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	<title>pflichtlektüre &#187; Johanna Rüschoff</title>
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	<description>Studierendenmagazin für Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg</description>
	<pubDate>Wed, 23 May 2012 17:50:58 +0000</pubDate>
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		<title>Nach der Uni zum Sex mit dem Freier</title>
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		<comments>http://www.pflichtlektuere.com/03/06/2009/ich-habe-die-prostitution-finanziell-nicht-noetig/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 11:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johanna Rüschoff</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Tags&#252;ber Germanistikstudentin, abends Hobbyhure: pflichtlekt&#252;re online sprach mit einer Studentin, die sich prostituiert – &#252;ber ihr beh&#252;tetes Elternhaus und den Reiz des Unbekannten.


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			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft" style="width: 252px"><img class="attachment wp-att-2135 alignleft" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2009/05/prostituierte_by_sam-theo-selbstausloser_pixelioiide.jpg" alt="Prostitution" width="242" height="355" /><p class="wp-caption-text">&quot;Neugier, welcher Typ Mann das ist&quot;: Seit drei Jahren arbeitet Studentin Martina als Prostituierte. Foto: pixelio</p></div>
<p><strong>Martina (Name von der Redaktion ge&auml;ndert) f&uuml;hrt ein Doppelleben. Ihre Eltern und Freunde d&uuml;rfen nichts davon wissen, dass die 25-J&auml;hrige neben ihrem Germanistikstudium als Hobbyhure arbeitet. Im Interview mit pflichtlekt&uuml;re online erz&auml;hlt sie von den Versuchungen des schnellen Geldes, aber auch von einer inneren Leere und psychischen Problemen.</strong></p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re online:</strong> Seit wann arbeitest du als Prostituierte?</p>
<p><strong>Martina:</strong> Ich habe vor circa drei Jahren damit angefangen. Ich habe es aber nicht durchgehend gemacht, weil ich sonst seelisch damit zugrunde gegangen w&auml;re. Das Ganze w&auml;re zu viel geworden. Ich habe zwischendurch auch eine gr&ouml;&szlig;ere Pause von sechs bis acht Monaten eingelegt. Diese Pause war sehr wichtig f&uuml;r mich.</p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re online:</strong> Trotzdem hast du wieder angefangen. Gab es einen Ausl&ouml;ser oder ein bestimmtes Ereignis in deinem Leben, dass dich dazu gebracht hat, als Prostituierte zu arbeiten?</p>
<p><strong>Martina:</strong> <span style="mso-bidi-font-weight: bold;">Falls du an dieser Stelle h&ouml;ren m&ouml;chtest, dass ich aus zerr&uuml;tteten Familienverh&auml;ltnissen komme oder ein tragisches Schl&uuml;sselereignis in meiner Kindheit hatte, so muss ich dich leider entt&auml;uschen. Ich bin das ganz normale M&auml;dchen von Nebenan. Ganz im Gegenteil: Ich komme mehr aus einer Vorzeigefamilie, aus gutb&uuml;rgerlichem Hause, einem intaktem Umfeld. Ich habe gute Freunde, gute Zensuren und bin mit sehr viel Liebe und Geborgenheit aufgewachsen. </span></p>
<p><span style="mso-bidi-font-weight: bold;">Ich habe es auch finanziell nicht n&ouml;tig, das zu tun. Auch, da ich nebenbei einem ganz gew&ouml;hnlichen 400-Euro-Job nachgehe – als wichtiges Alibi f&uuml;r meine Eltern. Und auch meine Eltern unterst&uuml;tzen mich noch teilweise. Ich tue es, weil es mich pers&ouml;nlich sexuell reizt, weil es interessant ist, ein Doppelleben zu f&uuml;hren, ab und zu in eine andere Rolle zu schl&uuml;pfen, in eine andere Welt einzutauchen – auch wenn das manchmal etwas anstrengend ist. Es ist einfach praktisch: Frau verbindet Sch&ouml;nes mit N&uuml;tzlichem, frau verdient mit wenig Zeitaufwand viel Geld. Es ist ein gutes Gef&uuml;hl, dass es einem Mann sehr viel wert ist, dich genie&szlig;en zu d&uuml;rfen, und dann ist da die Neugier, welcher Typ Mann das ist, der solche Frauen aufsucht&#8230; </span></p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re online:</strong> Wie in vielen Anzeigen steht auch in deiner, dass dir ein Mann sympathisch sein muss und er gepflegt sein soll. Hattest du noch nie Probleme mit einem Kunden, weil er eine Ablehnung nicht akzeptiert hat?</p>
<div id="attachment_781" class="wp-caption alignleft" style="width: 347px"><img class="attachment wp-att-781 alignleft" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2009/04/prostituierte14-pixelio-doatsch.jpg" alt="prostituierte14-pixelio-doatsch" width="337" height="482" /><p class="wp-caption-text">Martina ist eine junge attraktive Studentin, &auml;hnlich wie die Frau auf dem Bild. Foto: pixelio</p></div>
