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	<title>pflichtlektüre &#187; Florian Riesewieck</title>
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	<description>Studierendenmagazin für Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg</description>
	<pubDate>Wed, 23 May 2012 17:50:58 +0000</pubDate>
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		<title>Ultimate Fighting: Schachspiel oder Schl&#228;gerei?</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 17:44:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Riesewieck</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Die Ultimate Fighting Championship ist nach Deutschland zur&#252;ckgekehrt. Im K&#228;fig der Oberhausener Arena k&#228;mpften die Sportler am Samstag auch gegen ihr Negativ-Image.


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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Ultimate Fighting Championship ist nach Deutschland zur&uuml;ckgekehrt. Im K&auml;fig der Oberhausener Arena k&auml;mpften die Sportler am Samstag auch gegen ihr Negativ-Image. Denn eine TV-&Uuml;bertragung ist hierzulande wegen der &#8220;Massivit&auml;t der gezeigten Gewalt&#8221; verboten. Ultimate Fighting: brutale Schl&auml;gerei oder komplexes Schachspiel?</strong></p>
<div id="attachment_43878" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/dennis-siver-final.jpg"><img class="size-medium wp-image-43878 " src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/dennis-siver-final-300x205.jpg" alt="Terrier im Maschendrahtk&auml;fig: Denis Siver (li.) besiegt Andre Winner." width="300" height="205" /></a><p class="wp-caption-text">Terrier im Maschendrahtk&auml;fig: Denis Siver (li.) besiegt Andre Winner. Foto: UFC</p></div>
<p>Falls Denis Siver einmal als Tier wiedergeboren wird, dann vermutlich als Bullterrier. Ein massiger K&ouml;rper auf kurzen Beinen. Der muskul&ouml;se R&uuml;cken, der direkt in einen breiten Kopf &uuml;bergeht. Darauf kurze, helle Haare. Siver geh&ouml;rt zu der Sorte Mensch, deren &Auml;rger man besser nicht auf sich zieht. Erst recht nicht, wenn man ihm in einem achteckigen K&auml;fig ausgeliefert ist, dessen enger Maschendraht jeden Fluchtversuch zwecklos macht. &#8220;Ich werde ihn ausknocken&#8221;, hat der Mannheimer vor drei Minuten noch &uuml;ber die gro&szlig;en Videoleinw&auml;nde gebellt. Als er seinen Kontrahenten Andre Winner nun am Boden in den W&uuml;rgegriff nimmt, ist kein K.O.-Schlag mehr n&ouml;tig. Der Engl&auml;nder, im direkten Vergleich eher der Typ Windhund, tippt ihm mit seinen nackten Pfoten zweimal auf den Oberarm. Winner verliert. Die Menge rund um den K&auml;fig johlt.</p>
<div class="additionallinks"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/atmo_siver.mp3">Zum H&ouml;ren: Die Atmosph&auml;re beim Siver-Sieg.</a></div>
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<p>Der Sport im K&auml;fig: Mixed Martial Arts, kurz MMA, eine Kombination aus zehn Kampfsportarten von Boxen bis Taekwondo. K&ouml;nnte die Ultimate Fighting Championship (UFC) Bilder der Oberhausener K&auml;mpfe ins Samstagabendprogramm &uuml;bertragen, w&uuml;rden sich auf deutschen Fernsehsofas vermutlich neue Diskussionen dar&uuml;ber entwickeln, was das denn nun sei. &#8220;Brutale K&auml;mpfe&#8221; und ein Draufhauen, &#8220;bis das Blut spritzt&#8221;, wie es die <a href="http://www.bild.de/BILD/news/2010/03/19/ultimate-fighting-genehmigung-fuer/kaefig-kaempfe-im-tv-aufgehoben.html">Bild-Zeitung</a> unl&auml;ngst formulierte? Ein &#8220;Pr&uuml;gelsport&#8221;, wie <a href="http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,630355,00.html">Spiegel online</a> schreibt? Am Samstagabend bestaunt das Fernsehpublikum stattdessen die ARD-Tierdoku &#8220;Erlebnis Erde&#8221; und r&auml;t bei G&uuml;nther Jauch um die RTL-Million. Die Bayerische Landesmedienanstalt hat die &Uuml;bertragung vom Ultimate Fighting im M&auml;rz 2010 verboten. Grund: Die &#8220;Massivit&auml;t der gezeigten Gewalt&#8221; sei &#8220;nicht akzeptabel&#8221;.</p>
<p><strong>Z&auml;hne flogen in die Zuschauer</strong></p>
<div id="attachment_43879" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/yushin-okami-final.jpg"><img class="size-medium wp-image-43879 " src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/yushin-okami-final-300x200.jpg" alt="Unspektakul&auml;rer Hauptkampf: Yushin Okami (li.) gewinnt gegen Nate Marquardt nach Punkten." width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Unspektakul&auml;rer Hauptkampf: Yushin Okami (li.) gewinnt gegen Nate Marquardt nach Punkten. Foto: UFC</p></div>
