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	<title>pflichtlektüre &#187; Elisabeth Brenker</title>
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	<description>Studierendenmagazin für Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg</description>
	<pubDate>Wed, 23 May 2012 17:50:58 +0000</pubDate>
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		<title>Wichtiges und Witziges zum Eurovision Song Contest</title>
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		<pubDate>Fri, 13 May 2011 20:58:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Brenker</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[St. Pauli]]></category>

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		<category><![CDATA[Universität Duisburg-Essen]]></category>

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		<description><![CDATA[Samstag ist Eurovision Song Contest. Wir sagen euch, wo die gr&#246;&#223;te Party steigt, wie ihr euch am besten auf den Schlagerabend vorbereitet und was der ESC-Hype mit der Uni zu tun hat.


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist endlich soweit: Europa ist zu Gast in D&uuml;sseldorf. Am Samstag steigt in der Esprit-Arena der Eurovision Song Contest (ESC), ehemals Grand Prix Eurovision de la Chanson. Ob ihr nun Lenas Titelverteidigung unterst&uuml;tzt oder nicht, wir sagen euch, wo die gr&ouml;&szlig;te Party steigt, wie ihr euch am besten auf den Schlagerabend vorbereitet und warum euch der ESC-Hype sogar im Studium weiter bringen kann.</strong></p>
<p><strong>1. Die gr&ouml;&szlig;te Party</strong></p>
<div id="attachment_60745" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-60745" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/05/eurovisionsemifinal_alain-douit-ebu-300x199.jpg" alt="Wer das gro&szlig;e Finale live in der Arena erleben will, kann vielleicht noch Restkarten ergattern. Foto:Alain Douit (EBU)" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Wer das gro&szlig;e Finale inklusive bunter B&uuml;hnenshow live in der Arena erleben will, kann jetzt noch Restkarten ergattern. Foto: Alain Douit (EBU)</p></div>
<p>Nur wenige Stunden nachdem der Ticketverkauf f&uuml;r das gro&szlig;e Finale gestartet war, verk&uuml;ndeten die Veranstalter: ausverkauft! Und das f&uuml;nf Monate bevor der Riesenevent &uuml;berhaupt stattfinden sollte. Doch vor wenigen Wochen kam die erfreuliche Nachricht: Da die B&uuml;hne etwas kleiner ausgefallen ist, k&ouml;nnen kurzfristig noch Restkarten erstanden werden. Die Tageskassen sind am Veranstaltungstag von 16 bis 20 Uhr ge&ouml;ffnet und die Preise f&uuml;r die Resttickets liegen zwischen 29 und 119 Euro. Auch auf ebay k&ouml;nnen noch g&uuml;nstige Tickets ergattert werden. Allerdings kauft man hier die Katze im Sack und die Veranstalter des ESC warnen vor gef&auml;lschten Tickets im Netz.</p>
<div id="attachment_60784" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-60784" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/05/buhneesc_alain-douit-ebu-300x199.jpg" alt="Die B&uuml;hne in der Esprit-Arena ist kleiner als urspr&uuml;nglich geplant - aber immer noch beeindruckend gro&szlig;. Foto: Alain Douit (EBU)" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">Die ESC-B&uuml;hne ist kleiner als geplant - aber immer noch beeindruckend gro&szlig;. Foto: Alain Douit (EBU)</p></div>
<p>Doch auch au&szlig;erhalb der Arena kommen ESC-Fans voll auf ihre Kosten. Die wohl gr&ouml;&szlig;te Party findet in Hamburg statt. Wie jedes Jahr &uuml;bertr&auml;gt die ARD den Countdown und die offizielle Grand-Prix-Party live vom Spielbudenplatz in St. Pauli. Von dort wird auch die diesj&auml;hrige Jurypr&auml;sidentin Ina M&uuml;ller die Punktevergabe aus Deutschland verk&uuml;nden. Insgesamt 5000 Leute k&ouml;nnen die Show auf einer riesigen Leinwand verfolgen und im Anschluss den Sieger feiern. Das Ticket kostet nur 1,50 Euro und eine Bleibe f&uuml;r die Nacht l&auml;sst sich dank Couchsurfing auch leicht finden.</p>
<p>Wem der Spontantripp in den Norden dann doch zu weit geht, der kann sich auch direkt in D&uuml;sseldorf auf Partysafari begeben. Ein Tipp ist das Schl&ouml;sser Quartier Bohème in der Altstadt. Hier ist seit dem 1. Mai der offizielle &#8220;EuroClub&#8221; untergebracht, in dem bereits die L&auml;nderpartys und die Aftershowpartys nach den Halbfinals stattfanden. Am Finaltag k&ouml;nnen 1200 Menschen zum Rudelgucken kommen. Der Eintritt ist frei und nach der Show kann an der &#8220;l&auml;ngsten Theke der Welt&#8221; weiter gefeiert werden.</p>
<p><strong>2. Das perfekte Men&uuml;</strong></p>
<div id="attachment_60722" class="wp-caption alignleft" style="width: 222px"><img class="size-medium wp-image-60722" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/05/eurovision-food-contest-mit-ergebnissen-212x300.jpg" alt="Die Mensa der Uni Duisburg Essen rief den ersten &quot;Eurovision Food Contest&quot; aus und verschaffte Stefan Raab den ersten Titel in diesen Tagen. Foto: UDE" width="212" height="300" /><p class="wp-caption-text">Die UDE-Mensa rief den &quot;Eurovision Food Contest&quot; aus. Stefans Steak wurde 301 mal gegessen und gewann. Foto: UDE</p></div>
<p>Wer doch lieber zuhause mit Freunden feiern m&ouml;chte, der muss auch f&uuml;r deren Verk&ouml;stigung sorgen. Einige Men&uuml;vorschl&auml;ge hat die Uni Duisburg Essen (UDE) gemacht: Die Mensa rief den &#8220;Eurovision Food Contest&#8221; aus. Seit Januar traten verschiedene Gerichte gegeneinander an. Der &#8220;Lena Teller&#8221; gegen &#8220;Stefans Metzger Platte&#8221;, &#8220;Shooting Star&#8221; gegen &#8220;Senkrechtstarter&#8221; und &#8220;Oslo&#8221; gegen &#8220;D&uuml;sseldorf&#8221;. Am h&auml;ufigsten gew&auml;hlt und damit Sieger des &#8220;Eurovision Food Contest&#8221; wurde &#8220;Stefans Metzger Platte&#8221; (gebratenes Schweinesteak mit Champignons, Zwiebeln, Speckstreifen und Kartoffelspalten), die es so am Tag vor dem gro&szlig;en Finale in D&uuml;sseldorf nochmal auf die Speisekarten in Duisburg und Essen schaffte. Stefan Raab kann also dank der UDE zumindest einen Titelgewinn in diesen Tagen verbuchen.</p>
<p>Eine andere M&ouml;glichkeit der Essensbeschaffung ist die Mitbring-Party à la Eurovision. Jeder Gast such sich ein Teilnehmerland aus und bringt ein daf&uuml;r typisches Gericht oder Getr&auml;nk mit. Franz&ouml;sische Crêpes, spanische Tapas, griechischer Gyros und russischer Wodka - so ist auf alle F&auml;lle f&uuml;r jeden was dabei und die Arbeit bleibt nicht nur am Gastgeber h&auml;ngen. Eine Liste aller Teilnehmerl&auml;nder gibt es auf der offiziellen ESC-Homepage.</p>
<p><strong>3. Das passende Outfit</strong></p>
<div id="attachment_60818" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-60818" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/05/grandprixoutfits_pieter-van-den-berghe1-300x200.jpg" alt="Beim Grand-Prix-Outfit kommt es vor allem darauf an Flagge zu zeigen. Foto: Pieter Van den Berghe" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Beim Grand-Prix-Outfit kommt es vor allem darauf an Flagge zu zeigen. Diese zwei ESC-Fans machen es vor. Foto: Pieter Van den Berghe (EBU)</p></div>
<p>Gl&uuml;cklich sind die, die ihre schwarz-rot-goldenen H&uuml;te und Hula-Ketten nicht im Halbfinal-Frust der Fu&szlig;ball-EM verbrannt haben. Einfach das Zeug aus dem Schrank kramen und los geht&#8217;s zum Lena-Anfeuern. Wer keinen Zugriff mehr auf den alten Vorrat hat, der kann sich in jedem 1-Euro-Laden neu mit Fahnenmaterial eindecken.</p>
<p>Wer das Outfit perfektionieren will, der passt auch noch das Make-Up an. Und weil der Fan-Schminkstift von letztem Jahr mittlerweile ausgetrocknet ist, gibt es auf YouTube eine Anleitung f&uuml;r das perfekte Deutschland Make-Up ohne Schmierschminke. Das l&auml;sst sich auch ganz einfach mit anderen Flaggen nachmachen - h&ouml;chstens Griechenland k&ouml;nnte schwer werden.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.pflichtlektuere.com/13/05/2011/wichtiges-und-witziges-zum-eurovision-song-contest/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p><strong>4. Die korrekte Vorbereitung</strong></p>
<p>Wer w&auml;hrend und nach der &Uuml;bertragung mit unn&uuml;tzem Wissen &uuml;ber den Grand Prix gl&auml;nzen will, der sollte sich im Vorfeld auf jeden Fall die 50 Fakten zum ESC auf Stern online durchlesen - und sie eventuell auswendig lernen.F&uuml;r Grand-Prix-Neulinge lohnt sich vielleicht sogar Ewan Spences f&uuml;nfteiliger &#8220;Beginner&#8217;s Guide to Eurovision&#8221; auf YouTube:</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.pflichtlektuere.com/13/05/2011/wichtiges-und-witziges-zum-eurovision-song-contest/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Auch hilfreich ist, sich die Lieder aller Teilnehmer schon im Voraus mindestens einmal angeh&ouml;rt zu haben, um bereits Favoriten zu k&uuml;ren. Auf der offiziellen ESC-Webseite k&ouml;nnen alle Lieder samt Video abgespielt werden. Wer die Texte auch gleich auswendig lernen will, findet bei The Diggiloo Thrush eine Liste aller Lyrics.</p>
<p><strong>5. Den ESC studieren</strong></p>
<p>Sogar aus wissenschaftlicher Sicht kann es sich lohnen, den Eurovision Song Contest zu verfolgen. Hinter der Glitzerkulisse verbirgt sich ein gro&szlig;er Komplex, der durchaus als Grundlage f&uuml;r eigene Forschungsprojekte dienen kann. 2009 gr&uuml;ndete sich aus diesem Grund das &#8220;Eurovision Research Network&#8221;, ein internationaler Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Journalisten und anderen, die ein wissenschaftliches Interesse am ESC haben. Letzte Woche veranstaltete das Netzwerk eine Fachtagung zum Thema &#8220;Der ESC als TV-Event&#8221; in D&uuml;sseldorf. Musik-, Medien- und Kulturwissenschaftler, sowie Journalisten und ESC-Experten diskutierten unter anderem &uuml;ber wirtschaftliche und politische Faktoren des Musikwettbewerbs.</p>
<p>Doch auch Themen, die einem erst einmal gar nicht in den Sinn kommen, lassen sich mit dem Eurovision Song Contest erforschen. Der Norweger Lars Kristian Stensrud zum Beispiel schreibt derzeit an seiner Abschlussarbeit &uuml;ber den Wettbewerb. Seine These: Der Grand-Prix ist eine Religion.</p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>Mehr zum Thema:</strong></p>
<p style="color: white;">Web: <a href="http://www.couchsurfing.org/mapsurf.html" target="_blank">Couchsurfing in Hamburg</a></p>
<p style="color: white;">Web: <a href="http://www.eurovision.de/" target="_blank">Homepage des ESC 2011 mit allen Infos und Beitr&auml;gen der Teilnehmer</a></p>
<p style="color: white;">Web: <a href="http://www.lecker.de/rezepte/eurovision/rubrik-eurovision-song-contest/" target="_blank">Die besten Grand-Prix-Rezepte</a></p>
<p style="color: white;">Web: <a href="http://www.stern.de/kultur/musik/eurovision-song-contest/grand-prix-in-duesseldorf-50-fakten-zum-esc-1676663.html" target="_blank">50 Fakten zum Eurovision Song Contest (Stern Online)</a></p>
<p style="color: white;">Web: <a href="http://www.diggiloo.net/?2011" target="_blank">Die Lyrics aller 43 Teilnehmerlieder</a></p>
<p style="color: white;">Web: <a href="http://www.eurovisionresearch.net/" target="_blank">Das &#8220;Eurovision Research Network&#8221; online</a></p>
<p style="color: white;">Web:<a href="http://wissen.dradio.de/esc-die-wissenschaft-vom-eurovision-song-contest.40.de.html?dram:article_id=10106&amp;sid=" target="_blank"> Beitrag &uuml;ber die Fachtagung &#8220;Der ESC als TV-Event&#8221; (dradio Wissen)</a><a href="http://wissen.dradio.de/esc-die-wissenschaft-vom-eurovision-song-contest.40.de.html?dram:article_id=10106&amp;sid=#"><br />
</a></p>
</div>