<p><span style="mso-bidi-font-weight: bold;"><strong>Martina:</strong> Eine richtig schlechte Erfahrung hatte ich ehrlich gesagt noch nie. Aber bei jedem Treffen bleibt immer ein kleines Restrisiko. Ganz klar. Manchmal versuchen M&auml;nner, dich trotz der vorab vereinbarten Spielregeln und Tabus, dann im Bett doch noch zu etwas zu &uuml;berreden beziehungsweise dich rum- oder weichzukriegen. Dann muss man halt dominant Grenzen aufzeigen. Aber das war auch schon das Schlimmste, was ich bis jetzt erlebt habe. Meine M&auml;nner waren immer alle sehr sympathisch und gepflegt. Man muss auch wissen, dass die meisten meiner Kunden gut situierte Gesch&auml;ftsm&auml;nner sind, die ganz bewusst keine professionelle Nutte wollen, sondern vielmehr die junge nat&uuml;rliche Frau von nebenan suchen. Und wenn’s dann noch ’ne Studentin ist, dann reizt sie das Ganze noch mehr. Und es gibt kaum einen, der nicht vor Beginn im Hotelzimmer nochmal kurz unter die Dusche h&uuml;pft. </span></p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re online:</strong> Wie laufen die Treffen mit den M&auml;nnern davon abgesehen ab?</p>
<p><span style="mso-bidi-font-weight: bold;"><strong>Martina</strong>: Ich inseriere gratis in Kleinanzeigen-Portalen im Internet. Oft antworte ich aber auch direkt auf Suchanzeigen mit Stichw&ouml;rtern wie „Erfolgreicher Gesch&auml;ftsmann sucht s&uuml;&szlig;e Studentin gegen Taschengeld&#8221;. Die erste Kontaktaufnahme l&auml;uft dann per Email ab. Nach einigen Jahren Erfahrung hat man gelernt, gut zwischen den Zeilen zu lesen, und unterscheidet bald schnell, ob es sich um einen Spinner handelt, der sich nur am Schreiben aufgeilen m&ouml;chte, ob er ein Bildchensammler, Fake oder ernsthafter Interessent ist. Die ersten Fragen der Interessenten gehen nat&uuml;rlich in Richtung Taschengeldvorstellung, sexuelle Dienstleistungen und Tabus. Dann werden meist Fotos verlangt. Aufgrund der Fakes bin ich hier sehr vorsichtig und fordere immer zuerst ein Bild von meinem Gegen&uuml;ber an. Falls der Mann mir gef&auml;llt, ich ihn sympathisch finde und die Eckdaten – wie Alter, Gewicht, Gr&ouml;&szlig;e und<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Beruf –<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>passen, dann lasse ich mir seine Telefonnummer geben und kontaktiere ihn. </span></p>
<p><span style="mso-bidi-font-weight: bold;">Am Telefon gibt es dann ein kurzes Warm-up: Man spricht &uuml;ber die gegenseitigen Vorstellungen, was einem wichtig ist und in welchem Rahmen – welches Hotel, am welchem Tag, zu welcher Uhrzeit –<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>das Ganze ablaufen soll. Nach dem Telefonat habe ich dann ein gutes Gef&uuml;hl, ob der Typ was ist oder nicht. Sprich, ob er vertrauensw&uuml;rdig, seri&ouml;s, „ungef&auml;hrlich&#8221; oder doch ein Psychopath ist, von dem man lieber die Finger lassen sollte. Zum vereinbarten Termin trifft man sich dann in einem Hotelzimmer und kommt gleich zur Sache. 90 Minuten sp&auml;ter trennen sich dann wieder unsere Wege. Ist der Kunde zufrieden – und dies war bisher fast immer der Fall – meldet er sich automatisch wieder von selbst. Die meisten Kunden melden sich regelm&auml;&szlig;ig einmal pro Monat bei mir.</span></p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re online:</strong> Behandeln dich die M&auml;nner denn tats&auml;chlich immer mit Respekt?</p>
<p><strong>Martina:</strong> <span style="mso-bidi-font-weight: bold;">Ja, das tun sie. Weil sie eben nicht zum klassischen Bordell-Klientel geh&ouml;ren und das auch nicht suchen. Sie suchen das ganz Normale, Nat&uuml;rliche und vor allem Junge. Die Meisten sind sehr gentleman-like. Einer Illusion sollte man nat&uuml;rlich auch nicht verfallen: Ein Dasein à la „Pretty Woman“ gibt es nicht. Wer davon tr&auml;umt, dadurch den gro&szlig;en Fang zu machen, irrt sich gewaltig. Nat&uuml;rlich geht es letztendlich um eine bezahlte Dienstleistung. Die Kunden erwarten auch was f&uuml;r ihr Geld und kommen nur dann wieder, wenn sie auch zufrieden waren. Au&szlig;erdem musst du ihnen immer das Gef&uuml;hl geben, dass sie etwas Besonderes sind. Sprich, man sollte sich schon h&uuml;bsch f&uuml;r sie zurecht machen. Wenn man das irgendwann schleifen l&auml;sst, nur weil man sich denkt, man kennt ihn nun schon lange genug, dann merkt der Mann das ganz schnell und verschwindet spurlos vom Erdboden. </span></p>
<p><strong>pflichtlekt&uuml;re</strong> <strong>online</strong>: Wie viel verdienst du mit deiner Arbeit im Monat?</p>
<p><strong>Martina:</strong> <span style="mso-bidi-font-weight: bold;">Diese Frage ist sehr direkt. Ich kann nur sagen, dass ich pro Treffen – circa 60 bis 90 Minuten – 150 Euro verlange. Hierbei werden jedoch meine pers&ouml;nlichen Tabus streng eingehalten und auch keine Kompromisse gemacht. Meine Gesundheit und mein seelisches und k&ouml;rperliches Wohlbefinden stehen dabei immer an erster Stelle. Ich habe mir durch die Jahre einen kleinen Kundenstamm aufgebaut. M&auml;nner, die ich sehr sympathisch und attraktiv finde, mit denen mir der Sex auch gro&szlig;e Freude bereitet hat, bei denen sich eine gewisse Vertrauensbasis und teilweise auch eine Art Vertrautheit aufgebaut hat. Davon kann ich sehr gut leben. </span></p>
<p><span style="mso-bidi-font-weight: bold;"><strong>Die Versuchung des schnellen Geldes: </strong>Weiter auf der n&auml;chsten Seite</p>


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