>Schreibblockade durch Verspannungen</strong></p>
<p>Sie ist Praktikerin der &#8220;Grinberg Methode&#8221; und hat sich spontan entschlossen, den Studenten kostenlos mit ihrer Arbeit das Schreiben zu erleichtern. Mit Studenten hat sie Erfahrung: &#8220;Ich habe sehr viele prokrastinierende Klienten, die so verspannt sind, dass sie auch eine Schreibblockade haben&#8221;, sagt Viermann.</p>
<p>Aus der K&uuml;che ziehen leckere Ger&uuml;che her&uuml;ber. Die Schreibtutoren Hannah und Benny r&uuml;hren die drei selbstgemachten Suppen auf dem Herd um: Kartoffelsuppe, H&uuml;hner-Nudeltopf und eine rote t&uuml;rkische Linsensuppe gibt es zur St&auml;rkung. Kochen z&auml;hlt nur heute Abend zu Hannahs und Bennys Aufgaben. Als Schreibtutoren sind sie im Semester Ansprechpartner f&uuml;r alle Fragen rund ums Schreiben. &#8220;Studenten kommen mit ihren Arbeiten zu uns, um eine Einsch&auml;tzung zu bekommen oder um &uuml;ber den Aufbau ihrer Arbeit durchzudenken&#8221;, erkl&auml;rt Benny. Korrekturen oder gar inhaltliche Hilfestellung geben sie allerdings nicht.</p>
<p><strong>Einen Anfang finden</strong></p>
<div id="attachment_53457" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><img class="size-medium wp-image-53457" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/03/suppen-225x300.jpg" alt="Auch geistige Arbeit macht hungrig. Foto: Melanie Br&ouml;cker" width="225" height="300" /><p class="wp-caption-text">Auch geistige Arbeit macht hungrig. Foto: Melanie Br&ouml;cker</p></div>
<p>W&auml;hrend oben weiter flei&szlig;ig geschrieben wird, g&ouml;nnt sich Lena eine Pause bei einer Tasse Tee. Sie studiert soziale Arbeit an der Evangelischen Fachhochschule Bochum. Die Schreibnacht war f&uuml;r sie ein kleiner Durchbruch. &#8220;Ich finde schon seit zwei Monaten keinen Anfang.&#8221; Ein Thema hatte sie schon, doch erst heute Nacht gelang es ihr, auch etwas zu Papier zu bringen.</p>
<p>&#8220;Es hilft, zu merken, dass es vielen so geht wie mir. Hier bin ich beim Schreiben nicht so allein&#8221;, sagt Lena und schaut sch&uuml;chtern zu Boden. Trotz der Gemeinschaft arbeiten die Studenten konzentriert. Das hat auch die Kunstgeschichtsstudentin Sabrina gemerkt: &#8220;Wer hier jetzt nicht schreibt ist echt ein Exot und total fehl am Platz.&#8221;</p>
<p><strong>Nachtspaziergang - oder viel Kaffee</strong></p>
<p>Aber auch Pausen sind wichtig - und f&uuml;r die haben sich die Betreuer etwas einfallen lassen. Schreibtisch-Yoga, ein kleiner Nachtspaziergang und ein gemeinsames Fr&uuml;hst&uuml;ck um 5 Uhr morgens stehen auf dem Plan, um gut durch die schreibw&uuml;tigste Nacht des Jahres zu kommen. Und wem die frische Luft beim Spaziergang nicht gen&uuml;gt, um wach zu bleiben, f&uuml;r den stehen bis zu zwei Kilo Kaffee bereit.</p>
<p>Auch am Freitag wurde noch einmal am Schreibtisch die Nacht zum Tag gemacht. Danach m&uuml;ssen die RUB-Studenten wieder in den eigenen vier W&auml;nden an ihren Hausarbeiten schreiben. Zumindest bis zum n&auml;chsten Jahr…</p>
<div class="additionallinks"><strong><span style="color: #ffffff;">Mehr zum Thema<br />
<span style="color: #3366ff;">.</span><br />
</span></strong><span style="color: #ffffff;">Web: <a href="http://www.sz.ruhr-uni-bochum.de/index.html" target="_blank">Schreibzentrum der Ruhr-Uni Bochum</a> </span><span style="color: #ffffff;"><br />
<span style="color: #3366ff;">.</span><br />
Web: <a href="http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2011/03/11/lokalzeit-ruhr-schreibnacht.xml" target="_blank">WDR TV-Beitrag zur Schreibnacht</a></span><strong><span style="color: #ffffff;"><br />
<span style="color: #3366ff;">.</span><br />
</span></strong><span style="color: #ffffff;">Web: <a href="http://www.wdr.de/themen/panorama/28/bochum_schreibnacht/index.jhtml?rubrikenstyle=panorama" target="_blank">WDR-Reportage zur Schreibnacht</a><br />
</span><strong><span style="color: #ffffff;"><span style="color: #3366ff;">.</span><br />
</span></strong><span style="color: #ffffff;">Pflichtlekt&uuml;re: <a href="http://www.pflichtlektuere.com/18/02/2011/mythos-semesterferien/">Mythos Semesterferien<br />
</a><span style="color: #3366ff;">.</span><a href="http://www.pflichtlektuere.com/18/02/2011/mythos-semesterferien/"><br />
</a>Pflichtlekt&uuml;re: <a href="http://www.pflichtlektuere.com/08/09/2010/alles-eine-frage-der-motivation/">Alles eine Frage der Motivation</a></span></div>


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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Unternehmen&#8221; AStA</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/10/03/2011/unternehmen-asta/</link>
		<comments>http://www.pflichtlektuere.com/10/03/2011/unternehmen-asta/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Mar 2011 08:23:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melanie Bröcker</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Dortmund]]></category>

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		<category><![CDATA[Uni Dortmund]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Traum vom eigenen Café - der AStA der TU Dortmund will ihn verwirklichen. Au&#223;erdem soll ein eigenes Auto her. Doch beide Projekte sind schwer zu realisieren.