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		<item>
		<title>Lesung mit Bratkartoffeln</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/07/05/2011/lesung-mit-bratkartoffeln/</link>
		<comments>http://www.pflichtlektuere.com/07/05/2011/lesung-mit-bratkartoffeln/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 07 May 2011 14:10:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Brenker</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Dortmund]]></category>

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		<category><![CDATA[Theater im Depot]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Regisseur, Autor und Schauspieler Rolf Dennemann bezeichnet sich selbst als "professionellen Einwohner des Ruhrgebiets". Er hat viel zu erz&#228;hlen und wir haben ihm einen Abend lang zugeh&#246;rt.


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><strong></strong></div>
<p><strong>Rolf Dennemann ist vieles: Regisseur, Schauspieler, Autor, Blogger, Festivalleiter und – wie er selbst sagt –„professioneller Einwohner des Ruhrgebiets“. Er hat einiges zu erz&auml;hlen und pflichtlekt&uuml;re-Autorin Elisabeth Brenker hat einen Abend mit ihm verbracht.</strong></p>
<div id="attachment_59277" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-59277" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/05/dennemann-liest-ubers-essen-300x209.jpg" alt="Dennemann liest &uuml;ber's Essen." width="300" height="209" /><p class="wp-caption-text">Dennemann liest &uuml;ber&#39;s Essen. Foto: Elisabeth Brenker</p></div>
<p><strong>Samstag, 30. April 2011 - 18:30 Uhr</strong></p>
<p>Rolf Dennemann sitzt in der Depothek und trinkt einen Kaffee. Ich setze mich dazu. Dennemann be&auml;ugt meine beiden Kameras und das Aufnahmeger&auml;t: &#8220;Was wird das denn gro&szlig;es?&#8221;, fragt er. &#8220;Nur ein Gespr&auml;ch&#8221;, versichere ich und schalte das Aufnahmeger&auml;t ein.</p>
<p><strong>18:35 Uhr</strong></p>
<p>Erstes Thema: Na klar, Fu&szlig;ball. &#8220;Ist man in dieser Stadt jetzt also tats&auml;chlich Meister&#8221;, sagt Dennemann und fragt dann: &#8220;Wem muss man denn jetzt alles gratulieren?&#8221; Innerlich immer noch im Freudentaumel, antworte ich:  &#8220;Im Zweifelsfall jedem.&#8221; Dennemann erz&auml;hlt: &#8220;Gerade habe ich drinnen einem Techniker gratulieren wollen und was ist? Der ist Schalker.&#8221; Ich habe ehrlich Mitleid, bis Dennemann fortf&auml;hrt: &#8220;Und der Witz ist: Ich bin ja auch so einer.&#8221; Aha! So l&auml;uft der Hase. Toller Start.</p>
<p><strong>18:45 Uhr</strong></p>
<p>Reden wir &uuml;ber das, was heute Abend noch bevorsteht: Rolf Dennemann wird im Theater im Depot eine Lesung halten. &#8220;Bratkartoffeln mit Speck – Dman’s Erinnerungen an Lebensmittel&#8221; ist Titel der Leseperformance. Essen also. Warum blo&szlig;? &#8220;Ich finde das ganz naheliegend&#8221;, erkl&auml;rt der K&uuml;nstler: &#8220;Es gibt weniges sonst, was der Mensch drei mal am Tag macht.&#8221; Oft erinnere man sich am besten an das, was man gegessen hat. Besser manchmal, als an das, was man erlebt hat. Dennemann erinnert sich gerne: &#8220;Je l&auml;nger etwas her ist, desto kurioser wird es oft&#8221;, sagt er. Eine Vorwarnung f&uuml;r den Abend?</p>
<div id="attachment_58623" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/05/p1020519.jpg"><img class="size-medium wp-image-58623" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/05/p1020519-300x209.jpg" alt="&quot;Bratkartoffeln mit Speck - Dman's Erinnerungen an Lebensmittel&quot; - Schon der Flyer ist appetitlich. Foto: Elisabeth Brenker" width="300" height="209" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Bratkartoffeln mit Speck - Dman&#39;s Erinnerungen an Lebensmittel&quot; - Schon der Flyer ist appetitlich. Foto: Elisabeth Brenker</p></div>
<p><strong>19:00 Uhr</strong></p>
<p>Eine Stunde vor dem Auftritt. Wie bereitet man sich jetzt vor? &#8220;Vor der Lesung ist immer die gleiche Mischung aus Freude und Angst&#8221;, sagt Dennemann: &#8220;Die Angst kann ich nicht verhindern. Ich denke dann: &#8216;Da kommen gleich Menschen, die wollen mich scheitern sehen.&#8217; Dabei ist das nat&uuml;rlich falsch. Die Leute haben bezahlt, damit sie kommen k&ouml;nnen. Die wollen ganz bestimmt nicht, dass ich scheitere. Au&szlig;er vielleicht Kollegen.&#8221;</p>
<p><strong>19:10 Uhr</strong></p>
<p>Wir sind in der gro&szlig;en Halle des Depots und sitzen an einem kleinen Cafétisch, Dennemann raucht, aus dem Theater schallt bereits Musik. Ich frage nach seinem Bezug zum Ruhrgebiet. Er sagt: &#8220;Ich bin professioneller Einwohner. Ich wurde hier geboren und bin immer noch hier. Allerdings muss ich aber hin und wieder weg, um festzustellen, wie es ist, wenn man hier ist.&#8221; Ich frage ihn: &#8220;Und wie ist es wenn man hier ist?&#8221;Die schnelle Antwort: &#8220;Ern&uuml;chternd!&#8221; Das klingt hart. Dennemann sagt: &#8220;Ich bin nach au&szlig;en hin ein Lokalpatriot, intern wei&szlig; ich aber, dass diese Region ein gro&szlig;er Schlamassel ist.&#8221; Ich will wissen, was ihm am meisten am Ruhrgebiet fehlt, wenn er weg ist. &#8221; Die Erdverbindung, das Bodenst&auml;ndige. Und mein Bett.&#8221; Es ist ein gro&szlig;es Bett, stellt er klar.</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.pflichtlektuere.com/07/05/2011/lesung-mit-bratkartoffeln/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p><strong>19:20 Uhr</strong></p>
<p>Irgendwie sind wir abgeschweift. Sind auf andere Regionen zu sprechen gekommen, die vergleichbar sind mit dem Ruhrgebiet. &#8220;Es gibt viele Standorte in Europa, die &auml;hnliche Entwicklungen haben&#8221;, sagt Dennemann: &#8220;Die alte Industrie verschwindet und dann wissen manche nicht mit der neuen Situation umzugehen, andere wissen’s.&#8221; In Liverpool zum Beispiel sind die ganzen alten Docks umgebaut worden. &#8220;F&uuml;r Kreativwirtschaft&#8221;, sagt Dennemann und lacht.</p>
<p><strong>19:27 Uhr</strong></p>
