Eine Woche nur Regionales essen

Tag 5: Das Grabeland

Zum Thema regionale Produkte habe ich noch einen Tipp von einem Arbeitskollegen bekommen. In Dortmund gibt es „Grabeländer“. Grabeland ist gärtnerisch genutztes Land.  Im Gegensatz zu Kleingärten werden dort nur Gemüse und Obst angebaut. Außerdem darf nur eine 2×2 Meter große Unterkunft für die Werkzeuge gebaut werden und keine Schrebergartenlaube.

Grabeland-Dortmund

Salat und Kohlrabi-Beete soweit das Auge reicht. Foto: Nina Stoffer

Das Grabeland, das ich besuche, liegt in Dortmund-Oespel. Schon beim Betreten des Grundstückes habe ich den Eindruck, in einer anderen Welt zu sein. Für Gemüseliebhaber muss es der Himmel auf Erden sein.

Hühner-Grabeland

Auch Eier kann ich im Grabeland bekommen. Enten und Hühner laufen frei herum. Foto: Nina Stoffer

Bohnen hängen an den Zäunen, Kohlrabi-Beete, Salat und Tomaten wohin das Auge reicht. In zwei Gewächshäusern wachsen Zucchini, Paprika, Gurken und Peperoni und zwischen all dem Gemüse, laufen Hühner und Enten rum. Besitzer Sebastian Schönrock zeigt mir sein komplettes Grundstück, auf dem er jeden Tag arbeitet. Zum Schluss bekomme ich sogar einen Salat und drei Kohlraben geschenkt.

Vom Ei bis hin zur Tomate –  hier ist alles bio und preiswert obendrein.  Zehn Eier kosten zum Beispiel 1,89 Euro. Für Bio-Eier ist es meiner Meinung nach ein akzeptabler Preis. Der Besuch eines Grabelandes lohnt sich. Man sieht, wie und wo Obst oder Gemüse wächst und kann es direkt mitnehmen. So fallen lange Transportwege definitiv weg, die Transparenz für die Verbraucher ist gegeben und es schmeckt auch besser.

Auch heute kann ich wieder viel Gemüse essen, aber so langsam hängt es mir zum Hals raus. Pizza, Pommes und Co. kann ich nicht kaufen. Vor allem bei Fertiggerichten ist nicht festzustellen, woher die Produkte kommen. Also gibt es heute Salat, Kartoffeln, Quark und Wasser. Bei den Getränken gibt es auch wenig Regionales. Bier aus Dortmund habe ich, aber Säfte, Schorlen oder Cola kommen nicht aus der Gegend. Vieles kommt aus Bayern und Baden-Württemberg und somit muss ich viel Wasser trinken.

Wurst esse ich zwar gerne, aber ein Stück Käse auf einer Scheibe Brot wäre morgens zum Frühstück auch gut. Regionale Käsesorten habe ich aber in keinem Markt gefunden. Das ist deprimierend und so langsam habe ich die regionale Woche satt, denn mir fehlt die Vielfalt auf dem Speiseplan.

Tag 6: Hofläden

Meine letzte Hoffnung noch weitere regionale Produkte zu finden, sind Hofläden. In Dortmund gibt es dreizehn Hofläden und dort finde ich auch Produkte wie Eier, Kartoffeln, Schweinefleisch, Wurstwaren, Gemüse und Marmeladen aus eigener Produktion. Selbstgemachte Nudeln und auch selbsthergestellten Schnaps kann man dort bekommen. Ich kaufe mir Nudeln, da die anderen Supermärkte keine regionalen Nudeln führten. Mein kulinarisches Highlight am Ende der Woche: Nudeln mit Bolognese.

Hofläden-regionale Produkte

Hofläden bieten teure regionale Produkte an. Foto: siepmannh/pixelio.de

Insgesamt bieten die Hofläden viele regionale und selbstproduzierte Waren an, doch diese sind sehr teuer. 250 Milliliter selbstgemachter Honig kostet gerne über vier Euro und 500 Gramm Nudeln über drei Euro. Selbstgemachter Schnaps ist zwar eine gute Geschenkidee, doch für zwischendurch einfach zu teuer. Bis zu 20 Euro kosten die kleinsten Fläschchen.

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