Überflieger auf Mission

Wie entstehen Planeten? Physikstudenten der Universität Duisburg-Essen haben ein kleines Modell entwickelt, um der Antwort auf diese große Frage näher zu kommen. Getestet wird aber nicht im Labor, sondern direkt auf der Internationalen Raumstation ISS. Was kleine Staubpartikel mit der Entstehung von Planeten zu tun haben könnten, erklären Gregor Musiolik und Tobias Steinpilz im Video.

 

Der Wettbewerb: 2018 zur ISS

Sie haben es geschafft: Das Experiment ARISE (Planet formation due to charge induced clustering on ISS) wurde als eines der besten drei Projekte des Physikwettbewerbs „Überflieger“ des Deutschen Zentrums für Luft-und Raumfahrt (DLR) ausgewählt. Die Theorie der sechs Physik-Studenten, behauptete sich neben zwei weiteren Projekten gegen insgesamt 24 Teilnehmer-Teams. Die Idee der Duisburger Studenten: Planeten entstehen durch Ladung kleinster Staubpartikel. Wenn diese Partikel aufeinandertreffen, entsteht ausreichend Ladung, damit die Teilchen aneinanderhaften. Wird eine Teilchenkugel dadurch zu groß, bleiben keine neuen Partikel mehr daran hängen. Im schwerelosen Raum könnte dieser Vorgang jedoch aufgehoben sein und der Grund für die Entstehug von Planeten sein. Unter Echtbedingungen soll sich jetzt zeigen, ob die Theorie der jungen Forscher stimmt. Sie gewannen in der Endrunde des Wettbewerbs ein Raumfahrt-Ticket. Leider aber nur für ihr Modell – und das darf auf seiner Weltraumexpedition die Maße eines kleinen Kartons nicht überschreiten. Zusammen mit dem Astronauten Alexander Gerst fliegt es voraussichtlich im Sommer 2018 zur Internationalen Raumstation ISS. 30 Tage lang hat das Team dann Zugriff auf das Experiment. Die Weltraum-Mission steht unter dem Titel „Horizons“.

Das Team bilden Maximilian Kruß, Tobias Steinpilz, Anna Krämer, Gregor Musiolik, Tunahan Demirci und Jonas Tappe. Foto: Mathias Schywek

 

Beitragsbilder: NASA , Tobias Steinpilz