<p>Rolf Dennemann ist wohl das, was man im Allgemeinen als &#8220;Kulturschaffenden&#8221; bezeichnet. Er ist Schauspieler (<em>Manta Manta</em>, <em>Solino</em>, <em>Lindenstra&szlig;e</em>), Regisseur, Festivalleiter, Autor, Blogger und Mitbegr&uuml;nder des artscenico e.V., einem Verein zur F&ouml;rderung internationaler kultureller Begegnungen. Ich frage: &#8220;Welche dieser ganzen T&auml;tigkeiten liegt Ihnen am meisten am Herzen?&#8221; Dennemann antwortet nach etwas Bedenkzeit: &#8220;Das wechselt dauernd. Wenn wir etwas machen, dann meistens f&uuml;r normale Menschen in einem unkomplizierten Zusammenhang. Kein dunkler Raum, wo alle in eine Richtung gucken. Und dann freue ich mich, wenn das, was wir tun, die Menschen tief ber&uuml;hrt.&#8221;</p>
<div id="attachment_58781" class="wp-caption alignleft" style="width: 255px"><img class="size-medium wp-image-58781" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/05/dennemann-beim-public-thinking-245x300.jpg" alt="Beim Public Thinking gab Rolf Dennemann das Kommando zum Losdenken. Foto:artscenico" width="245" height="300" /><p class="wp-caption-text">Beim Public Thinking gab Rolf Dennemann das Kommando zum Losdenken. Foto:artscenico</p></div>
<p>Dieser &#8220;dunkle Raum, wo alle nur ein eine Richtung gucken&#8221; scheint Dennemann nicht besonders lieb zu sein. Seit 20 Jahren geht er mit seinen Projekten in den &ouml;ffentlichen Raum und nicht ins Theater. &#8220;Zehn Jahre lang hat es keiner bemerkt, jetzt macht es jeder&#8221;, stellt Dennemann fest. Was sind die Gr&uuml;nde daf&uuml;r Kunst im &ouml;ffentlichen Raum machen zu wollen?</p>
<p>&#8220;In der Luft, also in gro&szlig;en R&auml;umen, kann ich einfach besser atmen und denken&#8221;, erkl&auml;rt Dennemann. Er erz&auml;hlt von einem Projekt, das er gerne h&auml;ufiger wiederholen w&uuml;rde: Public Thinking. Leute werden irgendwohin eingeladen &ouml;ffentlich nachzudenken. Die Themen sind frei w&auml;hlbar. Auf Dennemanns Kommando beginnen alle zu denken – f&uuml;r f&uuml;nf Minuten. &#8220;Das ist toller, als man sich das vorstellt&#8221;, sagt er.</p>
<p><strong>19:35 Uhr</strong></p>
<p>Das Gespr&auml;ch ist kurz unterbrochen worden durch die Ankunft des Tontechnikers. Dennemann hat ihn dar&uuml;ber informiert, dass er am heutigen Abend ein komplettes Kapitel streichen werde. Es gef&auml;llt ihm einfach nicht mehr.</p>
<p>Wir waren beim &ouml;ffentlichen Raum. Wie komme ich jetzt zum Essen? Dennemann hilft mir auf die Spr&uuml;nge: &#8220;&Uuml;ber &ouml;ffentliches Essen. &Ouml;ffentliches Essen findet jeden Tag, hundertmillionenfach auf den Stra&szlig;en statt. Wenn man sich an den Markt stellt und zuguckt, wie die Leute sich im Vorbeigehen die Bratw&uuml;rste in den Mund stopfen und anderes Zeugs, dann ist das nicht f&ouml;rderlich f&uuml;r den Appetit.&#8221; Er selbst isst auch mal gerne eine Bratwurst in der &Ouml;ffentlichkeit. &#8220;Am liebsten w&uuml;rde ich aber B&uuml;tterken essen, die kann man hier nur nicht kaufen.&#8221;</p>
<p>[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.pflichtlektuere.com/07/05/2011/lesung-mit-bratkartoffeln/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<p>Da war er wieder, dieser Ruhrpottdialekt. B&uuml;tterken? Dat sacht do’ sons’ nur Omma! Dennemann hat den Dialekt sogar in seinem Schauspieler-Profil als Fakt aufgelistet. Gleich unter Alter, Gr&ouml;&szlig;e und Gewicht. Ob er nie Angst gehabt h&auml;tte, in die Ruhri-Schublade gesteckt zu werden, frage ich ihn. &#8220;Nein&#8221;, sagt er: &#8220;Es ist Gl&uuml;ck, wenn man mal einen Drehtag bekommt oder mehr. Und, dass es dann bei mir erst immer Penner waren oder Trinker, das lag an meinem &Auml;u&szlig;eren. So werden kleinere Rollen eben besetzt. Macht mir nix. Ich wei&szlig; ja, wie ich aussehe.&#8221;</p>
<p><strong>19:40 Uhr</strong></p>
<p>Es wird Zeit: Um acht Uhr ist Einlass und Rolf Dennemann macht sich bereit f&uuml;r den Auftritt. Viele sind nicht gekommen, aber das ist nicht schlimm.</p>
<p><strong>20:30 Uhr</strong></p>
<div id="attachment_58598" class="wp-caption alignright" style="width: 250px"><strong><img class="size-medium wp-image-58598" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2011/05/bratkartoffeln-187x300.jpg" alt="Nach der Lesung bekommt auch Rolf Denneman etwas von den frischen Bratkartoffeln. Foto: Elisabeth Brenker" width="240" height="314" /></strong><p class="wp-caption-text">Nach der Lesung gibt es Bratkartoffeln. Foto: Elisabeth Brenker</p></div>
<p>Dennemann liest, w&auml;hrend auf der B&uuml;hne neben ihm Bratkartoffeln zubereitet werden. „Damit man Freude hat zum Ende hin“, hatte er gesagt und eine Dame aus dem Publikum mit der Live-Zubereitung betraut.</p>
<p>Dennemann erinnert sich. An seinen Nuckel, die „Beruhigungsfalle“, die ihn als Kind vom essen abgehalten hat. An &#8220;Ommas&#8221; Schokoladensuppe, deren Verzehr ihm fr&uuml;her wie eine „Jesuserfahrung“ vorkam. An Rosenkohl, dessen regelm&auml;&szlig;ige Zubereitung ihn an seinem Zuhause zweifeln lie&szlig;.</p>
<p>Mit tiefer Stimme erz&auml;hlt er ganze Reisen nach, blo&szlig; anhand einer Auflistung dessen, was er zu sich genommen hat. Er philosophiert &uuml;ber den Geschmack von Sperma, referiert &uuml;ber die menschliche Verdauung und zeigt Videos von tanzenden Froschschenkeln. Rollmops und royales Hochzeitsmen&uuml;, Lebertran und Leichenschmaus, B&uuml;tterken von Muttern und Burger in Aruba. Dennemann erz&auml;hlt viel und irgendwann ist man sich nicht mehr sicher, ob man jemals wieder Appetit haben wird.</p>
<p><strong>22:20</strong></p>
<p>Die frischen Bratkartoffeln haben dann doch zu gut geduftet. Sie waren k&ouml;stlich und ein perfekter Abschluss f&uuml;r diesen Abend.</p>


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		</item>
		<item>
		<title>Rebellion oder Rechenaufgabe? Stromkampf gegen RWE</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/30/06/2010/rebellion-oder-rechenaufgabe-stromkampf-gegen-rwe/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 07:48:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Brenker</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[aus dem labor]]></category>

		<category><![CDATA[campusmedien unter strom]]></category>

		<category><![CDATA[Energieriese]]></category>

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		<category><![CDATA[RWE]]></category>

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		<category><![CDATA[Stromrebellen]]></category>

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		<description><![CDATA[Im M&#252;nsterland haben sich acht Gemeinden zusammen getan, um den Energieriesen RWE aus ihrer Region zu vertreiben. Wir erkl&#228;ren euch ihren Plan und die Hintergr&#252;nde.