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der AStA der TU Dortmund hat gro&szlig;e Ziele. Der Allgemeine Studierendenausschuss ist die Exekutive aller Studierenden. Er hat in der Vergangenheit viele Demonstrationen organisiert und betreibt einen Copyshop. Jetzt m&ouml;chte der AStA ein eigenes Auto und tr&auml;umt von einem Café.</strong></p>
<p>Auf der Sitzung des Studierendenparlaments (StuPa) am Dienstag zeigte sich der AStA schaffensfroh. Eigenes Auto, eigener Cafébetrieb - das sind die Pl&auml;ne. Doch bis dahin liegt noch ein weiter Weg.</p>
<div id="attachment_53359" class="wp-caption alignleft" style="width: 184px"><img class="size-medium wp-image-53359" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/03/foto-horatiu_ua-174x300.jpg" alt="Horatiu Dancu ist Kulturreferent des AStA. Foto: privat" width="174" height="300" /> <p class="wp-caption-text">Horatiu Dancu ist Kulturreferent des AStA. Foto: privat, Teaserbild: pixelio.de / S. Hofschl&auml;ger</p></div>
<p>Das Kulturteam des AStA hatte angeregt, die Arbeit des Studierendenausschusses durch die Anschaffung eines Autos zu erleichtern. Zahlreiche Veranstaltungen und Transporte lie&szlig;en den Wunsch nach mehr Mobilit&auml;t wachsen. Der AStA f&auml;hrt regelm&auml;&szlig;ig Getr&auml;nkekisten und Musikanlagen zu Veranstaltungsorten oder l&auml;sst bei Demonstrationen die Menschenmassen vom Auto aus beschallen.</p>
<p>Daf&uuml;r sei ein eigenes Auto dringend notwendig, sagte Horatiu Dancu, der Kulturreferent des AStA. &quot;In der Vergangenheit wurden daf&uuml;r oft Privatfahrzeuge genutzt. Das ist ja nicht Sinn der Sache&quot;, erl&auml;uterte Dancu. Das Auto k&ouml;nnte auch von anderen Gremien oder den autonomen Referaten genutzt werden. Auch andere ASten haben eigene Autos, lange Zeit auch der der Uni Duisburg-Essen.</p>
<p>Der dazugeh&ouml;rige Antrag, der am Dienstag in der Sitzung des StuPa vorgelegt wurde, konnte aber noch nicht &uuml;berzeugen. Die Entscheidung wurde vertagt und ging zun&auml;chst zur&uuml;ck an den AStA. Vor allem die langfristigen Kosten f&uuml;r ein Auto stie&szlig;en auf Bedenken im StuPa. Es soll gekl&auml;rt werden, wer genau damit fahren darf, wie der Zugang kontrolliert wird und wie die rechtlichen Rahmenbedingungen im Falle eines Unfalls sind.</p>
<p><strong>Versicherungs- und Umweltfragen</strong></p>
<p>Vor allem der bisherige Vorschlag f&uuml;r eine Versicherung stie&szlig; bei den Parlamentariern auf Widerwillen. Zwar bedeutet eine Altersbeschr&auml;nkung der Fahrer auf mindestens 24 Jahre, dass die Kosten f&uuml;r die Versicherung deutlich niedriger sind. Allerdings w&uuml;rde so ein Gro&szlig;teil der Studenten im Ausschuss als Fahrer ausgeschlossen.</p>
<p>Florian Feldhaus von der Gr&uuml;nen Liste &auml;u&szlig;erte zudem Bedenken, dass die Anschaffung eines AStA-Autos aus &ouml;kologischer Sicht fragw&uuml;rdig sei. &quot;Bisher wurden nur wirklich notwendige Fahrten mit dem Auto gemacht. Wenn aber ein Auto st&auml;ndig zur Verf&uuml;gung steht, ist die Versuchung gro&szlig;, es auch aus Bequemlichkeit zu nutzen&quot;, sagte Feldhaus. Der AStA wird nichtsdestotrotz zur n&auml;chsten Sitzung weitere Angebote einholen. Es soll gekl&auml;rt werden, ob ein Gebrauchtwagen, ein Neuwagen oder vielleicht ein geleaster Wagen den AStA zu seinen vier R&auml;dern bringen k&ouml;nnte.</p>
<p><strong>Eigenes Café geht in die Testphase<br />
</strong></p>
<div id="attachment_10466" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-10466" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2009/07/teaser_ibz-300x228.jpg" alt="F&uuml;r den Bau des IBZ werden 500.000 Euro Studiengeb&uuml;hren ausgegeben. Foto: Robert Zapp" width="300" height="228" /> <p class="wp-caption-text">F&uuml;r den Bau des IBZ wurden eine halbe Million Euro an Studienmitteln ausgegeben. Archiv-Foto: Robert Zapp</p></div>
<p>Solange m&uuml;ssen die Studierendenvertreter noch zu Fu&szlig; gehen. Doch zumindest f&uuml;r ihr zweites Projekt d&uuml;rfte das wenig hinderlich sein. Denn der AStA tr&auml;umt davon, ein Café im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) zu er&ouml;ffnen. Schon seit zwei Jahren gab es mehrere Versuche ein Kulturcafé zu er&ouml;ffnen. Diese seien laut Horatiu Dancu aber an der Verwaltung und nicht bewilligten Geldern gescheitert.</p>
<p>Deswegen wird es im Sommersemester zun&auml;chst ein Testprojekt geben. An zwei Nachmittagen in der Woche m&ouml;chte der AStA bei Veranstaltungen im IBZ Studenten mit Kaffee, Tee und abgepackten Kioskartikeln versorgen. Doch mit der Verk&ouml;stigung soll kein Gewinn erzielt werden. Ziel sei es vor allem, Studenten in das neue Geb&auml;ude in der Emil-Figge-Stra&szlig;e zu locken.</p>
<p><strong>IBZ nicht f&uuml;r Café ausgelegt?</strong></p>
<p>&quot;Es ist dem AStA sehr wichtig, dass das IBZ von Studenten genutzt wird. Immerhin wurde es mit einer halben Million Euro aus Studienmitteln finanziert&quot;, sagte Dancu. Das &quot;Caféprojekt&quot; l&auml;uft ein Semester lang ab dem 5. April. Sollte es gut laufen, w&uuml;nscht sich der AStA ein dauerhaft eingerichtetes Café im IBZ. Im Referat Internationales, das f&uuml;r das IBZ zust&auml;ndig ist, sieht man das allerdings skeptisch. Das IBZ sei f&uuml;r ein Café gar nicht ausgelegt, hei&szlig;t es dort.</p>
<p>So ist der Traum vom eigenen Café schwerer zu realisieren als gedacht. Doch im neuen Semester kann sich jeder zumindest zwei Mal die Woche vom &quot;Unternehmen AStA&quot; im IBZ bewirten lassen.</p>


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		<title>Wie man dem Karneval entkommen kann</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/07/03/2011/dem-karneval-entkommen/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Mar 2011 16:42:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melanie Bröcker</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Dortmund]]></category>

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		<category><![CDATA[Rosenmontag]]></category>

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		<description><![CDATA[Olle Kamellen und B&#252;ttenreden: Vielen dreht sich bei "Alaaf" und "Helau" das Trommelfell um. Wir lassen euch nicht im Stich und verraten die besten Tipps, um Karneval zu entkommen.