<p>Tats&auml;chlich erinnerten die ersten K&auml;mpfe Anfang der 90er Jahre an eine olympische Disziplin aus dem alten Griechenland, deren Duelle weitgehend ohne Regeln auskamen und entweder mit dem K.O. oder dem Tod endeten. Bei der UFC flogen die ausgeschlagenen Z&auml;hne damals bis in die vorderen Zuschauerreihen. Kopfst&ouml;&szlig;e, Haareziehen und Schl&auml;ge in die Leistengegend waren zwar unerw&uuml;nscht, aber nicht verboten. W&uuml;rgegriffe und das Schlagen am Boden sind heute nach wie vor erlaubt. Auch der martialisch anmutende K&auml;fig ist geblieben. Die Sportler verteidigen ihn aus Sicherheitsgr&uuml;nden: Durch einfache Seile wie beim Boxen w&uuml;rden sie aus dem Ring fallen.</p>
<p><strong>Amateursportler k&auml;mpfen am Dortmunder U</strong></p>
<p>Erlaubt ist im Ring vieles, aber l&auml;ngst nicht - wie oft falsch behauptet - alles. Die 32 Verbote (von Kopfst&ouml;&szlig;en bis Tritten auf einen am Boden liegenden K&auml;mpfer) nehmen inzwischen den gr&ouml;&szlig;ten Teil des Regelwerks ein. Ringrichter und -&auml;rzte sind angehalten, K&auml;mpfe abzubrechen, wenn eine Verletzung zu stark oder ein K&auml;mpfer nicht mehr in der Lage ist, sich intelligent zu verteidigen. In Oberhausen endet jeder zweite Kampf vor Ablauf der dreimal f&uuml;nf Minuten. Doch h&auml;rter als mit ihren Gegnern k&auml;mpfen die Ultimate Fighter mit ihrem Negativ-Image der ersten Tage.</p>
<p>Auch Mark Buchholz. Wenige Tage vor dem Event in Oberhausen trainiert der 36-J&auml;hrige eine Gruppe von Amateurk&auml;mpfern nahe dem Dortmunder U. Aus dem Turm schauen animierte Tauben auf das herab, was der republikanische US-Politiker John McCain einmal als &#8220;menschliche Hahnenk&auml;mpfe&#8221; verurteilt hat. Zehn Sportler sind gekommen, zwei davon zum ersten Mal. Und mancher mit falschen Vorstellungen.</p>
<div class="additionallinks"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/buchholz1.mp3">Zum H&ouml;ren: Trainer Mark Buchholz &uuml;ber K&auml;mpfer mit falschen Vorstellungen.</a></div>
<div id="attachment_43892" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/_dsc0046-finale.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-43892" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/_dsc0046-finale-250x250.jpg" alt="Mark Buchholz Foto: Florian Riesewieck" width="250" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Mark Buchholz (oben) zeigt seinen Sch&uuml;lern, dass Ultimate Fighting mehr ist als pure Schlagkraft ist. Foto: Florian Riesewieck</p></div>
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<p>Mark Buchholz ist der Gegentyp zum Brutalo-Schl&auml;ger, den etwa die Bild-Zeitung in ihrer Berichterstattung zeichnet. Buchholz lehrt seine Sch&uuml;ler an diesem Abend Verteidigungstechniken. Er zeigt ihnen, wie sie sich aus vermeintlich ausweglosen Situationen am Boden befreien k&ouml;nnen, dass Ultimate Fighting mehr ist als pure Schlagkraft. Wenn klassisches Boxen wie M&uuml;hle spielen sei, wirbt die UFC, dann sei Ultimate Fighting eine Schachpartie. Mehr als 80 Prozent ihrer K&auml;mpfer h&auml;tten studiert oder eine Ausbildung absolviert. Buchholz ist studierter Sportwissenschaftler. „Ohne eine klare Strategie und Taktik funktioniert MMA nicht“, sagt er und spricht von Juristen und Lehrern, die ihre Freizeit mit dem Zehnkampf der Kampfsportarten verbringen.</p>
<p><strong>Tickets zwischen 60 und 300 Euro</strong></p>
<p>Am Samstag in Oberhausen sitzt Buchholz im Publikum zwischen amerikanischen Mittzwanzigern, die sich f&uuml;r die knapp bekleideten Nummern-Girls, das deutsche Bier und die beiden angetrunkenen Blondinen ein paar Reihen weiter vorne genauso interessieren wie f&uuml;r die ersten K&auml;mpfe. Nach dem spektakul&auml;ren Sieg des Mannheimers Denis Siver springen sie aber genauso jubelnd auf wie die mehrheitlich m&auml;nnlichen und deutschen Zuschauer. Das erst zweite UFC-Gastspiel in Deutschland lassen die sich trotz der Ticketpreise zwischen 60 und 300 Euro nicht entgehen.</p>
<div class="additionallinks"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/umfrage_neu.mp3">Zum H&ouml;ren: Zuschauer &uuml;ber das Event Ultimate Fighting.</a></div>
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<div style="margin-top:15px"></div>