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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir befinden uns im Jahr 2010 nach Christus. Ganz Nordrhein-Westfalen wird von RWE beherrscht. Ganz Nordrhein-Westfalen? Nein, acht Gemeinden im Kreis Coesfeld haben sich zusammengeschlossen, um dem Energieriesen den Kampf anzusagen. Gemeinsam wollen sie RWE aus ihrem Gebiet vertreiben und die Stromversorgung ihrer B&uuml;rger selbst in die Hand nehmen. Aber wie? Das Protokoll einer Rebellion, die gar keine ist.</strong></p>
<div id="attachment_35514" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-35514" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/06/teaserbild_stromnetze-300x199.jpg" alt="195 000 Kilometer Stromnetz geh&ouml;ren der RWE. Foto: pixelio" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">196 000 Kilometer Stromnetz geh&ouml;ren der RWE. Foto: Thomas Max M&uuml;ller / pixelio.de</p></div>
<p>Das Deutsche Stromnetz ist insgesamt 1,7 Millionen Kilometer lang. Ganze 196 000 Kilometer davon geh&ouml;ren der RWE AG. Der zweitgr&ouml;&szlig;ten Energiekonzern Deutschlands mit Hauptsitz in Essen betreibt Verteilernetze auf einer Gesamtfl&auml;che von 51 000 Quadratkilometern. Zum Vergleich: Nordrhein-Westfalen hat eine Fl&auml;che von etwa 34 000 Quadratkilometern. Allein mit diesen Netzen machte das Unternehmen 5,6 Milliarden Euro Umsatz, denn als Betreiber kassierte es von den Stromlieferanten so genannte Netzentgelte f&uuml;r die Nutzung der Verteilernetze.</p>
<p>Auch die Verteilernetze der St&auml;dte Ascheberg, Billerbeck, Havixbeck, L&uuml;dinghausen, Nordkirchen, Olfen, Rosendahl und Senden geh&ouml;ren der RWE. Anfang der 1990er Jahre hatten die Gemeinden sogenannte Konzessionsvertr&auml;ge mit den Vereinigten Elektrizit&auml;tswerken Westfalen (VEW) abgeschlossen. Die Konzession ist das urspr&uuml;nglich kommunale Recht, das Stromnetz der Region zu betreiben. Mit Abschluss des Vertrages wurde dieses Recht und die Pflicht der Instandhaltung des Netzes an die VEW &uuml;bertragen.  Als Gegenleistung erhielten die Kommunen regelm&auml;&szlig;ige Abgaben des Unternehmens, das damals noch ein Konkurrent der RWE war. Ausgelegt waren die Vertr&auml;ge alle auf eine Laufzeit von 20 Jahren.</p>
<p><strong>In 20 Jahren hat sich auf dem Strommarkt viel getan</strong></p>
<p>Seit der Unterzeichnung hat sich Vieles ver&auml;ndert. 1998 verabschiedete der Deutsche Bundestag das Energiewirtschaftsgesetz, das festlegte, dass die Nutzung des Energienetzes kostenorientiert und diskriminierungsfrei vonstattengehen soll. Der Energiemarkt sollte so liberalisiert werden. Jedoch vers&auml;umte der Gesetzgeber damals eine Stelle einzurichten, die die Kostenentwicklung auf dem Energiemarkt reguliert und kontrolliert. Erst 2005 wurde die Bundesnetzagentur (BNetzA) gegr&uuml;ndet, die heute die Grenzen der Netzentgelte festlegt und kontrolliert. Von dieser jahrelang existierenden L&uuml;cke im System profitierten vor allem die gro&szlig;en Konzerne: RWE, Eon, EnBW und Vattenfall hatten schon damals das komplette deutsche Hochspannungsnetz in ihrer Hand. Sie konnten nach der Liberalisierung mehr oder weniger ungest&ouml;rt die Preise steuern. Das hatte nicht nur zur Folge, dass die Stromkosten in Deutschland vergleichsweise hoch ausfielen, sondern zwang auch viele kleinere Unternehmen zur Gesch&auml;ftsaufgabe. RWE kaufte sich in immer mehr Ortsnetze ein und vergr&ouml;&szlig;erte so stetig den Einfluss auf den nordrhein-westf&auml;lischen Strommarkt. Im Jahre 2000 fusionierte die RWE mit der VEW und schluckte damit nicht nur den gr&ouml;&szlig;ten Konkurrenten in NRW, sondern auch die Verteilernetze jener acht Gemeinden, die sich nun aufmachen den Energieriesen zu bek&auml;mpfen.</p>
<div id="attachment_35515" class="wp-caption alignleft" style="width: 219px"><img class="size-thumbnail wp-image-35515" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/06/laterne-250x250.jpg" alt="Noch geh&ouml;ren Olfens Laternen der RWE, aber der Weg in die Freiheit ist nicht mehr weit. Foto: pixelio" width="209" height="209" /><p class="wp-caption-text">Auch Olfens Laternen sind ein Streitpunkt. Foto: Rolf Handke / pixelio.de</p></div>
<p>Denn mittlerweile sind 20 Jahre vergangen und die Konzessionsvertr&auml;ge der Gemeinden laufen bis 2013 alle aus. Es ist h&ouml;chste Zeit, sich etwas Neues einfallen zu lassen, denn die M&uuml;nsterl&auml;nder sind unzufrieden mit RWE. Olfens B&uuml;rgermeister Josef Himmelmann macht das an einem Beispiel deutlich: die Laternen der Stadt. &#8220;Unserer Meinung nach, ist deren Instandhaltung durch RWE nicht mehr zeitgem&auml;&szlig; und &uuml;berteuert&#8221;, sagt der CDU-Mann. Doch als man den Konzern darauf hinwies und Verbesserungsvorschl&auml;ge machen wollte, war dieser zu keinem Gespr&auml;ch bereit. Ein altes Problem: &#8220;F&uuml;r gro&szlig;e Unternehmen lohnt sich eine Investition in eine Kleinstadt in l&auml;ndlicher Umgebung, wie Olfen es ist, einfach nicht&#8221;, klagt Himmelmann. Die B&uuml;rgermeister der Umgebung sind daran gew&ouml;hnt, nicht ernst genommen zu werden.</p>
<p><strong>Gemeinsam f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit</strong></p>
<p>Doch damit soll jetzt Schluss sein. Gemeinsam hat man einen Masterplan ausget&uuml;ftelt, der endlich Unabh&auml;ngigkeit und Eigenst&auml;ndigkeit verspricht. Eine eigene Gesellschaft mit dem Arbeitstitel &#8220;M&uuml;nsterland Netzbetriebsgesellschaft mbH &amp; Co.KG&#8221; soll gegr&uuml;ndet werden und nach und nach die Netze der acht Gemeinden &uuml;bernehmen. Dazu m&uuml;ssen die Kommunen einfach nur die Stromkonzessionen an sich selbst vergeben und dem bisherigen Netzbetreiber – also RWE – eine Abfindung zahlen. Wie hoch diese ausfallen wird, steht noch nicht fest und RWE will sich zu den laufenden Verhandlungen auch nicht &auml;u&szlig;ern. Nachdem die Gemeinden diese Abfindung gezahlt haben, ist RWE raus aus dem Gesch&auml;ft und die M&uuml;nsterl&auml;nder sind unabh&auml;ngig.</p>
<p>Also tats&auml;chlich eine Rebellion? &#8220;Ich sehe darin nichts Rebellisches&#8221;, sagt Himmelmann. Ein Vertrag l&auml;uft aus und er als B&uuml;rgermeister muss sich Gedanken machen, wie es weiter geht. Als &#8220;vision&auml;r&#8221; w&uuml;rde er das Vorhaben eher bezeichnen. Und tats&auml;chlich liegen die acht Gemeinden voll im Trend. &#8220;Wir beobachten, dass mit Auslaufen der bestehenden Konzessionsvertr&auml;ge viele Kommunen dar&uuml;ber nachdenken, die Netzbetreibung selbst zu &uuml;bernehmen&#8221;, sagt Rainer Warnecke von der Bundesnetzagentur. &#8220;Rekommunalisierung&#8221; nennt sich dieser Prozess der zurzeit in zu sein scheint. &#8220;Fr&uuml;her forderten immer alle &#8216;Privatisierung, Privatisierung!&#8217; Heute scheint die Tendenz wieder in die andere Richtung zu gehen&#8221;, sagt Warnecke. Er pers&ouml;nlich ist der Meinung, dass so ein Schritt gut &uuml;berlegt sein sollte: &#8220;Die Kommunen sollten in diesem Fall nicht aus ideologischen Gesichtspunkten handeln, sondern ganz rational ausrechnen, was wirtschaftlicher f&uuml;r den B&uuml;rger ist.&#8221;</p>
<p>Das haben Himmelmann und Co. gemacht und sind &uuml;berzeugt, dass ihre Rechnung aufgeht. &#8220;Wir werden in der Stromversorgung eigenst&auml;ndiger, sicherer und flexibler&#8221;, sagt der B&uuml;rgermeister von Olfen. Seiner Meinung nach haben Stromnetze eine dienende Funktion f&uuml;r die B&uuml;rger und deshalb sollte die Region auch selbst entscheiden k&ouml;nnen, wie sie gebaut und genutzt werden. Au&szlig;erdem wollen die M&uuml;nsterl&auml;nder auf neue Wege der Energiegewinnung setzen, f&uuml;r die ihre Region die besten Voraussetzungen bietet. Die Produktion von Biogas ist solch eine M&ouml;glichkeit. Im Grunde ben&ouml;tigt man hier zur Energiegewinnung nur Mais, G&uuml;lle, Gras, eben alles, was die Felder so hergeben – und davon gibt es reichlich in Olfens Umgebung.</p>
<p><strong>Mit erneuerbaren Energien in die Zukunft</strong></p>
<div id="attachment_35513" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><img class="size-thumbnail wp-image-35513" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/06/rwe_tower_essen-250x250.jpg" alt="Der RWE-Tower in Essen. Foto: pixelio" width="250" height="250" /><p class="wp-caption-text">Der RWE-Tower in Essen. Foto: Sascha Lehmann / pixelio.de</p></div>
<p>Eine Biogasanlage wird in Olfen derzeit bereits gebaut. Bauer Michael Tenkhoff hatte die Anlage urspr&uuml;nglich geplant, um die Zukunft seines Sohnes zu sichern. Dass das Projekt jetzt so gut in den Plan seines B&uuml;rgermeisters passt, findet er gut: &#8220;Wenn das alles klappt, ist das eine sch&ouml;ne Idee vom Himmelmann&#8221;, sagt Tenkhoff. Er wei&szlig;, dass durch intelligente Selbstversorgung und die Investition in erneuerbare Energien nicht nur viel Geld, sondern auch viel CO2 gespart werden kann. Neben weiteren Biogasanlagen ist n&auml;mlich auch die Gewinnung von Energie durch Windkraft geplant. Die Region wird so wom&ouml;glich viel umweltfreundlicher, als RWE es jemals erm&ouml;glicht h&auml;tte. Denn obwohl der Konzern in seiner Werbekampagne ein Image vom liebevollen Energieriesen erschaffen will, der gem&uuml;tlich Windr&auml;der aufstellt, Wasserkraftwerke installiert und B&auml;ume pflanzt, sagen die Zahlen etwas ganz anderes: Laut Greenpeace betrug der Anteil von erneuerbaren Energien in der Stromproduktion von RWE im Jahr 2008 nur 2 Prozent.</p>
<p>Michael Tenkhoff ist nicht der Einzige, dem der gro&szlig;e Plan von Himmelmann und seinen Kollegen gef&auml;llt. &#8220;Das Ganze ist eine sehr popul&auml;re Angelegenheit&#8221;, sagt der B&uuml;rgermeister und wei&szlig;, dass er und die anderen sich der Unterst&uuml;tzung der rund 120 000 Einwohner in der Region sicher sein kann. Es geht also geschlossen gegen den Riesen.</p>
<p>Das Campusfernsehen do1 &uuml;ber den Kampf gegen RWE im M&uuml;nsterland:</p>
<p style="text-align: center;">[Im Feed kann dieses Video nicht angezeigt werden.<a href="http://www.pflichtlektuere.com/30/06/2010/rebellion-oder-rechenaufgabe-stromkampf-gegen-rwe/">Klicke zum Blogeintrag um das Video anzusehen.]</a></p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>Mehr zum Thema</strong></p>
<p style="color: white;">Im Kino macht RWE Werbung mit dem Energieriesen. Wer den Spot noch nicht kennt, kann ihn sich<strong><span style="text-decoration: underline;"> <a href="http://www.thomson-webcast.net/de/dispatching/?event_id=63770356a1905d1885dcdaccaaaf95a7&amp;portal_id=8ea4456ce4e97653f736a80ac030a1e9&amp;language=de" target="_blank">hier</a> </span></strong>ansehen.</p>
<p style="color: white;">Und die klare Antwort von Greenpeace gibt es<span style="text-decoration: underline;"><strong> <a href="http://www.youtube.com/watch?v=xZFGYG7acz4" target="_blank">hier</a> </strong></span>zu sehen.</p>
<p style="color: white;"><strong>Campusmedien unter Strom: </strong></p>
<p style="color: white;">Mehr Beitr&auml;ge zum Thema Stromkampf im M&uuml;nsterland:</p>
<p style="color: white;">- in Bild und Ton beim Campusfernsehen <strong><span style="text-decoration: underline;"> <a href="http://www.do1-tv.de/" target="_blank">Do1</a></span></strong></p>
<p style="color: white;">- Radiobeitr&auml;ge zum Thema Strom gibt es als Podcasts bei <span style="text-decoration: underline;"><strong><a href="http://www.eldoradio.de/podcast/podcast.php?sel=sendung&amp;idx=25" target="_blank">eldoradio*</a></strong></span></p>
</div>