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Einmal im Jahr ist es soweit. Einmal im Jahr drehen alle durch. Normale Mitb&uuml;rger werden auf unerkl&auml;rliche Weise zu pseudo-komischen Indianern und Giraffen. Der Wahnsinn beginnt immer p&uuml;nktlich am 11.11. um 11:11 Uhr und wird gemeinhin als &#8220;f&uuml;nfte Jahreszeit&#8221; bezeichnet. Heute erreicht sie am Rosenmontag den ultimativen H&ouml;hepunkt. Egal ob Helau oder Alaaf, ob Karneval oder Fasching - heute ist die Welt ein bisschen anders als sonst. Schrill, bunt, laut, im Vollrausch. F&uuml;r viele die beste Zeit im Jahr, f&uuml;r viele andere ein Wahnsinn, vor dem es scheinbar kein Entkommen gibt.<br />
</strong></p>
<div id="attachment_53218" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-53218" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/03/img_2620_2-300x204.jpg" alt="Zum Karneval werden Feiertage hausgemacht. Foto: Melanie Br&ouml;cker" width="300" height="204" /><p class="wp-caption-text">An Karneval werden Feiertage hausgemacht. Foto: Melanie Br&ouml;cker</p></div>
<p>Heute muss man sich entscheiden. Es gibt nur drei M&ouml;glichkeiten, die &#8220;f&uuml;nfte Jahreszeit&#8221; heil zu &uuml;berstehen. Entweder man liebt sie aus vollem Herzen, man f&uuml;gt sich seinem Schicksal und verbucht es unter &#8220;Erfahrungen&#8221; oder man wehrt sich mit H&auml;nden und F&uuml;&szlig;en gegen die Narren und Jecken.</p>
<p>F&uuml;r alle, die sich f&uuml;r die dritte Variante entscheiden, ist guter Rat bitter n&ouml;tig. Deshalb haben wir die sechs besten Karneval-&Uuml;berlebens-Tipps zusammengestellt:</p>
<p><strong>1.	Hochburgen meiden!</strong></p>
<p>Klingt einleuchtend, oder? Kein Hase begibt sich freiwillig in den Fuchsbau. Wer also dem Karneval entfliehen m&ouml;chte, sollte wissen, wo der Feind lauert. Daf&uuml;r ist es ratsam, ganze St&auml;dte zu meiden. In unserer Gegend sind das vor allem K&ouml;ln und D&uuml;sseldorf, aber auch M&ouml;nchengladbach und Duisburg.</p>
<p>Wer also f&uuml;r heute oder morgen eine Shoppingtour nach K&ouml;ln geplant hat, sollte seine Pl&auml;ne besser verschieben. Mal ganz davon abgesehen, dass am Rosenmontag sowieso viele Gesch&auml;fte gar nicht oder nur zeitweise ge&ouml;ffnet haben. Feiertage selbst gemacht, ist das Motto.</p>
<p>Doch wer sich jetzt in seinem beschaulichen Dortmunder oder Bochumer Stadtteil in Sicherheit wiegt: weit gefehlt. Denn der ganz allt&auml;gliche Einkauf kann auch in St&auml;dten, die nicht als die Karnevalshochburg schlechthin gelten, zum Albtraum werden.</p>
<p><strong>2. Nicht einkaufen gehen!<br />
</strong></p>
<div id="attachment_53219" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-53219" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/03/img_2617_2-300x225.jpg" alt="Diese Backwarenfachverk&auml;uferinnen mutierten zu Teufel und Co. Foto: Melanie Br&ouml;cker" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Diese Backwarenfachverk&auml;uferinnen mutierten zu Teufel und Co. Foto: Melanie Br&ouml;cker</p></div>
<p>Wer sich nicht schon letzte Woche mit einem Hamstervorrat an Konservendosen eingedeckt hat, wird heute eine b&ouml;se &Uuml;berraschung erleben. Wer als gutgl&auml;ubiger B&uuml;rger heute noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt besorgen m&ouml;chte, muss sich auf einiges gefasst machen. Dort ereignen sich kuriose Dinge. Das Grauen wird perfekt.</p>
<p>Doch es ist vor allem der &Uuml;berraschungseffekt, der die wahre B&ouml;sartigkeit ausmacht. In der Innenstadt rechnet man an einem Tag wie heute mit allem m&ouml;glichen. Doch dass die Karnevals-Seuche selbst einen so friedvollen Ort des Alltags heimsucht, kann f&uuml;r unvorbereitete Menschen traumatisch sein.</p>
<p>Daher gilt: ist der Einkauf unabdingbar, muss man auf das Schlimmste gefasst sein. Die sonst so unscheinbare Backwarenfachverk&auml;uferin tr&auml;gt pl&ouml;tzlich Hasenohren. Hinter der Wursttheke steht ein Cowboy und Aushilfen mit albernen H&uuml;ten r&auml;umen die Regale ein. Jetzt gilt es, die Ruhe zu bewahren und sich so schnell es geht an den Luftschlangen und mit Glitzerherzchen funkelnden Wangen vorbeizuschieben.</p>
<p>Und dann ab nach Hause und auf dem Weg dorthin um jeden Preis auf U-Bahn, Bahn oder Bus verzichten! Laufen ist angesagt, aber dabei den Blick stets auf den Boden richten. Rette dich nach Hause, denn in den eigenen vier W&auml;nden gibt es kein Tr&ouml;ten und Kamelle… denkste!</p>
<p><strong>3.	Lass das Radio aus!</strong></p>
<div id="attachment_53228" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-53228" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/03/img_2626_2-300x225.jpg" alt="Zum Karneval wird das Radio zum potenziellen Feind. Foto: Melanie Br&ouml;cker" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Das Radio wird zum potenziellen Feind. Foto: Melanie Br&ouml;cker</p></div>
