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	<title>pflichtlektüre &#187; Karen Grass</title>
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	<description>Studierendenmagazin für Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg</description>
	<pubDate>Wed, 23 May 2012 17:50:58 +0000</pubDate>
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		<title>Patenschaftsprojekt: Paten und Freunde</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 15:16:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karen Grass</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Dortmund]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit vier Jahren sind Seniorenstudentin Hildegard Atorf und Serge Ngongang unzertrennlich. Das Patenschaftsprojekt an der TU Dortmund hat ihre Freundschaft geschmiedet.


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zwei Randgruppen finden zueinander: Seniorenstudierende und ausl&auml;ndische Studierende. Vor knapp vier Jahren haben Christel Wolf und Renate F&auml;hrenk&auml;mper das Patenschaftsprojekt an der TU Dortmund ins Leben gerufen. Ein Besuch bei den Projektinitiatorinnen und dem Patenschaftsp&auml;rchen Hildegard Atorf und Serge Ngongang aus Kamerun.</strong></p>
<div id="attachment_52915" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-52915  " title="Patenschaften: Hildegard Atorf und Serge Ngongang" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/02/patenschaften-300x199.jpg" alt="Patenschaften Foto: Karen Grass" width="300" height="199" /> <p class="wp-caption-text">Hildegard Atorf und Serge Ngongang verstehen sich pr&auml;chtig. Foto: Karen Grass</p></div>
<p>Christel Wolf und Renate F&auml;hrenk&auml;mper schaffen mit ihrem Patenschaftsprojekt, was ganz Deutschland seit der &#8220;Sarrazindebatte&#8221; fahrig versucht: sie bringen Generationen und Kulturen ohne viel Aufhebens zusammen. So zum Beispiel die Seniorenstudentin Hildegard Atorf und den Kameruner  Student Serge Ngongang. Seit sie sich in der Mensa kennengelernt und &uuml;ber das Patenschaftsprojekt ihren Kontakt intensiviert haben, sind die beiden nicht mehr zu trennen.</p>
<p>Hildegard Atorf erz&auml;hlt von Kochsessions und Frauenabenden, zu denen sie Serge mitnimmt. Serge traut sich jetzt auch, die deutschen Professoren anzusprechen. Und Atorf sagt: &#8220;Ich bin nicht mehr so allein, da ist jemand, der einem Neues zeigt und man hat einen viel offeneren Blick auf alles.&#8221; Das durfte auch Projektinitiatorin Renate F&auml;hrenk&auml;mper erfahren - auf Patenschaftsbesuch in China.</p>
<p>Zugegeben: Mit den &#8220;bildungsfernen&#8221; Migranten, gegen die Sarrazin &auml;tzt, haben die internationalen Studierenden nicht viel zu tun. Doch l&auml;ngst dr&auml;ngt sich anstelle der Integrationsdebatte eine andere Frage auf: Wie schafft es Deutschland, die gut ausgebildeten Fachkr&auml;fte hier zu halten?</p>
<p style="text-align: center;">[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.pflichtlektuere.com/01/03/2011/paten-und-freunde/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<div class="additionallinks">
<p style="text-align: left;"><span style="color: #ffffff;"><strong>Mehr zum Thema</strong> </span></p>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #ffffff;">Web: <a href="http://www.aaa.uni-dortmund.de/cms/de/Internationale_Studierende/Im_Studienverlauf/Patenschaften_Seniorenstudierende/index.html" target="_blank">Informationen zum Patenschaftsprojekt an der TU Dortmund</a> </span></p>
</div>


<p>Keine ähnlichen Beiträge bisher.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Alltagsdroge Alkohol: Zwischen Rausch und Sucht</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/25/02/2011/alltagsdroge-alkohol-zwischen-rausch-und-sucht/</link>
		<comments>http://www.pflichtlektuere.com/25/02/2011/alltagsdroge-alkohol-zwischen-rausch-und-sucht/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 25 Feb 2011 16:27:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karen Grass</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Dortmund]]></category>

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		<description><![CDATA["Ich trinke, weil ich dann entspannter bin und besser Frauen abschleppen kann." Im Dortmunder Kinder- und Jugendtheater feierte "Koma o.k." Premiere. Ein St&#252;ck nicht nur f&#252;r Jugendliche.