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		</item>
		<item>
		<title>Wenn die Spannung zu gro&#223; wird: Herzinfarktrisiko beim Fu&#223;ballgucken</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/26/06/2010/wenn-die-spannung-zu-grosz-wird-herzinfarktrisiko-beim-fuszballgucken/</link>
		<comments>http://www.pflichtlektuere.com/26/06/2010/wenn-die-spannung-zu-grosz-wird-herzinfarktrisiko-beim-fuszballgucken/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 08:15:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Brenker</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[wm-special]]></category>

		<category><![CDATA[Fußball]]></category>

		<category><![CDATA[Fußballschauen]]></category>

		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>

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		<category><![CDATA[Herzinfarkt]]></category>

		<category><![CDATA[Spannung]]></category>

		<category><![CDATA[WM]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Deutschland spielt, rutscht einem das Herz &#246;fters mal in die Hose. Aber was, wenn es danach nicht mehr richtig weiterschl&#228;gt? Eine Studie belegt, dass Fu&#223;ballgucken das Herzinfarktrisiko drastisch erh&#246;ht.


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Deutschland spielt gegen Ghana um den Einzug ins Achtelfinale. Wir schreiben die 26. Minute: Mesut &Ouml;zil hat gerade eine Gro&szlig;chance vergeben, da bekommt Ghana auf der Gegenseite einen Ecksto&szlig;. Asamoah flankt in die Mitte, Neuer greift voll am Ball vorbei, Phillip Lahm rettet auf der Linie.</strong></p>
<div id="attachment_35413" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-35413" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/06/teaserbild_wm_herzinfarkt-300x199.jpg" alt="W&auml;hrend eines Fu&szlig;ballspiels gilt f&uuml;r Rettungsdienst und Kardiologie h&ouml;chste Alarmbereitschaft. Foto: pixelio" width="300" height="199" /><p class="wp-caption-text">W&auml;hrend eines Fu&szlig;ballspiels gilt f&uuml;r Rettungsdienst und Kardiologie h&ouml;chste Alarmbereitschaft. Foto: Arno Bachert /pixelio</p></div>
<p>Es gibt Momente im Fu&szlig;ball, da bleibt einem das Herz stehen. Jeder Fan kennt dieses Gef&uuml;hl, wenn der K&ouml;rper in kurzer Schockstarre verharrt, bevor das Gehirn die Geschehnisse auf dem Platz verarbeitet hat und sich gro&szlig;e Erleichterung oder tiefe Entt&auml;uschung ausbreitet. In diesem Fall zum Gl&uuml;ck Ersteres.<span style="font-family: Arial; font-size: x-small;"><br />
</span></p>
<p>&#8220;Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten&#8221;, hat Sepp Herberger einmal haarscharf analysiert und in diesen 90 Minuten erleben Fans so manches Auf und Ab. Besonders Spiele, bei denen es um etwas geht, rufen gro&szlig;en emotionalen Stress hervor. Und bei der WM gibt es fast nur Spiele dieser Sorte.</p>
<p><strong>Steigendes Herzinfarktrisiko</strong></p>
<p>Aber kann solch emotionaler Stress gef&auml;hrlich f&uuml;r die Gesundheit werden? Eine Studie, die im Rahmen der WM 2006 durchgef&uuml;hrt wurde, zeigt, dass emotionaler Stress w&auml;hrend eines Fu&szlig;ballspiels Herzprobleme verursachen kann. Forscher der Uniklinik M&uuml;nchen haben &uuml;ber den Zeitraum der Weltmeisterschaft rund um M&uuml;nchen und in den Stadien alle klinisch relevanten Ereignisse registriert, die das Herz- und Gef&auml;&szlig;system betrafen. Dazu geh&ouml;rten Herzrhythmusst&ouml;rungen, notwendige Reanimationen oder auch Herzinfarkte. Diese Daten verglichen die Spezialisten mit Daten aus demselben Zeitraum der vorangegangenen Jahren. Das Ergebnis ist deutlich: An Spieltagen mit deutscher Spielbeteiligung war die Anzahl der Zwischenf&auml;lle dreimal so hoch wie der Durchschnitt. Vor allem M&auml;nner mit vorher bekannten Herzproblemen mussten h&auml;ufiger behandelt werden.</p>
<p>&Uuml;berraschend war dieses Ergebnis nicht. &#8220;Es gab bereits vorher Studien, die zeigen, dass das Risiko von Herzinfarkten in Stresssituationen steigt&#8221;, erkl&auml;rt Dr. med. Jochen M&uuml;ller-Ehmsen, Oberarzt in der Kardiologie der Uniklinik K&ouml;ln. So belegte bereits in den 1990er Jahren eine Studie das erh&ouml;hte Herzinfarktvorkommen im Zusammenhang mit einem schweren Erdbeben in Los Angeles. &#8220;Erstaunlich ist jedoch, dass auch ein vermeintlich harmloser, allt&auml;glicher Stress, wie er beim Fu&szlig;ballgucken vorkommt, zum Infarkt f&uuml;hren kann&#8221;, sagt M&uuml;ller-Ehmsen. Und er stellt fest, dass sich das Ergebnis der M&uuml;nchener bei der laufenden WM zu best&auml;tigen scheint: &#8220;Einer unserer Patienten erlitt einen Infarkt unmittelbar nachdem Lukas Podolski den Elfmeter gegen Serbien verschossen hatte.&#8221;</p>
<p><strong>Fu&szlig;ballgucken ist &#8220;nicht unrisikoreich&#8221;</strong></p>
<p>Ist der psychische Stress w&auml;hrend eines Fu&szlig;ballspieles also so gro&szlig;, dass das einfache Zugucken ein gesundheitliches Risiko darstellt? Um es mit Karl-Heinz Rummenigges Worten zu sagen: Es ist zumindest &#8220;nicht unrisikoreich&#8221;. &#8220;Vor allem Herzpatienten sollten vorsichtig sein&#8221;, warnt der Experte M&uuml;ller-Ehmsen. Neben emotionalem Stress erh&ouml;hen auch das Rumsitzen auf der Couch und fettiges Essen das Infarktrisiko. Menschen mit bekannten Herzbeschwerden sollten deshalb besser auf das traditionelle Nervenberuhigungsmittel Currywurst-Pommes verzichten.</p>
<p>Doch auch gesunde Herzen machen w&auml;hrend eines WM-Spiels einiges mit. Dr. M&uuml;ller-Ehmsen hat das am eigenen Leib getestet: W&auml;hrend des Viertelfinalspieles 2006 Deutschland gegen Argentinien machte er bei sich selbst ein Langzeit-EKG und sah seine Herzfrequenz im Laufe des Spiels kontinuierlich steigen. &#8220;Beim Elfmeterschie&szlig;en war ich bei einer Frequenz von 110 angelangt.&#8221; Die Gefahr eines tats&auml;chlichen Infarkts ist bei Herzgesunden jedoch nicht gegeben.</p>
<p>Trotzdem tut jeder seiner Gesundheit einen Gefallen, wenn er sich vom K&ouml;nig Fu&szlig;ball nicht zu sehr stressen l&auml;sst. Dabei hilft wohl am besten ein alter Trick: Einfach immer daran denken, dass es am Ende eben doch nur Fu&szlig;ball ist; wie Gary Lineker nach Englands Halbfinal-Aus gegen uns bei der WM 1990 feststellte: &#8220;Ein Spiel von 22 Leuten, die rumlaufen und den Ball spielen. Und am Ende gewinnt immer Deutschland.&#8221; Wenn das keine beruhigenden Aussichten f&uuml;r das Achtelfinale sind.</p>


