Eine Woche nur Regionales essen

Tag 7: Mein Fazit

Die Auswahl an regionalen Produkten ist in den Supermarktketten noch sehr überschaubar, doch die größte Vielfalt bietet der Rewe. Milchprodukte, Gemüse und etwas Wurst findet man dort. An zweiter Stelle kommt Edeka, bei dem ich auch noch vereinzelt regionale Produkte gefunden habe. Die restlichen Supermärkte führen keine speziell ausgewiesenen Produkte aus der Region. Die Preise von regionalen Lebensmitteln sind etwas höher als bei normalen Produkten. So liegt zum Beispiel der Liter faire Milch von Rewe bei 0,75 Euro.

Deswegen fiel meine Ernährung in der letzten Woche auch nicht abwechslungsreich aus. Gemüse, Kartoffeln und Fleisch hatte ich zwar, aber auf Genussartikel wie Kaffee musste ich verzichten. Gemüse und Co. sind zwar gesund, aber Essen muss auch etwas Spaß machen und dazu gehören für mich Produkte wie Käse, Chips, Cola, Pommes oder auch ein Stück Kuchen. Auch Obst fehlte mir, da nur die Erdbeeren Saison hatten und ich auf die restlichen Obstsorten verzichten musste.

chips-regionale produkte

Chips und Co. haben mir gefehlt. Foto: maret-hosemann/pixelio.de

Aufpassen muss man dennoch: Auch wenn auf Produkten regional draufsteht, sollte man nachfragen, denn Markennamen mit einer Stadt oder Region (zum Beispiel: verschiedene Käsesorten, Milchprodukte, Konfitüren) weisen selten auf die regionale Herkunft hin. Supermärkte und Discounter fassen ihre Regionalstandards zum Teil deutlich weiter – Erzeugung und Verarbeitung der Rohstoffe können weit über die Grenzen des jeweiligen Bundeslandes hinausgehen. Außerdem ist ganz wichtig: Wer nach regionalen Produkten im Supermarkt sucht, sollte einige Zeit mitbringen. Unter einer Stunde bin ich eigentlich nicht aus den Märkten rausgekommen.

Tipps für den Wochenmarkt: Dort sollte man auch die Händler fragen, denn sie kaufen häufiger Ware vom Großmarkt hinzu. Das gilt auch für einige Hofläden. Dort kommt nicht alles aus der eigenen Produktion.

Grabeländer hingegen bieten große Transparenz und man kann die Produkte direkt kaufen.

Zur Orientierung gibt es für Verbraucher seit 2012 das Regionalfenster. Ziel ist eine freiwillige, zuverlässige und transparente Kennzeichnung für regionale Produkte in Deutschland. Der Verbraucher soll mit einem Blick auf die Verpackung erkennen können, was an dem Produkt „regional“ ist. Es beinhaltet ausschließlich Aussagen zur Herkunft der eingesetzten landwirtschaftlichen Zutaten sowie zum Ort der Verarbeitung. Wer die Kennzeichnung verwendet, muss garantieren, dass vor allem die Hauptzutat zu 100 Prozent aus der klar definierten Region kommen muss.

Auf jeden Fall konnte ich eine Woche von regionalen Produkten leben. Die Auswahl ist beschränkt, aber verhungert bin ich auch nicht. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass noch mehr regional angebaut wird. So kann man bei den Gerichten mehr variieren. Für das Klima werde ich zwar versuchen, in Zukunft mehr regionale Produkte zu kaufen, aber ich kenne mich: Wenn ich zwischen den teuren Regionalprodukten und den billigeren Produkten wählen soll, werde ich als Geizkragen die billigeren Produkte nehmen. Salat ist schließlich Salat.

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