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;<em>Ich trinke, weil ich dann entspannter bin. Ich trinke, weil ich dann Spa&szlig; habe. Ich trinke, weil ich dann besser Frauen abschleppen kann.&#8221;</em></strong></p>
<p><strong>Wer kennt ihn nicht, diesen einen Gedanken nach der durchzechten Nacht: &#8220;Verdammt. Warum habe ich eigentlich schon wieder so viel getrunken?&#8221; Die neue Produktion des Kinder- und Jugendtheaters Dortmund &#8220;Koma o.k.&#8221; setzt sich mit dieser Frage auseinander. Am Donnerstag feierte das St&uuml;ck im Kinder- und Jugendtheater Dortmund (KJT) Premiere. </strong></p>
<div id="attachment_52747" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/02/2749a.jpg"><img class="size-medium wp-image-52747    " src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/02/2749a-300x201.jpg" alt="Ex und weg. Was die Schauspieler in &quot;Koma o.k.&quot; mit Wasser veranstalten, kennt jeder aus dem Alltag - mit echtem Alkohol." width="300" height="201" /></a><p class="wp-caption-text">Ex und weg. Was die Schauspieler (hier: Sebastian Ennen (l.) und Gabriel Rodriguez Silvero) in &quot;Koma o.k.&quot; mit Wasser veranstalten, kennt fast jeder aus dem Alltag - mit echtem Alkohol. Foto: Birgit Hupfeld/KJT / Teaserfoto: pixelio.de/Kai Niemeyer</p></div>
<p>Die inszenierte Gratwanderung zwischen gelegentlichem Rausch und den Anf&auml;ngen der Sucht ist jedoch mitnichten nur ein Thema f&uuml;r Kinder und Jugendliche. &#8220;Wir sind durch den langj&auml;hrigen Kontakt mit P&auml;dagogen aus den verschiedensten Bereichen auf das Thema gekommen, sie haben die Problematik immer wieder angesprochen&#8221;, sagt Andreas Gruhn. Ende 2009 entschied sich der Leiter des KJT, &#8220;Komasaufen&#8221; und Co. eine eigene Produktion zu widmen: die Recherche begann.</p>
<p>&#8220;In meinen Gespr&auml;chen mit den st&auml;dtischen Kliniken, der Suchtpr&auml;vention und dem Jugendamt hat sich vor allem eines gezeigt: wie pr&auml;sent und brisant das Thema Sucht dort nach wie vor ist und wie sehr man nach M&ouml;glichkeiten sucht, die jungen Leute zu erreichen&#8221;, sagt Gruhn.</p>
<p><strong><em>Dennis hat eine F&uuml;nf in Mathe- und in Franz&ouml;sisch sowieso. Dann ist da auch noch der Nebenjob und das t&auml;gliche Fu&szlig;balltraining. &#8220;Schei&szlig;e, schei&szlig;e, schei&szlig;e… ich schaff&#8217; das alles nicht mehr&#8221;, sagt er.&#8221;„Es ist so geil, wenn man das alles mal vergessen kann.&#8221; Die Sauforgie am Wochenende ist der einzige Lichtblick.</em></strong></p>
<p>Denn bisher erreicht vor allem eines Sch&uuml;ler und Studenten: der Stoff. Und dann geht es richtig rund. Eine aktuelle Studie der Bundeszentrale f&uuml;r gesundheitliche Aufkl&auml;rung zeigt: Von den 18- bis 25-J&auml;hrigen hat sich 2010 jede vierte Frau und jeder zweite Mann einmal im Monat einen richtigen Rausch angetrunken. Und wer jetzt glaubt, &uuml;bers &#8220;Komasaufen&#8221; sei diese Generation schon hinweg, der irrt.</p>
<p>J&uuml;ngere untersch&auml;tzen die Wirkung des Gerstensafts oder der Kartoffel-Destillation (auch bekannt als Wodka) zwar bereits erheblich - jeder F&uuml;nfte unter 17-j&auml;hrige Mann trank sich im vergangenen Jahr einmal monatlich ins Reich der &uuml;bel riechenden Tr&auml;ume. Bei den jungen M&auml;nnern im Studentenalter war es aber sogar jeder Zweite. Laut der Studie ist vor allem bei m&auml;nnlichen Jugendlichen das &#8220;Binge&#8221;-Trinken stark verbreitet - der brennende Kram muss also m&ouml;glichst schnell die Kehle runter.</p>
<p><strong><em>&#8220;Ex, ex, ex, ex, ex! Ja, Respekt, Alter!&#8221; Benjamin kann zwar kaum noch reden, geschweige denn stehen. Aber er hat es seinen Partykumpanen gezeigt, nicht zuletzt seiner Flamme Anna. Wo ist sie &uuml;berhaupt? Etwa schon gegangen? Dabei war man sich doch vorhin so nahe gekommen, als alle schon ein bisschen angeheitert waren… Naja. Erstmal noch was trinken! Und dann ab, auf die Intensivstation.</em></strong></p>
<div id="attachment_52758" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/02/2988a.jpg"><img class="size-medium wp-image-52758 " src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/02/2988a-300x199.jpg" alt="Im Drehbuch sagt die ITS-&Auml;rztin: &quot;Und f&uuml;r solche Leute, die sich mit Absicht ins Koma saufen, muss ich das weinende kranke Kind nebenan warten lassen.&quot;" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Im Drehbuch sagt die &Auml;rztin: &quot;Und f&uuml;r solche Leute, die sich mit Absicht ins Koma saufen, muss ich das weinende kranke Kind nebenan warten lassen.&quot; Foto: Birgit Hupfeld/KJT</p></div>
<p>&#8220;Ich habe f&uuml;r die Recherche auch einen Abend auf der Intensivstation der st&auml;dtischen Kliniken verbracht&#8221;, sagt KJT-Chef Gruhn. &#8220;Das war nicht lustig, wie die Jugendlichen da angeliefert wurden, es herrscht grandioses Unwissen dar&uuml;ber, was 2,5 Promille mit einem relativ ‚unge&uuml;bten‘ K&ouml;rper anrichten k&ouml;nnen.&#8221;</p>