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		</item>
		<item>
		<title>Heulerei und Fremdgeknutsche – die Gef&#252;hlswelten der Fu&#223;ballfans</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/23/06/2010/heulerei-und-fremdgeknutsche-die-gefuehlswelten-der-fuszballfans/</link>
		<comments>http://www.pflichtlektuere.com/23/06/2010/heulerei-und-fremdgeknutsche-die-gefuehlswelten-der-fuszballfans/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 03:06:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Brenker</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[wm-special]]></category>

		<category><![CDATA[Deutsche]]></category>

		<category><![CDATA[Fans]]></category>

		<category><![CDATA[Fußball]]></category>

		<category><![CDATA[Heulsusen]]></category>

		<category><![CDATA[Oxford]]></category>

		<category><![CDATA[Studie]]></category>

		<category><![CDATA[WM]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.pflichtlektuere.com/?p=32065</guid>
		<description><![CDATA[Gro&#223;e Jungs weinen nicht? Beim Fu&#223;ball sieht das ganz anders aus. Schlimm genug? Eine Studie zeigt jetzt: Wir Deutschen geh&#246;ren zu den gr&#246;&#223;ten Heulsusen! 


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_32620" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-large wp-image-32620" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/06/heulsuse-600x600.jpg" alt="heulsuse" width="300" height="300" /><p class="wp-caption-text">Wenn es um Fu&szlig;ball geht, verdr&uuml;ckt so mancher Fan auch mal ein Tr&auml;nchen. foto: Elisabeth Brenker</p></div>
<p>Gro&szlig;e Jungs weinen nicht? Beim Fu&szlig;ball sieht das ganz anders aus. Laut einer Studie des Social Issues Research Centre (SIRC) in Oxford gestehen zwei Drittel der europ&auml;ischen Fu&szlig;ball Fans: &#8220;Ich habe schon mal w&auml;hrend eines Fu&szlig;ballspiels geweint.&#8221; Und jetzt der n&auml;chste Klopper: Wir Deutschen geh&ouml;ren zu den gr&ouml;&szlig;ten Heulsusen. Nur die Portugiesen flennen mehr.</p>
<p>Fu&szlig;ball ist Leidenschaft und Fansein bedeutet Hingabe. Wie der &#8220;Football Passions Report&#8221; des SIRC zeigt, w&uuml;rden fast alle deutschen Fu&szlig;ballfans diesen Satz unterschreiben. Da wundert man sich auch nicht mehr &uuml;ber regelm&auml;&szlig;ige Gef&uuml;hlsausbr&uuml;che w&auml;hrend des Rudelguckens. Ganze 93 Prozent der Deutschen haben dabei schon mal einen Wildfremden umarmt oder gar gek&uuml;sst. Diese emotionale Ausgelassenheit liegt daran, dass Fans sich beim Fu&szlig;ball richtig gehen lassen k&ouml;nnen. &#8220;Beim Fu&szlig;ball bist du keinen Zw&auml;ngen unterlegen. Du bist v&ouml;llig frei, v&ouml;llig losgel&ouml;st. Das was man w&auml;hrend der Woche aufgestaut hat, kann man raus schreien. Man kann den t&auml;glichen Druck loswerden&#8221;, erkl&auml;rt einer der befragten Fans.</p>
<p>Insgesamt haben die Forscher aus Oxford in 18 europ&auml;ischen L&auml;ndern Fans befragt, beobachtet und getestet. So wurden zum Beispiel Herzfrequenzen w&auml;hrend wichtiger Spiele des Lieblingsvereins gemessen oder Diskussionen &uuml;ber die Bedeutung des Fanseins gef&uuml;hrt und aufgezeichnet. Herausgekommen ist, dass es einige Unterschiede gibt, was f&uuml;r die Fans verschiedener Nationen das Fansein ausmacht. D&auml;nen und Holl&auml;nder weinen am seltensten und zeigen generell weniger Emotionen. F&uuml;r die meisten Ungarn ist die Atmosph&auml;re im Stadion wichtiger als das Spiel an sich. Viele Portugiesen sehen im Fu&szlig;ball eine Art Religion und fast alle Spanier gehen vor, w&auml;hrend und nach dem Spiel festen Ritualen nach.</p>
<p>Gleichzeitig macht die Studie aber auch deutlich, dass sich Europ&auml;er in vielen Dingen einig sind, wenn es um Fu&szlig;ball geht. So sind &uuml;ber 80 Prozent aller Befragten sicher, dass die Fans als &#8220;zw&ouml;lfter Mann&#8221; den Verlauf des Spiels ver&auml;ndern k&ouml;nnen.</p>
<div class="additionallinks">
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		<item>
		<title>Hepatitis - eine Weltkrankheit, von der keiner wei&#223;</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/19/05/2010/hepatitis-eine-weltkrankheit-von-der-keiner-weisz/</link>
		<comments>http://www.pflichtlektuere.com/19/05/2010/hepatitis-eine-weltkrankheit-von-der-keiner-weisz/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 19 May 2010 07:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Brenker</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[aktuell]]></category>

		<category><![CDATA[aus dem labor]]></category>

		<category><![CDATA[mitten im leben]]></category>

		<category><![CDATA[Claus Niederau]]></category>

		<category><![CDATA[Deutsche Leberhilfe]]></category>

		<category><![CDATA[Hepatitis]]></category>

		<category><![CDATA[Leber]]></category>

		<category><![CDATA[UDE]]></category>

		<category><![CDATA[Welt-Hepatitis-Tag]]></category>

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		<description><![CDATA[Weltweit sind mehr Menschen mit Hepatitis infiziert als mit HIV - trotzdem wissen wir kaum etwas &#252;ber diese Krankheit. Warum sich auch Anti-Alkoholiker infizieren und wie ihr euch sch&#252;tzen k&#246;nnt. 