<p>Um sich im freiwilligen Hausarrest die Zeit zu vertreiben, mag der ein oder andere schnell auf die Idee kommen, das Radio anzumachen. B&ouml;ser Fehler! Nicht nur, dass ambitionierte Journalisten ihr Bestes geben um alle Themen rund um die f&uuml;nfte Jahreszeit zu beackern: Was ist eigentlich der Ursprung des Karneval? Wieso nennen ihn manche Fasching? Woraus werden Kamellen gemacht und gibt es einen proportionalen Zusammenhang zwischen der Anzahl der verteilten Kamellen und dem Einkommensanstieg des &ouml;rtlichen Zahnarztes?</p>
<p>Nein, auch die Musikredaktion scheint pl&ouml;tzlich durchzudrehen. Auf einmal muss man sich als H&ouml;rer am hellichten Tage von einem selbsternannten DJ ansingen lassen, der so hei&szlig;t wie eine schockgefrostete Gletschermumie und allen weismacht, dass es einen Stern gibt, der genauso hei&szlig;t wie man selbst. Oder einer zun&auml;chst kryptisch wirkenden Sprache lauschen, die sich bei n&auml;herer Analyse als &#8220;K&ouml;lsch&#8221; herausstellt.</p>
<p>Da ist der Druck auf den Aus-Knopf quasi schon reflexartig. Doch die richtig Gutgl&auml;ubigen unter den Karnevals-Hassern k&ouml;nnten jetzt noch versuchen, sich ins Fernsehprogramm zu fl&uuml;chten.</p>
<p><strong>4.	Finger weg vom Fernseher!</strong></p>
<p>Wer das Radio dieser Tage nicht ertr&auml;gt, der sollte erst Recht die Finger vom Fernseher lassen. Seid gewarnt. Es gibt noch eine Steigerung zu der mutierten Hasenverk&auml;uferin. Im Vergleich zu einer anderen Karnevals-Spezies ist sie geradezu harmlos. Denn die Schlimmsten unter den Jecken stellen sich auf eine B&uuml;hne und versuchen witzig zu sein.</p>
<p>Da das selten gelingt, gibt es immer ein Orchester, das mit einem kr&auml;ftigen &#8220;t&auml;t&auml;&auml; t&auml;t&auml;&auml; t&auml;t&auml;&auml;&#8221; die Stelle zum Lachen ank&uuml;ndigt. Erg&auml;nzend dazu wird der so m&uuml;hsam vermiedene Rosenmontagsumzug komplett im TV &uuml;bertragen. F&uuml;r die mutigen Karnevalshasser gilt also: das Fernsehprogramm vorher genau studieren und nur ausgew&auml;hlte Programme sehen. Jegliches Zappen ist dabei auf jeden Fall zu vermeiden.</p>
<p><strong></strong></p>
<p><strong>5.	Ab ins Exil!</strong></p>
<div id="attachment_53227" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-53227" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/03/496514_r_b_by_gerd-altmann-carlsberg1988_pixeliode-300x225.jpg" alt="Vielen bleibt nur die Flucht vorm Karneval. Foto: Gerd Altmann, pixelio.de" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Vielen bleibt nur die Flucht vorm Karneval. Foto+Teaserfoto: pixelio.de / Gerd Altmann</p></div>
<p>F&uuml;r alle, die vom Karnevalswahnsinn wieder einmal &uuml;berrascht wurden, ist jegliche Flucht zu diesem Zeitpunkt quasi unm&ouml;glich. Weder Autobahnen, Stra&szlig;en, noch &ouml;ffentliche Verkehrsmittel sind sicher. Die Karnevalsseuche hat alle Bereiche des &ouml;ffentlichen Lebens bereits infiziert. Da hilft nur noch: aussitzen.</p>
<p>Zu Hause einsperren, T&uuml;ren und Fenster hermetisch verriegeln, elektronische Ger&auml;te ausst&ouml;pseln und dann die Bettdecke &uuml;ber den Kopf ziehen. Der beste Zeitpunkt mal wieder zu Lesen oder sich so richtig auszuschlafen. Endlich mal ein Gedicht auswendig lernen oder die Schr&auml;nke ausmisten.</p>
<p>F&uuml;r die Zukunft ist fr&uuml;hzeitige Planung unabdingbar. Markiere den n&auml;chsten Karneval fett im Kalender, plane deinen Urlaub fr&uuml;hzeitig. Am besten ist es, noch vor Altweiber das Land zu verlassen. Oder zumindest die Region.</p>
<p>In Bundesl&auml;ndern wie Brandenburg, Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern ist man deutlich sicherer. Doch am geeignetsten ist nat&uuml;rlich das Ausland. Dabei ist Brasilien aber kein geeignetes Exil. Am sichersten ist es, sich fr&uuml;hzeitig auf eine verlassene Insel abzusetzen.</p>
<p><strong>6.	Feiern auf der Antiparty!</strong></p>
<p>F&uuml;r alle, die dieses Jahr weder rechtzeitig ausgewandert sind, noch Lust haben sich die ganze Zeit im Bett zu verkriechen, gibt es noch eine andere L&ouml;sung: Antipartys.</p>
<p>Man kann selbst eine organisieren oder auf eine bereits angebotene gehen. Ein Veranstaltungstipp f&uuml;r alle Karnevalshasser ist die &#8220;Anti-Karneval-Party&#8221; im <a href="http://www.happyhappydingdong.de/Flash/HHDD_2010.swf">HappyHappyDingDong</a> in Dortmund. Ab 20 Uhr kannst du dort heute erfahren, dass du nicht allein bist. F&uuml;r den Weg dorthin gilt: Scheuklappen nicht vergessen! In diesem Sinne: Viel Spa&szlig; und viel Gl&uuml;ck.</p>