<p>2009 wurden insgesamt 319 junge Menschen mit Alkoholvergiftung in eine Dortmunder Klinik gebracht. Allein 150 davon in die Kinderkliniken - immer mehr Jugendliche machen ihre ersten Rauscherfahrungen im Teenageralter. Nur in K&ouml;ln nahm die Anzahl der Einlieferungen von Alkoholvergiftungsf&auml;llen in den vergangenen zwei Jahren noch mehr zu, als in Dortmund.</p>
<p>Dass die jungen Leute hier so oft zur Flasche greifen, hat sicher auch strukturelle Gr&uuml;nde, meint Raimung Rewers. Deshalb unterst&uuml;tzt der Chef der Dortmunder Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) das Projekt mit seinem Unternehmen. Jugendliche, die zuhause aufgrund der Arbeitslosigkeit ihrer Eltern vor allem Perspektivlosigkeit vorfinden, seien besonders gef&auml;hrdet. Auch die Studie der Bundeszentrale f&uuml;r gesundheitliche Aufkl&auml;rung ergab: Das Verhalten des Umfelds ist f&uuml;r die jungen Leute extrem wichtig. Eine starke Bagatellisierung der Alltagsdroge Alkohol sei jedoch l&auml;ngst die Regel.<em></em></p>
<p><strong><em>Ben ist wieder zuhause, die Polizei hat ihn gebracht. Sein Vater, in Jogginghose und Unterhemd sagt: &#8220;Ja, dann bist du jetzt ein richtiger Mann.&#8221; Seine Mutter, Legginstr&auml;gerin mit Angstzust&auml;nden, erhebt schwachen Protest. Doch zu mehr reicht es nicht, schlie&szlig;lich ist auch ihr Lieblingsgetr&auml;nk der Gerstensaft, oder noch besser: ein Klarer. Kein Wunder, dass Ben dem entfliehen will - die n&auml;chste Party bei Dennis kommt bestimmt.</em></strong></p>
<p>Insgesamt ist die Inszenierung &#8220;Koma o.k.&#8221; sicher etwas einseitig und &uuml;berzeichnet. Keine reale Party ist so sehr auf das &#8220;Saufen&#8221; fokussiert und beschr&auml;nkt wie in der Darbietung. Doch durch choreographische Elemente und assoziative Elemente wie die pers&ouml;nlichen Erfahrungen der K&uuml;nstler mit dem Alkohol gewinnt das St&uuml;ck erheblich an Wirkung. &Auml;hnlich steht es mit den Gastauftritten einer entnervten &Auml;rztin, eines Managers aus der Alkoholindustrie und des &#8220;Daueralkoholikers&#8221; ,Ozzy Osbourne‘.</p>
<div id="attachment_52767" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/02/2623a.jpg"><img class="size-full wp-image-52767" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/02/2623a.jpg" alt="Dionysos ist der Gott des Rausches. Ganz ohne ihn geht es nicht, sagt KJT-Leiter Andreas Gruhn. Foto: Birgit Hupfeld." width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Dionysos ist der Gott des Rausches. Ganz ohne Rausch geht es nicht, sagt KJT-Leiter Andreas Gruhn. Foto: Birgit Hupfeld/KJT</p></div>
<p>Doch den st&auml;rksten Part haben die Intermezzi des Gottes Dionysos: Zu Beginn der Inszenierung tritt der Gott des Rausches als Rockstar auf, den die Leute lieben. Am Ende schiebt Gruhns Ensemble den Mythos von Dionysos und dem K&ouml;nig Penthaeus nach. Der K&ouml;nig will Dionysos unter Kontrolle bringen, um Verwahrlosung und Rausch in seiner Gesellschaft einzud&auml;mmen. Doch Dionysos gewinnt den Zweikampf und zur Strafe wird der K&ouml;nig von seiner eigenen Mutter im Rausch ermordet.</p>
<p>&#8220;Ganz ohne Rausch funktioniert unser Leben nicht&#8221;, sagt Gruhn. &#8220;Wir sollten ihn nicht aussperren. Das richtige Ma&szlig; zu finden und den gelegentlichen Rausch nicht zur Gewohnheit werden zu lassen, das ist die Schwierigkeit. Aber auch wir haben keine Musterl&ouml;sung, wir wollen hier nicht den Zeigefinger schwingen.&#8221; Deshalb w&auml;hlen die Protagonisten letztendlich unterschiedliche Wege:<em></em></p>
<p><strong><em>Kathi hat genug. Nachdem sie gesehen hat, was mit Ben passiert, will sie nicht mehr trinken. Stattdessen lernt sie ihren K&ouml;rper beim Tanzen von einer ganz anderen Seite kennen. Ben nimmt einen anderen Weg: er st&uuml;rzt jetzt auch tags&uuml;ber ab.</em></strong><br />
<span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>Mehr zum Thema:</strong></p>
<p style="color: white;">- Die n&auml;chste Vorstellung von &#8220;Koma o.k.&#8221; findet am Sonntag, 27. Februar, statt.</p>
<p style="color: white;">- Web: <a href="http://www.theaterdo.de/event.php?evt_id=1087" target="_blank">Weitere Vorstellungstermine und Infos zum Theaterst&uuml;ck</a></p>
<p style="color: white;">- Web: <a href="http://www.bzga.de/pdf.php?id=5a81b414f9e691a8748824e5ddda1930" target="_blank">Die zitierte Studie der Bundeszentrale f&uuml;r gesundheitliche Aufkl&auml;rung (.pdf)<br />
</a>
</p>
<p style="color: white;">- Web: <a href="http://www.koma-ok.de/" target="_blank">Neben dem Theaterst&uuml;ck mit dem professionellen Ensemble gibt es ab M&auml;rz auch eine Produktion mit Jugendlichen zu sehen</a>&lt;%2</p>
</div>