Keine ähnlichen Beiträge bisher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong></strong></p>
<div id="attachment_29691" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-29691" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/05/teaserbild-hepatitis_by_margot-kessler_pixeliode-300x197.jpg" alt="Einmal mit Hepatitis infiziert, hilft nur noch regelm&auml;&szlig;ige Medikamenteneinnahme. foto: M. Kessler" width="300" height="197" /><p class="wp-caption-text">Wer sich infiziert hat, muss auf jeden Fall eine Menge Medikamente schlucken. Foto: pixelio</p></div>
<p><strong>Weltweit sind mehr Menschen mit Hepatitis infiziert als mit HIV - trotzdem wissen wir kaum etwas &uuml;ber diese Krankheit. Warum sich auch Anti-Alkoholiker infizieren und wie ihr euch sch&uuml;tzen k&ouml;nnt.<br />
</strong></p>
<p>„Hepatitis ist im Grunde nichts anderes als eine Leberentz&uuml;ndung“, erkl&auml;rt Prof. Dr. Claus Niederau vom Akademischen Lehrkrankenhaus der Uni Duisburg-Essen. „Sie wird durch Viren ausgel&ouml;st und kann, wenn sie nicht fr&uuml;h genug behandelt wird, chronisch werden und schwere Sp&auml;tfolgen mit sich bringen.“ Zu diesen Sp&auml;tfolgen z&auml;hlen sowohl Leberkrebs als auch Leberzirrhosen, also Vernarbungen, die die Leber sch&auml;digen. Und da sind wir auch schon beim Grundproblem: „Wir haben nur eine Leber und die hat unendlich viele Funktionen, ohne die wir nicht lebensf&auml;hig w&auml;ren“, sagt Prof. Niederau. Ist die Leber einmal kaputt, hilft daher meistens nur noch eine Transplantation.</p>
<p><strong>&#8220;Wir haben nun mal nur eine Leber&#8221;</strong></p>
<p>Es gibt drei verschiedene Hepatitis-Viren, die im Laufe der Jahrzehnte entdeckt wurden. Als erstes stie&szlig;en Forscher in den 1960er Jahren auf den B-Virus. Er ist durch Blut und K&ouml;rpersekrete &uuml;bertragbar, also auch beim Geschlechtsverkehr. Aus diesem Grund infizieren sich h&auml;ufig junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren mit dem Virus. „Wenn ich in ein gewisses Alter komme und mich mit einem festen Lebenspartner niedergelassen habe, ist das Risiko einer Ansteckung mit dem B-Virus viel geringer“, erkl&auml;rt Prof. Niederau. Wird Hepatitis B nicht fr&uuml;h genug behandelt, kann sie chronisch werden und ist dann unheilbar. Allerdings kann sie gut therapiert werden. Bei regelm&auml;&szlig;iger Medikamenteneinnahme kann die Krankheit auf null heruntergefahren werden und die Patienten k&ouml;nnen ein einigerma&szlig;en normales Leben f&uuml;hren.</p>
<p>Wenige Jahre nach dem B-Virus wurde der A-Virus entdeckt. Er ist der harmloseste der drei Viren, denn er kann zu keiner chronischen Erkrankung f&uuml;hren. Hepatitis A ist durch Nahrung &uuml;bertragbar, eine Infektion dauert in der Regel nur wenige Wochen. Weil Hepatitis A h&auml;ufiger in fremden L&auml;ndern vorkommt, sprechen Experten auch von einer „Reisekrankheit“.</p>
<p>Erst Ende der 1980er Jahre wurde auch der dritte Hepatitis-Virus, der C-Virus entdeckt. Er wird nur durch Blut &uuml;bertragen. Seine Entdeckung hatte zur Folge, dass seit 1990 alle Blutkonserven auf den Hepatitis-C-Virus kontrolliert werden. Alle, die in den Jahren davor Bluttransfusionen erhalten haben, z&auml;hlen daher zur Risikogruppe f&uuml;r Hepatitis C. Das f&uuml;hrt zu dem Problem, dass es eine unbekannte Menge an Altf&auml;llen gibt, die mit Hepatitis C infiziert sind, davon aber nichts wissen. Denn die Sp&auml;tfolgen von Hepatitis C treten oft erst 30 Jahre nach der Infektion auf. „Es ist damit zu rechnen, dass wir in ungef&auml;hr zehn Jahren eine Welle von Leberkrebserkrankungen und Leberzirrhosen erleben“, sagt Prof. Niederau. Dabei ist Hepatitis C im Gegensatz zu Hepatitis B in 50 % der F&auml;lle heilbar. Wenn der Virus fr&uuml;h genug entdeckt wird und die Patienten eine bis zu einem Jahr dauernde Therapie machen, die derzeit noch mit vielen Nebenwirkungen verbunden ist.</p>
<p><strong>Was kann ich tun, um eine Hepatitis-Infektion zu vermeiden?</strong></p>
<p>Um eine Hepatitis zu vermeiden, hilft vor allem eine wirksame Impfung. In Deutschland wird jeder bereits im Kleinkindalter gegen Hepatitis geimpft. Diese Impfung sollte in der Jugend noch einmal aufgefrischt werden. Bis zum 18. Lebensjahr wird die Hepatitis-Impfung von der Krankenkasse &uuml;bernommen. Ab dann kostet sie zwischen 80 und 100 Euro. Nur f&uuml;r Menschen, die Hepatitis-Risikogruppen angeh&ouml;ren, ist sie weiterhin kostenlos. Dazu z&auml;hlen vor allem Menschen, die im Gesundheitswesen t&auml;tig sind und demnach viel mit Blut in Ber&uuml;hrung kommen, Menschen, die oft ihre Geschlechtspartner wechseln, Menschen, die Drogen konsumieren und dazu Spritzbesteck benutzen und Menschen mit Migrationshintergrund aus L&auml;ndern, die niedrigere medizinische Standards haben als Deutschland. Bei Hepatitis B hilft au&szlig;erdem der Gebrauch von Kondomen, das Risiko einer Infektion beim Geschlechtsverkehr zu verringern.</p>
<p>Trotz der hohen Impfstandards leiden in Deutschland offiziell etwa 500.000 Menschen an Hepatitis B und noch einmal so viele an Hepatitis C. Allerdings gehen Experten wie Prof. Niederau davon aus, dass das nur 20 % der tats&auml;chlich Erkrankten sind. Die Dunkelziffer liegt weitaus h&ouml;her, denn viele Menschen haben Hepatitis, ohne es zu wissen. Das liegt vor allem daran, dass die Hepatitis im fr&uuml;hen Stadium selten zu auff&auml;lligen Symptomen f&uuml;hrt. Nur sehr selten haben Patienten Schmerzen. Eines der Hauptsymptome ist M&uuml;digkeit – und die kann auch viele andere Ursachen haben. „&Auml;rzte testen heutzutage immer noch viel zu selten auf Hepatitis“, sagt Prof. Niederau. Selbst wenn bei einem Bluttest die Leberwerte auff&auml;llig sind, tendieren viele Mediziner dazu, dem nicht weiter nachz gehen. „Trinken Sie mal ein, zwei Gl&auml;ser weniger, dann wird das schon wieder“, ist stattdessen ein gern gegebener Ratschlag. Dabei kostet ein Hepatitis-Test gerade einmal f&uuml;nf Euro.</p>
<p><strong>Hepatitis muss nichts mit Alkoholkonsum zu tun haben</strong></p>
<p>Aus diesem Grund h&auml;lt Prof. Niederau <a href="http://www.binichdienummer12.de/">den Welt-Hepatitis-Tag am 19. Mai</a> f&uuml;r extrem wichtig. Er soll f&uuml;r Aufkl&auml;rung sorgen und die &Ouml;ffentlichkeit auf Hepatitis aufmerksam machen. „Au&szlig;erdem m&uuml;ssen wir es schaffen Vorurteile gegen&uuml;ber Lebererkrankungen wie Hepatitis abzubauen.“ Vorurteile, die mit Drogen- und Alkoholmissbrauch zu tun haben. „Menschen, die ein Leberleiden haben, werden meist sofort in diese Ecke gestellt“, so Niederau. Dass Hepatitis eine Viruserkrankung ist, die auch Menschen treffen kann, die niemals Alkohol konsumiert haben, wissen viele nicht. Deshalb setzen die Organisatoren des Welt-Hepatitis-Tages auf Betroffene. Auf der offiziellen Homepage erz&auml;hlen viele Hepatitis-Patienten von ihren Erfahrungen mit der Krankheit. Menschen aus verschiedenen L&auml;ndern und Altersgruppen erz&auml;hlen dort ihre Geschichte und tragen so dazu bei, dass die &Ouml;ffentlichkeit mehr &uuml;ber Hepatitis erf&auml;hrt.</p>
<p>Aber nicht nur gesellschaftlich ist der Welt-Hepatitis-Tag von gro&szlig;er Bedeutung. Auch politisch k&ouml;nnte der 19. Mai 2010 zu einem wichtigen Datum werden. In Genf tagt n&auml;mlich die Weltgesundheitsorganisation und diskutiert eine Resolution, die Hepatitis als Weltproblem anerkennen w&uuml;rde. „Das w&auml;re ein echter Meilenstein“, sagt Ingo van Thiel von der Deutschen Leberhilfe e.V. Weltweit sind derzeit etwa 500 Millionen Menschen mit Hepatitis B oder C infiziert. Das hei&szlig;t jeder zw&ouml;lfte Mensch leidet an chronischer Hepatitis. „Das sind in etwa zehnmal so viele wie HIV-Infizierte“, sagt van Thiel.</p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>Bin ich die Nummer 12? - Zus&auml;tzliche Infos und Links zum Thema<br />
</strong>
</p>
<p style="color: white;">
<p><a href="http://www.binichdienummer12.de">Jeder zw&ouml;lfte Mensch weltweit leidet an einer chronischen Hepatitiserkrankung. Auf der deutschen Website des Welt-Hepatitis-Tages findest du Infos zur Krankheit, Kontaktadressen f&uuml;r Patienten, Erfahrungsberichte von Betroffenen und einen Online Lebertest, der dir sagt, ob du die Nummer zw&ouml;lf sein k&ouml;nntest.</a></p>
<p><a href="http://www.who.int/en/">Auf der offiziellen Homepage der Weltgesundheitsorganisation kannst du verfolgen, was bei der Tagung in Genf alles beschlossen wird.</a></p>
<p><a href="http://www.kompetenznetz-hepatitis.de/">Hier findest du aktuelle Neuigkeiten zur Hepatitis-Forschung. </a></div>


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		<title>Marathon - Laufen am Limit</title>
		<link>http://www.pflichtlektuere.com/19/05/2010/marathon-laufen-am-limit/</link>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 07:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Brenker</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<category><![CDATA[Unisport]]></category>

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		<description><![CDATA[Joggen ist f&#252;r Luschen - richtige Sportler machen Marathon. Eine Hobbyl&#228;uferin berichtet, wie sie sich f&#252;r die 42 Kilometer motiviert. Au&#223;erdem gibts Tipps, wie ihr euch auf sportliche H&#246;chstleistungen vorbereiten k&#246;nnt. 