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		<title>Kino-Tipp: „Fasten auf Italienisch“</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/13/01/2011/kino-tipp-fasten-auf-italienisch/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 Jan 2011 14:12:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melanie Bröcker</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Kino-Tipps]]></category>

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		<category><![CDATA[Dino Fabrizzi]]></category>

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		<category><![CDATA[Komödie]]></category>

		<category><![CDATA[Mourad Ben Saoud]]></category>

		<category><![CDATA[Olivier Baroux]]></category>

		<category><![CDATA[Ramadan]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein franz&#246;sischer Algerier, der vorgibt, ein Italiener zu sein. Was das f&#252;r Folgen haben kann, erz&#228;hlt der neue Kinofilm "Fasten auf Italienisch". Wir sagen euch, was ihr von der Kom&#246;die erwarten d&#252;rft.


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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><strong><img class="aligncenter size-full wp-image-43327" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/10/logo_kino-tipp.jpg" alt="logo_kino-tipp" width="600" height="200" /></strong></p>
<p><strong>Manche Nationalit&auml;ten sind irgendwie immer besser angesehen als andere. Einem Italiener d&uuml;rfte es vermutlich leichter fallen einen Job im Ausland zu finden als einem Araber. Das macht das Leben f&uuml;r Letzteren nat&uuml;rlich  nicht leichter. Und so verwundert es auch nicht, wenn jemand mal auf die Idee kommt, sich f&uuml;r einen ganz anderen auszugeben.  Das dachte sich auch die Hauptfigur in der neuen Kom&ouml;die „Fasten auf Italienisch“, die heute (13. Januar 2010) in die deutschen Kinos kommt.</strong></p>
<p>Es ist ein herrlich sonniger Tag in S&uuml;dfrankreich. Durch die malerische Landschaft f&auml;hrt ein schicker Sportwagen. Darin sitzt Dino Fabrizzi (Kad Merad) im edlen Anzug. Er hat es geschafft: Er hat einen guten Job als Sportwagenverk&auml;ufer, eine h&uuml;bsche Freundin und eine tolle Wohnung. Als Italiener ist er mit seinem „Ciao Bella“-Charme bei allen beliebt. Die Sache hat nur einen winzig kleinen Haken: Er ist gar kein Italiener.  Dino Fabrizzi hei&szlig;t eigentlich Mourad Ben Saoud und kommt aus Algerien.  Zusammen mit seiner Familie lebt er schon lange in Frankreich. Doch als Algerier hat er weder eine Arbeit, noch eine Wohnung gefunden.</p>
<div id="attachment_49408" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-49408" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/01/imam1-300x162.jpg" alt="Mourad sucht Rat beim Imam (Foto: Arsenal Filmverleih)" width="300" height="162" /><p class="wp-caption-text">Mourad sucht Rat beim Imam. Foto: Arsenal</p></div>
<p>Erst als er auf die Idee kommt sich als Italiener auszugeben, klappt pl&ouml;tzlich alles reibungslos. Nur seinen Eltern hat er das nat&uuml;rlich nicht erz&auml;hlt. Ihnen hat er gesagt, er w&uuml;rde seit f&uuml;nf Jahren in Italien leben. Auch das klappt reibungslos. Doch gerade als er gute Aussichten auf den Chefposten hat, wird sein Vater mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert. Da er zu schwach ist den nahenden Ramadan selbst zu begehen, bittet er Mourad darum, an seiner Stelle zu fasten.</p>
<p><strong>Lasset das Fasten beginnen</strong></p>
<p>Diesen Wunsch kann er seinem kranken Vater kaum abschlagen und so stimmt er zu. Doch Mourad war noch nie sehr religi&ouml;s, von seinem Alter-Ego Dino ganz zu schweigen. Trotzdem muss er einen Weg finden, den Ramadan zu begehen, ohne dass es jemand merkt. Wie schwierig das wird, merkt er erst nachdem er einen Imam um Rat gefragt hat: F&uuml;nf mal t&auml;glich beten, von Sonnenauf bis -untergang nichts essen und trinken und vor allem keine intimen Stunden mit seiner Freundin Hélène (Valérie Benguigui) f&uuml;r einen Monat. Denn die beiden sind nicht verheiratet.</p>
<p>Es beginnt eine Zeit, die Mourad alles abverlangt. Er muss sehr fr&uuml;h aufstehen, um zu beten. Er verlagert das obligatorische Fr&uuml;hst&uuml;cksmeeting auf f&uuml;nf Uhr morgens vor und muss sich immer neue aberwitzige Erkl&auml;rungen f&uuml;r sein merkw&uuml;rdiges Verhalten einfallen lassen. Das ist auch f&uuml;r den Zuschauer ein Wechselbad der Gef&uuml;hle. Viele witzige Szenen wechseln sich mit sehr ruhigen und and&auml;chtigen Momenten ab. Es sieht so aus, als w&uuml;rde Mourad es wirklich durchhalten, als w&uuml;rde sein Plan aufgehen. Bis ihn eines Tages sein Kollege beim Beten im B&uuml;ro erwischt. Die L&uuml;ge platzt und mit ihr das Leben, das er sich aufgebaut hat. Mourad versucht verzweifelt zu retten, was noch zu retten ist&#8230;</p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;">Zum Reinh&ouml;ren:</p>
<p><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/01/fasten_auf_italienisch__14__ausweisung-2.mp3">Mourad versucht sich zu erkl&auml;ren</a></div>
<div id="attachment_49415" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-49415 " src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/01/familie-300x162.jpg" alt="Mourad alias Dinos Familie. Foto: Arsenal Filmverleih" width="300" height="162" /><p class="wp-caption-text">&quot;Mourad&quot; alias &quot;Dino&quot;s Familie. (Foto: Arsenal)</p></div>
<p>„Fasten auf Italienisch“ (im Originaltitel: L’Italien) ist eine liebevoll erz&auml;hlte, franz&ouml;sische Kom&ouml;die, die mitten aus dem Leben gegriffen ist. Trotzdem kommt sie nicht als schwerer sozialkritischer Streifen mit erhobenem Zeigefinger daher. Im Vordergrund steht die Komik. Grund daf&uuml;r ist wohl auch die enge Zusammenarbeit mit Kad Merad. Der Schauspieler ist aus Produktionen wie „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ und „Willkommen bei den Sch’tis“ bekannt. Mit viel Charme und einem nat&uuml;rlichen Gesp&uuml;r f&uuml;r Komik spielt er liebevoll seine Rolle, die ihm gar nicht so fremd ist. Denn Kad Merads Vater Mohamed kommt aus Algerien und war in seinem neuen Land Frankreich nur unter dem Namen „Rémi“ bekannt. Und so verwundert es nicht, dass der Film bei allem Humor den n&ouml;tigen Tiefgang nicht vermissen l&auml;sst.</p>
<p><strong>Eine witzige Kom&ouml;die mit Tiefgang</strong></p>
<p>Regisseur Olivier Baroux gelingt es dem Publikum auf galante Art etwas zum Nachdenken mit auf den Weg zu geben, ohne dass es dem Witz des Films im Wege steht. Da verzeiht man als Zuschauer gern, dass die Story bei genauerem Hinsehen an der ein oder anderen Stelle nicht ganz schl&uuml;ssig ist. Alles in allem ist „Fasten auf Italienisch“ ein wundervoller Film mit subtiler Erkenntnis und noch mehr Witz. Ein Besuch lohnt sich also allemal.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.pflichtlektuere.com/13/01/2011/kino-tipp-fasten-auf-italienisch/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<div><a href="http://www.pflichtlektuere.com/category/kino_tipp/"><img src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/teaser-fuer-kinorubrik.jpg" alt="" /></a></div>


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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Dreigroschenoper&#8221;-Premiere in Dortmund</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/06/12/2010/dreigroschenoper-premiere-in-dortmund/</link>
		<comments>http://www.pflichtlektuere.com/06/12/2010/dreigroschenoper-premiere-in-dortmund/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Dec 2010 12:37:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melanie Bröcker</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Dortmund]]></category>

		<category><![CDATA[aktuell]]></category>

		<category><![CDATA[im freizeitrausch]]></category>

		<category><![CDATA[Brecht]]></category>

		<category><![CDATA[Dreigroschenoper]]></category>

		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

		<category><![CDATA[Mackie Messer]]></category>

		<category><![CDATA[Schauspiel]]></category>

		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[„Die Welt ist arm, der Mensch ist schlecht.“ Bekannt aus Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ und jetzt im Dortmunder Schauspielhaus zu h&#246;ren. Wir waren f&#252;r euch bei der Premiere.