<p>Keine ähnlichen Beiträge bisher.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Fremde Religionen verstehen</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/23/02/2011/fremde-religionen-verstehen/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Feb 2011 21:59:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karen Grass</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bochum]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie k&#246;nnen sich Juden und Muslime im Alltag ann&#228;hern, wie mehr Verst&#228;ndnis f&#252;reinander aufbringen? In der VHS Dortmund wurde eine gemeinsame Wissens-Basis geschaffen.


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Konflikte zwischen Religionen sind immer latent aktuell. Doch dass die Thematik durch den &#8220;arabischen Fr&uuml;hling&#8221; und das zuk&uuml;nftige Verh&auml;ltnis Israels zu seinen Nachbarn solche Brisanz gewinnen w&uuml;rde, hatten die Organisatoren der Diskussion &#8221;Juden und Muslime in Deutschland&#8221; nicht geahnt. In der Volkshochschule (VHS) Dortmund geht es am Dienstag dann aber doch eher um das allt&auml;gliche Verst&auml;ndnis f&uuml;reinander, als um die gro&szlig;e Politik.</strong></p>
<div id="attachment_52507" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/02/dsc_0059.jpg"><img class="size-medium wp-image-52507 " title="Juden und Muslime in Deutschland I" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/02/dsc_0059-300x199.jpg" alt="Ob muslimisch, christlich oder j&uuml;disch: alle Besucher wollten das &quot;Fremde&quot; kennenlernen. Foto: Karen Grass" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Ob muslimisch, christlich oder j&uuml;disch: alle Besucher wollten das &quot;Fremde&quot; kennenlernen. Foto: Karen Grass / Teaserbild: Pixelio.de / Gerd Altmann</p></div>
<p>&#8220;Wenn es um Judentum, Christentum und Islam geht, findet immer eine Vermengung von Politik und Religion statt&#8221;, sagt Michael Rubinstein. Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der j&uuml;dischen Gemeinde Duisburg/Oberhausen f&auml;hrt fort: &#8220;Gef&auml;hrlich, wenn arabische Potentaten versuchen, ihre Regime als Bollwerk gegen den Islamismus darzustellen und so zu legitimieren.&#8221; Bei der Diskussion &#8220;Juden und Muslime in Deutschland&#8221; in der VHS stehen jedoch nicht die Geschehnisse in der arabischen Welt und ihre Konsequenzen f&uuml;r das muslimisch-j&uuml;dische Verh&auml;ltnis im Mittelpunkt. Eher geht es darum, wie Juden und Muslime sich im Alltag ann&auml;hern k&ouml;nnen. &#8220;Wir m&uuml;ssen auf die zwischenmenschliche Ebene kommen. Verst&auml;ndnis zwischen unseren Religionen kann nur entstehen, wenn sich neben den Vorst&auml;nden auch die ganz normalen Gemeindemitglieder treffen&#8221;, sagt Rubinstein.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Das &#8220;Fremde&#8221; kennenlernen </strong></p>
<p>Mit ihrem Podium bewegen sich die Organisatoren vom Islamseminar, einer Kooperation zwischen Dortmunder Kirchengemeinden und Moscheevereinen, und die Gesellschaft f&uuml;r christlich-j&uuml;dische Zusammenarbeit sicher auf der zwischenmenschlichen Ebene. Das Publikum ist bunt gemischt: &Auml;ltere deutsche Herren sitzen neben jungen Damen, die ein Kopftuch tragen; eine asiatische Dame hinter der zum Islam konvertierten deutschen Rentnerin. Alle 30 G&auml;ste haben ein Interesse: das &#8220;Fremde&#8221; kennenlernen.</p>
<p>&Auml;hnlich ging es zu zwischen Muslimen und Christen in Deutschland zum Weihnachtsfest der christlichen Kopten am 7. Januar. Nach den Anschl&auml;gen auf &auml;gyptische Kopten um Weihnachten und Silvester wollten viele Muslime ihre Solidarit&auml;t und ihr Beileid bekunden und nahmen deshalb an fremden Gottesdiensten, fremden Ritualen teil. Andreas Ismail Mohr, Islamwissenschaftler und Vorstand der christlich-islamischen Gesellschaft K&ouml;ln, pl&auml;diert f&uuml;r regelm&auml;&szlig;ige gemeinsame Gottesdienste von Christen, Muslimen und Juden. &#8220;Bis sie einmal eine Tora von Nahem sehen, haben Muslime h&auml;ufig ein gro&szlig;es Problem mit j&uuml;dischen Traditionen&#8221;, sagt der Wissenschaftler. &#8220;In der T&uuml;rkei gibt es kaum B&uuml;cher, die das Judentum nicht mit Verschw&ouml;rungstheorien um Freimaurer und &Auml;hnlichem in Verbindung bringen - es fehlt tats&auml;chlich an Aufkl&auml;rung.&#8221;</p>
<p><strong>Deutschsprachige Imame<br />
</strong></p>
<div id="attachment_52624" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/02/dsc_00811.jpg"><img class="size-medium wp-image-52624" title="Juden und Muslime in Deutschland II" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/02/dsc_00811-300x200.jpg" alt="Andreas Ismail Mohr: &quot;Bei Muslimen und Juden ist es oft wie bei Kindern und Hunden: Die Muslime haben Angst vor dem Judentum, bis sie es kennengelernt und angefasst haben.&quot;" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Andreas Ismail Mohr: &quot;Bei Muslimen und Juden ist es oft wie bei Kindern und Hunden: Die Muslime haben Angst vor dem Judentum, bis sie es kennengelernt und angefasst haben.&quot;</p></div>