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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Legende nach endete schon der erste Marathonlauf der Geschichte tragisch: Der Grieche Pheidippides wurde 490 v. Chr. auf den fast 40 Kilometer weiten Weg von Marathon nach Athen geschickt, um vom griechischen Sieg &uuml;ber die Perser zu berichten. In Athen angekommen, brachte er nur noch die Worte &#8220;Seid gegr&uuml;&szlig;t! Wir sind Sieger!&#8221; &uuml;ber die Lippen, bevor er tot zusammenbrach. </strong></p>
<div id="attachment_29724" class="wp-caption alignleft" style="width: 290px"><img class="size-medium wp-image-29724" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/05/teaserbild-marathon-by_christa-nohren_pixeliode1-300x225.jpg" alt="teaserbild-marathon-by_christa-nohren_pixeliode1" width="280" height="233" /><p class="wp-caption-text">Immer mehr wagen sich an die K&ouml;nigsdisziplin. Der Marathon erfreut sich gro&szlig;er Beliebtheit. Foto: C. N&ouml;hren / Pixelio</p></div>
<p>Ganz so dramatisch geht es 2500 Jahre sp&auml;ter nicht mehr zu -  trotzdem ist der Marathon nicht ganz ungef&auml;hrlich. Allein in Deutschland finden 2010 weit &uuml;ber 100 Marathon-Events statt. Dabei kommt es auch heute immer wieder zu Zwischenf&auml;llen wie in Pheidippides’ Zeiten. Bei einem Marathon in Detroit im vergangenen Oktober zum Beispiel starben gleich drei M&auml;nner zwischen 26 und 65 Jahren. Auch beim Hamburger Marathon im April hatten die Rettungskr&auml;fte an der Strecke einiges zu tun: Insgesamt 430 Mal mussten sie Erste Hilfe leisten.</p>
<p><strong>Bis zu sechs Stunden am Limit</strong></p>
<p>Sportmediziner Reinhard Schnittker (Uni Paderborn) wundern diese Zahlen nicht im Geringsten. &#8220;Der Marathon an sich hat absolut keinen gesundheitlichen Nutzen und stellt ein hohes medizinisches Risiko dar.&#8221;  Der Experte im Bereich Leistungsdiagnostik arbeitet mit vielen Sportlern zusammen und betreut sowohl Profis als auch Hobbyl&auml;ufer auf dem Weg zur 42,195 Kilometer-Marke. Er wei&szlig;, warum der Marathon als K&ouml;nigsdisziplin der Leichtathletik gilt: &#8220;Beim Marathon werden alle Bereiche des K&ouml;rpers extrem stark belastet: das Herz-Kreislauf System, der Stoffwechsel und der gesamte Bewegungsapparat.&#8221; Und das bei normalen L&auml;ufern &uuml;ber einen Zeitraum von vier bis sechs Stunden.</p>
<p>Annika Schulte ist so eine normale L&auml;uferin. Vor einem Jahr fasste die Studentin den Entschluss, den Lauf zu wagen. Bei ihrem ersten Marathon brauchte sie 5:45 Stunden bis ins Ziel. &#8220;Damals ging es nur ums Ankommen&#8221;, sagt die 21-J&auml;hrige. Dass ihr K&ouml;rper dazu in der Lage ist, hat sie sich ist von ihrem Hausarzt best&auml;tigen lassen, bevor sie &uuml;berhaupt ins Training einstieg. Der Arzt hat ihre Blutwerte kontrolliert und den Bewegungsapparat untersucht. Nur auf ein Belastungs-EKG hat Annika verzichtet, denn daf&uuml;r h&auml;tte sie bei ihrem Hausarzt bezahlen m&uuml;ssen: &#8220;Da ist man schnell mit 50 Euro dabei.&#8221;</p>
<p><strong>Wichtig ist die Frage: Was kann ich meinem K&ouml;rper zutrauen?</strong></p>
<p>Reinhard Schnittker r&auml;t trotzdem zu dieser Investition: &#8220;Viele Leute entscheiden sich f&uuml;r einen Marathonlauf, um etwas f&uuml;r ihre Gesundheit zu tun. Damit sich dieses Motiv nicht ins Negative umkehrt, muss ich vorher genau wissen, was ich meinem K&ouml;rper zutrauen kann.&#8221; Der am wenigsten trainierte Bereich des K&ouml;rpers wird beim Laufen immer am meisten beansprucht. F&uuml;r die Vorbereitung auf einen Marathon ist es daher wichtig, diese Schwachstellen zu kennen, um sie gezielt zu st&auml;rken. Zus&auml;tzlich zum obligatorischen Gesundheitscheck bietet sich daher auch eine Leistungsdiagnostik an. Dabei wird in mehreren Belastungstests festgestellt, wozu der eigene K&ouml;rper in der Lage ist. &#8220;Das ist auch eine zus&auml;tzliche Motivation, wenn ich vorher wei&szlig;: Ich kann das&#8221;, erkl&auml;rt Schnittker.</p>
<div id="attachment_29716" class="wp-caption alignright" style="width: 179px"><img class="size-full wp-image-29716" src="http://www.pflichtlektuere.com/blog/wp-content/uploads/2010/05/annika-schulte-beim-zieleinlauf.jpg" alt="Annika hat's geschafft - nach 42,195 km ist sie im Ziel. foto: privat" width="169" height="252" /><p class="wp-caption-text">Annika hat&#39;s geschafft - nach 42 km im Ziel. Foto: privat</p></div>
<p>Annika braucht so eine zus&auml;tzliche Motivation nicht. Der Marathon hat sie schon lange fasziniert: &#8220;Ich habe mich immer gefragt, ob ich das wohl schaffen kann.&#8221; Mittlerweile hat sie schon ihren dritten Marathon hinter sich gebracht und sich um eine Stunde verbessert. Dabei lief die Hagenerin ihre Bestzeit mit gesundheitlichen Problemen. Als sie im April in Wien an den Start ging, plagte sie ein Magen-Darm-Virus. Das ganze Wochenende hatte sie flachgelegen. Kurz vor dem Start lie&szlig; sie sich noch mal von einem Arzt durchchecken und der gab sein Okay. &#8220;Das war schon ein echter Kampf&#8221;, erinnert sich Annika. Im Ziel kullerten dann die Freudentr&auml;nen.</p>
<p><strong>&#8220;Wieso mache ich den ganzen Schei&szlig;?&#8221;</strong></p>
<p>Wenn man solche Geschichten h&ouml;rt, fragt man sich schnell: Wieso tut man sich so was an? Reinhard Schnittker glaubt an den ber&uuml;hmten Kick: &#8220;Viele wollen ihren K&ouml;rper an seine Grenzen bringen.&#8221; Dazu habe man im schn&ouml;den B&uuml;ro- oder Unialltag nur sehr selten die Chance. Schnittker vertritt den Standpunkt, dass der Marathon vor allem als Motivation dienen sollte. Regelm&auml;&szlig;iges Trainieren ist gut f&uuml;r die Gesundheit und vielen f&auml;llt das leichter mit einem konkreten Ziel vor Augen.</p>
<p>Annika glaubt: Jeder, der dazu gesundheitlich in der Lage ist, kann den Marathon schaffen. &#8220;Man muss es nur wirklich wollen.&#8221; In ihrer Trainingsgruppe hat noch niemand freiwillig aufgegeben. Im Gegenteil: Selbst die, denen sie das anfangs nicht zugetraut hat, haben es bisher immer ins Ziel geschafft. Wenn auch als allerletzte – nach dem Aufr&auml;umwagen. Woher ihre Motivation kommt, wei&szlig; Annika ganz genau: &#8220;Nat&uuml;rlich kommt man unweigerlich an einen Punkt, an dem man sich denkt: Wieso mache ich den ganzen Schei&szlig; eigentlich. Doch f&uuml;r das Gef&uuml;hl beim Zieleinlauf lohnt es sich.&#8221;</p>
<div class="additionallinks">
<p style="color: white;"><strong>So wirst du fit f&uuml;r den Marathon</strong></p>
<ul>
<li>
<p style="color: white;">An erster Stelle sollte immer der Gesundheitscheck stehen. Den kannst du ganz einfach bei deinem Hausarzt machen. Ob die Kosten f&uuml;r ein Belastungs-EKG &uuml;bernommen werden, ist von deiner Krankenkasse abh&auml;ngig. Informiere dich am besten vor der Untersuchung dar&uuml;ber.</p>
</li>
</ul>
<ul>
<li>
<p style="color: white;">Jeder Mensch bringt andere Voraussetzungen mit in die Marathonvorbereitung. Dein Trainingsplan sollte daher individuell auf deinen K&ouml;rper abgestimmt sein. Experten halten nicht viel von der &#8220;Von 0 auf 42&#8243;- Methode, die verspricht, dass jeder innerhalb von maximal einem Jahr fit f&uuml;r den Marathon ist.</p>
</li>
<li>
<p style="color: white;">Weil alleine laufen aber keinen Spa&szlig; macht, findest du <a href="http://www.lauftreff.de/lauftreffs/index.html">hier</a> Lauftreffs in deiner Umgebung.</p>
</li>
</ul>
<ul>
<li>
<p style="color: white;">Um auf den Punkt genau fit zu sein, solltest du deine Trainingsl&auml;ufe in den letzten drei Monaten vor dem Marathon allm&auml;hlich steigern und Schritt f&uuml;r Schritt etwas l&auml;nger laufen.</p>
</li>
</ul>
<ul>
<li>
<p style="color: white;">Um den Marathon mental durchzustehen, empfehlen Profil&auml;ufer eine 15-15-12-Einteilung des Rennens: Auf den ersten 15 Kilometern kannst du an alles denken, was nichts mit dem Rennen zu tun hat, auf den zweiten 15 Kilometern musst du dich mental auf den letzten Abschnitt vorbereiten und auf den letzten 12 Kilometern hei&szlig;t es nur noch: K&auml;mpfen.</p>
</li>
</ul>
<ul>
<li>
<p style="color: white;">Ein letzter Tipp, der zun&auml;chst unwichtig scheint, dir aber viele unn&ouml;tige Schmerzen erspart: Brustwarzen abkleben!</p>
</li>
</ul>
</div>


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