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Die Welt ist arm, der Mensch ist schlecht.“ So sagte das einst Bertolt Brecht in seiner „Dreigroschenoper“. Die eing&auml;ngigen Lieder, wie die Moritat von „Mackie Messer“ alias „Mack the Knife“ und der Satz „Erst das Fressen, dann die Moral“ sind noch immer unvergessen.  Jetzt feierte die Dortmunder Inszenierung des Klassikers im Schauspielhaus Premiere.</strong></p>
<div id="attachment_46347" class="wp-caption alignleft" style="width: 370px"><img class="size-full wp-image-46347" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/12/1680a.jpg" alt="MacHeath alias Mackie Messer. Foto: Birgit Hupfeld" width="360" height="244" /><p class="wp-caption-text">MacHeath alias Mackie Messer. Foto: Birgit Hupfeld</p></div>
<p>Das Orchester setzt ein, der Vorhang geht auf und zu sehen ist: Nichts. Dunkelheit. Und doch scheint es, als w&uuml;rde sich etwas bewegen. Tats&auml;chlich. Aus dem Dunkel kriecht ein Mann. Nahezu unheimlich kommt er mit langsamen Bewegungen auf das Publikum zu. Schlie&szlig;lich richtet er sich auf und beginnt zu singen: „Ja der Haifisch, der hat Z&auml;hne und die tr&auml;gt er im Gesicht…“ Sp&auml;testens jetzt ist jedem im Saal klar, wer da auf die B&uuml;hne kroch. Es ist Mackie Messer.</p>
<p>Die Dortmunder Inszenierung von Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ feierte am Freitagabend im Schauspielhaus Premiere. Die Zuschauerreihen waren voll besetzt, als das Dortmunder Ensemble die Geschichte vom Verbrecher MacHeath alias Mackie Messer aufleben lie&szlig;. Es ist die Geschichte vom charmanten Gangster mit Stil, der bei allem Morden und Rauben nicht von den Frauen lassen kann. Gekleidet in einen feinen Anzug mit passenden Handschuhen und ausgestattet mit s&uuml;&szlig;en Worten, heiratet er hier die eine und beteuert dort der anderen seine Treue und Liebe.</p>
<p><strong>Und immer wieder die Frauen</strong></p>
<p>Kein Wunder also, dass seine neuen Schwiegereltern, das Ehepaar Peachum, alles daran setzen den Mann ihrer Tochter, Polly, h&auml;ngen zu lassen. Polly steht zu ihm und hilft ihm bei der Flucht. Mit erschreckend starker Hand f&uuml;hrt sie in der Abwesenheit ihres Mannes das „Gesch&auml;ft“, bestehend aus Betrug und Diebstahl, weiter. Und alles nur, damit Mackie sich ins n&auml;chste Hurenhaus zur&uuml;ckziehen kann. Doch er wird verraten und nicht nur einmal steht er am Galgen. Was ihn immer wieder rettet, sind die Frauen, die trotz allen Betrugs nicht von ihm lassen wollen und sein bester Freund, der oberste Polizeichef Brown.</p>
<p>So viel Unrecht, Lug und Trug wird dann mit einer Freilassung in letzter Minute belohnt. Brown bringt die rettende Botschaft der K&ouml;nigin, ausgestattet mit kleinen Fl&uuml;geln am R&uuml;cken. Mackie Messer - um dem ganzen Treiben sprichw&ouml;rtlich die Krone aufzusetzen – wird in den Adelsstand erhoben. Doch es w&auml;re nicht ein Ende ganz im Sinne Brechts, wenn dem Publikum jetzt nicht noch ein Wink mit dem Zaunpfahl verpasst w&uuml;rde. Einm&uuml;tig und vom glorreichen Schneefall begleitet singen die Darsteller: „Die reitenden Boten des K&ouml;nigs kommen sehr selten und die getreten werden, treten wieder.“</p>
<div id="attachment_46349" class="wp-caption alignright" style="width: 370px"><img class="size-full wp-image-46349" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/12/2069a.jpg" alt="Das B&uuml;hnenbild (Foto: Birgit Hupfeld)" width="360" height="226" /><p class="wp-caption-text">Das B&uuml;hnenbild. Foto: Birgit Hupfeld</p></div>
<p><strong>Gute Unterhaltung</strong></p>
<p>Der Wink kam an, das Publikum applaudierte. Doch hier sa&szlig; kein gel&auml;utertes Publikum – allenfalls ein recht gut unterhaltenes. Niemand wurde wachger&uuml;ttelt und zu neuen Denkans&auml;tzen inspiriert. Es war eine sch&ouml;ne Auff&uuml;hrung: Das B&uuml;hnenbild war innovativ, praktisch und effektiv zugleich. Die Spielfl&auml;che war schr&auml;g und sah mit den zwei wei&szlig;en Streifen aus, wie eine runde Carrera-Bahn. Bei einem Szenewechsel drehte sich die B&uuml;hnenkonstruktion und ein Hurenhaus kam zum Vorschein. Das Orchester lie&szlig; schon bei den ersten T&ouml;nen die F&uuml;&szlig;e im Saal mitwippen. Die Beleuchtung wirkte minimalistisch und doch effektvoll. Die Dialoge waren schnell und sehr gut abgestimmt, was f&uuml;r die n&ouml;tige Dynamik sorgte. Die Schauspieler, obwohl keine perfekten S&auml;nger, transportierten doch den Charakter ihrer Figur.</p>