<p>Vielleicht kann daran die in diesem Jahr beginnende Ausbildung von Imamen an deutschen Universit&auml;ten etwas &auml;ndern. Rubinstein jedenfalls sagt: &#8220;Es muss uns als Juden ein Bed&uuml;rfnis sein, islamische Theologie als deutschen Studiengang zu etablieren.&#8221; Umgekehrt k&ouml;nnte auch das Verst&auml;ndnis des Korans in Deutschland sich ver&auml;ndern, wenn es mehr deutschsprachige Imame g&auml;be.</p>
<p>Beraten bei der Auswahl der Lehrenden werden die drei Universit&auml;ten in T&uuml;bingen, Osnabr&uuml;ck und M&uuml;nster durch die verschiedenen muslimischen Verb&auml;nde. Von der islamischen Gemeinschaft Milli G&ouml;r&uuml;s, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, &uuml;ber den Islamrat bis zum Dachverband der T&uuml;rkisch Islamischen Union (Ditib). Mit letzterer kooperieren Kirchen und auch j&uuml;dische Gemeinden h&auml;ufiger, auch Rubinsteins Gemeinde in Duisburg. Doch generell sei die Kommunikation mit den muslimischen Verb&auml;nden sehr schwierig, weil die vielen Einzelorganisationen sich h&auml;ufig selbst nicht einig seien, sagt Rubinstein: &#8220;Wir wollten vor einem Jahr einen gemeinsamen Text f&uuml;r ein Aktionsb&uuml;ndnis herausbringen, aber die verschiedenen Moscheevereine waren sich &uuml;ber eine Formulierung uneinig. So kann man doch keinen Dialog f&uuml;hren.&#8221; Man wolle schlie&szlig;lich glaubw&uuml;rdig bleiben und an Inhalten arbeiten.</p>
<p><strong>Religi&ouml;sit&auml;t hat etwas mit Herkunft zu tun</strong></p>
<p>Doch ist die strenge Auslegung der Religion zwingend ein muslimisches Merkmal? Im Fr&uuml;hjahr 2010 hat sich der Liberal-Islamische Bund gegr&uuml;ndet, ein Verband, der eher einen pragmatischen, mehr und mehr weltlichen Stil hat. Mohr gibt zu bedenken: &#8220;Nicht nur Muslime aus dem arabischen Raum und der T&uuml;rkei sind gl&auml;ubiger als s&auml;kularisierte Europ&auml;er, auch Juden oder Christen aus dieser Region leben ihre Religion mehr aus. Das hat etwas mit der Herkunft zu tun.&#8221; Doch weil die Muslime mit arabischen oder t&uuml;rkischen Wurzeln in Deutschland zahlenm&auml;&szlig;ig weitaus mehr auffallen, &#8220;regen sich die Deutschen auf, wenn ein Muslim sagt: ‚Ich bin stolz auf meine Religion‘ und es auch mit bestimmten Regeln etwas genauer nimmt.&#8221;</p>
<div id="attachment_52540" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/02/dsc_00661.jpg"><img class="size-medium wp-image-52540" title="Juden und Muslime in Deutschland III" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/02/dsc_00661-300x199.jpg" alt="Michael Rubinstein: &quot;Bei uneinigen muslimischen Kooperationspartnern bleibt der inhaltliche Dialog schnell auf der Strecke.&quot; Foto: Karen Grass" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Michael Rubinstein: &quot;Bei uneinigen muslimischen Kooperationspartnern bleibt der inhaltliche Dialog schnell auf der Strecke.&quot; Foto: Karen Grass</p></div>
<p>Viele h&ouml;ren an diesem Abend zum ersten Mal etwas &uuml;ber die Probleme der einzelnen Religionen. Auch die theologischen Konfliktpunkte und Gemeinsamkeiten von der fehlenden Prophetenfigur im Judentum &uuml;ber unterschiedliche Speiseregeln und die M&ouml;glichkeit zu Konvertieren bis hin zu den gemeinsamen Wurzeln - namentlich der Figur Moses - wollen die meisten Leute erstmal einfach nur aufnehmen. Vielleicht beantwortet das die Frage, warum so wenig &uuml;ber die aktuellen Probleme im Nahen Osten und in Nordafrika geredet wird: Die Besucher brauchen erst einmal eine Wissens-Basis.</p>
<p>&#8220;Nat&uuml;rlich sind wir Juden auch hier in Deutschland besorgt und schauen nach &Auml;gypten: Bleibt unser Friedensvertrag stabil? Wer kommt an die Macht, welche Rolle spielen die Islamisten? Aber das alles k&ouml;nnen wir jetzt noch gar nicht politisch diskutieren&#8221;, sagt Rubinstein. &#8220;Ich finde es toll, dass wir hier &uuml;ber unsere Religionen einmal offen reden k&ouml;nnen, ohne politischen Hintergrund und den Einfluss der Medien&#8221;, sagt ein &auml;lterer Moslem. &#8220;Ich habe heute viel &uuml;ber das Judentum erfahren, und das ist erst die Basis, um meinen Umgang mit der anderen Religion zu ver&auml;ndern.&#8221;</p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>Mehr zum Thema</strong></p>
<p style="color: white;">Web: <a href="http://www.gcjz-dortmund.de" target="_blank">Informationen zur Gesellschaft f&uuml;r christlich-j&uuml;dische Zusammenarbeit Dortmund<br />
</a>
</p>
<p style="color: white;">Web: <a href="http://www.islamseminar.de" target="_blank">Informationen zum Islamseminar Dortmund</a></p>
<p style="color: white;">Web: <a href="http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/priestermord-erschuettert-tunis/" target="_blank">In Tunesien spitzt sich der Religionskonflikt zu</a></p>
</div>