<div id="attachment_43950" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/ufc21-final101.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-43950" title="Dana White" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/ufc21-final101-250x250.jpg" alt="Sein gr&ouml;&szlig;ter Gegner kommt aus Bayern: UFC-Pr&auml;sident Dana White. Foto: Phillip Oldenburg" width="250" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Sein gr&ouml;&szlig;ter Gegner kommt aus Bayern: UFC-Pr&auml;sident Dana White. Foto: Phillip Oldenburg</p></div>
<p>Dana White f&uuml;hrt einen seiner gr&ouml;&szlig;ten K&auml;mpfe im wirklichen Leben gegen die Bayerische Landesmedienanstalt. White, der UFC-Pr&auml;sident, wirkt mit seiner kr&auml;ftigen Statur und dem kahl rasierten Sch&auml;del schon &auml;u&szlig;erlich k&auml;mpferisch. In den USA hat er es unter anderem geschafft, dass in John McCain einer der namhaftesten UFC-Kritiker seine Meinung revidierte. &#8220;Der Sport hat sich entwickelt&#8221;, gestand McCain im Jahr 2000. Mit einer TV-Castingshow machte White das Ultimate Fighting in den Staaten popul&auml;r. Stars wie Ex-Tennisspielerin Steffi Graf, Model Cindy Crawford oder die Schauspieler George Clooney und Ashton Kutcher kommen gerne an den Ring.</p></div>
<p>Jetzt ist Europa dran: In Gro&szlig;britannien l&auml;uft nach anf&auml;nglichen Widerst&auml;nden gerade ein &auml;hnliches TV-Format. Deutschland erweist sich als z&auml;herer Gegner. Aber als einer, den White unbedingt bezwingen m&ouml;chte. Aktuell laufe eine Klage gegen das deutsche TV-Verbot f&uuml;r die K&auml;figk&auml;mpfe.</p>
<div class="additionallinks"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/white_pk.mp3">Zum H&ouml;ren: UFC-Pr&auml;sident Dana White &uuml;ber seine Ziele in Deutschland.</a></div>
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<p>Der erhoffte &#8220;Big Bang&#8221; in Deutschland gelingt White mit der Veranstaltung in Oberhausen nicht. Die Kampfkarte ist zweitklassig. Der zweite Hauptkampf f&auml;llt aus, weil der Italiener Alessio Sakara die Grippe hat. Daf&uuml;r strahlen die Lokalmatadoren wie Denis Siver und Pascal Krauss &uuml;ber ihre Siege. Fast wirken sie dabei weich, die Gesichtsz&uuml;ge dieses Terriers Denis Siver. Ein amerikanischer Journalist murmelt, der Veranstalter habe ihnen wohl besonders leichte Gegner ausgesucht, um die Stimmung im Land des Gastgebers nicht zu gef&auml;hrden.</p></div>
<p><strong>Gebrochene Hand und blutunterlaufene Augen</strong></p>
<div id="attachment_43803" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/ufc-final.jpg"><img class="size-medium wp-image-43803 " src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/ufc-final-300x251.jpg" alt="Sieger mit gebrochener Hand: Krzysztof Soszynski." width="300" height="251" /></a><p class="wp-caption-text">Sieger mit gebrochener Hand: Krzysztof Soszynski. Foto: Phillip Oldenburg</p></div>
<p>Eher gequ&auml;lt wirkt dagegen das L&auml;cheln des Amerikaners Krzysztof Soszynski. Zwar gewinnt er seinen Kampf nach Punkten. Daf&uuml;r aber h&auml;lt er sich die rechte Hand, die seine Betreuer schnell in gelben Verband verpackt haben. &#8220;In der dritten Runde habe ich nach einem Schlag pl&ouml;tzlich gemerkt: Die ist durch&#8221;, erz&auml;hlt Soszynski. Wie ein weiterer K&auml;mpfer hat auch er blutunterlaufene Augen. Das Ergebnis einer brutalen Show? Nein, sagt der Dortmunder Mark Buchholz. Er zieht den Vergleich zum Boxen, das in der deutschen TV-Berichterstattung alle Freiheiten besitzt. Beim letzten Kampf hat Vitali Klitschko seinen Gegner Shannon Briggs derart verpr&uuml;gelt, dass dieser mit Verdacht auf Hirnblutung ins Krankenhaus gebracht wurde.</p>
<div class="additionallinks"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/11/buchholz2.mp3">Zum H&ouml;ren: Mark Buchholz &uuml;ber Verletzungsgefahr.</a></div>
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<p>Nicht spektakul&auml;r genug ist den meisten Zuschauern in Oberhausen dagegen der mit Spannung erwartete Hauptkampf zwischen dem Amerikaner Nate Marquardt und dem Japaner Yushin Okami. &#8220;Schlag&#8217; ihn K.O. oder ich will mein Geld zur&uuml;ck&#8221;, ruft ein Fan, der extra aus den USA angereist ist. Noch bevor Okami zum Sieger nach Punkten erkl&auml;rt wird, haben einige andere pfeifend die Halle verlassen. Die amerikanischen Mittzwanziger haben die Niederlage ihres Landsmannes Marquardt derweil schnell verdaut. Die beiden attraktiven Blondinen von weiter vorne haben versprochen, mit ihnen noch ein Bier trinken zu gehen.</p>


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