<p>Es gab sogar musikalische H&ouml;hepunkte: Polly Peachums „Song von Nein und Ja“, gesungen von Bettina Lieder, war einer davon. So unschuldig sah sie aus, fast wie ein kleines M&auml;dchen. Doch sie spielte kess und forsch zugleich, ihre Stimme mal klar, mal rau. Ebenso Melanie L&uuml;ningh&ouml;ner, in der Rolle der Spelunken-Jenny. Mit ihrer rauchigen Stimme verlieh sie ihrem melancholischen Lied die n&ouml;tige Tiefe und stumpfe Traurigkeit.</p>
<p><strong>Unterm Potenzial - Brecht kaum gerecht</strong></p>
<p>Doch so gelungen manche Szenen auch waren, im Ganzen blieb die Inszenierung weit hinter ihrem Potenzial zur&uuml;ck. Es mangelte an Verfremdungseffekten, die Schauspieler traten nicht genug aus ihrer Rolle heraus und wurden so dem epischen Theater Brechts kaum gerecht. Verfremdung erzeugten sie fast ausschlie&szlig;lich durch die gebrauchten Requisiten. So hing Meckie Messer statt an einem Galgen, an einem Bungee-Seil, das an einem Gurt, wie beim Fallschirmspringen, an seinem K&ouml;rper befestig war. Seine Ehefrauen konnten ihn so nach Belieben zwischen sich hin- und herziehen. Doch das Schauspiel selbst, zerst&ouml;rte keine Illusionen und schaffte nicht die n&ouml;tige Distanz, mit der ein St&uuml;ck Brechts betrachtet werden muss.</p>
<div id="attachment_46348" class="wp-caption alignleft" style="width: 370px"><img class="size-full wp-image-46348" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/12/1798a.jpg" alt="Streit um Mackie (Foto: Birgit Hupfeld)" width="360" height="242" /><p class="wp-caption-text">Streit um Mackie. Foto: Birgit Hupfeld</p></div>
<p>Thematisch hatte sich die Dortmunder Inszenierung auf die Beziehungen zwischen den Figuren eingeschossen. Mackies Eskapaden wurden ausf&uuml;hrlich beleuchtet. Die nahezu absurde Treue, mit der die betrogenen Frauen um die Gunst Mackies warben, war bezeichnend. Erst recht die Begegnung der beiden Ehefrauen, bei der sie sich falsch-l&auml;chelnd gegenseitig fieseste Beleidigungen an den Kopf warfen. So berechtigt dieser Schwerpunkt auf das Zwischenmenschliche auch ist, so mangelhaft ist er.</p>
<p><strong>Weniger sexuelle H&ouml;rigkeit</strong></p>
<p>Ein bisschen weniger „sexuelle H&ouml;rigkeit“ und ein bisschen mehr Kapitalismus-Kritik h&auml;tten dieser Inszenierung gut getan. Denn ein weiterer Aspekt des St&uuml;ckes schimmerte erst gegen Ende durch. Es sind die S&auml;tze Mackies, kurz vor der vermeintlichen Hinrichtung, die ein ebenso gro&szlig;es Potenzial in sich tragen: „Was ist der Dietrich gegen eine Aktie?“, sagt er zu seiner Verteidigung. Gerade in Zeiten der Bankenkrisen, h&auml;tte es diese Seite der „Dreigroschenoper“ sein k&ouml;nnen, die f&uuml;r den n&ouml;tigen Brecht’schen Z&uuml;ndstoff gesorgt h&auml;tte. Doch so war es das St&uuml;ck selbst und nicht die Inszenierung, die den Besuch im Theater rechtfertigte.</p>
<p>Das Publikum wird wieder hinaus in den Alltag geschickt mit nichts als einem kaum beschreibbaren Gef&uuml;hl. Das Gef&uuml;hl, das ihnen heute gezeigt wurde, dass einem anderen Publikum vor &uuml;ber 80 Jahren auf diese Weise klar gemacht wurde, wie schlecht der Mensch ist. Man sieht diese Abgr&uuml;nde auf der B&uuml;hne und wenn der Vorhang f&auml;llt, dann f&uuml;hlt man sich gut unterhalten. Man wei&szlig;, man hat soeben einen Klassiker der deutschen Theatergeschichte gesehen und kann zufrieden nach Hause gehen. Es kann wahrlich niemand etwas gegen gute Unterhaltung sagen. Einzig und allein, dass gute Unterhaltung als einziges Fazit aus der „Dreigroschenoper“, nur eines bedeuten kann: Dass viel aus dem Potential des St&uuml;ckes gesch&ouml;pft wurde und noch mehr ungenutzt verk&uuml;mmern musste.</p>
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<p style="color: white;"><strong>Hier reinh&ouml;ren:</strong></p>
<p><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/12/moritat.mp3">Moritat von Mackie Messer</a></div>
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<p style="color: white;"><strong>Mehr zum Thema:</strong></p>
<p style="color: white;">Die weiteren Auff&uuml;hrungstermine sind:<br />
10.,15.,25.,26. Dezember<br />
2.,4.,30. Januar<br />
4.,12.,20.,25. Februar<br />
17.,26. M&auml;rz<br />
2.,15. April<br />
15. Mai</p>
</div>