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		</item>
		<item>
		<title>Wie klingt Jazz der Zukunft?</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/28/11/2010/wie-klingt-jazz-20/</link>
		<comments>http://www.pflichtlektuere.com/28/11/2010/wie-klingt-jazz-20/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 28 Nov 2010 16:30:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karen Grass</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bochum]]></category>

		<category><![CDATA[Dortmund]]></category>

		<category><![CDATA[aktuell]]></category>

		<category><![CDATA[im freizeitrausch]]></category>

		<category><![CDATA[domicil]]></category>

		<category><![CDATA[Elektronische Musik]]></category>

		<category><![CDATA[Glitch]]></category>

		<category><![CDATA[Jazz]]></category>

		<category><![CDATA[Jazztage]]></category>

		<category><![CDATA[MA 1.4 Party]]></category>

		<category><![CDATA[Oliver Thomas Johnson]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch das ist Jazz: Elektronische Musik, Improvisation, St&#246;rger&#228;usche. Das Genre nennt sich „Glitch“ – und h&#246;rt sich genauso ungew&#246;hnlich an, wie der Name klingt. Bei den 17. Internationalen Jazztagen gab es den Future Sound zu h&#246;ren.


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auch das ist Jazz: Elektronische Musik, Improvisation, St&ouml;rger&auml;usche. Das Genre nennt sich „Glitch“ – und h&ouml;rt sich genauso ungew&ouml;hnlich an, wie der Name klingt. In anderen L&auml;ndern sind die Future Sounds schon popul&auml;r. Zeit, „Glitch“ auch in Deutschland zu etablieren. Die &#8220;MA 1.4 Party&#8221; der 17. Internationalen Jazztage war ein erster Versuch.</strong></p>
<div id="attachment_45333" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/img_9377.jpg"><strong><img class="size-medium wp-image-45333 " src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/img_9377-300x200.jpg" alt="Elektronische Neuheiten forderten im domicil das Rhythmusgef&uuml;hl der Besucher. Foto: Fritz Habeku&szlig;" width="300" height="200" /></strong></a><p class="wp-caption-text">Elektronische Neuheiten forderten im domicil das Rhythmusgef&uuml;hl der Besucher. Foto: Fritz Habeku&szlig;</p></div>
<p>Der Bass steht solide im Raum, die Melodie auch. Zeit f&uuml;r Oliver Thomas Johnson diese Ordnung zu durchbrechen. Hinter dem DJ-Pult hechtet er zu seinem Micro-Korg, einem Mini-Keyboard von einem halben Meter L&auml;nge. &#8220;Dann schau ich, dass ich mit meinen langen, schlaksigen Fingern Keyboard dr&uuml;ber spiel“, sagt der Wiener. Johnson, der im Club auch auf den Namen Dorian Concept h&ouml;rt, legt im domicil auf - bei einer der Partys der 17. Jazztage in Dortmund. Mit seiner experimentellen Musik f&uuml;gt sich der &Ouml;sterreicher in die &#8220;MA 1.4 Party&#8221; ein, bei der sich die H&ouml;rer auf die Suche nach der „Future of Music“ begeben.</p>
<p><strong>Abgemischte Tracks und spontane Keyboard-Salven</strong></p>
<p>Johnson arbeitet zun&auml;chst wie jeder DJ, indem er abgemischte Tracks von seinem PC am Mischpult manipuliert. Er bedient sich dabei verschiedener Genres wie Techno, House, oder Hip Hop. Klingt nicht unbedingt nach Jazz. Doch wenn Johnson wieder einmal an sein Micro-Korg hechtet, lebt er den Kerngedanken des Jazz: Die Improvisation. Dann belegt der 26-J&auml;hrige seinen Klangteppich mit spontanen Tonsalven, erg&auml;nzt oder zerf&auml;hrt sie, indem er St&ouml;rger&auml;usche, so genannte Glitch-Elemente, einsetzt. Das k&ouml;nnen abrupte Unterbrechungen des Rhythmus&#8217; durch pl&ouml;tzliche Stille sein. Oder ein h&auml;ngender Ton, der fortan im Zeitraffer auf die Ohren der H&ouml;rer einh&auml;mmert.</p>
<div class="additionallinks" style="color: #ffe4e1;">
<p><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/glitch-last.mp3"><strong>H&ouml;rt selbst: </strong>Dorian Concept, Maik Ollhoff und die Besucher der Jazztage zu &#8220;Glitch&#8221;.</a></div>
<div style="margin-top:15px"></div>
<p>„Ich denke, der reine, klar aufgenommene Ton kann nur so lange interessant sein, bis jemand hergeht, ihn manipuliert und pr&auml;pariert, ganz neue Facetten einbringt“, sagt Johnson. „Momentan machen viele junge Leute genau das Gegenteil dessen, was ihnen im Zusammenhang mit Musiksoftware beigebracht wurde und kreieren so ganz neue Kl&auml;nge. Ich finde Glitch super, weil es selbst relativ freie Genre wie den Jazz weiterdrehen kann.“</p>
<div id="attachment_45334" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/img_9321.jpg"><img class="size-medium wp-image-45334 " src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/img_9321-200x300.jpg" alt="Oliver Thomas Johnson h&ouml;rt im Club auch auf den Namen Dorian Concept und sagt: &quot;Ich finde die Spielereien mit Glitch super&quot;. Foto: Fritz Habeku&szlig;" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Oliver Thomas Johnson h&ouml;rt im Club auch auf den Namen Dorian Concept: &quot;Ich finde die Spielereien mit Glitch super.&quot; Foto: Fritz Habeku&szlig;</p></div>
<p><strong>Die Vernetzung im Ruhrgebiet ist mangelhaft</strong></p>
<p>Einige der sechs Musiker, die diesen Abend bespielen, setzen auf harte Beats. An Jazz f&uuml;hlen sich dabei nur wenige Besucher erinnert, denn anders als bei Dorian Concept ist kein analoges Instrument dabei, auf dem improvisiert wird. So wirken die Menschen auf der Tanzfl&auml;che teilweise etwas hilflos ob der Tongewalten, die auf sie eindreschen. „Viele Leute in Deutschland kommen noch nicht so gut damit zurecht, dass man in einen Club geht und die Musik nicht durchg&auml;ngig tanzbar ist“, sagt Maik Ollhoff, Kurator des Abends. In seiner Heimatstadt Wuppertal hat der studierte Musikmanager bereits drei MA-„Future of Music“- N&auml;chte organisiert- mit wechselhaftem Erfolg.</p>
<p>Bisher ist der Glitch eher in Amerika, Gro&szlig;britannien oder den Niederlanden erfolgreich. Ollhoff glaubt, dass sich viele Deutsche nur schwerlich von ihren H&ouml;rgewohnheiten verabschieden k&ouml;nnen. Besonders im Ruhrgebiet h&auml;lt Ollhoff die musikalische Vernetzung und damit die Verbreitung neuer Einfl&uuml;sse f&uuml;r unterentwickelt: „Im Ruhrgebiet steht jede Stadt f&uuml;r sich, weder verschiedene Club-Szenen noch verschiedene Musikportale im Internet vernetzen sich“, sagt Ollhoff. „Aber St&auml;dte wie Dortmund, Essen und Wuppertal sind einfach szenetechnisch nicht gro&szlig; genug, um f&uuml;r sich allein zu stehen. Also gehen musikalische Str&ouml;mungen an ihnen vorbei.“</p>
<p>Mit seiner Musik-Reihe will Ollhoff dem etwas entgegensetzen. „Bei 18 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen muss es doch m&ouml;glich sein, dass es gen&uuml;gend Publikum f&uuml;r einzelne Szenen gibt, auch f&uuml;r abgefahrene elektronische Musik.“ Bei einem Teil der rund 60 Besucher hat Ollhoff an diesem Abend schon etwas erreicht, so auch bei Myriam Hartung: „Sowas gibt es bei uns sonst nicht. Dieses Experimentelle, dieses Ausprobieren ist mutig, aber ich find´s extrem gut.“ Das Dortmunder domicil h&auml;lt Ollhoff f&uuml;r eine geeignete Plattform, um noch mehr Leute zu erreichen. „Das ist ein etablierter Club f&uuml;r aktuelle Musik, und Glitch ist vielleicht so etwas wie eine aktuelle Form des Jazz. Aber wir wissen es noch nicht. Hier k&ouml;nnen wir es herausfinden und die Frage stellen: Wie geht es weiter?&#8221; Waldo Riedl, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des domicil, hat sich fest vorgenommen, Ollhoffs Aktivit&auml;ten weiter zu unterst&uuml;tzen. „Wir wollen auch mit 40 Jahren noch ein junger, flexibler Club sein. Solche neuen Str&ouml;mungen sind f&uuml;r uns eine Chance, uns weiterzuentwickeln.“</p>
<div class="additionallinks" style="color: #ffe4e1;">
<p style="color: white;"><strong>Mehr zum Thema:</strong></p>
<ul>
<li>Highlights am Sonntag: minimalistisch-elektronische Experimente mit &#8220;Network of Stoppages&#8221; ab 18.30 Uhr</li>
</ul>
<ul>
<li>und ab 21.30 Uhr: Urgestein Marcos Valle „Estática“(18€ VVK/ 22€ AK)</li>
</ul>
<ul>
<li>am Montag macht ab 20 Uhr das Ruhr.2010-Projekt des domicils, &#8220;Grubenklang.reloaded&#8221; den Abschluss (15 € VVK/ 18€ AK)</li>
<li><a title="Dorian Concept auf Myspace" href="http://www.myspace.com/dorianconcept" target="_blank">Dorian Concept auf Myspace</a></li>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=UgISHGHuw8w" target="_blank">Studio-Konzert mit Dorian Concept</a></li>
</ul>
</div>


