Sprechende Tiere und Geister: die Rauhnächte

Am 7. Dezember hatten wir sie schon einmal im Adventskalender – Bräuche rund um Weihnachten. Doch ging es da um Populäres, steht heute ein alter Ritus im Mittelpunkt, der schon fast vergessen ist.

In der Zeit vom 21. Dezember, in manchen Regionen auch ab dem 24. Dezember, bis 6. Januar sind die so genannten Rauhnächte. In diesen sind der Mythologie nach die Naturgesetze außer Kraft gesetzt. Ihren Ursprung haben die Rauhnächte in vorgermanischer Zeit, als die Menschen in unseren Breitengraden noch heidnische Traditionen ausübten.

Deutschland: Weihnchten wird heute mit Plätzchen und Kugeln gefeiert - in vorgermanischer Zeit gab es die Rauhnächte.

Deutschland: Weihnachten wird heute mit Plätzchen und Kugeln gefeiert - in vorgermanischer Zeit gab es die Rauhnächte.

Ein Relikt des Mondkalenders

Entstanden ist der Brauch vermutlich im Zusammenhang mit dem Lunarkalender. Dieser umfasst nicht 365 Tage wie unser Sonnenkalender sondern nur 354 Tage, da er sich an zwölf Mondzyklen orientiert. Zwischen dem Ablauf des einen und des andern Kalenders liegt also eine Zeitspanne: Die Rauhnächte.

Dann sind laut Mythologie die Grenzen zwischen unserer Welt und anderen Welten geöffnet. Um böse Geister zu vertreiben wurden in den Rauhnächten früher Wohnungen und Häuser mit Weihrauch ausgeräuchert. Kinder, die an einem Samstag in der Zeit zwischen Weihnachten und 6. Januar geboren wurden, sollten magische Kräfte besitzen. Auch die Tiere in den Ställen sollen in besagten Nächten verrückt spielen und um Mitternacht in menschlicher Sprache sprechen. Wer sie dabei allerdings höre, stürbe unmittelbar danach.

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