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		<title>&#8220;Publikumsbeschimpfung&#8221; im Schauspielhaus</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Nov 2010 16:14:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Melanie Bröcker</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Ein Theaterst&#252;ck ohne B&#252;hne, ohne Requisiten, ohne Handlung. Daf&#252;r aber mit viel abgelesenem Text, Widerspr&#252;chen und Beleidigungen f&#252;r das Publikum. Die Premiere von Peter Handkes "Publikumsbeleidigung" im Dortmunder Schauspielhaus war alles andere als Durchschnitt.


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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Theaterst&uuml;ck ohne B&uuml;hne, ohne Requisiten, ohne Handlung. Daf&uuml;r aber mit viel abgelesenem Text, Widerspr&uuml;chen und Beleidigungen f&uuml;r das Publikum. Die Premiere von Peter Handkes &#8220;Publikumsbeleidigun</strong><strong>g&#8221; im Dortmunder Schauspielhaus war alles andere als ein durchschnittlicher Abend im Thea</strong><strong>ter.</strong></p>
<div id="attachment_42513" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-42513 " src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/3357apublikumsbeschimpfung-300x194.jpg" alt="Die Darsteller Foto: Birgit Hupfeld" width="300" height="194" /><p class="wp-caption-text">Beleidigten Ihr Publikum. (Foto: Birgit Hupfeld)</p></div>
<p>&#8220;Wir sind keine Darsteller. Wir stellen nichts dar. Wir stellen nichts vor.&#8221; Das St&uuml;ck, das am Sonntagabend im Schauspielhaus Dortmund Premiere feierte, stand tats&auml;chlich unter diesem Motto. Keine B&uuml;hne, keine Kost&uuml;me, keine Handlung. Der Titel &#8220;Publikumsbeschimpfung&#8221; lie&szlig; schon ahnen, dass es eine Theatererfahrung der anderen Art werden w&uuml;rde.  Dabei begann alles sehr gew&ouml;hnlich. Die Premiere war ausverkauft, das Publikum lief &uuml;ber den kleinen roten Teppich hinein ins Schauspielhaus. Vor der &#8220;Auff&uuml;hrung&#8221; wurde sich bei einem Glas Sekt &uuml;ber das Bevorstehende unterhalten. Doch als der Gong den baldigen Beginn des St&uuml;ckes ank&uuml;ndigte, lief alles  anders als gewohnt. Das Publikum wurde durch einen Hintereingang, vorbei an einem Raum voller Requisiten, in einen anderen Raum gef&uuml;hrt. Und dort erst einmal aufgeteilt. Wer zusammen kam, wurde hier getrennt und in zwei unterschiedliche Richtungen verwiesen. Es ging hinein in einen klaustrophobisch kleinen Raum, der aus Holzplatten gebaut war. Darin eine Reihe von Tischen, bunt zusammengew&uuml;rfelt aus Bierzeltgarnituren und sperrm&uuml;llverd&auml;chtigen Holztischen. Die St&uuml;hle, die ebenso sch&auml;big aussahen, waren noch hochgestellt. Unsicherheit beim Publikum: &#8220;Sollen wir uns setzen?&#8221; - &#8220;Das ist ja wie in der Schule.&#8221;</p>
<p><strong>Los geht&#8217;s</strong></p>
<p>Die Trennwand, zwischen dem bisher geteilten Publikum, l&uuml;ftet sich. &#8220;Ihr seid willkommen&#8221;, sagt einer der sechs Schauspieler. Sie sitzen unter den Zuschauern, wenden sich direkt an das Publikum:  &#8220;Sie werden hier nichts sehen, von dem, was Sie hier immer gesehen haben.&#8221; - &#8220;Das ist kein Spiel.&#8221; - &#8220;Sie sind das Thema.&#8221; Fortw&auml;hrend verk&uuml;nden die Schauspieler, was dieses St&uuml;ck ist. Aber noch viel h&auml;ufiger  erkl&auml;ren sie, was es nicht ist. Dabei verstricken sie sich in Widerspr&uuml;che und spielen mit der Sprache: &#8220;Sie spielen nicht mit.&#8221; - &#8220;Es wird Ihnen mitgespielt.&#8221; - &#8220;Das ist ein Wortspiel.&#8221; Sie werfen sich die S&auml;tze zu und jonglieren mit ihnen, als w&auml;ren es bunte B&auml;lle im Zirkus und sie die Clowns. So geht es immer weiter: Negationen. Wiederholungen. Widerspr&uuml;che. Bei vielen im Publikum macht sich Unglauben breit.</p>
<div id="attachment_42531" class="wp-caption alignright" style="width: 211px"><img class="size-full wp-image-42531" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/publikumsbeschimpfung3391a.jpg" alt="Die Darsteller (Foto: Birgit Hupfeld)" width="201" height="300" /><p class="wp-caption-text">Die Darsteller (Foto: Birgit Hupfeld)</p></div>
<p>Einige Zuschauer sehen gelangweilt drein, manche sind fasziniert. Wieder andere rollen mit den Augen. Immer weiter sprechen, nein vielmehr lesen, die sechs Schauspieler ihre S&auml;tze aus dem Skript, das vor ihnen liegt. Dabei kommt es einem zuweilen vor, als sezierten sie die komplette Welt des Theaters. Als wollten sie mit allen g&auml;ngigen Erwartungshaltungen aufr&auml;umen. Und lassen den Zuchauer dabei ratlos zur&uuml;ck. Die S&auml;tze schwirren durch die Luft, drehen sich im Kreis und scheinen nie enden zu wollen. Doch dann folgt der Satz: &#8220;Sie werden nun zur&uuml;ck in den Alltag gehen. Doch zuvor werden Sie beschimpft werden.&#8221; Alle sechs stehen auf. Pl&ouml;tzlich schreien sie. Das zuvor noch distanzierte und h&ouml;fliche &#8220;Sie&#8221; wird zum &#8220;Ihr&#8221;: &#8220;Ihr Glotzaugen.&#8221; - &#8220;Ihr wart sehenswert. Ihr zeugtet von hoher Spielkunst.&#8221; - &#8220;Ihr Mistst&uuml;cke.&#8221; Eigentlich positive Aussagen werden dem Publikum ironisch vor die F&uuml;&szlig;e geworfen, um sie damit vor den Kopf zu sto&szlig;en. Die Schauspieler werden immer lauter - der L&auml;rm b&auml;umt sich auf, bis keine einzelnen W&ouml;rter mehr auszumachen sind. Das Publikum wird wieder wach, fast belustigt sehen einige aus, so l&auml;cherlich erscheint, was ihnen gerade geboten wird. Pl&ouml;tzlich ist Stille und die Schauspieler setzen sich. &#8220;Sie waren willkommen&#8221;, hei&szlig;t es und dann setzt Musik ein: &#8220;Denkst du denn da genauso&#8221; von den Sportfreunden Stiller erf&uuml;llt den Raum und gibt den Schauspielern gen&uuml;gend Zeit sich ihre Jacken anzuziehen und zu gehen. Das Lied wirkt vers&ouml;hnlich, fast befreiend und erleichternd. Vereinzelter Applaus setzt ein.</p>
<p><strong>Krampfhaft aufgew&auml;rmt</strong></p>
<p>&#8220;Publikumsbeschimpfungen&#8221; l&auml;sst den Zuschauer ratlos zur&uuml;ck. Es schockt nicht. Es begeistert nicht. Es regt nicht an. Vielmehr hinterl&auml;sst es das Gef&uuml;hl von Gleichg&uuml;ltigkeit. Es vermittelt das Gef&uuml;hl, dass hier versucht wurde, etwas aufzuw&auml;rmen, das vor &uuml;ber 40 Jahren einmal schockierend war. Unter der Regie von Marcus Lobbes hielten sich die Schauspieler textgetreu an die Version von Peter Handke, die 1966 in Frankfurt am Main uraufgef&uuml;hrt wurde. Doch einen Effekt haben die Schimpftiraden heute keinen mehr. Vielmehr wirken sie l&auml;cherlich und verkrampft. Das Publikum reagiert nicht geschockt oder beleidigt, denn es wusste, was hier zu erwarten war. Dass die n&auml;chste Auff&uuml;hrung erst am 14. November stattfindet, zeigt auch, dass dieses, damals doch sehr innovative Sprechst&uuml;ck, heute keinen mehr vom wackeligen Holzstuhl rei&szlig;t.</p>
<div class="additionallinks"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/publikumsbeschimpfung-ii.mp3">Hier reinh&ouml;ren: Was den Zuschauer erwartet </a></div>
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<div class="additionallinks"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/publikumsbeschimpfung.mp3">Hier reinh&ouml;ren: Publikumsbeschimpfung</a></div>


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