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		</item>
		<item>
		<title>Vom Junkie zum Triathlet</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/13/11/2010/vom-junkie-zum-triathlet/</link>
		<comments>http://www.pflichtlektuere.com/13/11/2010/vom-junkie-zum-triathlet/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 13 Nov 2010 11:42:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karen Grass</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[aktuell]]></category>

		<category><![CDATA[mitten im leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Andreas Niedrig hat Extreme gelebt- fr&#252;her war er Junkie, heute ist er Extremsportler und Motivator. Jetzt sprach der Triathlet im Audimax &#252;ber seine Drogenprobleme und Lebensmotivation. pflichtlekt&#252;re hat ihn nach den Hoch- und Tiefpunkten seines Lebens gefragt.


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Er brauchte in der Spitze 1000 Mark am Tag f&uuml;r Heroin, vernachl&auml;ssigte seine Familie. Dann machte er eine Therapie, fand Arbeit und wurde Extremsportler. Jetzt erz&auml;hlte der Ex-Junkie und Triathlet Andreas Niedrig im Audimax von H&ouml;hen und Tiefen des menschlichen Lebens. pflichtlekt&uuml;re hat mit dem Mann gesprochen, der heute anderen Motivation schenken will.</strong></p>
<div id="attachment_43474" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><strong></strong><strong><img class="size-full wp-image-43474" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/dsc_00082-250x2504.jpg" alt="Andreas Niedrig begeisterte die Studenten im Audimax mit sehr pers&ouml;nlichen Erfolgsgeschichten. Foto: Karen Grass" width="250" height="250" /></strong><p class="wp-caption-text">Andreas Niedrig begeisterte die Studenten im Audimax mit sehr pers&ouml;nlichen Erfolgsgeschichten. Foto: Karen Grass</p></div>
<p><strong>Sie halten Vortr&auml;ge in Schulen und Unis, aber auch in gro&szlig;en Unternehmen. Wie schaffen Sie es,  dass der Funke &uuml;berspringt?</strong></p>
<p>Indem ich &#8220;Ich&#8221; bin. Ich stehe nicht als Wissenschaftler da vorne, der Vortr&auml;ge h&auml;lt, sondern ich erz&auml;hle einfach meine Geschichten. Und ich versuche vor allem, eines nicht zu tun: Zu zeigen, wie´s geht. Denn ich glaube, das ist nicht m&ouml;glich. Ich versuche einfach, meinen L&ouml;sungsweg zu zeigen, so wie ich mich motiviere, wie ich mein Leben meistere.</p>
<p><strong>Bei den Studenten hat es gepasst. Was k&ouml;nnen sie aus Ihrer Geschichte lernen?</strong></p>
<p>Zum einen, dass es nichts bringt, etwas aufzuschieben. Irgendwann steht man vor einem Berg von Aufgaben, die man nicht mehr abarbeiten kann. Nat&uuml;rlich ist das nicht immer einfach, manchmal muss man hart arbeiten. Ich wei&szlig; nicht, wie es ist, in Zeiten von Bologna zu studieren. Es mag sein, dass sich manch einer &uuml;berfordert f&uuml;hlt. Doch wenn einem etwas zu viel wird und man dauerhaft keine Freude mehr daran hat, ist es vielleicht auch nicht das Richtige.</p>
<p><strong>Als Sie Ihre Frau kennenlernten, machten Sie zum ersten Mal Schluss mit den Drogen. Als dann jedoch Ihre Tochter Jana geboren wurde, hatten Sie einen starken R&uuml;ckfall. Was ist damals passiert?</strong></p>
<p>Meine Frau Sabine hat mir damals das gegeben, was ich immer gebraucht habe: Bedingungslose Liebe. Auch die M&ouml;glichkeit, selbst lieben zu d&uuml;rfen. Mit der Geburt von Jana hat Sabine Anforderungen gestellt: Eine junge Mutter hat nat&uuml;rlich das Bed&uuml;rfnis nach Sicherheit. Verantwortung, das kannte ich bisher gar nicht, es hat mich in dem Moment erdr&uuml;ckt. Ich wollte wieder Ruhe haben, habe wieder angefangen zu kiffen, weil ich mir davon mehr Ruhe, mehr Kontrolle erhofft habe. Relativ schnell kam Heroin ins Spiel und das Fatale an Heroin ist, dass es einem am Anfang ein extrem geiles Gef&uuml;hl vorgaukelt. Doch nach jedem Rausch wacht man auf und sieht: Eigentlich ist gar nichts okay und du bist ein oller Verlierer.</p>
<div id="attachment_43476" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-43476" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/ironman-sudafrika-20085-300x200.jpg" alt="Selbst ein Ironman in der Gluthitze S&uuml;dafrikas kann Spa&szlig; machen, findet Andreas Niedrig. Foto: Thomas Rabsch" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Selbst ein Ironman in der Gluthitze S&uuml;dafrikas kann Spa&szlig; machen, findet Andreas Niedrig. Foto: Thomas Rabsch</p></div>
<p><strong>Dass Sie kein Verlierer sind, haben Sie aller Welt bewiesen. Ihr Slogan ist: &#8220;Du kannst fast alles schaffen, wenn du es willst.&#8221; Was treibt Sie an?</strong></p>
<p>&#8220;Du schaffst das nicht.&#8221; Dieser Satz war fr&uuml;her die gr&ouml;&szlig;te Motivation f&uuml;r mich, etwas zu schaffen, so bin ich von den Drogen weg und auf den Leistungssport gekommen. Mittlerweile wei&szlig; ich auch ohne Provokation, was f&uuml;r ein gutes Gef&uuml;hl es ist, wenn man eine Herausforderung gemeistert hat. An diesem Punkt m&ouml;chte ich etwas von meinen Erfahrungen abgeben. Das versuche ich &uuml;ber Sportprojekte f&uuml;r Kinder in S&uuml;dafrika oder &uuml;ber Besuche im Knast, mit denen ich den Gefangenen den Eindruck geben will: Hey, ich nehme dich als Menschen wahr.</p>
<p><strong>Und wann hat der strahlende Ironman Andreas Niedrig mal Motivationsprobleme?</strong></p>
<p>Echte Motivationsprobleme habe ich zum Beispiel mit der  Steuererkl&auml;rung, mit Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Ordnung. Das ist  nichts f&uuml;r mich. Ich lebe f&uuml;r den Sport und daf&uuml;r, mit meinen Geschichten etwas in anderen Menschen aufzuwecken, zu entfachen.</p>
<p><strong>Darf eigentlich Ihr Umfeld, d&uuml;rfen Ihre beiden Kinder mal demotiviert sein?</strong></p>
<p>Ach, das ist v&ouml;llig in Ordnung. Meine Tochter ist jetzt 21, eher ruhig und zwischen uns gibt es einige Reibungspunkte. Aber das ist okay, ich bin auch nicht immer ein gutes Beispiel und kann sie eben nur ein St&uuml;ck weit begleiten. Ich denke, dass es wichtig ist, dass Kinder irgendwann selbstst&auml;ndig werden und die Freiheit haben zu sagen: Ich will auf keinen Fall so sein wie meine Eltern.</p>
<div id="attachment_43490" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-medium wp-image-43490" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/hawaii01-112-200x300.jpg" alt="&quot;Mit jedem Finish trage ich eine weitere, einzigartige Geschichte in mir&quot;, sagt Ex-Triathlet Andreas Niedrig. Foto: Privat " width="200" height="300" /><p class="wp-caption-text">Andreas Niedrig: &quot;Mit jedem Finish trage ich eine weitere, einzigartige Geschichte in mir.&quot; </p></div>
<p><strong>Sie hatten vor einigen Jahren neun Operationen am Fu&szlig;gelenk, die &Auml;rzte sagten: „Nie wieder Sport.“ Sie sagen: „Nie gibt´s bei mir nicht“, und haben danach am Ironman auf Hawaii teilgenommen. Warum k&ouml;nnen Sie nicht aufh&ouml;ren mit dem Sport?</strong></p>
<p>W&auml;hrend meiner Verletzungspause haben viele erwartet, dass ich r&uuml;ckf&auml;llig werde in Sachen Drogen. Es wird oft gesagt: Jaja, der Niedrig hat nur eine Sucht gegen eine andere ausgetauscht. Doch Sport kann man nicht mit einer Droge vergleichen, denn er bet&auml;ubt nicht, sondern erweckt zum Leben. Ich werde mein Leben lang Sport machen, wenn auch nicht mehr auf Wettkampf-Basis. Es reizt mich immer wieder, Grenzsituationen auszuprobieren. Und sicherlich brauche ich den Sport auch, um meinem Leben Strukturen zu geben.</p>
<p><strong>Worauf sind Sie stolz au&szlig;erhalb des Sports?</strong></p>
<p>Auf meine Ehe. Dass das so lange gehalten hat, obwohl wir uns jedes Jahr gef&uuml;hlte zehn Mal trennen und wieder zusammenfinden. Ich bin insgesamt ziemlich stolz auf unsere Familie, weil meine Frau eine noch viel gr&ouml;&szlig;ere Leistung vollbracht hat als ich. Sie hat mir eine zweite Chance gegeben.</p>
<p><strong>Wie geht ihre Familie damit um, dass sie seit einigen Jahren in den Medien stehen?</strong></p>
<p>Nat&uuml;rlich war das nicht immer leicht f&uuml;r meine Familie. Eine problematische Situation war zum Beispiel, als meine Tochter mit vielen ihrer Freundinnen den Kinofilm &uuml;ber mein Leben gesehen hat. Da gibt es eine Situation, wo ich sie unter Drogeneinfluss &uuml;ber die Drogenszene schiebe. Dar&uuml;ber hatte ich mit ihr nie gesprochen, was mir damals erst bewusst wurde. Doch insgesamt bin ich der &Uuml;berzeugung: Dadurch, dass wir alles offen gelegt haben, sind wir nicht mehr angreifbar. Das war der beste Schutz, den wir bekommen konnten.</p>
<p><strong>Und bei was wird ein Ironman schwach?</strong></p>
<p>Wenn er an einem gelben M auf der Autobahn vorbei kommt- ich wei&szlig;, es ist verr&uuml;ckt, aber ich liebe Fastfood einfach.</p>
<p><strong>Vielen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch!</strong></p>
<p style="color: white;"><strong>&Uuml;berschrift</strong></p>
<div class="additionallinks" style="color: #faf0e6;">
<p style="color: white;"><strong>Mehr zum Thema</strong></p>
<ul>
<li>Niedrig wurde vor 43 Jahren in Recklinghausen geboren</li>
</ul>
<ul>
<li>Mit 15 rauchte er seinen ersten Joint</li>
</ul>
<ul>
<li>Zwischen 1980 und 1990 war Niedrig aufgrund psychischer Probleme stark Drogenabh&auml;ngig</li>
</ul>
<ul>
<li>1990 machte er eine Therapie und fand ins Leben zur&uuml;ck</li>
</ul>
<ul>
<li>1993 begann Niedrig mit dem Leistungssport: Triathlon mit 3,8 Kilometern Schimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42, 2 Kilometern Marathon wurde bald zu seiner Passion</li>
</ul>
<ul>
<li>2001 wurde der gelernte Orthop&auml;diemechaniker Zweiter beim Ironman Europe in Roth und Siebter auf Hawaii, es folgten viele nationale und internationale Erfolge</li>
</ul>
<ul>
<li>2000 brachte Niedrig sein Buch &#8220;Vom Junkie zum Ironman&#8221; heraus, 2008 erschien seine Lebensverfilmung &#8220;Lauf&#8217; um dein Leben&#8221; mit Uwe Ochsenknecht und Max Riemelt</li>
</ul>
<ul>
<li>Seit 2006 ist Niedrig als Motivator und in der Drogenpr&auml;vention weltweit unterwegs</li>
</ul>
</div>


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